Sommerfrische in Bad Aussee: Ein Wochenende zwischen Genuss, Kunst und Altaussee
„Jeder Kummer schwindet hier.“ In großen, geschwungenen Buchstaben steht dieser Satz an der Wand im Hotel Erzherzog Johann. Er stammt von Erzherzog Johann, einem großen Liebhaber der Sommerfrische in Bad Aussee – und irgendwie passt er perfekt zu diesem Ort.
Denn schon nach kurzer Zeit versteht man, was er gemeint hat.

Ankommen in Bad Aussee: Zwischen Bergen und Gelassenheit
Ich komme zur Mittagszeit an – und habe Glück: Mein Zimmer ist bereits fertig.
Ein paar Schritte durch den Ort reichen, um anzukommen. Keine Hektik, keine großen Gesten. Bad Aussee wirkt auf den ersten Blick fast unspektakulär – und genau darin liegt der Reiz.
Zurück im Hotel wartet im Rosengarten bereits das Mittagessen. Wobei – Mittagessen trifft es nicht ganz.
Es ist eher ein kleines Genussmenü. Und während ich dort sitze, denke ich mir:
Vielleicht hängt in der Küche auch ein Spruch an der Wand – irgendetwas in Richtung „Jeder Hunger endet hier“.
Besonders der Topfenschmarren mit Marillenröster bleibt mir in Erinnerung.


Ausflug nach Altaussee: Auf den Spuren der Sommerfrische
Gleich im Anschluss des Mittagessens geht es mit dem hoteleigenen Bus einige Kilometer weiter nach Altaussee. Hier erwartet uns Frau Eva Hilbrand. Unsere Begleiterin erzählt von dieser besonderen Geschichte der Sommerfrische – von Menschen, die hier nicht nur Urlaub gemacht, sondern gelebt, gearbeitet und gedacht haben. Es gibt wohl keinen Schriftsteller, Maler oder Schauspieler, der seine Sommerfrische nicht hier verbracht hat. So schreibt der Schriftsteller Fritz von Herzmanovsky-Orlando an seinen Freund Alfred Kubin:
„Liebster Alfred (Kubin)!
Es wäre sehr schön, wenn Du auch einmal in Altaussee sommerfrischeln würdest! Hier ist eine sehr amüsante Gesellschaft. Ihr “Drehpunkt” ist der alte Hindenburg, der früher Botschafter in Rom war.“
Ein Atelierbesuch, den man nicht vergisst
Es ist mir leider nicht bekannt, ob Kubin dem Aufruf seines Freundes gefolgt ist. Auch heute schätzen Künstler den Aufenthalt in Altaussee. Wir dürfen den Maler Prof. Horst-Karl Jandl in seinem Atelier besuchen.

Beschreiben kann man den Herrn Professor nicht. Man muss ihn erlebt haben. Jemand, der so pointiert und amüsant über sein Leben berichtet, kann eigentlich nur in Aussee zu Hause sein. Da stolpere ich über ein weiteres Zitat eines Aussee-Liebhabers und gebürtigen Bad Ausseers, nämlich Alfred Komarek. Er meint:
„Die bevorzugte Ausseer Denkrichtung ist quer, die gültige Ausseer Weltordnung ist nicht konvertibel, die beste Figur macht einer, der es fertig bringt, auf dem Kopf zu stehen und mit beiden Beinen auf der Erde.“
Genau so jemand ist Herr Jandl!
(Zusatz: Herr Jandl ist am 15.März 2023 verstorben)

Zurück im Hotel: Ein Moment für mich
Am Abend bin ich wieder zurück im Hotel Erzherzog Johann.
Ich habe eine Honigmassage gebucht – 25 Minuten, die sich deutlich länger anfühlen.
Danach zieht es mich noch in den Spa-Bereich im obersten Stock.
Der Blick über die Berge ist beeindruckend – aber noch mehr beeindruckt mich, wie ruhig es hier ist.
Ich lege mich hin, schaue hinaus und denke kurz an all die Geschichten, die ich an diesem Tag gehört habe.
Und irgendwann schlafe ich ein.

Warum Altaussee und Bad Aussee bis heute faszinieren
Am nächsten Morgen gehe ich noch einmal durch den Ort. Es ist ruhig. Fast zu ruhig für einen klassischen Urlaubsort. Und genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum Menschen immer wieder hierher kommen.
Friedrich Torberg hat es einmal so formuliert:
„Wer nach Altaussee kommt, will nirgendshin als nach Altaussee und wollte er’s, so könnt’ er’s nicht. Altaussee ist ein Abschluss, ein krönender!“
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Häufige Fragen zur Sommerfrische in Bad Aussee
GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.