Hundeschlittenfahrt in Finnland: Mit Huskys durch Lappland
Lautes Bellen und Jaulen empfängt uns, kaum dass ich die Autotür öffne. Dutzende Huskys sind in heller Aufregung. In wenigen Minuten beginnt unsere rund vierstündige Hundeschlittenfahrt durch die verschneiten Wälder im Norden Finnlands.
Nach einer kurzen Einweisung von Minna, einer Mitarbeiterin der Huskyfarm, gehen wir zu unseren Hundeschlitten.
Eine Person darf im Schlitten Platz nehmen und die Landschaft genießen. Die andere führt den Schlitten, konzentriert sich auf das Hundegespann und bedient die Bremse.

Mit dem Hundeschlitten durch Finnland – Es geht los!
Die weiße Hündin in der zweiten Reihe hüpft wie ein Geißlein auf und ab. Sie will endlich starten.
Das Gespann vor uns fährt los. Unsere Hunde zerren an den Leinen, kläffen aufgeregt und können es kaum erwarten, ebenfalls durchzustarten.
Dann werden die Leinen gelöst.
Mit einem Ruck setzt sich der Schlitten in Bewegung und die Huskys stürmen los.
Unser Gespann ist schnell, sehr schnell. Ständig steige ich auf die Bremse, um nicht auf den Schlitten vor uns aufzufahren.
Bei einem Stopp muss ich mein ganzes Körpergewicht gegen den Schlitten stemmen und mit voller Kraft auf die Bremse treten.
Stopps mögen die Huskys gar nicht. Sofort zerren sie ungeduldig am Schlitten. Die Leinen verheddern sich, einzelne Hunde schnappen nach ihren Nachbarn oder trappeln aufgeregt auf der Stelle. Andere beißen in den Schnee, um sich abzukühlen.
Beginnt ein Hund zu jaulen oder zu jammern, fallen die anderen in den Chor ein.
Sobald das Zeichen zur Weiterfahrt gegeben wird, ist die Ungeduld wie weggeblasen. Das Gespann läuft wieder los und zieht uns durch die stille, verschneite Landschaft.

Auch Huskys brauchen eine Pause
Nach eineinhalb Stunden erreichen wir eine Hütte und wärmen uns mit Tee und Gemüsesuppe auf.
Die Hunde dösen in der Sonne und genießen ihre wohlverdiente Pause. Sie strecken ihre Schnauzen ins Licht und freuen sich über jede Streicheleinheit.
Widmet man sich einem Hund zu lange, drängt sich schon der Nachbar dazwischen. Schließlich hat jeder der Huskys schwer gearbeitet und möchte ein wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Von der lautstarken Aufregung vor dem Start ist jetzt nichts mehr zu spüren. Die Hunde wirken entspannt und genießen die Ruhe.
Minna erklärt uns auch, wie die Hunde im Gespann eingesetzt werden. Die vordersten Hunde seien besonders aufmerksam und würden den Schlitten führen. In der Mitte liefen die ausdauernden Hunde, während direkt vor dem Schlitten die kräftigsten Tiere eingespannt würden.
Das Training beginne bereits im Alter von etwa acht Monaten. Dabei zeige sich nach und nach, für welche Position ein Hund am besten geeignet sei. Für einen reinrassigen Husky wurden uns damals Preise ab etwa 1.000 Euro genannt. Besonders gut ausgebildete Hunde könnten laut Minna sogar bis zu 10.000 Euro kosten.

Zurück auf den Hundeschlitten
Doch sobald sich unsere Pause dem Ende nähert, verändert sich die Stimmung. Die Huskys spüren, dass wir bald wieder aufbrechen. Einer beginnt zu jaulen, die anderen stimmen ein und schon erklingt das nächste Heulkonzert.
Endlich hat jeder wieder seinen Platz eingenommen.
Die Leinen werden gelöst und mit einem kräftigen Ruck geht die Fahrt weiter. Wieder muss ich mich auf die Bremse konzentrieren, denn unser Gespann kennt nur eine bevorzugte Geschwindigkeit: möglichst schnell.
Die Fahrt durch die finnischen Wälder vergeht viel zu schnell. Während die Hunde voller Energie durch den Schnee laufen, bleibt mir kaum Zeit, die Winterlandschaft rundherum in Ruhe zu betrachten.
Gerade diese Mischung aus Geschwindigkeit, Natur und der Begeisterung der Huskys macht die Hundeschlittenfahrt für mich zu einem besonderen Erlebnis.

Video von unserer Hundeschlittenfahrt
Wie schnell wir mit dem Hundeschlitten durch Finnland unterwegs waren, siehst du in diesem Video:
Mein Erlebnis mit dem Hundeschlitten in Finnland
Obwohl ich kein großer Winterfan bin, würde ich jederzeit wieder in einen Hundeschlitten steigen. Die aufgeregten Huskys, die Fahrt durch die verschneiten Wälder und die stille Landschaft abseits der Huskyfarm sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Die Hundeschlittenfahrt war Teil einer Winterreise durch Finnland. Dabei war ich außerdem mit dem Schneemobil unterwegs, versuchte mich im Eisfischen, fuhr mit einem Rentierschlitten und verbrachte eine kurze Nacht in einem Schneeiglu.
Hinweis: Diese Reise fand im März 2012 statt. Der Artikel wurde im August 2026 überarbeitet.
Mehr über meinen Winter in Finnland
Reisebloggerin Gudrun Krinzinger in Finnland

📍 Persönlich besucht
Ich war im März 2012 im Norden Finnlands unterwegs. Während dieser Reise fuhr ich mit einem Hundeschlitten und einem Rentierschlitten durch die verschneite Landschaft,
GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.