Ein Hurrikan namens Otto

Auf so ziemlich alles hatte ich mich geistig vorbereitet, Spinnen, Schlangen, Skorpione sollten mir nichts anhaben können. Und gerne würde ich schreiben: Costa Rica empfing mich mit strahlendem Sonnenschein, die paar Insekten und Kriechtiere könnte ich ja gnädigerweise unter den Tisch fallen lassen. Leider wäre das aber gelogen, denn Costa Rica empfing mich mit einer Hurrikanwarnung.

Hurrikans, das sind diese fiesen Stürme, die sich normalerweise im Sommer und Herbst im Atlantik zusammenbrauen. Aber noch nie gab es einen Hurrikan so spät im Jahr und noch nie einen, der als Ziel Costa Rica anvisierte. Otto, so hieß der miese Spielverderber, sollte mich in den nächsten Tagen schwer beschäftigen, aber verderben ließ ich mir meine Reise durch das Land nicht.

Trotz einstündiger Verspätung (natürlich war Otto schuld) wurde ich pünktlich am Flughafen von San José abgeholt und nach Ciudad Colón gebracht. Diese Kleinstadt liegt etwas westlich von der Hauptstadt San José entfernt und mein Taxifahrer meinte es gut mit mir, als er mir die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zeigte. „Here is a prison for the most dangerous people and there is also a prison, but  for not so dangerous people,“ erklärte er mir, als wir uns auf einer schmalen Straße zwischen Grundstücken mit riesigen Zäunen und Wachtürmen vorbei schlängelten.

Wenige Minuten später waren wir in der Villa Colón, meinem Hotel für eine Nacht, angekommen. Ursprünglich war die Villa im Besitz eines ehemaligen Vizepräsidenten von Costa Rica. Jedes der sechs Zimmer ist geschmackvoll eingerichtet, ich durfte es mir in der Kaffee-Suite bequem machen. Glücklicherweise war die Köchin noch da und ich bekam mein erstes landestypisches Frühstück: frische Früchte, Fruchtsaft, Reis mit Bohnen und selbst gebackenes Brot. Mit mir freute sich ein Kolibri, der direkt neben der Terrasse am Nektar der Blüten naschte, und die Schmetterlinge tanzten dazu.

Villa Colón

Wohnzimmer in der Villa Colón

Typisches costaricanisches Frühstück

Am Nachmittag spazierte ich ins Zentrum der kleinen Stadt. Es gibt keine großartigen Sehenswürdigkeiten zu sehen, ruhig und entspannt geht es zu. Großmütter führen ihre Enkel spazieren, die Kinder toben sich am Beachvolleyballplatz aus.
Dienstag ist übrigens Biomarkttag. Die Verkäufer bauten die ersten Verkaufsstände auf.
Es gab Papayas, Brot, Käse, geräucherten Fisch, Honig und vieles mehr. An allen Ständen durfte ich kosten. Das Kulturhaus, eine Art Volkshochschule, ist gleich in der Nähe in einem Kolonialgebäude untergebracht. Hier werden alle möglichen Kurse abgehalten und ich hörte kurz einer Geigenspielerin zu. Eine Runde marschierte ich um den Block und kaufte mir in einem kleinen Lebensmittelladen eine frische Kokosnuss.

Kolonialhaus

Streetart in Ciudad Colón

Papayas

Frische Kokosnuss

Den Abend verbrachte ich ebenfalls am „Grünen Markt“. Die Bewohner des Ortes kaufen ein, tratschen, trinken eine Tasse Kaffee und die Kinder tanzen zur Livemusik.

Biomarkt in Ciudad Colón

Einerseits gefällt es mir in dem kleinen Städtchen, andererseits möchte ich am nächsten Morgen gerne weiterreisen. Ob das möglich sein wird, liegt leider nicht in meiner Hand. Der Hurrikan Otto übernimmt meine Reiseplanung.

Diese Reise nach Costa Rica wurde von TicoTROTTER aus der Welt von TROTTERmundo unterstützt. Vielen Dank.

Ich war von 22.November bis 14.Dezember 2016 mit einem Mietwagen in Costa Rica unterwegs.

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