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Der Rest der Welt

Bücher über Istanbul

Orhan Pamuk Istanbul Orhan Pamuk, den hatte ich schon abgehakt. Als er 2006 den Nobelpres bekam, habe ich mich pflichtbewusst durch sein Buch „Schnee“ gekämpft, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Zu spröde kam sein Text daher, vielleicht war es auch nur das falsche Buch zur falschen Zeit.Denn „Istanbul – Erinnerungen an eine Stadt“ hat mich von der ersten Seite weg an begeistert. Warum ich trotzdem nur bis Seite 104 gekommen bin? Weil soviel drinnen steckt. Es ist kein Buch zum Verschlingen, zum in einer Nacht durchlesen.Es ist ein nachdenkliches, melancholisches Buch, das man langsam und genussvoll lesen muss. Diese Zeit habe ich momentan nicht.

Aber ich freue mich schon auf ruhigere Zeiten, wenn ich das Buch aufschlagen werde und weiter lese.

Orhan Pamuk, Istanbul – Erinnerungen an eine Stadt, Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Gebrauchsanweisung für Istanbul Wenn ich Kai Strittmatters Buch „Gebrauchsanweisung für Istanbul“ nicht gelesen hätte, wären mir viele Dinge, die ich in Istanbul entdeckt und erlebt habe, unverständlich geblieben.Jede seiner Geschichten lehrt den Leser etwas anderes. Warum zum Beispiel manchmal in der Nacht in die Luft geschossen wird, erklärt er im Kapitel „Schießen“. Dass Bosporusfische griechische Namen tragen, im Kapitel „Silbern“. Er stellt uns auch sein Lieblingswort vor, es lautet gürültülü. Was es bedeutet? Bitte selbst nachlesen, und zwar im Kapitel „Flörten“.

Außerdem präsentiert er Istanbuler Typen, denkt sich hinein in Bauchtänzerinnen und Schuhputzer, in Friseure und Taxifahrer. Strittmatter liebt diese Stadt, das merkt man bei jedem Buchstaben, den er schreibt.Vielen Dank, Herr Strittmatter, von Ihnen kann man viel lernen!

Kai Strittmatter, Gebrauchsanweisung für Istanbul, Piper Verlag, München

Pismek - Kochen auf Türkisch In Istanbul habe ich viel versäumt. Ich habe kein Fischrestaurant besucht, ich habe keine Köfte gegessen und auch das Gericht Imam Bayildi, das übersetzt Der Imam fiel in Ohnmacht heißt, habe ich nicht verkostet.Doch jetzt habe ich es selbst in der Hand und kann alles nachholen. Denn in dem fantastischen Kochbuch „Pişmek- Kochen auf Türkisch“ sind alle diesen leckeren Rezepte drinnen. Ein Blick auf die Zutatenliste, ja, das ist nicht zu exotisch, diese Sachen bekommt man in Wien auch. Mehrere Rezepte springen mich regelrecht an. Jedes Mal wenn ich die Seiten durchblättere, die Mezze-, Pide-, und Köfterezepte durchgehe, und die Fotos betrachte, kriege ich Hunger. Das ist doch das schönste Kompliment, das man einem Kochbuch machen kann, oder?Leanne Kitchen, Pişmek- Kochen auf Türkisch, Collection Rolf Heyne, 2012
Petros Markaris - Die Kinderfrau Petros Markaris ist ein griechischer Krimiautor, dachte ich. Und dann hat mich Kai Strittmatter eines besseren belehrt. Markaris ist nämlich in Istanbul geboren, als Sohn einer Griechin und eines Armeniers. Er fühlt sich als Istanbuler, obwohl er 1965 die Stadt verlassen hat. Und doch kehrt er immer wieder zurück.Einen seiner Kostas Charitos Romane lässt Markaris in Istanbul spielen und hier rechnet „Die Kinderfrau“ ab: mit griechischen Spekulanten und türkischen Geldgebern. Ein bisschen scheint es so, als übe Markaris einen Rachefeldzug aus, zumindest auf dem Papier.Ich finde, es ist kein typischer Krimi, sondern man lernt so einiges über die Geschichte Istanbuls.

Petros Markaris, Die Kinderfrau, Diogenes, Zürich

Celil Oker - Schnee am Bosporus Ich mag Krimis. Auch die Städte- oder Regionalkrimis, die in letzter Zeit einen wahren Boom erleben.Der türkische Autor Celil Oker hat mit seinem Privatdetektiv Remzi Ünal eine Figur erschaffen, ein bisschen Mike Hammer, ein bisschen Sam Spade, cool, aber nicht zu cool.Remzi liebt Aikido und Spielen mit dem Flugsimulator, sein Alkoholproblem hat ihm seinen Pilotenjob gekostet und doch rappelt er sich hoch und löst seine Fälle mit Risikobereitschaft und Beharrlichkeit.Es ist keine Weltliteratur, aber ein vergnüglicher Lesenachmittag mit einer sympathischen Hauptfigur und viel Lokalkolorit erwartet den Leser.

Celil Oker, Schnee am Bosporus, Unionsverlag, Zürich

Esmahan Aykol - Bakschisch Das Buch von Esmahan Aykol „Bakschisch“ habe ich schon vor meiner Reise nach Istanbul gelesen. Ein bisschen fürchtete ich mich schon vor dem Verkehr in der Stadt, denn Aykol schreibt folgendes über die türkischen Autofahrer: „Die Türken fahren alle wie die Irren“ (Seite 22) und weiter: „ Die Taxifahrer spinnen sowieso alle“ (ebenfalls Seite 22).Die Hauptfigur in Aykols Krimis ist die Buchhändlerin Kati Hirschel, eine Deutsche, die in Istanbul hängen geblieben ist. Respektlos, frech und sympathisch quält sie sich durch Liebeskummer, Stadtverkehr und nimmt die Eigenarten der Türken und Deutschen aufs Korn.Die Handlung des Buches sollte man nicht allzu ernst nehmen, die Verbrechen wirken stark konstruiert, aber die Hauptfigur macht alles wett, flitzt in der Metropole umher und löst schließlich den Fall.

Es ist ein kurzweiliges Buch, das ich gerne empfehle.

Esmahan Aykol. Bakschisch, Diogenes, Zürich

Das Buch „Gebrauchsanweisung für Istanbul“  wurde mir freundlicherweise vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür! Ebenso ein Rezensionsexemplar ist das großartige Kochbuch “ Pişmek- Kochen auf Türkisch„, aus dem Verlag Collection Rolf Heyne. Herzlichen Dank!

Ansonsten kaufe ich meine Bücher in der Buchhandlung Kuppitsch in Wien. Buy local!

4 comments to Bücher über Istanbul

  • Liebe Gudrun,

    woher weißt du, dass ich im Mai nach Istanbul fahre? Und dass ich eine Leseratte bin? 😉 Tolle Zusammenstellung! Markaris, Aykol und Pamuk hab‘ ich allerdings schon intus. Fehlen also noch die Gebrauchsanweisung, das Kochbuch und Oker. Krimis mag ich nämlich auch, wenn sie gut sind. Und türkische Rockmusik. 🙂

    LG, Elke

    • Oker und Gebrauchsanweisung kommen per Post! Und zu Pamuk: es gibt in Istanbul sein „Museum der Unschuld“. Ich habe es leider nicht geschafft hinzugehen, aber ich glaube, es ist sehenswert!

  • Ganz lieben Dank noch mal! Inzwischen habe ich Oker gelesen, gar nicht schlecht!! Nur relativ kurz. Was ich auch immer sehr gerne mag, sind die E-Books der Zeit, habe gerade etwas gelesen über die Galata-Brücke, sehr schön. Von Elif Shafak, die auch „Der Bonbonpalast“ geschrieben hat. Kennst du es?
    Und ja, ins Museum der Unschuld will ich auf jeden Fall!

    Liebe Grüße, Elke

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