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Der Rest der Welt

Lotusseide, der teuerste Stoff der Welt

Klack-klack, klack-klack, klack-klack, klack-klack. Schon bei der Fahrt durch die Dörfer am Inle-See in Myanmar erahne ich die Berufszugehörigkeit ihrer Einwohner. Klack-klack, klack-klack. Wir sind im Dorf der Seiden- und Lotusweber angekommen. Ich steige aus dem Langboot und folge meinem Guide Yin Yin in die Werkstatt. Ich zähle vier Webstühle und sehe fasziniert zu, wie eine Seidenweberin aus millimeterdünnen Fäden ein Kunstwerk webt. Klack-klack, klack-klack, macht der Webstuhl, die Weberin tritt in die Pedale. Kettfäden, Schussfäden, eine Unmenge an Spulen, nichts verheddert sich, hunderte von Fäden verlaufen in geordneten Bahnen und ergeben ein wunderschönes Ikat-Muster.

Seidenweben am Inle-See

Handwerk am Inle-See

An einem leeren Webstuhl ist ebenfalls ein Schal in Arbeit, Farbe und Struktur des Materials erinnert mich an Leinen. Doch was ich hier ganz vorsichtig berühre, ist die berühmte Lotusseide.

Lotusseide

Lotusseide wird weltweit ausschließlich am Inle-See in Myanmar hergestellt. Nur wenige Meter von den Webstühlen entfernt sitzt Myat am Boden und weiht mich und andere Touristen in die aufwendige Herstellung dieses einzigartigen Fadens ein.
In der linken Hand hält sie fünf Stängel der Lotuspflanze, mit einem Messer ritzt sie diese ein und bricht sie vorsichtig auseinander. Hauchdünne, fast unsichtbare Fäden kommen zum Vorschein. Diese dünnen Fäden verzwirbelt sie zu einem dickeren Faden, bevor sie ihre Tagesproduktion an die Kollegin mit dem Spinnrad weiterreicht. Manchmal wird das so entstandene Garn auch eingefärbt, wobei keine Chemie zum Einsatz kommt, sondern nur natürliche Färbemittel, wie zum Beispiel die Rinde vom Mangobaum. Am liebsten wird Lotusseide jedoch ungefärbt weiterverarbeitet. Der schmale Schal, den ich im Anschluss der Werkstattbesichtigung im Shop in den Händen halte, kostet 120 US-Dollar.

Lotusseide wird am Spinnrad weiterverarbeitet

Am Inle-See gibt es noch mehr Handwerker zu entdecken.

Mit unserem Boot klappern wir die Werkstätten in den umliegenden Dörfern ab. In Nampan sind die Bootsbauer zu Hause. Aus wertvollem Teakholz erschaffen sie in zwei Wochen ein Langboot, alles in Handarbeit. Würden sie Maschinen anschaffen, müssten sie mehr Steuern bezahlen, erzählt uns der Bootsbauer. So wird alles in Handarbeit erledigt.

In Ywama besuchen wir eine Silberschmiede. Unter fachkundigen Händen entstehen kleine silberne Fische, Halsketten und Ohrringe. In dieser Werkstatt ist es mucksmäuschenstill. Die Arbeit der Eisenschmiede hingegen hört man schon von weitem. Der Schmied lässt das Feuer schüren, mehrere Klingen liegen in der heißen Glut. Mit einer Zange holt er eine davon heraus, schon stehen drei Burschen bereit und schlagen mit ihren Hämmern drauflos. Wumm, wumm, wumm!

Schmied am Inle-See

Zum Abschluss unserer Handwerkstour landen wir in einer Cheroot Manufaktur. Cheroots sehen aus wie Zigarren, ihr Inhalt besteht jedoch nicht aus Tabak, sondern aus klein geschnittenen Blättern des Cherootbaumes. Je nach Manufaktur gibt es Spezialrezepturen und kuriose Geschmacksrichtungen wie Banane, Rum oder Minze.

Die fünf Frauen in dem großen, luftigen Raum verstehen ihr Handwerk perfekt. Drehen, rollen, schneiden, kleben, drücken, nach knapp 10 Sekunden hält mir eine der Damen eine Cheroot unter die Nase. Ich schnuppere artig, der Geruch erinnert mich an frisch geschnittenes grünes Gras.

Cheroots

Zum letzten Mal an diesem Tag steige ich ins Langboot und lasse mich im Hotel absetzen. Für den kommenden Tag ist noch ein weiterer Ausflug mit dem Boot geplant und ich freue mich schon auf die Märkte und das Pagodenfeld in Indein.


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Die Reise nach Myanmar erfolgte auf Einladung von Reisefieber – Der Asien-Spezialist seit über 30 Jahren.

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