Praia, was hast Du zu bieten?

Du kommst kurz nach Mitternacht am Flughafen von Praia an und stolperst müde in die Ankunftshalle, zwei Dinge im Kopf: Geld wechseln und und Taxi suchen. Escudos heißt das Geld hier auf den Kapverden, eine Währung die ein bisschen klingt wie nach Seeräubern und Piratenschiffen. Ein Taxi ist schnell gefunden und du lässt dich nach Praia in die Altstadt chauffieren. Dieser Teil Praias wird auf französisch Plateau und auf portugiesisch Platô genannt.

Deine Reservierung ist nie beim Hotel angekommen und trotzdem bekommst du ein Zimmer. Du sinkst selig ins Bett.

Praia, Hauptstadt der Kapverden, eine Stadt irgendwo auf einer Insel westlich von Afrika. Praia, was hat diese Stadt zu bieten?

Als erstes läufst Du frühmorgens auf den afrikanischen Markt, auch Sucupira genannt. Du bist zu früh. Noch schläft der Markt. Nur vereinzelt beginnen die Händler ihre Waren zu präsentieren. Sie schichten Karotte auf Karotte, Kürbis auf Kürbis. Nebenan holt man T-Shirts, Hosen und Schuhe aus Kleidertonnen, gesammelt in den USA. Du wirst zwei Tage später wiederkommen und dich verlieren im Gewühl von gebrauchter Kleidung, Musik-CDs, kapverdischen Souvenirs, Fahrradschläuchen und Möbeln. Inmitten des Trubels werden Haare geflochten und Lockenwickler befestigt, Bananen in Plastikkörbe geschichtet und elegant auf den Kopf gehoben. Müde Schneider sitzen vor ihren Singer-Nähmaschinen und warten auf Kundschaft. Auf diesem Markt gibt es nichts, was es nicht gibt. Es ist die willkommene Abwechslung zu den kleinen chinesischen Geschäften, die ganz Santiago, ach was, ganz Kapverden fest in der Hand haben. Mini Mercado Wang macht Mercado Chang Konkurrenz.

Am Markt in Praia

Der Gemüsemarkt hingegen ist noch fest in kapverdischer Hand. An ihm läufst du täglich vorbei. Karotten, Kürbisse, Zwiebeln, Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Papayas, nichts fehlt hier. Ein kunterbuntes Treiben. Ein kleiner Teil in einer Ecke des Marktes ist den Fischhändlerinnen vorbehalten. Thunfisch, Schwertfisch, Oktopus, alles was das Meer hergibt, liegt auf den Verkaufstischen und wartet auf kritische Käufer.

Frischer Fisch am markt von Praia

Kulturell interessiert bist du natürlich auch. Das Museum mitten in der Fußgängerzone zeigt Gebrauchsgegenstände des alltäglichen kapverdischen Lebens wie Schnupftabakdosen und Kaffeemörser und Fundstücke aus einem versunkenen Schiff. Außerdem besuchst du die Bibliothek mit der portugiesischen Buchhandlung, immer auf der Suche nach einem portugiesischen Wörterbuch. Denn deine Portugiesischkenntnisse sind gleich null, obwohl du schon nach einem Tag eine „Servescha“ bestellen kannst und das bestellte Bier auch bekommst.

Im Museum in Praia

Was dir bei deinen Spaziergängen durch die Stadt auffällt: Die bemalten Wände. Street-Art everywhere!

Street-Art in Praia

Der Strand lädt zum Fußballspielen aber nicht zum Baden ein. Dafür besteigst du einen Leuchtturm, den ersten deines Lebens.

Leuchtturm in Praia

Hungrig wie du bist, besuchst du eines der berühmten Musiklokale in Praia, das 5tal de Musica. Djoy Amado stimmt gerade die Gitarre, als du den Innenhof betrittst. Die Stimmung ist gut, das Essen auch. Du fühlst dich willkommen.

Quintal de Musica

2 comments to Praia – Hauptstadt der Kapverden

Hinterlasse einen Kommentar