Robbengebrüll am Cape Cross in Namibia

Kaum steige ich aus dem Auto, höre ich lautes Gebrüll. Kein menschliches Brüllen, eher so wie Schafsgeblöke, durchdringend laut und durcheinander. Ich möchte mir die Ohren zuhalten im ersten Moment. Leider brauche ich aber eine Hand um mir die Nase zuzuhalten, denn es stinkt gewaltig. Tausende Robben liegen hier am Cape Cross, einem von 24 Robbenreservaten in Namibia. Um die Tiere zu besichtigen, hat man einen Holzsteg gebaut, man wandert also direkt neben den Tieren am Strand entlang.

Robbe

Die meisten Robben liegen faul in der Sonne, andere kommen von einem erfrischenden Bad aus dem Meer und wuzeln sich durch den Sand oder purzeln über ihre Artgenossen. Zehntausende liegen hier an diesem Strandabschnitt (laut Reiseführer zwischen 80.000 und 100.000). Für mich ergibt sich keine erkennbares Muster, welches Jungtier zu welchem Muttertier gehört. Schreien tun sie alle, erwachsene Robben laut und deutlich, die kleineren zittrig und erbärmlich. Zwischen den tausenden Körpern erkennt man tote zerdrückte Babyrobben, die Flossen und Krallen sind noch deutlich erkennbar.

Robben am Cape Cross

Ein Jungtier hat sich unter den Zaun verkrochen und will zu seiner Mutter zurück. Es blökt und bellt, kratzt sich am Körper und robbt sich vorwärts. Erneutes Blöken und Kratzen, die Mutter ist schon nah. Endlich stehen sich beide gegenüber und blöken sich an. Sehr erfreut, wie mir scheint. Derweil tummeln sich die anderen Tiere im Meer, das Wasser schwappt über die Körper und eine Robbe kugelt wieder zurück in die Fluten.

Und wie so oft, ein Film sagt mehr als tausend Worte:

Ich war im Juni 2012 in Namibia unterwegs.

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