Urlaub am Bauernhof im SalzburgerLand

Es war einmal ein kleine Reisebloggerin, die in Oberösterreich direkt neben einem Bauernhof aufwuchs und jeden Morgen das frühmorgendliche Krähen des Hahns verfluchte. Die sich jeden Abend mit der Mülchbitschn (Übersetzung aus dem oberösterreichischen: Milchkanne) zum Nachbarbauern in den Stall aufmachte und zusah, wie die frisch gemolkene Milch in die Kanne gegossen wurde. Die mit ihren Brüdern zwischen den Heumandln verstecken spielte, nie mit dem Bauern am Traktor mitfahren durfte („Dafür bist du noch zu klein!“) und fasziniert beim Pressen des Apfelsafts zusah (schmerzhafte Bienenstiche inkludiert).

Urlaub am Bauernhof im Salzburger Land

Die Einladung zu einem „Urlaub am Bauernhof“ im Salzburger Land war somit gewissermaßen eine Einladung in die Vergangenheit und zugleich eine Premiere. Denn wer heutzutage einen Urlaub am Bauernhof bucht, bekommt vielerlei Attraktionen mitgeliefert, die es in meiner Kindheit noch nicht gab. Vielleicht weil sie so selbstverständlich waren, dass man sie nicht als Attraktion erkannte, wie zum Beispiel Kräuter sammeln, Brennesselsuppe kochen, Brot backen, ein Pferd satteln.

Kräuterkurs am Bauernhof

Am Pesbichl Hof sind die Bäuerin Michaela und die Kräuterpädagogin Andrea ein eingespieltes Team. Aus Zeitmangel verzichten wir auf die Kräuter-Wanderung, Andrea hat diverse Wildkräuter für uns vorbereitet, die Brennesselsuppe köchelt bereits am Herd.

Mit einer Lupe betrachten wir Grundelrebe, Königskerze, Kapuzinerkresse, Mädesüß und Löwenzahn. Andrea weiß zu jedem Kraut ein passendes Rezept. Beinwellblätter kann man zum Beispiel in einem Palatschinkenteig herausbacken und aus den Wurzeln entsteht mit Olivenöl und Bienenwachs eine Salbengrundlage. Als Abschluss der Kräuterkunde dürfen wir unseren Geruchssinn testen. Wir verbinden unsere Augen und riechen an kleinen Fläschchen, die uns Andrea in die Hand drückt. Rose, Lavendel und Salbei sind leicht zu erkennen, aber der Rest? Unsere Ratekünste werden trotzdem mit einer wohlschmeckenden Brennesselsuppe belohnt.

Löwenzahn

Löwenzahn

Königskerze

Königskerze

Erfrischung mit Kräutern

Erfrischung mit Kräutern

Beinwell

Beinwell

Urlaub am Bauernhof – Reitstunde inklusive

„Nach dem Essen sollst Du ruhn, oder tausend Schritte tun“, so hieß ein Spruch meiner Kindheit. Die Schritte nach dem Essen sollen heute allerdings die Pferde am Zauchtalerhof erledigen, aber auch nur, wenn ich mich auf ein solches hinauftraue. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie auf einem Pferd gesessen, wobei ich in der Mongolei mit einem Ausritt geliebäugelt habe. Aber ohne jegliche Vorkenntnisse im Reiten ließ ich von meinem Plan ab.

Mein Plan für heute: Ohne gröbere Verletzungen aufs Pferd und wieder hinab zu kommen. Und dank Roberts und Ronjas Hilfe ist mir das auch gelungen. Robert ist mein Reitlehrer mit unglaublicher Ruhe und Ronja meine Haflingerstute, die mich geduldig am Rücken trägt. Das Traben verlangt mir höchste Konzentration ab. Geht Ronjas linke Schulter nach vor, soll ich meinen Hintern heben, leichter gesagt als getan. Irgendwie bekommen wir zwei Runden hin, Noten für Eleganz werden heute sowieso nicht vergeben.

Pferde im Zauchtalerhof

Pferde im Zauchtalerhof

Pferdestall Zauchtalerhof

Pferdestall Zauchtalerhof

Reithof Zauchtalerhof

Reithof Zauchtalerhof

Robert und Ronja

Robert und Ronja

Pferdebürsten

Pferdebürsten

Hufschmied am Zauchtalerhof

Hufschmied am Zauchtalerhof

Brotbacken am Pesbichl Hof

Nach soviel Aufregung beruhigen wir uns mit etwas Altbekannten, dem Brotbacken. Zurück am Pesbichl Hof ist schon alles für das Dinkel-Topfenbrot vorbereitet: Dinkelvollmehl, Roggenmehl, Topfen, Buttermilch, Germ, Salz, Sonnenblumenkerne, Wasser und Sauerteig warten darauf verrührt zu werden. Wir einigen uns darauf, dass Germ sehr empfindlich, wenn nicht sogar sensibel ist, unterhalten uns über die Unterschiede zwischen Mehl- und Vollkornmehl, Glutenallergiker und Hefepilze. Der Brotteig wird zugedeckt und landet nach Verdoppelung seines Volumens im Backofen.

Germ - sehr sensibel

Germ – sehr sensibel!

Brot kneten

Brot kneten

Brotbacken bei Urlaub am Bauernhof

Brotbacken am Bauernhof

Mit dem nächsten Brotteig dürfen wir uns austoben. Wir kneten, formen und verzieren unsere Brotkunstwerke mit Leinsamen, Kürbiskernen und Sesam. Das Ergebnis bekommen wir am nächsten Morgen zum Frühstück serviert. Geweckt wurde ich früh am Morgen übrigens nicht von einem krähenden Hahn, sondern von einem wiehernden Pony. Und es klang tausendmal schöner als das Piepsen des Handyweckers.

Urlaub am Bauernhof Salzburgerland hat mich zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank! 

Hier geht’s zur Webseite: Urlaub am Bauernhof Salzburgerland

Mit mir unterwegs:
Eva und Matthias von Fräulein Flora
Mara von Stadtmärchen
Kathi und Romeo von Sommertage

14 comments to Urlaub am Bauernhof im SalzburgerLand

  • Mhhh…! Ich kann die Weckerl schon fast durchs Internet riechen. Und die Blumen und die Kräuter. Und auch die Roßäpfel! Ich bin das Kind das letzte Mal auf einem Pferd gesessen. Schon sehr lange her, aber soweit ich mich erinnere hat’s mir durchaus Spaß gemacht. Vielleicht sollte ich’s wieder mal probieren…? 🙂

    • Ja, probier mal! Also ich hatte ja jetzt nicht Angst vor dem Pferd, eher vor dem herunterfallen. Aber es ist ja alles gut gegangen! Wir köönte ja mal eine gemeinsame Reise zu Pferd planen, vielleicht in der Mongolei?

  • Flo

    Hi Gudrun,

    ich weiß nicht, ob ich es schon getan habe, aber ich muss dir mal ein Lob für deine Fotos aussprechen. Echt genial, wie du es schaffst, selbst alltägliche Dinge spannend in Szene zu setzen. Welchen Aufwand du da mitunter betreibst, durfte ich ja erst neulich in deinem Beitrag über Luzern und seine Holzbrücke nachlesen 😉

    Was das Glück der Erde betrifft, so habe ich es selbst vom Rücken der Pferde aus auch noch nicht erleben dürfen. Irgendwie trage ich da wohl noch ein kleines Kindheitstrauma mit mir rum, als mich ein Pferd nach dem Füttern und während dem Posieren für ein Familienfoto doch glatt in die Brust gebissen hat …

    Liebe Grüße,
    Flo

    • Danke Flo! Ein Lob höre ich natürlich immer gerne, wobei ich sehr, sehr oft mit meinen Fotos hadere. Und die neue Kamera tut auch noch nicht so wie ich es will… Das Pferde bissfreudig sind, hat mir die mitreisende Foodbloggerin Mara auch erzählt. Ein Pony hat sie als Kind gebissen. Trotzdem hat sie sich im Zauchtalerhof aufs Pferd getraut. Mutig, mutig, ich hätte es wahrscheinlich bleiben lassen…

  • Liebe Gudrun, toller Bericht! Ich hätte dich gerne auf dem Pferd gesehen? Gibts davon keine Fotos 😉 Alles liebe Doris

  • Julia

    Hallo,
    sehr schöne Fotos! Es ist echt nirgendwo schöner als auf dem Salzbruger Land.
    Mein letzter besuch im hotel salzburger land ist leider schon eine weile her.

    Liebe Grüße,
    Julia

  • amely rose

    wundervoll,
    da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin
    LIEBE ich alles was damit zu tun ist
    tolle Fotos und traumhafter augenblick, wundervolle eindrücke und es scheint
    ein toller Urlaub gewesen zu sein 😀

    alles Liebe deine AMELY ROSE

  • Oh, das klingt ganz nach unserem Geschmack. Flo meinte letztens: Eigentlich hätte es keine Weltreise für dich sein müssen, Urlaub am Bauernhof hätte auch gereicht! (Meiner Begeisterung für Tiere zufolge ;-))

  • Ach ja, herrlich. Früher als Kind wusste man es manchmal nicht so richtig zu schätzen und jetzt sehnt man sich zurück in die Natur.
    Liebe Grüße

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