Martin von gehlebt über seine Hoamatroas

„Ich schlage sehr viele Haken. Ich gehe Wege, die nicht sein müssen. Aber ich will eben dorthin.“
(Zitat Martin Moser)

Martin bloggt, wandert und bloggt über seine Wanderungen auf seinem Blog gehlebt. Der 1987 geborene Oberösterreicher begibt sich am 10.Mai 2018 auf Hoamatroas. Martin geht 1370 km zu Fuß durch sein Heimatbundesland.

Nicht um sich selbst zu suchen. Und nicht um sich selbst zu finden. Sondern weil er neugierig ist. Und weil er helfen will…

Martin Moser Hoamatroas

Martin Moser und seine Hoamatroas – 1370 Kilometer durch Oberösterreich – Copyright : Martin Moser

Wann hast Du begonnen zu Wandern?

Ich war als 14-Jähriger am Traunstein oben, da haben mich meine Geschwister raufgeschleppt. Es war eh nett, hat mich aber nicht zum Wandern gebracht. 2010 war ich dann am Jakobsweg in Spanien unterwegs. Ich kaufte mir Schuhe und einen Rucksack und bin losgegangen. Davor habe ich ein paar kurze Wanderungen gemacht, das kann man aber gar nicht Wandern nennen. Das war mehr zum Schuhe eingehen.

Also von null auf hundert! Warum bist Du gleich den Jakobsweg gegangen?

Da haben einige Faktoren zusammengespielt. Erstens ist meine Mutter an Krebs erkrankt und gestorben. Paulo Coelho war ihr Lieblingsautor. Von ihm gibt es das Buch „Auf dem Jakobsweg“. Und zweitens habe ich mir ein, zwei Jahre vorher Vorträge übers Reisen angesehen. Da war Gregor Sieböck dabei. Er war ebenfalls am Jakobsweg unterwegs. Drittens habe ich 2010 die Fachhochschule abgeschlossen. Ich wollte im Herbst nach Wien zum Studieren und hatte noch keine Pläne für den Sommer. Dann habe ich mir gedacht, dann mache ich halt den Jakobsweg.

Wie lange hast Du für den Jakobsweg gebraucht?

Ich habe mir immer eingebildet, es wären 30 Tage gewesen, in Wirklichkeit waren es von den Pyrenäen weg bis zum Atlantik 32 Tage.

Hat es damals Deinen Blog schon gegeben?

Nein. Der Blog wurde gegründet, als ich mein erstes Hundewanderbuch geschrieben habe. Ich wollte eine Plattform haben, wo ich das Buch präsentieren konnte.

Einen Weg wählen heißt, andere Wege aufgeben. Paulo Coelho

Wie bist Du auf die Idee der Hoamatroas gekommen?

Es war ungefähr 2014, wie ich auf die Idee gekommen bin, eine Wanderung rund um Oberösterreich zu machen. Für Oberösterreich gibt es keinen Rundwanderweg, den es für viele andere Bundesländer gibt. Letzten Herbst konnte ich dann nicht schlafen und bin bis vier Uhr früh schlaflos im Bett gelegen. Da kam mir wieder die Idee in den Sinn und ich dachte mir, ok, nächstes Jahr ziehst Du das Projekt durch. Dann ist mir noch die Kinderkrebshilfe eingefallen. Und in Gedanken bin ich dann schon die ganze Strecke abgegangen.

Bist Du schon einzelne Streckenabschnitte gegangen?

Ich kenne einige Gegenden in Oberösterreich von früheren Ausflügen mit der Familie. Wandertouren in Oberösterreich habe ich aber sehr wenige gemacht. Denn als ich zum Wandern begonnen habe, habe ich nicht mehr in Oberösterreich gewohnt. Ich kenne ein paar Berge im Salzkammergut und bin entlang der Flüsse Steyr und Traun gegangen. Das Mühlviertel kenne ich wiederum nur aus Kindheitserinnerungen.

Wird es über Deine Erlebnisse der Hoamatroas ein Buch geben?

Es wird ein Bildband erscheinen. Nicht über meine Erlebnisse, sondern über die Sehenswürdigkeiten entlang der Wegstrecke.

Was nimmst Du alles mit auf Deiner Reise? Wieviel Gepäck ist geplant?

Ich weiß es noch nicht. Ich brauche einen neuen Rucksack. Hauptkamera wird die SONY Alpha 6000 mit zwei Objektiven sein. Dann werde ich sicherheitshalber noch eine kleinere Kompaktkamera mitnehmen. Miteinpacken werde ich Stativ, Laptop, Zelt, Schlafsack, Unterlagsmatte und natürlich Kleidung. Die Maultrommel kommt ebenso mit wie ein Trattenbacher Feitl. Das werde ich in Trattenbach umtauschen, weil es schon kaputt ist.

Wirst Du immer im Zelt schlafen?

Das lasse ich mir offen. Ich habe ein paar Orte, wo ich bei Freunden und Verwandten unterkomme. Ich werde aber sicher in Ortschaften schlafen, wo es keine Unterkunft gibt. Da brauche ich einen Zeltplatz. Zusätzlich übernachte ich in Gasthöfen und Pensionen. Ich muss mich ja auch mal waschen und meine elektronischen Geräte aufladen.

Wege enstehen dadurch, dass man sie geht. Franz Kafka

Wie lange wirst Du auf Hoamatroas sein?

Am 10.Mai geht’s los. im Juni mache ich zwei Wochen Pause. Am 18.Juli wäre das Ende der Tour geplant, ich bin aber zeitlich flexibel. Nur wegen der Wegpatenschaften habe ich die Etappen genau fixiert. Die Strecken gehe ich sowieso, ob ich sie jetzt an dem Tag oder zwei Tage später gehe, ist egal.

Wie viele Streckenabschnitte sind es insgesamt?

Es sind 56 Etappen. Um die 25 Wegpaten haben sich bis jetzt gefunden.

War die Kinderkrebshilfe Oberösterreich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen?

Ich kannte dort niemanden, ich habe glücklicherweise auch keinen Bezugspunkt zur Kinderkrebshilfe. Was ich mit meiner Mutter erlebt habe, war ganz was anderes. Ich habe einen Bericht in einer Zeitung gelesen und habe mir gedacht, die machen coole Sachen. Als ich das Konzept zur Hoamatroas hatte, habe ich der Kinderkrebshilfe meine Idee geschildert. Die Obfrau hat sich gleich gemeldet und fand die Idee super.

Dann war ich vor ein paar Wochen in Linz und habe mir erzählen lassen, was die Kinderkrebshilfe alles so macht und wie die Kooperation mit dem Krankenhaus in Linz läuft.

Du bietest an, dass Dich Personen während Deiner Tour begleiten dürfen. Haben sich schon Mitgeher gemeldet?

Ja, es haben sich schon Freunde und Bekannte gemeldet. Manche wollen ein paar Stunden mitgehen, einer sogar zwei Tage. Doch ganz egal, ob jemand eine halbe Stunde oder fünf Minuten mitgehen möchte, alle sind herzlich willkommen.

Und bei Dir zu Hause wird es eine große Verabschiedung geben?

Ich denke schon! Und hoffentlich einen großen Empfang bei meiner Rückkehr. Ich freue mich schon wenn es los geht.

Eines Tages wirst Du aufwachen

Was haben Deine Freunde und Deine Familie zur Hoamatroas gesagt?

Meine Freundin hat gemeint, dann sehen wir uns aber nicht so oft. Und mein Vater hat gefragt: „Was machst Du denn jetzt schon wieder?“ Als ich ihm erklärt habe, dass ich ja von zuhause aufbreche und sozusagen heimgehe, war er sehr erfreut. [Nachtrag: Martins Freundin wird ihn in Summe 14 Tage auf der Tour begleiten]

Hast Du schon Pläne, was Du nach der Tour machen möchtest?

Noch keine konkreten. Aber ich möchte irgendwann einmal auf einer Hütte arbeiten. Du bist zwar in den Bergen, aber trotzdem an einem einzigen Punkt. Ob das dann Spaß macht oder nicht, weiß ich nicht. Weil, wenn Du dann die ganzen Leute siehst mit ihren Rucksäcken, sie gehen weiter und ich muss dableiben?

If you have a dream

Lieber Martin, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Dir eine spannende, lustige und aufregende Hoamatroas mit vielen Unterstützern!

Hinterlasse einen Kommentar

  

  

  

Spamschutz - bitte löse die Rechenaufgabe.