Die Mönche in Luang Prabang

Leise, ganz leise, schleichen wir die Treppen unseres Hotels in Luang Prabang hinunter. Es ist noch dunkel, aber das Krähen der Hähne in den umliegenden Gärten kündigt den neuen Tag an. Es riecht nach Rauch, die ersten Holzöfen werden angeheizt, ein Hund läuft über die Straße, ein Huhn gackert irgendwo aufgeregt in einem der Innenhöfe, die Stadt erwacht langsam, aber stetig zum Leben. 

Fast geräuschlos huschen Personen aus ihren Hauseingängen und bringen sich in Stellung. Die Männer stehen aufrecht am Straßenrand, die Frauen knien am Boden oder hocken auf speziellen Bambusgestellen, neben ihnen befindet sich einen Korb aus geflochtenem Bambus.

Im Korb befindet sich Klebreis, das Nationalgericht der Laoten.

Frauen hocken auf Bambusgestellen am Straßenrand
Die Frauen sitzen auf Bambusgestellen am Straßenrand

Und dann biegen sie auch schon um die Ecke, die Mönche in Luang Prabang. Eingehüllt sind sie in orange leuchtende Gewänder und sie schreiten im Gänsemarsch barfuß die Straße entlang. Jeder von ihnen trägt ein Gefäß, in das er den erbettelten Klebreis gibt. Doch Betteln ist nicht der richtige Ausdruck. Es ist eine Ehre den Mönchen Reis zu geben. Denn durch die Gabe verbessert man als Buddhistin und Buddhist seine Chancen auf eine Wiedergeburt.

Mönche in orangen Gewändern in Luang Prabang
Die Mönche in Luang Prabang marschieren in orangen Gewändern einmal um ihr Kloster

Wir gehen mit den Mönchen mit und halten einen respektvollen Abstand. An der Hauptstraße hocken Touristen auf Bastmatten und verteilen Reis. Der Reiseleiter fotografiert. Ob wir Reis kaufen möchten, fragt uns ein alter Mann. Denn es kommen noch viel, viel mehr Mönche, insgesamt 1200. Reis kaufen? Nein, danke!, winke ich ab. Es ist nicht meine Religion. Ich bin nur Zuschauer von einem faszinierenden, mir jedoch fremdem Ritual.

Almosengang
Almosengang in Luang Prabang

Ob es die Tradition mit dem Almosengang in ein paar Jahren in Laos noch geben wird? Oder verkaufen dann Laoten den Reis an Touristen, die damit die Mönche füttern? Wird Luang Prabang ein laotisches Disneyland?

Mönche in Luang Prabang mit orangen Gewändern
Auch Kindermönche gehen beim Almosengang mit

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Herbert Böck am 03/01/2017 um 05:53

    Hallo. Schön deinen interesanten Artikel über die Mönche von Luang Prabang zu lesen. Ich war vor einem Jahr ebenfalls dort und habe das die Prozession, die entzwischen leider etwas entwürdigend hat, auch besucht. Hier kannst du meine Erfahrung bei dem Spektakel lesen. Servus Herbb.

    http://www.servus-servus.de/das-schaulaufen-der-moenche-von-luang-prabang/

    • Veröffentlicht von Reisebloggerin am 03/01/2017 um 15:21

      Ich war 2010 in Luang Prabang, damals war das Fotografieren mit Handys noch ziemlich unbekannt. Ich kann mich auch nicht an so viele Touristen erinnern, man fand immer eine Ecke wo niemand stand. Auf Deinen Fotos sieht das echt schlimm aus…

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.


Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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