Finnland – Fahrt mit dem Rentierschlitten

Verschreckt bleibt das vorderste Rentier stehen. Es bewegt seinen massigen Kopf hin und her und beginnt laut zu schnauben. Maxim springt aus seinem Schlitten, fasst es an den Zügeln und redet beruhigend auf das Tier ein.

Der Grund für die Aufregung taucht wenige Augenblicke später auf: Ein Langläufer ist mit seinen beiden Hunden im finnischen Wald unterwegs. Das Gebell hat unsere Rentiere erschreckt.

Bis zu diesem Moment war unsere Fahrt ausgesprochen ruhig verlaufen. Sehr ruhig sogar. Denn wer bei einem Rentierschlitten an Geschwindigkeit denkt, liegt definitiv falsch.

Rentier mit großem Geweih vor einem Rentierschlitten im verschneiten Wald in Finnland
Unser Rentier wartet auf die Weiterfahrt durch den verschneiten Winterwald.

Mit dem Rentierschlitten durch Finnland

Eingemummelt in dicken Anzügen und kaum bewegungsfähig sitzen wir auf Rentierfellen in einfachen Holzschlitten und zockeln durch die verschneite Landschaft.

Schritt für Schritt stapfen unsere Tiere durch den Schnee. Zu Fuß wären wir vermutlich schneller – aber genau diese Langsamkeit macht den Reiz der Fahrt aus.

Außer dem Knirschen des Schnees, den Hufen der Rentiere und den Schleifgeräuschen unserer Schlitten ist kaum etwas zu hören.

Nach etwa 45 Minuten erreichen wir eine Feuerstelle im Wald und machen Halt. Maxim entfacht ein Feuer, kocht uns heißen Tee und erzählt währenddessen von den Eigenheiten der Tiere.

„Rentiere sind das Gegenteil von Huskys“, erklärt uns Maxim. Sie mögen es nicht besonders, berührt zu werden, und bewegen sich langsam – sehr langsam. Haben sie sich aber erst einmal in Bewegung gesetzt, seien sie ausgesprochen ausdauernd.

Die 15 Tiere der Farm, auf der Maxim arbeitet, sind ausschließlich dazu da, Touristen durch die Landschaft zu transportieren.

Ein Kuschelfoto, wie ich es bei den Huskys machen konnte, fällt daher aus. Die Rentiere halten lieber ein wenig Abstand.

Rentierschlittenfahrt durch die verschneite Winterlandschaft in Finnland
Mit dem Rentierschlitten geht es langsam durch die verschneite Landschaft Finnlands.

Teepause mitten im finnischen Winterwald

Während die Rentiere Pause machen, sitzen wir am Feuer und wärmen uns mit heißem Tee auf. Rundherum liegt Schnee, zwischen den Bäumen ist es beinahe vollkommen still.

Nach der schnellen und ziemlich turbulenten Fahrt mit dem Hundeschlitten ist dieses Wintererlebnis das genaue Gegenteil: langsam, ruhig und ausgesprochen entspannend.

Eine Tracht für die Touristen

Auf die vermeintlich typisch samische Tracht, die Maxim trägt, angesprochen, erzählt er uns, dass die Kleidung in dieser Form speziell für die Besucher der Rentierfarm zusammengestellt wurde.

Laut Maxim wurde auch das auffällige rot-blau-gelbe Muster verwendet, um den Gästen jenes Bild zu vermitteln, das viele mit Lappland verbinden.

Ob Klischee oder nicht: Rentiere gehören für mich nach dieser Reise jedenfalls genauso zu einem Winter in Finnland wie Huskys, Schnee und eisige Temperaturen.

Teepause am Lagerfeuer während einer Rentierschlittenfahrt im verschneiten Wald in Finnland
Bei einer Pause im Winterwald wärmen wir uns mit heißem Tee am Feuer auf.

Weiter geht es mit dem Rentierschlitten

Nach der Pause steigen wir wieder in unsere Holzschlitten. Die Rentiere setzen sich langsam in Bewegung und ziehen uns weiter durch den verschneiten Wald.

Kein Motorengeräusch, kein Tempo, keine Hektik. Nur Schnee, Wald und das gleichmäßige Stapfen der Tiere.

Und vielleicht ist gerade das der Grund, warum mir diese Fahrt bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Video von unserer Rentierschlittenfahrt

Noch mehr Winter in Finnland

Die Rentierschlittenfahrt war nur eines meiner Winterabenteuer in Finnland. Außerdem war ich mit Huskys unterwegs, habe in einem Schneeiglu übernachtet, bin Schneemobil gefahren und habe Nordlichter gesehen:

Hinweis: Diese Reise fand im März 2012 statt. Der Artikel wurde im August 2026 überarbeitet.

Reisebloggerin Gudrun Krinzinger in Finnland

📍 Persönlich besucht

Ich war im März 2012 im Norden Finnlands unterwegs. Während dieser Reise fuhr ich mit einem Hundeschlitten und einem Rentierschlitten durch die verschneite Landschaft.

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Miriam blitzt - Miriam Mehlman Fotografie

GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.

Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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