Bergberührungen am Millstätter See

Es ist zu früh, viel zu früh. Ich blicke auf mein Handy, das mich mit einer leisen Melodie aus dem Schlaf gerissen hat: Es ist 3:15. Meine Motivation aufzustehen liegt bei null. Soll ich oder soll ich nicht?

Der Mond geht unter

Tramhappert (für Personen die des Oberösterreichischen nicht mächtig sind: verträumt und daher sehr schusselig) torkele ich aus dem Zimmer, vergesse meinen Fotoapparat und torkele wieder zurück.

Sonnenaufgangsfahrt am Millstätter See

Endlich habe ich meine sieben Zwetschken beisammen und verlasse auf Zehenspitzen die Villa Verdin. Die Fahrt von Millstatt bis zur Talstation der Goldeckbahn in Spittal dauert 25 Minuten. Und oh Wunder, ich bin nicht die einzige. Mit mir haben noch 15 Leute ihren Wecker erhört und fahren mit Angelika, einer Mitarbeiterin der Goldeckbahn, hinauf auf den Goldeck.

Kuh am Goldeck

Gemeinsam steigen wir in die Gondel, die uns zur Mittelstation (1640 Höhenmeter) bringt. Dort steigen wir um in die nächste Bahn, die uns fast hinauf auf den Gipfel bringt. Angelika führt uns die letzten Meter auf den Gipfel und erzählt uns von den Sonnenaufgangsfahrten der letzten Male.

Die Reisebloggerin wartet auf die Sonne

Noch letzte Woche hatte es oben 1 Grad Celsius, der eisige Wind verwandelte diese in gefühlte minus 15 Grad. Heute haben wir Glück: Das Thermometer zeigt 11 Grad als wir aus der Gondel aussteigen und uns auf den Weg zum Gipfelkreuz machen. Der Himmel ist klar und für einen kurzen Moment ist sogar noch der Mond zu sehen. Er verschwindet schnell hinter einem der vielen Gipfel.

Sonnenaufgangsfahrt Goldeck

Die 10-minütige Wegstrecke bis zum Gipfelkreuz wärmt mich etwas auf, aber trotz Fleece und Haube ist mir kalt. Es weht ein leichter Wind. Ich mache Turnübungen. Den Kühen, die hier heroben den Sommer verbringen dürfen, sind meine Aufwärmübungen egal.

Sehnsüchtig warten wir auf die Sonne, die sich heute exakt um 5:11 im Osten als leuchtend rote Kugel hinter den Bergen erheben soll. Na, wo bleibt sie denn? Wir verhalten uns wie ungeduldige kleine Kinder, die auf das Christkind warten. Am Horizont sind jetzt die ersten Kondensstreifen von Flugzeugen zu erkennen.

Goldeck Gipfelkreuz

Exakt um 5:11 zeigt sich ein kleines rotes strahlendes Etwas hinter dem Berg. Es beginnt zu glühen, wird größer und größer und plötzlich ist sie da, die Sonne. Noch wärmt sie nicht, aber sie taucht uns in ein goldenes Licht. Noch zwanzig Minuten harren wir am Gipfel aus, starren in die Sonne und in die umliegende Landschaft, die sich von Minute zu Minute verändert.

Bergberührungen

Schließlich überwiegt das Hungergefühl und der Wunsch nach Wärme. Während wir uns von der Natur verzaubern ließen, war man im Bergrestaurant bereits fleißig. Ein umfangreiches Frühstücksbuffet mit herzhaften Köstlichkeiten wartet auf uns. Sogar Bauernkrapfen gibt es.

Ich umklammere die warme Teetasse, wärme meine Hände und denke an diesen einen Augenblick zurück, als mich der Berg berührt hat. Es war genau um 5:11.

Sonne

Sonnenaufgangsfahrt: Mittwoch (17.Juni – 23.September)
Ausgangspunkt: Talstation Goldeck Bergbahnen
Anmeldung: bis spätestens 16 Uhr des Vortages unter office@sportberg-goldeck.com
Auffahrtszeit wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.

Meine Tipps:
– Unbedingt warme Sachen anziehen (Haube, Handschuhe, Flies). Am Berg kann es empfindlich kalt sein.
– Etwa 10 Minuten dauert der Aufstieg von der Bergstation bis zum Gipfel. Der Weg ist nicht schwierig, trotzdem sind Flip-Flops kein geeignetes Schuhwerk.
– Der Goldeck eignet sich als Ausgangspunkt für viele Wanderungen.

Die Sonnenaufgangsfahrt ist nur eine von vielen Bergberührungen, die man in der Region Millstätter See unternehmen kann. Ich war zum Beispiel am Weg der Liebe – Sentiero dell’Amore unterwegs und habe das sehr sehenswerte Bonsaimuseum besucht.

Weitere Informationen gibt es hier: Bergberührungen Millstätter See 

Noch mehr Infos über Kärnten findet ihr hier: Kärnten – Lust am Leben

Ich wurde von der Millstätter Tourismus GmbH und der Kärnten Werbung eingeladen die Region kennenzulernen. Vielen Dank!

 

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