Meine Neujahrsvorsätze

Meine Neujahrsvorsätze:
Ich werde im Neuen Jahr keinen Coffee-to-go trinken

Meine ersten Erfahrungen mit Kaffee im Pappbecher hatte ich vor 25 Jahren in New York. Bestellte ich einen „coffee large“ bekam ich einen halben Liter eines Heißgetränks in die Hand gedrückt. Nach Kaffee sah es nicht aus und es schmeckte auch nicht so. Bestellte ich hingegen einen „coffee small“ bekam ich einen Fingerhut mit einer Flüssigkeit in die Hand gedrückt, die mich ebenfalls nicht annähernd an Kaffee erinnerte.

Seit damals habe ich ein angespanntes Verhältnis zu Kaffee in Bechern. Neben der meist geringen Qualität des Gesöffs stört mich aber die Gleichzeitigkeit der Aktion. Ich möchte meinen Kaffee ganz gemütlich im Kaffeehaus, in der Bäckerei oder sonst wo trinken. Ich möchte nicht gleichzeitig dabei gehen müssen oder Bus fahren oder eine Strasse überqueren oder Stufen steigen. Vielleicht hängt es mit meinem Alter zusammen, dass ich nicht mehr multitaskingfähig bin, aber in meinem nächsten Neujahrsvorsatz geht es ebenfalls um dieses Thema.

Cafe Schwarzenberg

Cafe Schwarzenberg

Ich werde 2016 nicht mehr gleichzeitig telefonieren und in den Computer starren

Yep, so habe ich das nämlich die letzten Jahre oft gemacht. Gleichzeitig telefoniert und E-Mails beantwortet, gegoogelt, geliked oder sonst was. Was mich dann doch ab und an in die peinliche Lage brachte, nichts vom Telefonat mitbekommen zu haben. Im nächsten Jahr wird das anders. Wer immer mich anruft, bekommt meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Ich möchte 2016 weniger auf den sozialen Plattformen unterwegs sein

Schnell mal Facebook schauen kostet mich meistens um die 40 Minuten. Kaum geht’s ums posten, instagrammen und twittern, bleibe ich hängen. Verschwunden in den Weiten des WorldWideWeb, um auch nicht gescheiter wieder aufzutauchen. Wirklich nur ganz selten streifte mich bisher auf Facebook der Geistesblitz. Daher heißt mein Motto für kommendes Jahr: 30 Minuten pro Tag tauche ich ab, um die gewonnene Zeit mit meinem nächsten Neujahrsvorsatz zu verbringen:

Ich werde im nächsten Jahr mehr Stricken, Häkeln, Nähen und Basteln

Früher hieß es Basteln, jetzt heißt es DIY, die Ergebnisse sind jedoch die gleichen. Ich habe letztes Jahr begonnen Fernwehsterne aus einem alten Atlas herzustellen, heuer habe ich welche genäht. Diese Idee ist durchaus noch ausbaufähig. Es wird in Kürze Musik- und Comicsterne geben. Außerdem habe ich gestern begonnen Herzanhänger zu häkeln und die Schale aus altem Zeitungspapier wollte ich schon seit Jahren flechten. Und dann gibt es ja noch kiloweise Wolle aus dem Ötztal und aus Mexiko. Die will zu Schals verarbeitet werden.

Einen Siebdruckkurs möchte ich ebenfalls machen und an der Herstellung an Zwirnknöpfen bin ich ebenfalls interessiert. 2016 wird also mein kreatives Jahr!

Kreativsein

Mein Neujahrsvorsatz: Kreativer sein

Ich werde im nächsten Jahr öfters kochen

Ich koche gerne, was ich aber gar nicht mag, ist das Einkaufen. Nie merke ich mir was bei mir zu Hause vorrätig ist. Oft kaufe ich doppelt und meistens fehlt dann doch etwas. Das ich Vorräte wie Nudeln, Reis, Mehl und Zucker auf eine Minimum reduziert habe, hängt mit meinem Mexiko-Aufenthalt zusammen. Nach meiner Rückkehr kroch mir das mottenverseuchte Müsli entgegen, kein schöner Anblick.

Was mich beim Einkaufen noch stört, ist die oft mangelnde oder weitgereiste Qualität der Zutaten im Supermarkt. Zuckerschoten aus Simbabwe? Honig aus Neuseeland? Muss nicht sein, oder? Somit hängt Einkaufen und Kochen mit meinem nächsten Neujahrsvorsatz zusammen.

Kochen

selber Kochen lautet mein Neujahrsvorsatz

Kochkurs

Kochkurs

Ich möchte nachhaltiger Leben

Ich weiß, für viele ist das Thema bereits durchgekaut. Für mich nicht. Ich besitze seit Jahren eine Jahreskarte für die Wiener Linien und fahre oft und gerne mit dem Zug, trotzdem reicht es nicht. Der Reise mit dem Flugzeug nach Kuba und Madeira entkomme ich nicht, das gibt Minuspunkte für mein CO2-Konto.

Brav nehme ich eine Einkaufstasche zum Einkaufen mit, um mich im Supermarkt dann über die schlechte Qualität der Lebensmittel zu ärgern. Kommen die Äpfel wirklich aus Österreich oder werden sie bloß hier verpackt? Wieso sind die Radieschen eingeschweißt?  Schmeckt das Baguette wirklich nach matschiger Luft? Wieso kaufe ich überhaupt im Supermarkt und nicht am Bauernmarkt?

Paradeiser

Paradeiser aus Österreich

Frische Freilandeier

Frische Freilandeier

Schuhe kaufe ich nur wann ich muss, Kleidung kaufe ich gerne Second-Hand, hier entkomme ich dem Konsumwahnsinn. Bei Büchern sieht es schon anders aus, die brauche ich wie andere Luft zum Atmen. Monatlich statte ich also der Buchhandlung meines Vertrauens einen Besuch ab und decke mich mit Lesestoff ein. Ab und an besuche ich auch die Bibliothek in meinem Bezirk. Niemals kaufe ich ein Buch bei einem Online-Großhändler, als ehemalige Buchhändlerin bin ich da sehr empfindlich.

Nie könnte ich Vegetarierin werden, dafür schmeckt mir Fleisch viel zu gut. Natürlich achte ich beim Kauf auf die Kennzeichnung. Aber ist bio immer bio? Und was ist mit den Gerichten im Restaurant? Im Tian, einem Gourmettempel in Wien, wird ausschließlich vegetarisch gekocht. Und zwar köstlich. So möchte ich ebenfalls kochen können.

Habe ich nun mehr Minus- oder mehr Pluspunkte?

Und wie machen das die anderen? Fragen über Fragen, die mir hoffentlich andere Blogger beantworten können. Es gibt mittlerweile viele Blogs die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen.  Bei Eva und Robert auf deepertravel geht es um nachhaltiges Reisen. Der umfangreichste österreichische Blog zum Thema Nachhaltigkeit heißt the bird’s new nest.

Neujahrsvorsätze

Neujahrsvorsätze: Nachhaltiger Leben

Schön langsam gibt es sogar bei den großen Firmen ein Umdenken. Die Allianz hat zum Beispiel ihr gesamtes Portfolio unter das Nachhaltigkeitsmodell des WWF gestellt. Somit kann man sogar bei der Wahl seiner Versicherung einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Für mich heißt es also 2016: Alles was du brauchst ist weniger. Oder anders gesagt: Alles was ich brauche ist mehr Nachhaltigkeit. In diesem Sinne: Prosit Neujahr!

Habt ihr auch Neujahrsvorsätze?

Dieser Beitrag wurde dank Allianz Österreich möglich.

6 comments to Meine Neujahrsvorsätze

  • Allerdings hab ich die.
    1) Mich nicht dauernd vom Coffee im Homeoffice stressen lassen.
    2) Meine Telefonier-Abneigung minimieren.
    3) Statt mit Coffee rumlatschen, gleich laufen.
    4) Mehr Yoga.
    5) Mehr delegieren.

    Angelika

    PS: Meine Häkeleinheiten hab ich schon am 25.12. fürs ganze Jahr abgearbeitet und kochen tu ich eh dauernd.

  • Also ich finde, dass du schon sehr gut auf einem nachhaltigen Weg bist. Das Reisen jetzt nicht mit einbezogen, machst du mehr, als viele andere.
    Meiner Meinung nach sollte man sich nicht zu sehr darauf konzentrieren, was bzw. wie es andere machen. Natürlich kann man sich Anregungen holen, jedoch muss jede/r seinen/ihren eigenen Weg finden.
    Wichtig ist, dass man sein Tun reflektiert bzw. sich bewusst macht, was das eigene Handeln für Auswirkungen hat und dort bist du schon längst angekommen.

    Neujahrsvorsätze hab ich keine. Ich ärger mich nur zu sehr darüber, wenn ich sie wieder mal nicht einhalte 😉

    Ich wünsch dir dabei viel Erfolg und alles Gute im Neuen Jahr!

    Liebe Grüße
    Sabrina

    • Du warst eigentlich der Auslöser dafür, dass ich mir was zum Thema Nachhaltigkeit überlegt habe. Weil ich auf Deinem Blog gesehen habe, es geht ja und sogar unverkrampft und ohne zu belehren. Ich freu mich schon auf den Nachhaltigkeits-Spaziergang! Alles Gute im Neuen Jahr! Gudrun

  • Ich möchte nächstes Jahr wieder mehr Öko leben. Zwar werde ich wohl nicht mehr an meine Glanzzeiten von früher herankommen (versucht plastikfrei zu leben, nur Bauernmarkt, nur saisonal, nur regional einkaufen, kein Auto, viel zu Fuß), aber ich habe im heurigen Jahr einiges schleifen lassen. Vor allem was den Konsum betrifft. Da packe ich mich selbst ein wenig an der Nase. Weniger ist mehr, in diesem Fall stimmt’s.
    Ein schönes Jahr 2016. 🙂

    • Hui, plastikfrei, da habe ich mal ein Buch drüber gelesen. War gar nicht so einfach, das durchzuziehen. Wir sehen uns beim „Viel-zu-Fuß“-Gehen im Burgenland! Ein schönes Jahr wünsche ich Dir auch!

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