In Memoriam Ursula Waba

Kennengelernt habe ich Dich letztes Jahr bei der von Dir organisierten Bloggerreise im Burgenland. Mein erster Gedanke auf gut oberösterreicherisch: Des is jo a verruckts Hendl! Du warst ständig am Lachen, Schmäh führen, Telefonieren und Organisieren und eigenartigerweise kamst Du mir um einiges älter vor, als Du tatsächlich warst. Ich musste überlegen, woran das lag, und kam dann drauf: Du warst so fürsorglich, so bemüht um uns. Es war ein ständiges: Geht’s eich eh guat? Is eh ois ok? Passt ois? Hobts guat gschlofn? Du warst mehr eine große Schwester, die sich um ihre Geschwister sorgt, als eine Pressetante, die mit Reisebloggern das Burgenland unsicher macht.

Du hast mir dieses Jahr ermöglicht, dass ich bei der 24h Extrem Tour rund um den Neusiedlersee mitgehe. Meine Befürchtungen, dass ich wohl nur maximal 20 km schaffen werde, hast Du charmant zerstreut. Du hast mich angefeuert und mir Mut gemacht. Überhaupt warst Du auf allen meinen Reisen mit dabei. Du hast jedes Foto geliked, auf Instagram und auf Facebook. War ich mit Elena unterwegs, haben wir von Dir gesprochen. Wie es Dir wohl ginge? Ob Dir Dein neuer Job gefalle? Wann wir Dich wohl wiedersehen würden?

Momentan bin ich am Organisieren einer Bloggerreise. Und da wurde mir schlagartig bewusst, Du wirst nicht dabei sein. Es gibt kein Wiedersehen. Toursula fährt nicht mit. Du bist gestorben. Am 20.Mai 2014. Im 31.Lebensjahr. Einfach so. Plötzlich. Unfassbar. Unbegreiflich…

Als ich dann letzten Samstag vor Deinem Sarg stand, verfluchte ich meine Feigheit. Ein buntes Kleid wollte ich anziehen, auffallen wollte ich zwischen all den schwarzen Anzügen, um zu zeigen wie viel Buntheit Du in mein Leben gebracht hast. Auffallen wollte ich so wie Du. Du hattest deine Standpunkte und hast Du sie vertreten. Lautstark. Du hieltst Dir nie ein Blatt vor dem Mund. Du warst immer ehrlich. Auch zu Dir selbst.

Das letzte Mal sahen wir uns im März auf der ITB in Berlin. Eine Reisemesse, bei der Termine im 15-Minuten-Takt passieren. Du sahst müde aus und freutest Dich auf Deine Rückreise. Zurück ins Burgenland. Zurück zur Familie, die Dir soviel bedeutete.

Liebe Ursula, ich weiß nicht wohin Deine Reise geht. Ob Du noch unterwegs oder schon angekommen bist. Und während ich meine Sachen für meine nächste Reise packe, verspreche ich Dir zwei Sachen. Erstens: Ich werde in jedem Land, das ich bereise eine Kerze für Dich anzünden. Zweitens: Nach meiner Rückkehr kaufe ich mir ein buntes Kleid. So bunt wie ein Regenbogen. So bunt wie du.

Ruhe in Frieden, große Schwester.

Ein Regenbogen in der Mongolei - Ursula Waba

 

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