Geschlafen wird im Dachzelt - Camping in Namibia

Ich liege in meinem Dachzelt und höre die Vögel zwitschern. Mit einem Zippgeräusch öffne ich den Reißverschluss des Zeltes und spähe durch das Netz nach draußen. Am Campingplatz ist es noch ruhig, ein Angestellter schlurft in blaue Arbeitskluft gekleidet über den Platz, eine Wollmütze über den Kopf gestülpt. Er geht zu den Duschhäuschen, wo ein altmodischer Ofen steht und beginnt ein Feuer zu entfachen. Schließlich wollen die Campinggäste warmes Wasser um sich der Morgentoilette widmen zu können. Schon geht ein Besucher mit seiner Waschtasche über den Platz. Ich schäle mich langsam aus dem Schlafsack, reibe mir den Schlaf aus den Augen und greife nach meiner Kleidung, die am Fußende liegt. Mir ist kalt.

Schnell ziehe ich mich um, was etwas schwierig ist in dem kleinen Zelt, es ist nie genug Platz. Meistens ist man sich selbst im Weg. Ich zippe den Reißverschluss des Zeltes ganz auf und steige vorsichtig die schmale Aluminiumleiter hinab. So, geschafft. Naja, nicht ganz. Ich bin zwar fertig, aber das Zelt muss noch zusammengepackt werden, was mit meinen klammen Fingern gar nicht so einfach ist. Also, wieder rauf auf die Leiter, Schlafsack zusammenrollen, wieder runter und den Schlafsack im Auto verstauen. Und weiter geht es mit dem Dachzelt.

Zuerst zieht man die acht Stangen des Überzeltes (sie spannen das Dach) aus den Löchern und legt sie sorgfältig in einen grünen Sack. Man schlägt die Zeltplanen gekonnt und ohne Falten zu machen übereinander. Einer steht an der Leiter und beginnt sie in die Höhe zu klappen. Der andere hetzt ums Auto und versucht alle Zeltteile in die Laschen zu stopfen. Denn sonst bekommt man die Plane nicht über das Zelt. Sollte man nicht sorgfältig gearbeitet haben, muss man das Zelt erneut auseinanderklappen. Endlich ist es gelungen. Man legt die Plane über das Zelt und macht den Reißverschluss zu. Dabei muss man sehr aufpassen. Es ist mir schon passiert, dass der Reißverschluss ausgerissen ist. Am Schluss befestigt man die Laschen. Dann kommen noch die beiden schwarzen Bänder über das Zelt und werden festgezurrt.

Zum Glück bekommt man Übung und wird immer schneller. So, heute auch! In nur 15 Minuten ist das ganze Prozedere geschafft und man kann endlich losstarten.

Hier findet ihr ein Video, wie man so ein Dachzelt aufbaut.

Ich war im Juni 2012 für 2 Wochen in Namibia unterwegs.

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