Übernachten im Schneeiglu in Finnland: Eine ziemlich kurze Nacht

„What is a snowigloo?“ fragt eine japanische Reiseleiterin. Die Rezeptionistin im Hotel in Finnland ringt nach einer Erklärung. Die Japanerin gibt den Begriff in ihr elektronisches Wörterbuch ein. Ob sie wohl eine ausreichende Übersetzung findet?

Denn auch wir werden wenig später herausfinden, was es tatsächlich bedeutet, eine Nacht in einem Schneeiglu zu verbringen.

Im März 2012 war ich im Kakslauttanen Arctic Resort in Finnisch-Lappland unterwegs – und eine Übernachtung im Schneeiglu stand ganz oben auf meiner persönlichen Winter-Abenteuerliste. Zumindest bis zu dieser Nacht.

Schneeiglu im Kakslauttanen Arctic Resort in Finnland mit Eingang zu den Schlafräumen
In diesem Schneeiglu sollte ich eigentlich eine ganze Nacht verbringen.

Wie schaut ein Schneeiglu in Finnland aus?

Die Schneeiglus im Kakslauttanen Arctic Resort in Finnland entsprechen nicht der klassischen runden Igluform. Acht Türen sind in eine Schneewand geschlagen, dahinter verbergen sich die Schlafräume.

Wände und Decke bestehen aus meterdickem Schnee, das einfache Holzbett an der Rückwand ist mit Teppichen belegt.

Sehr spartanisch also. Ein Bett, viel Schnee – und definitiv keine Heizung.

Von außen sieht unser Nachtquartier durchaus romantisch aus. Drinnen hält sich die Gemütlichkeit allerdings in Grenzen.

Schlafplatz mit Bett, Decken und Kissen im Inneren eines Schneeiglus in Finnland
Unser ziemlich spartanischer Schlafplatz im Schneeiglu.

Tipps zum Übernachten im Schneeiglu in Finnland

Die Rezeptionistin gibt uns noch den Tipp, mit Thermounterwäsche, Haube, Handschuhen und Socken in den Schlafsack zu kriechen.

Wenig später stapfen wir durch den Schnee, bewaffnet mit dicken Daunenschlafsäcken und einer Flasche schottischem Talisker Whisky.

Es kostet Überwindung, sich in einem kalten Schneeiglu aus der warmen Skihose zu schälen. Laut Thermometer hat es minus vier Grad. Ich habe das Gefühl, es sind minus 20.

Noch ein kleiner Schluck Whisky – zumindest bilde ich mir ein, dass er gegen die Kälte helfen könnte. Warm macht Alkohol den Körper natürlich nicht, aber in diesem Moment zählt vor allem die Hoffnung. Haube auf, Handschuhe an und wir wurschteln uns in die Schlafsäcke.

Ganz egal, ob ich am Rücken, am Bauch oder auf der Seite liege: Es ist unbequem. Der Körper drückt gegen die harte Unterlage.

Mir ist kalt. Eiskalt.

Trotzdem schließe ich die Augen und versuche, den Schlaf herbeizuschwören. Keine Chance.

Beleuchteter Eingang zu einem Schneeiglu bei Nacht im Kakslauttanen Arctic Resort in Finnland
Bei Nacht wirkt das Schneeiglu fast romantisch – zumindest von außen.

Nach 20 Minuten ist Schluss

Es dauert nicht lange, bis meine Vorstellung von einer romantischen Nacht im Schneeiglu endgültig zerbröselt.

Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht und das beheizte Blockhaus lockt zu sehr. Schnell sind wir wieder angezogen und freuen uns auf das Kaminfeuer.

Zum Glück hatten wir unsere Blockhütte für diese Nacht behalten. Sauna, Kamin und ein warmes Bett gewinnen plötzlich erheblich an Attraktivität.

Doch bevor wir dort ankommen, stürzt draußen eine Gestalt auf uns zu.

„Please, can you help us?“ Es ist die japanische Reiseleiterin. „We can’t find our cabins!“

Sie hat drei japanische Reisegäste im Schlepptau, die etwas verloren und mit dicken Rucksäcken bepackt in der Kälte herumstehen. Hektisch zeigt sie auf ihren Plan.

„Here are your cabins“, erklären wir und zeigen auf die Eingänge der Schneeiglus.

Für einen kurzen Moment herrscht Schweigen. Dann schauen die Reisenden zuerst auf die Iglus und anschließend auf uns. Offenbar hatten auch sie sich unter ihrem Nachtquartier etwas anderes vorgestellt.

Kurz darauf macht sich die Gruppe wieder auf den Weg Richtung Rezeption. Wir verschwinden ebenfalls. Allerdings in die andere Richtung – zurück in unsere warme Blockhütte.

Frau liegt eingepackt in einem dicken Schlafsack im Schneeiglu in Finnland
Gut eingepackt im Schlafsack – warm ist mir trotzdem nicht.

Würde ich wieder in einem Schneeiglu schlafen?

Meine Nacht im Schneeiglu dauerte also wesentlich kürzer als geplant. Sehr viel kürzer. Trotzdem gehört sie zu jenen Reisegeschichten, über die ich heute noch lachen kann.

Einmal ausprobieren? Unbedingt. Noch einmal eine ganze Nacht darin verbringen? Da nehme ich lieber die Blockhütte mit Kamin.

Die Übernachtung im Schneeiglu war Teil meiner Winterreise durch Finnland. Außerdem war ich mit dem Hundeschlitten und dem Rentierschlitten unterwegs, fuhr mit dem Schneemobil zum Eisfischen und sah Nordlichter.

Mehr über meinen Winter in Finnland

Hinweis: Diese Reise fand im März 2012 statt. Der Artikel wurde im August 2026 überarbeitet.

Reisebloggerin Gudrun Krinzinger in Finnland

📍 Persönlich besucht

Ich war im März 2012 im Norden Finnlands unterwegs. Während dieser Reise fuhr ich mit einem Hundeschlitten und einem Rentierschlitten durch die verschneite Landschaft.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Lukas am 20/07/2018 um 22:04

    Toller Blog! Schau doch mal auf unserem Reiseblog vorbei https://finnland-2018.blog/ hier haben wir unsere eigenen Erfahrungen festgehalten

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Miriam blitzt - Miriam Mehlman Fotografie

GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.

Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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