Urlaub im Val Müstair

Langweilig? Im Val Müstair? Sicher nicht! Das Ferienprogramm für Gäste des Tales ist dermaßen umfangreich, da muss sich ein Urlauber seine Zeit schon genau einteilen. Ich wäre gerne noch ein oder zwei Tage geblieben um zum Beispiel am Lamatrekking teilzunehmen. Ebenfalls interessiert hätte mich der Romanisch Sprachkurs. Aber auch so hatte ich im Tal ein abwechslungsreiches Programm mit botanischer Wanderung am Rombach, einem Naturerlebnis im Schweizerischen Nationalpark, einem Besuch im Kloster St.Johann in Müstair und einer Degustation in der Antica Destilleria Beretta in Tschierv. Wo ich übernachtet habe, verrate ich euch natürlich auch. Also los, auf ins Val Müstair!

Im Benediktiner Kloster St.Johann in Müstair

Laut Legende gründete Karl der  Große das Kloster im Jahre 775. Er benötigte einen Stützpunkt für seinen Expansionskurs Richtung Osten. Die einzigen Bauten, die aus dieser Zeit übrig geblieben sind, sind die Kirche und die Heiligkreuzkapelle. In ihnen befinden sich die karolingischen Fresken, die in allen Reiseführern als einzigartiges kulturelles Juwel bezeichnet werden. Sie legten den Grundstein, die Klosteranlage 1983 in die UNESCO Welterbeliste aufzunehmen.

Besonders spannend finde ich die Restaurierungsarbeiten in der Heiligkreuzkapelle. Im Moment ist zwar kein Restaurator am Werk, aber man hat sich dazu entschlossen, den Besuchern des Klosters zu zeigen, dass restauriert, geforscht und konserviert wird.

Ständig wird neues gefunden und präsentiert. Zum Beispiel entdeckte man beim genauen Betrachten eines Holzbalkens aus dem Jahre 788 ein Mühlespiel, das in diesen Balken geritzt wurde. An der Außenfassade der Kapelle wurde eine gemalte Figur entdeckt, ebenfalls eine Sensation.

Neben Restauratoren, Archäologen und Denkmalpflegern beherbergt das Kloster auch einen Artist in Residence. Gerade als ich im Kloster zu Besuch bin, arbeitet die Künstlerin Gertrud Anna Wyden an ihrer nächsten Installation. Wer Näheres wissen möchte, hat noch bis zum 17.Oktober 2015 Zeit, sich die Ausstellung anzusehen.

Klostermuseum Val Müstair

zu Besuch im Klostermuseum Val Müstair

Heiligkreuzkapelle

Heiligkreuzkapelle

Kloster Val Müstair

der Innenhof im Kloster Val Müstair

Zelle im Kloster

eine Zelle im Kloster

Artist in Residence

Artist in Residence

Botanische Wanderung an den Ufern des Roms im Val Müstair

Würde ich hier an der Quelle des Rombachs in Tschierv ein Papierschiffchen ins Wasser lassen, würde es in Glurns in der Etsch landen und sich bis in die Adria tragen lassen. Somit ist der Rombach der einzige Schweizer Fluss, der in die Adria fließt und es ist der einzige Fluss, der nicht zur Stromerzeugung benutzt wird. Trotzdem hat man den Fluss zur Landgewinnung und zum Schutz vor Hochwasser kanalisiert. Glücklich war man mit dieser Lösung nicht. Der Rom floss mit hoher Geschwindigkeit durch das Gerinne, dessen Unterhalt viel Geld verschlang. 1994 entschloss man sich den Fluss zu renaturieren.

Somit sind wieder viele Pflanzen und Tiere ins Flachmoor und in die Aulandschaft zurückgekehrt. Sie können bei einer Wanderung entlang des Flusses beobachtet werden. Glücklicherweise haben wir mit Valentin einen Profi dabei, der jede Pflanze bestimmen kann.

Blumen am Rombach

Blumen am Rombach

An den Ufern des Roms

An den Ufern des Roms

Rombach

der Rombach im Val Müstair

Zu Besuch in der Destilleria Beretta im Val Müstair

Luciano Beretta ist ein Profi im Goldmedaillensammeln. Mit nicht weniger als 22 Goldmedaillen wurde der Schnapsbrenner in den letzten fünf Jahren für seine besonderen und einzigartigen Destillate ausgezeichnet. Grund der hohen Qualität? Es werden ausschließlich einheimische wilde Früchte, Blumen, Wurzeln, Zapfen und Bio-Getreide gebrannt. Die fertigen Produkte lesen sich dann so: Perla da Lüsai, Iva da Lü und Betschlas. Übersetzung gefällig? Preiselbeeren, Moschuss-Schafgarbe und Arven Zapfen mit Honig.

Ich muss aufpassen beim Kosten, schließlich steht morgen noch eine Wanderung durch den Schweizerischen Nationalpark auf dem Programm! Doch während Luciano für die Getränke zuständig ist, serviert uns seine Frau Gisella frisch gekochte Würste aus dem Braukessel, und das ist ebenfalls einzigartig!

Luciano Beretta

Luciano Beretta, preisgekrönter Schnapsbrenner

Würste im Kessel

Im Braukessel werden Würste gekocht

Alpa Glüa

Alpa Glüa

Naturerlebnis im Schweizerischen Nationalpark

Valentin hat uns schon entlang des Rombaches begleitet, kennt aber auch den Schweizerischen Nationalpark wie seine Westentasche. Apropos Tasche. Nicht aus seiner Westentasche, sondern aus seinem Rucksack holt er die abenteuerlichsten Dinge wie das Horn eines Steinbocks heraus. Als Naturbeobachter hat er ein Fernglas eingepackt. Hoch oben an der Baumgrenze zeigt er uns einige Hirsche. Währenddessen beäugt uns ein misstrauisches Murmeltier. Es empfiehlt sich im Nationalpark eine geführte Wanderung zu unternehmen um mehr über Fauna und Flora zu erfahren.

Valentin

Valentin zeigt uns das Horn eines Steinbocks

Murmeltier

Murmeltier

Nationalpark in der Schweiz

Nationalpark in der Schweiz

Übernachtung im Val Müstair

Wer im Val Müstair übernachten möchte, dem empfehle ich das familiengeführte Hotel Münsterhof. Hier schläft man nicht nur himmlisch, man bekommt auch himmlische Desserts serviert!

Hotel Münsterhof

Hotel Münsterhof

Zimmer im Münsterhof

Zimmer im Münsterhof

Dessert im Münsterhof

Dessert im Münsterhof

Auf diese Reise wurde ich von Schweiz Tourismus eingeladen. 

Unkompliziert bin ich mit dem Swiss Travel Pass durch die Schweiz gereist. Alle Informationen über das Swiss Travel System findet ihr hier: Swiss Travel System

Wer sich über einen Urlaub in der Schweiz informieren möchte, ist hier an der richtigen Adresse: MySwitzerland


Die Schweiz habe ich schon öfters besucht. Sehr sehenswert sind die Städte Luzern und St.Gallen.

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