Interview mit Alexandra Meissnitzer

In der neuen Serie „Meisis Reise durchs SalzburgerLand“, die Ende Jänner online geht, präsentiert Alexandra Meissnitzer besondere Plätze in ihrer Heimat. Bei der Pressekonferenz in Wien, wo Ausschnitte der Filme gezeigt wurden, habe ich mit der ehemaligen Doppelweltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin, dreifachen Olympia-Medaillengewinnerin und zweifachen Sportlerin des Jahres geplaudert.

Meine Fragen reichten über den Werdegang ihrer Karriere über die Drehplätze der Filme bis zu ihrem Restaurant „Genussprojekt“, das sie als Mitbesitzerin in der Stadt Salzburg betreibt. Was sie mir partout nicht verraten wollte: ihren Lieblingsplatz im SalzburgerLand. Doch ganz am Schluss hat sie ihn mir doch noch genannt…

Alexandra Meissnitzer

Wann haben Sie  zum Skifahren angefangen?

Mit drei Jahren. Wir Salzburger sind schon sehr begünstigt was die Region anbelangt. Ich bin in Abtenau aufgewachsen, Skifahren ist bei uns Tradition, und den großen Vorteil, den wir in Salzburg haben: Wenn Du ein Skitalent bist, kannst Du jeden Tag Skifahren gehen. Nach der Schule fährst Du ein paar Schwünge und das hilft natürlich doch sehr. So habe ich natürlich schon sehr früh angefangen, so wie alle Kinder bei uns daheim sehr früh zum Skifahren anfangen.

Wann war das für Sie klar, dass Sie Skifahrerin werden wollten?

Ich habe angeblich schon im Kindergarten gesagt, ich werde Weltmeisterin. Warum auch immer, ich habe keine Ahnung, woher das gekommen ist, vielleicht wegen dem David Zwilling, der war auch Skiweltmeister, der ist aus demselben Ort. Ich hab’s auch so gerne gemacht. Ich bin im Winter jeden Tag gefahren, es war kein Ziel, es war ein Wunsch. Es war ein ganz ein großer Traum, den ich gehabt habe, natürlich gestützt von den Eltern, damit das funktioniert. So bin ich meinen Weg gegangen.

Wie hat die Karriere dann begonnen?

In die Hauptschule bin ich in Abtenau gegangen, mein Papa wollte mich nicht so früh ins Internat geben. Mit 14, 15 Jahren ist eine wichtige Zeit, wo man entscheiden muss, wie macht man weiter. Geht man in eine Schule, die aufs Skifahren spezialisiert ist, also wo man Training, den Rennsport und die Schule verbinden kann, das war in Schladming oder Stams. Das habe ich dann gemacht, ich bin in Schladming in die Schule gegangen.

Wie war es für Sie, als Sie nicht mehr Teil des Skicircus waren?

Die Leidenschaft, die Begeisterung, die hat man schon als Kind. Dann ist man in der Spur drinnen, man macht Leistungssport. Bei mir war das bis 33. Dann war für mich schon die Zeit, dass ich mich verändern wollte. Es hatte einerseits gesundheitliche Gründe, andererseits auch von der Persönlichkeit her. Es war bei mir so, dass ich nicht mehr alles riskieren wollte, wie mit Mitte 20. Man denkt ein bisschen anders. Aber das ist eh gut so…

Und dann stellt man sich neu auf. Und das ist eine spannende Zeit, weil man erst wieder was finden muss, was einen so begeistert wie der Sport. Für mich war es aber immer schon so, dass ich mir gedacht habe, das kann ja nicht schon alles gewesen sein. Klar ist man sehr dankbar, ich habe eine Goldmedaille, den Gesamtweltcup, was auch immer, aber trotzdem gibt’s ja noch mehr im Leben.

Ich habe die Chance, dass ich beim ORF moderiere, meine Vorträge und Seminare mache und jetzt mit dem Salzburger Land Tourismus zusammenarbeite. Ich schätze sehr, dass das alles so gut funktioniert.

Wenn man jetzt noch nie im Salzburger Land unterwegs war, was würden Sie empfehlen?

Wir haben mit der Stadt Salzburg ein ganz ein großes Aushängeschild. Was unser ganz großes Plus ist, ist die Vielfalt. Da sind einerseits die Berge, dann die Seen, und dann eine Stadt, die was Kultur anbelangt, kaum zu überbieten ist.

Angenommen ich habe nur einen Tag Zeit im Salzburger Land, wo würden Sie mich hinschicken?

Ja, das kommt darauf an, ob man gerne isst, gerne Sport betreibt, oder ob man lieber in der Stadt ist. Für mich ist es wirklich schwer zu sagen, nur einen Platz im Salzburger Land zu finden. Ich habe keinen Lieblingsplatz.

Es gibt immer Orte wo ich gerne hinfahre. Zum Beispiel Skifahren: Wenn Du die Möglichkeit hast, nach Saalbach-Hinterglemm zu fahren, in Verbindung mit Leogang, da kriegst du alles. Was ich auch so schön finde: Es gibt so urige Hütten, und dann gibt es welche, die sind absolut großartig, was den Lifestyle anbelangt, manche auch elitär. Die Vielfalt ist das Schöne, und da ist für jeden was dabei.

Also wenn ich wirklich nur einen Tag Zeit hätte, muss ich überlegen. Will ich was uriges, was lässiges, was cooles. Die Natur ist ja sowieso ein Traum, und was das Skifahren anbelangt, da habe ich schon viel gesehen auf der ganzen Welt, da muss ich nirgendwo anders hinfahren.

Ich würde was Traditionelles vorschlagen. Wenn’s Wetter halbwegs passt, würde ich eine Wanderung machen. Und jetzt geht’s aber darum, wo. Nur einen Tag im Salzburger Land, so groß ist es ja auch wieder nicht, da kann man ruhig mehrere Sachen machen. Da muss ich jetzt nachdenken.

Wo wurden die Aufnahmen für den Film gemacht?

Wir haben gefilmt im Nationalpark Hohe Tauern, dort waren wir in Rauris im Urwald, der ist mehrere tausend Jahre alt und der ist mystisch. Dann waren wir am Twenger See, der Bergsee, der hat mir extrem gut gefallen. Da sind wir raufmarschiert, der liegt ja doch über 2000 Meter, und die Stille, das war für mich der Ort der totalen Stille, wunderschön und vom Ausblick her. Der Lungau ist generell eine Region, die noch relativ unberührt ist. Wo der Tourismus noch nicht ganz so aufgeblasen ist, wenn ich das so sagen darf. Das ist genial, da habe ich mir sehr wohl gefühlt.

Dann haben wir am Hochkönig gedreht. In der Gegend gehe ich auch gerne Skifahren und der Hochkönig ist für mich so ein Berg, der ist schon mächtig. Da gibt es so Stimmungen, da weiß man dann auch, warum der so sagenumwoben ist. Er hat Kraft.

Wir haben wunderbares Almengebiet, aber auch die Berge, die teilweise so nahe sind, da werde ich schon ein bisschen demütig.

Wie halten Sie sich fit?

Ich mache ja nach wie vor die Kamerafahrten für den ORF, und da muss ich trainieren, damit das funktioniert. Ich bewege mich aber auch gerne. Ich bin ganz viel draußen und kann auch wieder laufen, das habe ich nach meiner Knieverletzung nicht können. Ich mache Krafttraining, eigentlich alles. Ich bin auch sehr gerne am Berg. So verbinde ich das angenehme mit dem nützlichen. Und es ist ja nicht so, dass einem das Essen schwer macht, sondern die Couch. Ich kann alles essen, großteils ernähre ich mich bewusst, aber warum soll ich keine Bauernkrapfen oder was Deftiges essen. Es geht nur darum, dass man sich bewegt, und dann geht’s schon.

Wie sind Sie zu dem Restaurant Genussprojekt gekommen?

Da bin ich schon seit 10 Jahren dabei, das führt eine Freundin von mir. Die hat mich gefragt ob ich nicht mitmachen will. Es hat gut in die Zeit gepasst, denn zwei Jahre später habe ich aufgehört mit dem Skisport und ich wollte sowieso ein neues Standbein. Gastronomie ist ein Bereich, den ich sehr schätze. Ganz großer Respekt vor allen, die das gut machen. Ich bin aus Überzeugung dort dabei, es ist wie eine Familie.

Was ist Ihre Lieblingsspeise?

Ich esse extrem gern Kaiserschmarrn, klingt vielleicht abgedroschen für eine Skifahrerin.

Mit dieser letzten Frage beende ich das Interview, ich bedanke und verabschiede mich, da hält mich Frau Meissnitzer zurück.

Also, jetzt muss ich es doch sagen, also wenn man wirklich nur einen Tag Zeit im SalzburgerLand hat, dann sollte man Richtung Pinzgau, nach Saalbach rein…

Vielen Dank für das Interview!

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