Unterwegs mit dem Vienna Pass -Sightseeing in Wien

Endlich halte ich ihn in der Hand, den Vienna Pass. Er ist meine Eintrittskarte für über 60 Sehenswürdigkeiten in Wien und zugleich meine Fahrkarte für die sechs Linien der Hop-On-Hop-Off-Busse. Ebenfalls inkludiert ist ein einstündiger geführter Spaziergang durch die Wiener Innenstadt. Jetzt blättere ich in dem kleinen Büchlein, wo alle Informationen enthalten sind, und bin auf den ersten Blick völlig überfordert.

Vienna Pass – Sightseeing in Wien

Schon im Frühjahr wurde mir das Angebot gemacht, den Vienna Pass zu testen. Irgendwie kam es leider nie dazu, ich war dauernd unterwegs. Jetzt im November bin ich drei Wochen am Stück zu Hause und neugierig. Welche Ausstellungen laufen gerade? Gibt es Sonderausstellungen? Und wo wollte ich immer schon mal hin und bin noch nie dazu gekommen? Mit dem Vienna Pass stehen mir also unzählige Möglichkeiten offen und einen Tag als Tourist durch die Stadt zu flanieren, stelle ich mir eigentlich ganz entspannend vor. Wenn ich denn einen Plan hätte…

In die Albertina mit dem Vienna Pass

In die Albertina mit dem Vienna Pass

Wie funktioniert der Vienna Pass?

So gehe ich zuallererst ins Kaffeehaus und studiere das Büchlein etwas ausführlicher. Es ist dreisprachig (Deutsch, Englisch, Italienisch) und gibt neben den Sehenswürdigkeiten, die mit dem Vienna Pass besucht werden können, auch Tipps für andere Touristen-Attraktionen, wie zum Beispiel die Prater Hauptallee, den Naschmarkt, die goldene Strauss Statue im Stadtpark oder einen Heurigenbesuch.

Das finde ich schon einmal sehr sympathisch. Außerdem gefallen mir die Symbole, mit denen die Sehenswürdigkeiten in Kategorien eingeteilt werden. So kann ich als Tourist schon vorab sondieren ob ich an Touren, an Kunstgalerien oder Museen interessiert bin. Damit ich nicht verloren gehe, sorgt ein kleiner Stadtplan auf jeder Seite des Buches bei der jeweiligen Sehenswürdigkeit für Orientierung. Neben den Stationen der Hop-On-Hop-Off-Busse sind auch die öffentlichen Verkehrsmittel angeführt. Sehr praktisch!

Mit dem Vienna Pass in die Albertina

Mein erster Weg führt mich in die Albertina. Hier gilt eine Ausnahme. Ich brauche mich nicht anzustellen um mit meinem Vienna Pass ein Ticket zu erstehen, sondern kann direkt zur Ticketkontrolle gehen, wo mein Pass gescannt wird. In der Albertina war ich schon des Öfteren, heute bin ich da um mir die Munch-Ausstellung anzusehen.

Die Ausstellung ist sehr sehenswert und wie immer statte ich auch dem berühmten Hasen von Albrecht Dürer einen Besuch ab. Es ist zwar nicht das Original, sondern eine Kopie, aber was soll’s, ich würde den Unterschied sowieso nicht erkennen.

Munch

Albert Munch Ausstellung in der Albertina

Der Hase von Dürer in der Albertina

Der berühmte Hase von Dürer in der Albertina

Mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus durch Wien

Meinen nächsten Stopp habe ich bei der UNO-City eingeplant. Wo und wann fährt der nächste Bus? Schnell im Büchlein nachgeblättert, ich muss zur violetten Linie, auch „Die Stadt an der blauen Donau“ genannt. Die Hop-On-Hop-Off-Busse tragen alle Namen. Die Rote Linie heißt „Das historische Wien“, die Gelbe Linie heißt „Die Kaiserstadt“. Ich könnte jetzt mit der roten Linie eine Runde entlang des Rings bis zum MAK drehen und dort in „meine“ Linie umsteigen, entscheide mich jedoch für die schnellere U-Bahn.

Beim MAK habe ich Glück, ohne die Fahrzeiten kontrolliert zu haben, biegt gerade ein Bus um die Ecke. Ich weise meinen Vienna Pass vor, bekomme Kopfhörer ausgehändigt und steige die Treppe zum Oberdeck empor. Jetzt im November sind nicht viele Touristen unterwegs und ich ergattere einen Platz in der zweiten Reihe. Mein Bus spricht 16 Sprachen, zusätzlich Kinderdeutsch und Kinderenglisch. Das finde ich witzig und ich schwöre mir das auszuprobieren und vergesse es dann doch.

Vienna Sightseeing

Vienna Sightseeing in 16 Sprachen

Meine Strecke führt über das Kunsthaus Wien zum Wiener Prater mit den vielen Fahrgeschäften, dem Riesenrad und Madame Tussauds weiter zum Donauturm. Hier steigen einige Touristen aus, um den Blick über Wien zu genießen. Ich bleibe sitzen und steige erst bei der UNO-City aus. Die Führungen werden in Deutsch oder Englisch angeboten, und die nächste beginnt um 14 Uhr.

Die UNO ist streng bewacht und ohne Sicherheitskontrolle darf niemand ins Gebäude. Ich zeige meinen Ausweis vor und bekomme einen Besucherpass. Erst danach wird mir die Eintrittskarte ausgehändigt.

Mit dem Vienna Pass in die UNO City

Neben New York, Genf und Nairobi ist Wien einer der vier Amtssitze der UNO. In Wien sind einige wichtige Organisationen der UNO untergebracht, zum Beispiel die IAEO (internationale Atomenergie-Organisation). Außerdem das Büro für Weltraumfragen, kurz OOSA. Das ist auch der Grund, warum hier ein echter Mondstein ausgestellt ist. Die Führung dauert in etwa eine Stunde und ist sehr informativ.

UNO City

UNO City

Konferenzsaal UNO City

Konferenzsaal UNO City

UNO City Wien

UNO City Wien

Mondstein

Mondstein in der UNO City

Was steht als nächstes auf meinem Programm? Das Riesenrad!

Einmal im Jahr fahre ich mit dem Riesenrad im Prater und hätte ich gewusst beziehungsweise bemerkt, wie windig es heute ist, wäre ich wohl nicht in den Waggon gestiegen. Aber keine Angst, die Waggons halten fest in der Verankerung, es ist nur das Geräusch des Windes, der uns Fahrgäste ein bisschen nervös macht. Der Blick auf den Stephansdom entschädigt natürlich alles.

Riesenrad in Wien

Riesenrad in Wien

Stephansdom

Stephansdom

Da ich schon mal im Prater bin, besuche ich auch gleich Madame Tussauds, das sich vis-a-vis vom Riesenrad befindet. Hier tauche ich in die Geschichte und Kultur Österreichs ein. Sisi und Kaiser Franz Josef finde ich ebenso in Wachs nachgebildet wie Leopold Figl und den jetzigen Bundespräsidenten Dr.Heinz Fischer.

Neben Sigmund Freud befinden Mozart, Strauss, Schubert und Friedensreich Hundertwasser in der Abteilung Kultur. Gustav Klimt darf natürlich auch nicht fehlen. Die jüngeren Semester unter den Besuchern halten sich am liebsten in der Promi-Abteilung auf. Ein Bild mit Robbie Williams ist heiß begehrt.

Nachdem ich mir erst vor kurzem den Film „Sound of Music“ angeschaut habe, erkenne ich sogar die letzte Wachsfigur vor dem Ausgang. Sie stellt Julie Andrews dar.

Madame Tussauds

Mit dem Vienna Pass ins Madame Tussauds im Wiener Prater

Gustav Klimt

Gustav Klimt

Sound of Music im Madame Tussauds

Sound of Music im Madame Tussauds

Einen sehr spielerischen Zugang zur österreichischen Geschichte erhalte ich dann im Time Travel in der Habsburgergasse. Es startet ziemlich witzig: Animierte Gemälde (Mozart, Sisi, Pater Rupert, Kaiserin Maria Theresia und Sigmund Freud) unterhalten sich, dann geht es ab ins 5D Kino. Und das ist wirklich ein Erlebnis.

Ich musste einige Male die 3D-Brille abnehmen, da mich der Film hinein sog in die Geschichte Wiens. Den Wiener Walzer Ride fand ich persönlich nicht so spannend, dafür war der Aufenthalt im Luftschutzkeller inklusive nachgestelltem Bombenangriff sehr bedrückend und realistisch.

Time Travel

Time Travel

Mit dem Vienna Pass ins Schloss Schönbrunn

Für den kommenden Tag hatte ich mir noch den Besuch im Schloss Schönbrunn vorgenommen. Ehrlicherweise lockte mich die Apfelstrudelshow, zu der ich dann zu spät kam. Pech gehabt, dann muss ich halt auf die Kalorien verzichten. Aber wenn ich schon mal da bin, kann ich mir ja auch das Schloss ansehen. Mit dem Vienna Pass ist die Grand Tour inkludiert, das heißt man hat Zutritt zu 40 Räumen des Schlosses, ein Audio-Guide ist inkludiert.

So spaziere ich etwa eine Stunde durch das Schloss und betrachte die unterschiedlichen Prunkzimmer. Besonders in Schönbrunn ist die Auswahl an Sehenswürdigkeiten riesig. Soll ich noch zur Gloriette emporsteigen? Oder den Tiergarten besuchen? Wagenburg und Irrgarten würden mir als Besitzer des Vienna Pass ebenfalls offen stehen, schließen im November aber bereits um 16 Uhr.

Schloss Schönbrunn

Schloss Schönbrunn

Tourist spielen in der eigenen Stadt macht müde. Ich steige zum letzten Mal in den Hop-On-Hop-Off-Bus ein und lasse mich zur Wiener Oper bringen. Unsere nächste Station ist der Wiener Hauptbahnhof. Weiter geht’s zum Heeresgeschichtlichen Museum, von dort entlang des Belvedere zum Schwarzenbergplatz. Als letzte Tour des Tages kommen wir an an der Oper an. Servus Wien, schön war’s!

Hop-On-Hop-Off-Bus

Hop-On-Hop-Off-Bus Wien

Meine Tipps für den Vienna Pass:

  • Einen Besichtigungsplan erstellen.
  • Was möchte ich mir wann anschauen? Öffnungszeiten checken!
  • Wie komme ich zum gewünschten Museum?
  • Reichen die Hop-On-Hop-Off-Busse oder brauche ich zusätzlich Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel?

Der Vienna Pass wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Den Vienna Pass getestet haben Anja und Daniel vom Reiseblog  Teilzeitreisender und Tanja vom Blog Tanjas Welt

Hallo zu Wien sagte Daniel vom Fernwehblog. In seinem Blogbeitrag gibt es übrigens ein Bild von mir!

2 comments to Unterwegs mit dem Vienna Pass

  • Er(nst) und (Usch)I Wagner

    hallo, klingt sehr interessant der vienna pass, schön wär, wenn du den preis des passes hier erwähnen würdest, damit man sich nicht durch die ganze vienna pass-hp durchwühlen muß.
    was ich natürlich schon gemacht habe, und jetzt weiß ich, dass es sich auszahlt so einen pass zu besorgen, wenn man ihn nicht so wie du gratis bekommt.
    glg von wienern zur wienerin

    • Eintrittspreise usw. erwähne ich nie im Blog. Die Preise ändern sich und auch beim ViennaPass gibt es manchmal sogar Vergünstigungen. Daher ist man auf der Homepage der jeweiligen Attraktion immer am aktuellsten informiert.

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