Schlösser und Burgen in Schottland – Meine schönsten Castle-Besuche
Schlösser und Burgen in Schottland füllen ganze Bücher – und das völlig zu Recht. Kaum ein anderes Land Europas ist so dicht mit Castles übersät. Dabei macht die englische Sprache keinen Unterschied zwischen Schloss und Burg: Beides heißt schlicht Castle. Erst vor Ort zeigt sich, ob man vor einem romantischen Märchenschloss, einem bewohnten Adelssitz oder vor einem windumtosten Steinhaufen mit großer Vergangenheit steht.
Und gerade diese vermeintlichen Steinhaufen sollte man nicht unterschätzen. Oft handelt es sich um die letzten Überreste mittelalterlicher Festungen, die strategisch klug platziert wurden – an Seen, auf Felsen oder an schmalen Landzungen. Ihre Lage ist fast immer spektakulär.
Während meiner zweiwöchigen Campingreise durch Schottland war ich vor allem auf der Isle of Skye und entlang der North Coast 500 unterwegs. In diesem Beitrag stelle ich jene schottischen Schlösser und Burgen vor, die ich selbst besucht habe. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sie ist vielmehr eine sehr persönliche Auswahl.
Welche Schlösser und Burgen in Schottland habe ich besucht?
Kilchurn Castle am Loch Awe
Kilchurn Castle ist meine erste Burg auf dieser Reise – und gleich ein wunderbares Beispiel dafür, wie viele Sehenswürdigkeiten in Schottland fast beiläufig in der Landschaft liegen. Kein großes Hinweisschild, kein Besucherzentrum. Wer nicht gezielt danach sucht, fährt einfach vorbei.
Viele Besucher scheuen den rund zehnminütigen Fußweg zur Ruine. Wer ihn auf sich nimmt, wird mit einer der fotogensten Burgen des Landes belohnt. Alternativ lässt sich Kilchurn Castle auch von einem Aussichtspunkt an der Straße hervorragend fotografieren.
Architektonisch handelt es sich um ein klassisches Tower House – eine Bauform, die in Schottland weit verbreitet war. Turmhäuser dienten gleichzeitig als Wohn- und Wehrbauten und prägten über Jahrhunderte das Landschaftsbild.


Kurzinfos Kilchurn Castle
📍 Loch Awe, Dalmally, Argyll
⏰ Saisonale Öffnung (meist Frühjahr bis Herbst)
💰 Eintritt frei
🚶️♀️ Fußmarsch ca. 10 Minuten
🚗 Wenige Parkplätze
🌐 Offizielle Webseite
Castle Stalker am Loch Linnhe
Ein kompletter Gegensatz zu Kilchurn Castle ist das romantisch auf einer kleinen Insel gelegene Castle Stalker. Am besten sieht man es vom Café Castle Stalker View, das seinem Namen alle Ehre macht.
Wer das Castle von innen besichtigen möchte, muss vorab einen Termin vereinbaren. Der Zugang erfolgt ausschließlich per Boot – Platz ist für maximal zwölf Personen. Entsprechend überschaubar ist der Besucherandrang. Wer keine Führung bucht, kann sich immerhin mit einem Blick auf die Webcam begnügen.
Castle Stalker wirkt wie aus der Zeit gefallen und gehört zu jenen Burgen, bei denen man sofort versteht, warum Schottland als Kulisse für unzählige Filme herhalten musste.

Castle Stalker
📍 Appin, Portnacroish, Argyll
⏰ Besichtigungen nur mit Voranmeldung
🚗 Parkplätze beim Café
🌐 Zur Webseite
Urquhart Castle am Loch Ness
Urquhart Castle ist das genaue Gegenteil der stillen Burgen zuvor. Hier herrscht Betrieb – und zwar ordentlich. Parkplätze sind rar, der Ticketschalter umlagert, der Souvenirshop gut gefüllt. Kreuzfahrttouristen geben den Ton an.
Und trotzdem: Der Besuch lohnt sich. Die Lage ist schlicht spektakulär. Drei Seiten der Burganlage werden vom Wasser des Loch Ness umspült – ein idealer Platz für eine Festung. Die Geschichte ist, wie so oft in Schottland, von wechselnden Clanbesitzern und gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägt.
1692 wurde die Burg endgültig aufgegeben. Danach bedienten sich Anwohner am Baumaterial, Stürme und Wetter taten ihr Übriges. Den späteren Ruhm verdankt Urquhart Castle unter anderem Sir Walter Scott, dessen Schriften viele schottische Burgen im 18. Jahrhundert wieder ins öffentliche Bewusstsein rückten. Und natürlich Nessie – das berühmteste Ungeheuer Schottlands.

Urquhart Castle
📍 Drumnadrochit, Loch Ness
⏰ Ganzjährig geöffnet (saisonabhängige Zeiten)
💰 Eintritt kostenpflichtig
🚗 Wenige Parkplätze
🌐 Zur Webseite
Dunrobin Castle – ein Märchenschloss mit Geschichte
Nach mehreren Burgruinen folgt endlich ein echtes Schloss – und was für eines. Dunrobin Castle mit seinen 189 Zimmern wirkt wie aus einem Märchenbuch entsprungen. Türmchen, Zinnen, ein weitläufiger Garten: Hier ist alles groß gedacht.
Der Reichtum der Familie Sutherland, der dieses Schloss möglich machte, hat allerdings eine dunkle Seite. Er basiert auf den Highland Clearances, der Vertreibung zahlreicher Familien aus den Highlands. Geschichte, die man beim Rundgang nicht ausblenden sollte.
Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig Dunrobin Castle wirkt. Der gedeckte Tisch im Speisezimmer, die Geige im Musikzimmer, die Spielsachen im Kinderzimmer – man hat ständig das Gefühl, die Familie könnte jeden Moment zurückkehren. Mein persönlicher Lieblingsraum ist die Bibliothek mit Kamin. Die Jagdtrophäen dürfen andere bewundern.





Dunrobin Castle
📍 Golspie, Sutherland
⏰ Saisonabhängig
💰 Eintritt kostenpflichtig
🚗 Viele Parkplätze, auch für Camper
🌐 Offizielle Website
Castle of Mey – Das Schloss von Queen Mum
Ein Regenmantel im Eingangsbereich, daneben Gummistiefel – im Castle of Mey fühlt man sich weniger wie in einem Museum, sondern wie in einem bewohnten Haus. Kein Wunder: Es war das einzige Schloss, das die Queen Mum privat erwarb.
Das Schloss kann ausschließlich im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Räume sind klein, die Treppen steil, die Einrichtung persönlich. Besonders charmant: die skurrilen Geschenke, die Besucher der Queen Mum über die Jahre mitbrachten – darunter auch eine Nessie-Plüschfigur im Schottenmuster.
Ein Blick ins Gästebuch lohnt sich ebenfalls. Einer der letzten Einträge: Lilibeth.



Castle of Mey
📍 Mey, Thurso
⏰ Öffnungszeiten: Mai bis September
💰 Eintritt inkl. Führung
🚗 Parkmöglichkeiten vorhanden
ℹ️ Öffnungszeiten vor dem Besuch checken – im Sommer ist das Schloss teils privat genutzt und kann zeitweise geschlossen sein.
🌐 Zur Webseite
Ardvreck Castle – Ruine mit düsterer Vergangenheit
Ardvreck Castle fällt eindeutig in die Kategorie „historischer Steinhaufen“ – und genau das macht den Reiz aus. Die Burg war bereits im 18. Jahrhundert eine Ruine, ihre Steine wurden für das nahegelegene Calda House verwendet, das heute ebenfalls nur noch in Resten existiert.
Intrigen, Clanfehden und kriegerische Auseinandersetzungen prägen die Geschichte dieses Ortes. Die Lage am Loch Assynt ist dennoch beeindruckend ruhig – ein schöner Kontrast zur blutigen Vergangenheit.

Ardvreck Castle
📍 Loch Assynt, Lairg
⏰ Keine Öffnungszeiten
💰 Eintritt frei
Dunvegan Castle – Schloss und Garten der MacLeods
Dunvegan Castle auf der Isle of Skye ist bis heute Wohnsitz des Clan MacLeod und eines der wenigen dauerhaft bewohnten Schlösser Schottlands. Berühmt ist vor allem die Fairy Flag, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Dreimal soll sie magische Kräfte entfalten können – zweimal wurde sie bereits in aussichtslosen Schlachten entrollt.
Zum Schloss gehört auch ein Bootsausflug zur nahegelegenen Robbenkolonie, den man unbedingt einplanen sollte. Typisch schottisch: Kaum beginnt der Ausflug bei Sonnenschein, setzt Regen ein. Kaum ist man zurück, lacht wieder die Sonne.




Dunvegan Castle
📍 Dunvegan, Isle of Skye
⏰ Öffnungszeiten: Frühjahr bis Herbst
💰 Eintritt Schloss & Garten (Bootstour extra)
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Eilean Donan Castle – Die vielleicht schönste Burg in Schottland
Und dann ist da noch Eilean Donan Castle. Kaum eine Burg wurde öfter fotografiert – und dennoch verliert sie nichts von ihrer Magie. Mein erster Besuch verlief im grauen Nichts, Regen inklusive. Erst bei der Rückfahrt von Skye hatte ich Glück.
Abends spiegelte sich die Burg im Wasser, das Licht wechselte im Minutentakt, später wurden die Scheinwerfer eingeschaltet. Am Ende hatte ich über 150 Fotos – und am nächsten Morgen ging es weiter.
Was viele nicht wissen: Eilean Donan war jahrhundertelang eine Ruine. Erst ab 1912 begann ein Nachfahre des Clan MacRae mit dem Wiederaufbau. Nach zwanzig Jahren erstrahlte die Burg in neuem Glanz – alt und neu zugleich.




Eilean Donan Castle
📍 Dornie, Loch Lochalsh
⏰ Öffnungszeiten: ganzjährig (saisonabhängig)
💰 Eintritt kostenpflichtig
🌐 Zur Webseite
Tipps für den Besuch von Schlössern und Burgen in Schottland
- Früh kommen – besonders bei bekannten Burgen
- Wetter einplanen (für Fotos oft entscheidend)
- Kombination aus bekannten Highlights und abgelegenen Ruinen
- Öffnungszeiten und Preise vorab prüfen
- Ruinen nicht unterschätzen – sie erzählen oft die spannendsten Geschichten
Meine besuchten Schlösser und Burgen in Österreich:
2 Kommentare
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GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.
Was für eine Sammlung! Und das alles in zwei Wochen! Ich bin beeindruckt (und habe jetzt riesige Sehnsucht nach Schottland).
Dass Castle von – bis alles heißen kann, ist tatsächlich ein bisschen irritierend. Wobei das Schicke ja meist eher als stately home tituliert wird. Aber auch nicht immer, wenn ich z.B. an Inveraray Castle denke. Oder eben Dunrobin Castle oder auch Dunvegan.
Ja, wir haben wirklich viel gesehen in diesen zwei Wochen