Owoo, Obo oder Ovoo - Erdgeist, bitte kommen!

Gehorsam umrunde ich den Owoo. Ich bitte um gutes Wetter für meine Reise durch die Mongolei. Ob mich der Erdgeist erhört?

Owoo

Owoos (in Reiseführern auch Obos oder Ovoos) findet man in der Mongolei überall. Sie stehen an Straßenkreuzungen, auf Bergkuppen, an Seen, Quellen oder in Schluchten. Mal sind es große, mal kleine Steinhaufen und manchmal sind es mit blauen Seidenschals („khardags“) umwickelte Bäume oder Baumstämme.  Und sehr oft ist es eine Kombination aus Steinhaufen und Ästen.  Die Farbe Blau symbolisiert dabei den „ewigen Himmel“ und steht auch für den Respekt vor der Natur.

Owoo in der Geierschlucht

Mongolischer Owoo bei den Red Cliffs

Ovoo bei Baga Gazriin Chuluun

Zum zweiten Mal gehe ich im Uhrzeigersinn um den Owoo herum und lege einen Stein auf ihm ab. Das ist meine Opfergabe an den im Owoo wohnenden Erdgeist, den ich somit gnädig stimmen will. Früher brachte man den Naturgeistern Opfer in Form von weißen Gegenständen dar, also Tierschädel oder getrockneten Käse. Tierschädel findet man selten, heutzutage opfern die Mongolen Geldscheine oder leere Wodkaflaschen. Oder eben Steine.

Owoo

Dreimal soll man den Owoo umrunden und so starte ich meine dritte und letzte Runde. Zahlreiche Vorbeikommende haben sich für den bisherigen Verlauf ihrer Reise bedankt und baten um Beistand für den weiteren Weg. Neben kleinen batteriebetriebenen Gebetsmühlen finden sich auf diesem Owoo Holzkrücken und eine Musikkassette. Geldscheine flattern im Wind.

Owoo mit Krücken

Opfergaben

Mein Stein funkelt in der Sonne. Ich bin mir sicher: meine Reise wird ein Erfolg.

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