Wandern auf Madeira – Meine drei schönsten Wanderungen

Schon nach meinem ersten Besuch auf Madeira im Jahr 2016 war mir klar, dass ich wiederkommen würde. Besonders fasziniert war ich von der Möglichkeit, auf der Insel bequem entlang der Levadas zu wandern. Levadas heißen die künstlich angelegten Wasserkanäle. Sie wurden geschaffen, um das Wasser vom regenreichen Norden in den trockenen Süden zu leiten. Bei Levadawanderungen sind Steigungen eher selten. Logisch, das Wasser rinnt ja nicht plötzlich stark auf- oder abwärts. Es plätschert gemächlich vor sich hin, und genauso entspannt stellte ich mir das Wandern auf Madeira vor.

Lavadawanderung auf Madeira

Auf Madeira sind Levadawanderungen sehr beliebt

Meine drei schönsten Wanderungen auf Madeira

Bereits zuhause studierte ich den Wanderführer. Fix eingeplant hatte ich die Wanderung zur Ponta de São Lourenço, Madeiras Ostspitze. Auf diesem Weg war ich bereits 2016 unterwegs, bin damals aber nur ein kleines Stück gegangen. Diesmal wollte ich bis zum Pico do Furado wandern. Zwei weitere Wanderungen wurden mir empfohlen. Die 25 Quellen bei Rabaçal sollte ich gesehen haben und bei einer weiteren Wandertour von Queimadas zum Wasserfall Caldeirão Verde wandern. Zu meinem Glück war ich nicht alleine unterwegs, meine Freundin Renate begleitete mich nach Madeira.

Die Landschaft auf Madeira

Die Landschaft auf Madeira ist einzigartig

Wandern auf Madeira – Zur Ponta de São Lourenço 

Früh am Morgen stehen wir also an der Bushaltestelle in Funchal und warten auf den öffentlichen Bus. Die Abfahrtszeiten für die Linie 113 habe ich dem Wanderführer Madeira aus dem Michael Müller Verlag entnommen. Der Reiseführer wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Insgesamt gibt es vier Busgesellschaften auf der Insel. Man sollte sich also genau erkundigen, wo die richtige Buslinie abfährt.

Betrachtet man die umstehenden Wartenden, sind wir nicht die einzigen Wanderer. Was mir etwas Sorgen macht, ist die riesige Regenwolke, die sich über dem Osten der Insel befindet. Als wir in Baia da Abra aus dem Bus steigen, beginnt es wirklich leicht zu regnen. Doch glücklicherweise ist der Spuk nach wenigen Minuten vorbei. Das Wetter bleibt die nächsten Stunden bewölkt, es herrscht ideales Wanderwetter.

Verirren kann man sich nicht, wenn man diesen Wanderweg in Angriff nimmt. Es gibt nur einen einzigen Weg der an spektakulären Aussichtspunkten zur Casa Sardinha führt. Hier kann man sich entscheiden, ob man zum 162 Meter hohen Pico do Furado aufsteigt. Die größte Herausforderung war für mich nicht die Höhe, sondern der starke Wind, der mir um die Ohren pfiff. Zusätzlich ist der Untergrund sehr rutschig. Trotzdem lohnte sich der Aufstieg.

Am meisten gefällt mir an dieser Wanderung der ständig Blick aufs Meer. Zusätzlich kann man an die unterschiedlichen Gesteinsformationen bestaunen. Es ist eine Wanderung, die ich jederzeit wieder unternehmen würde.

Ponta de São Lourenço

Wandern zur Ponta de São Lourenço

Felsnadel im Meer

das Meer umtost diese Felsnadel

Traumhafte Landschaft zum Wandern

Madeira bietet traumhafte Landschaften zum Wandern

Wandern auf Madeira

Wandern auf Madeira

Am Pico de Furado

Wer zum Pico de Furado hochsteigt soll schwindelfrei und trittsicher sein

Ponta de São Lourenço 

Ponta de São Lourenço – der östlichste Teil von Madeira

Geführte Wanderungen auf Madeira

In Ermangelung eines Mietautos schlossen wir uns für die nächsten beiden Wanderungen einer geführten Gruppe an. Das hat den Vorteil, dass man sich als Wanderer direkt beim Hotel abholen lassen kann. Bei uns war das nicht der Fall, da wir in einem kleinen Guesthouse in der Altstadt wohnten. Der Bus wäre in der schmalen Gasse stecken geblieben.

Als Gast muss man sich bei einer solchen Tour um nichts kümmern. Man steigt in den Kleinbus und wird nach einer Klo- und Kaffeepause zum Startpunkt der Wanderung gebracht und am Endpunkt wieder abgeholt. Meine Befürchtung, das Tempo der Wandergruppe einhalten zu müssen, bestätigte sich nicht. Die Wanderführer nahmen beide Male viel Rücksicht auf die Wünsche der Beteiligten. Einmal stürmte eine Wanderin voraus, sie wollte alleine wandern. Beim zweiten Mal wanderte ich ganz gemütlich am Ende der Gruppe und hielt Abstand zur Gruppe. Das war ebenfalls kein Problem für den Wanderguide.

Allerdings muss man sagen, dass beide Touren beliebte Wanderungen (Caldeirão Verde, 25 Quellen bei Rabaçal) auf Madeira sind. Die gebuchte Gruppe ist selten (oder nie) die einzige Gruppe, die unterwegs ist. Wäre ich mit einem Mietauto unterwegs gewesen, wäre ich um einiges früher gestartet um den Gruppen auszuweichen.

Wir wandern zu den 25 Quellen in Rabacal

Wir wandern zu den 25 Quellen in Rabaçal

Wanderung zu den 25 Quellen bei Rabaçal

Als wir am Parkplatz oberhalb von Rabaçal aus dem Minibus steigen, weht uns ein eiskalter Wind um die Ohren und dicker fetter Nebel wabbert aus dem Tal. Unser Wanderguide beruhigt uns. „Das Wetter ändert sich hier oben ständig“, meint er. Er wandert drauf los und behält recht. Schon nach wenigen Schritten lichtet sich der Nebel und die Sonne lugt durch die Wolken.

Den ersten Stopp legen wir im  Rabaçal Nature Spot Cafe ein, bevor wir entlang der Levada do Risco zum Risco Wasserfall marschieren. Das ist ein sehenswerter Abstecher, bevor wir zur Levada da 25 Fontes hinabsteigen. Vor mir wandert die Gruppe im Gänsemarsch, hinter mir befindet sich in diesen Minuten kein Mensch.

Nach weiteren 40 Minuten erreichen wir einen Art Teich, in den sich mehrere Fontänen ergießen. Ob es wirklich 25 sind, vermag ich nicht zu sagen. Nachgezählt habe ich nämlich nicht.

25 Fontes - Wanderung auf Madeira

Wir wandern zu den 25 Fontes

Wanderung auf Madeira durch den Lorbeerwald

Die Wanderung führt durch den Lorbeerwald

Risco Wasserfall

Der kurze Abstecher zum Risco Wasserfall lohnt sich

Wandern im Gänsemarsch

Vor mir: Wandern im Gänsemarsch

Levada da 25 Fontes

HInter mir: keine Mensch. Nur die Levada da 25 Fontes

Wanderung zu den 25 Quellen auf Madeira

Angekommen bei den 25 Quellen

Von Queimadas zum Wasserfall Caldeirão Verde

Die dritte Wanderung auf Madeira führt uns von Queimadas zum Wasserfall Caldeirão Verde. Diesmal präsentiert sich die Insel im Atlantik von der mystischen Seite. Der Nebel erlaubt mir faszinierende Einblicke in die dichte Vegetation der Insel. Den Wasserfall finde ich gar nicht so spannend, viel mehr bin ich von den Lorbeerbäumen fasziniert. Sie sind über und über mit Flechten und Moos überwachsen. Der Nebel schafft unwirkliche Szenen wie aus einem Geisterfilm.

Queimadas auf Madeira

In Queimadas beginnen wir unsere Wanderung

Wanderung im Nebel

Der Nebel ist stellenweise sehr dicht

Lorbeerwald Madeira

Auch hier wandert man durch den Lorbeerwald

Wandern zum Wasserfall Caldeirao Verde

Wandern zum Wasserfall Caldeirao Verde – Die Landschaft sieht stellenweise spooky aus

Levadawanderung Tunnel

Stellenweise führt diese Levadawanderung durch Tunnels

Meine Tipps zum Wandern auf Madeira

  • Dieser Blogbeitrag gibt meine Eindrücke der Wanderungen wider. Er ersetzt keine ausführliche Beschreibungen in einem Wanderführer.
  • Geführte Wanderungen können in Funchal in vielen Reisebüros gebucht werden. Bucht man mehrere Touren, bekommt man Rabatt.
  • Öffentliche Busse oder Taxis bringen den Wanderer zum Wandereinstieg. Mit dem Mietauto ist man natürlich nicht an bestimmte Abfahrtszeiten gebunden und daher flexibler.
  • Sonnen- und Regenschutz gehören auf jeden Fall in den Rucksack, zusätzlich genügend Trinkwasser und ein Müsliriegel. Auf jeden Fall sollte man mit guten Wanderschuhen unterwegs sein.
  • Taschenlampe einpacken, manche Levadawanderungen führen durch Tunnels.
  • Ein Wanderführer gibt Auskunft über Steigungen, Gehzeit und Besonderheiten der Wanderung. Mein Tipp: Madeira Wanderführer aus dem Michael Müller Verlag

Ich bin schon öfters gewandert auf meinen Reisen:

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