Geheimtipps für Linz

„Linz verändert“ lautet der offizielle Slogan der Kulturhauptstadt. Linz ist voi supa, lautet meiner.

StreetArt Tour am Mural Harbor in Linz

Linz is voi supa, weil es den Mural Harbor gibt.

StreetArt hat mich schon immer fasziniert. Mal sind es Kritzeleien in Paris, mal verzierte Straßenschilder in Florenz, mal großflächige Arbeiten wie in Aruba, die mich beeindrucken. In Linz toben sich StreetArt-Künstler aus der ganzen Welt im Hafen aus.

„Die Künstler werden nicht bezahlt“, erklärt Leonhard Gruber, mit dem ich über das Hafengelände laufe. Er ist einer der Initiatoren des Projekts Mural Harbor. Von seinem Schreibtisch im Boxxoffice aus habe er zwei Jahre lang auf die leeren Wände im Hafengelände gestarrt. Mittlerweile sind mehr als 100 Murals und/oder Graffitis von über 25 internationalen Künstlern entstanden.

Vom Wasser aus können die Bilder am besten besichtigt werden. Wir steigen in eine Zille, Leonhard Gruber spielt den Kapitän. Er deutet auf einen überdimensionierten Steinbock.

„Can i go bloody? fragte mich der belgische Künstler Roa, als ich ihn vom Flughafen abholte. Das ist nämlich auch eine Besonderheit unserer Open-Air-Galerie. Keiner unserer Künstler schickt uns vorab einen Entwurf. So sind wir selbst gespannt auf das Endergebnis.“

Der Mural Harbor in Linz
Mural Harbor – Im Hafengelände werden die Fabrikshallen besprüht
Shed - Erich Willner
Ein Selbstporträt von Erich Willner, in StreetArt Kreisen als SHED bekannt

Wir schippern gemütlich durch die drei Hafenbecken. Sorgfältig scanne ich die Wände. Auf einer Wand erkenne ich das Konterfei von Gerhard Haderer. Das riesige Porträt des Linzer Zeichners wurde von den beiden Holländern Karski & Beyond gemalt. Haderer hat wiederum die Zeichnung für ein anderes Mural entworfen: Sprayer küsst Polizist. Oder auf gut oberösterreicherisch: A Kiwara mit seim Hawara. Für die Umsetzung war Erich Willner verantwortlich, in der Sprayer-Szene als SHED bekannt.

Das Bild von Roa im Mural Harbor
Roa, ein belgischer Künstler, erschuf das Bild mit einem zerlegten Steinbock

Österreicher in der StreetArt-Szene

Viele Österreicher sind in der Sprayer-Szene heiß begehrt. So zum Beispiel Nychos, der zwischen Bangkok, Los Angeles und New York hin und her jettet. Seine Werke werden auf Kunstmessen in Basel und Miami gehandelt. 900 Quadratmeter nimmt sein Bild „Translucent Serpent“ ein.

Zwei riesige grüne Schlangen winden sich auf einer Hausmauer, eine davon hat eine Ratte verschluckt. Normalerweise verlangt Nychos 500 Euro pro Quadratmeter, das Bild vor meinen Augen würde also 450.000 Euro kosten. Doch wie schon eingangs erwähnt, die Künstler werden nicht bezahlt.

Translucent Serpent von Nychos
Translucent Serpent, ein StreetArt-Bild vom österreichischen Künstler Nychos

Wie lockt man also einen StreetArt-Künstler nach Linz? Mit perfekter Organisation und der Möglichkeit, sich an großen Wänden auszutoben. Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen.

Das Arbeitsmaterial in Form von Spraydosen wird ebenfalls zur Verfügung gestellt. Viele der großflächigen Murals entstehen mit der Hilfe von Hebebühnen. Da kommen schon mal Kosten von bis zu 10.000 Euro zusammen.

Overprotectet, ein Werk von Aryz im Mural Harbor in Linz
Overprotectet, ein Werk von Aryz im Mural Harbor

Mural Walk oder Mural Boats Tour?

Im Vergleich dazu sind die Kosten für eine Führung im und am Mural Harbor relativ bescheiden. Um wohlfeile 35 € bekommt man einen Platz im Boot, wird eine Stunde durch den Hafen gefahren und darf sich anschließend selbst als Sprayer versuchen.

Neben dieser Mural Boats Tour gibt es auch den Mural Walk, wo man no-na-na-ned zu Fuß durch das Hafengelände spaziert. Sprayen darf man aber auch. Und wer wissen will, wie das geht, liest am besten den Blogbericht meiner Bloggerkollegin Theresa: Mural Harbor – Grafitti Hafengalerie in Linz

Entes Y Pesimo, zwei peruanische StreetArtisten schufen dieses Bild auf ausrangierten Containern
Entes Y Pesimo, zwei peruanische StreetArtisten schufen dieses Bild auf ausrangierten Containern
Mural Harbor in Linz
mit dem Boot im Mural Harbor unterwegs, links das Konterfei von Gerhard Haderer
A Kiwara mit seim Hawara, umgesetzt von SHED
A Kiwara mit seim Hawara, umgesetzt von SHED, die Vorlage stammt von Gerhard Haderer

Unterwegs mit dem Segway

Linz is voi super, weil Du die Stadt mit dem Segway erkunden kannst.

Ehrlicherweise sind mir Segway nicht ganz geheuer. Noch nie konnte ich mich überwinden, auf so ein Ding zu steigen. Unser Guide Lucas nimmt sich aber genügend Zeit für jeden. Nach einigen Übungsanweisungen (vor, zurück, dreh dich) schweben wir aus dem Innenhof auf den Linzer Hauptplatz. Hier beäugt uns misstrauisch eine Gruppe von Senioren.

Die anfängliche Unsicherheit weicht einem Glücksgefühl. Ich lehne mich nach rechts, das Segway ebenso. Ich lehne mich nach links, das Segway zieht mit. Wir lassen die Altstadt von Linz hinter uns und schweben über die Nibelungenbrücke nach Urfahr.

durch Linz mit dem Segway
mit dem Segway über die Nibelungenbrücke in Linz

Unser erstes Ziel ist der Pöstlingberg. Wir schweben vorbei an alten Villen und begegnen fast keinen Autos. Und wenn: Natürlich gilt auch bei einer Fahrt mit dem Segway die Straßenverkehrsordnung. Biege ich nach links oder rechts ab, gebe ich ein Handzeichen, wie ich es beim Radfahren ebenfalls mache.

Am Pöstlingberg angekommen, freue ich mich auf den Ausblick auf Linz. Die Sonne schummelt sich durch die diesige Wolkendecke. „In einer Stunde hätten wir klare Sicht auf die Stadt“, meint Lucas bedauernd.
Doch eine Stunde später haben wir schon die Perspektive gewechselt. Mit einem leichten Surren tragen uns die Segways auf den Schlossberg und wir schauen zum Pöstlingberg hinüber.

Mit dem Segway unterwegs in Linz
Mit dem Segway unterwegs in Linz
Linz erschweben mit dem Segway
Linz is voi supa
Blick vom Pöstlingberg auf Linz
Blick vom Pöstlingberg auf Linz
Mit dem Segway auf den Schlossberg
Mit dem Segway auf den Schlossberg – Blick zum Pöstlingberg

Bester Eis-Salon in Linz – Eisdieler

Linz is voi super, weil Du beim Eisdieler das beste Eis bekommst.

In anderen Eissalons bestellt man Haselnuss oder Vanille. Beim Eisdieler verlangt man nach einem Seitensprung oder einem Hanf Blow und wird noch nicht einmal rot dabei. „Einmal Anti-Aging und einmal Tauchgang“, zack, schon füllt sich meine Eistüte. Mah, schmeckt des supa..

Beim Eisdieler in Linz
Beim Eisdieler in Linz – diese beiden Sorten heißen „Anti-Aging“ und „Tauchgang“

Adressen und Infos für ein „Linz is voi supa“-Erlebnis

Übernachten in Linz:

Zum Essen und Trinken und Eis Essen:

Geheimtipps Linz

Unterwegs mit der Linz Card

Mein Artikel über die Linz Card: Lohnt sich die Linz Card?

Die Einladung nach Linz erfolgte von Oberösterreich Tourismus und Intersport.

3 Kommentare

  1. Veröffentlich von Tanjas Bunte Welt am 10/09/2017 um 16:04

    Da hast du vollkommen Recht Gudrun, Linz is voi super!
    Liebe Grüße

    • Veröffentlich von Reisebloggerin am 11/09/2017 um 11:27

      Ich versuche wirklich alle davon zu überzeugen..

  2. Veröffentlich von Veronika am 11/06/2018 um 19:25

    Linz is aba echt voi supa! Und das beste Eis gibts echt beim Eisdieler! Aber Schande über mich, als Linzerin hab ich noch nie die Sprayer-Szene besucht…
    Liebe Grüße
    Veronika

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.


Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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