Mein Hoteltipp: Narzissen Vital Resort Bad Aussee

Ein Besuch in Bad Aussee klingt zu jeder Jahreszeit vielversprechend. Das Ausseerland hat ja ohnehin dieses Talent, sich ständig von seiner schönsten Seite zu zeigen: im Frühling mit Narzissenwiesen, im Sommer mit Seen und Bergen, im Herbst mit klarer Luft und goldenen Farben. Und im Winter?

Im Winter kommt offenbar Frau Holle persönlich vorbei.

Zum ersten Mal reise ich in der kalten Jahreszeit nach Bad Aussee. Mein Ziel: das Narzissen Vital Resort Bad Aussee. Auf der Webseite meines Gastgebers entdecke ich vorab sogar eine geführte Schneeschuhwanderung für Hotelgäste.

Perfekt, denke ich. In Gedanken sehe ich mich bereits bei strahlendem Sonnenschein, tiefblauem Himmel und mit Blick auf Dachstein und Loser durch eine frisch verschneite Winterlandschaft stapfen. So lautet zumindest mein Plan.

Frau Holle hat allerdings andere Vorstellungen. Sie holt sämtliches Bettzeug aus ihren Schränken und Truhen und schüttelt und schüttelt und schüttelt, bis das gesamte Ausseerland unter einer dicken Schneedecke verschwindet. Und ich mittendrin.

Wegweiser für Langläufer und Fußgänger im tief verschneiten Bad Aussee
Viel Schnee, wenig Sicht – Bad Aussee zeigte sich von seiner sehr winterlichen Seite.
Narzissen Vital Resort Bad Aussee im Winter bei starkem Schneefall
Frau Holle meinte es ernst: Das Narzissen Vital Resort versank im Schnee.

Anreise nach Bad Aussee im Schnee

Schon die Anreise nach Bad Aussee wird winterlicher als gedacht. Ab Wien gibt es zwar eine direkte Zugverbindung nach Bad Aussee, doch aufgrund der Schneemassen endet mein Zug diesmal bereits in Steeg-Gosau. Dort wartet ein Schienenersatzbus.

Das klingt im ersten Moment wenig verlockend, funktioniert aber erstaunlich gut. Das ÖBB-Personal organisiert alles ruhig und übersichtlich, der Buschauffeur ist gut gelaunt, und so fühlen sich die Fahrgäste trotz Verspätung bestens betreut.

Am Bahnhof Bad Aussee angekommen, wartet schließlich das örtliche Rufsammeltaxi, und bringt mich direkt zum Narzissen Vital Resort. Nach dieser Anreise fühlt sich das Ankommen im Hotel gleich doppelt gut an.

Wohnen im Narzissen Vital Resort Bad Aussee

Insgesamt stehen den Gästen 52 geräumige Suiten zur Verfügung, eine davon ist für mich reserviert. Die Farben des Ausseerlandes begrüßen mich im Zimmer. Zusätzlich freue ich mich über den Holzboden, die gemütliche Sitzgruppe und die Leselampen beim Bett.

Als Kaffeejunkie bin ich von der Kaffeemaschine angetan, die bereits kurz nach meinem Check-in den ersten Kaffee ausspuckt. Einen Schreibtisch zum Arbeiten gibt es ebenfalls, er bleibt allerdings die nächsten Tage verwaist. Wer denkt schon ans arbeiten, wenn die Narzissentherme ruft? Wobei streng genommen ist das Resort keine Therme, denn es fehlen ein paar Grad Wassertemperatur und die Auflagen in der Steiermark sind diesbezüglich sehr streng.

Gemütliche Suite im Narzissen Vital Resort Bad Aussee mit Couch und Holzmöbeln
Meine Suite im Narzissen Vital Resort: viel Platz, Holz und eine gemütliche Sitzecke.
Suite im Narzissen Vital Resort Bad Aussee mit Bett, Couch und Kaffeemaschine
Viel Platz zum Entspannen: meine Suite im Narzissen Vital Resort Bad Aussee.

Das Narzissenbad: Sole, Salz und viel Entspannung

Früher nannte man Salz auch das „weiße Gold“. Es war ein kostbarer Rohstoff, der vielen Regionen Einfluss und Wohlstand brachte. Das gilt auch für das Ausseerland, wo Salz seit Jahrhunderten eine große Rolle spielt.

Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte unbedingt einen Besuch im nahegelegenen Salzbergwerk Altaussee einplanen.

Im Narzissenbad begegnet einem das Salz auf angenehmere Weise: als Sole. Die Ausseer Solequelle liegt nur wenige Kilometer entfernt, und die Sole ist seit mehr als hundert Jahren als Heilmittel anerkannt.

Ich kann natürlich keine medizinischen Wunder versprechen. Aber mein Schnupfen war nach dem Besuch der Salzgrotte auf erstaunliche Weise deutlich besser. Und nach einem Salzabrieb im Narzissendampfbad fühlte sich meine Haut herrlich weich an.

Besonders gut gefällt mir das Multifunktionsbecken. Dort schwimme ich endlich wieder einmal eine Länge nach der anderen. Dank der großzügigen Badezeiten für Hotelgäste kann ich das Becken am Morgen fast für mich allein genießen. Draußen liegt der Schnee meterhoch, drinnen gleite ich durchs warme Wasser.

Es gibt schlechtere Arten, einen Wintertag zu beginnen.

Großes Innenbecken im Narzissenbad Bad Aussee mit Liegen und Fensterfront
Das Innenbecken im Narzissenbad – ideal zum Schwimmen, bevor der Wellnessmodus beginnt.

Solebad mit Bergblick

Einer der schönsten Plätze im Narzissenbad ist für mich das Solebecken im Freien. Normalerweise genießt man hier den Blick auf die Berge. Bei meinem Aufenthalt sehe ich vor allem Schnee. Sehr viel Schnee. Aber auch das hat seinen Reiz.

Dampf steigt aus dem warmen Wasser auf, rundherum ist alles weiß, und irgendwo dahinter verstecken sich Dachstein, Loser und die Berge des Ausseerlandes. Manchmal reißt die Wolkendecke kurz auf, und für einen Moment zeigt sich tatsächlich ein Stück Berg.

Ein kurzer Lichtblick. Und dann schneit es weiter.

Hängesessel im Narzissenbad Bad Aussee mit violetter Badetasche
Kleine Ruheinsel im Narzissenbad: Perfekt zum Ankommen und Durchatmen.
Außenbecken im Narzissenbad Bad Aussee mit Schnee und Bergblick
Warmes Wasser, kalte Luft und Berge im Hintergrund: Das Solebad im Freien.

Der Saunabereich im Narzissen Bad

Wenn Saunameister Gerhard (ich hoffe, ich habe mir den Namen richtig gemerkt) seinen Dienst in Lederhose und Trachtenhut antritt, rennt der Schmäh. Doch zuerst wird die Panoramasauna ordentlich gelüftet. Stündlich werden hier Saunaaufgüsse angeboten, die Palette reicht von Aroma- und Spezialaufgüssen bis zur Hautpflege.

Bis auf das Dampfbad bieten alle Saunen einen herrlichen Bergblick, ich war aber auch mit dem Schneeblick sehr zufrieden. Die Saunaaufgüsse, die ich miterlebt habe, endeten jeweils im Saunarestaurant. Bezugnehmend zum jeweiligen Aufguss wurden hier gratis spezielle Tees oder kleine Köstlichkeiten kredenzt.

Das Saunarestaurant befindet sich genau zwischen den drei Ruheräumen und dem Saunabereich. Außer den Snacks, die nach den Aufgüssen serviert wurden, habe ich hier nichts konsumiert. Das lag aber weder am Angebot noch am Ambiente, sondern an meinem Tagesrhythmus.

Blick aus der Sauna auf Schnee und Außenbecken im Narzissenbad Bad Aussee
Ausblick aus der Sauna: Bei meinem Besuch gab es vor allem Schnee zu sehen.
Ruheraum mit Liegen und Bücherregal im Narzissenbad Bad Aussee
Liegen, Bücher und Ruhe – dieser Ruheraum war ganz nach meinem Geschmack.
Saunarestaurant im Narzissenbad mit großen Fenstern und Blick in den Schnee
Das Saunarestaurant liegt direkt zwischen Ruheräumen und Saunabereich.

Als Hotelgast mit Halbpension bekomme ich ein Guthaben von 30 Euro auf mein elektronisches Armbad gebucht. Diesen Betrag kann ich flexibel im Badrestaurant, an der Saunabar oder im Narzissenrestaurant einlösen.

Frühstück im Narzissenrestaurant

Als jemand, der im Urlaub gerne spät und ausgiebig frühstückt, fühle ich mich im Narzissen Vital Resort sehr gut aufgehoben. Mein Tagesablauf sieht ungefähr so aus: zuerst schwimmen, dann frühstücken, dann noch einen Kaffee, dann ein bisschen im Narzissenblatt blättern und schauen, was der Tag theoretisch bringen könnte.

Praktisch bringt der Tag meistens: Schnee. Das Frühstücksbuffet bietet regionale und frische Köstlichkeiten, und das hauseigene Narzissenblatt liefert tagesaktuelle Tipps. Eine schöne Kombination, wenn man morgens gerne langsam in den Tag startet.

Mittagessen brauche ich danach keines mehr.

Frühstück mit Ei, Brot, Tee und Narzissenblatt im Narzissenrestaurant
So beginnt ein entspannter Urlaubstag: Frühstück, Tee und das Narzissenblatt als Morgenlektüre.
Frühstückstische im Narzissenrestaurant mit Blick auf verschneite Landschaft
Frühstück mit Schneeblick – so gemütlich kann ein Wintermorgen in Bad Aussee beginnen.

Abendessen im Narzissenrestaurant

Am Abend werde ich im Narzissenrestaurant mit steirischer und mediterraner Küche verwöhnt.

Besonders gut gefallen mir die Menü-Zusammenstellungen und die Auswahl an Fischgerichten. Auch vegetarische und vegane Gerichte stehen auf der Speisekarte. Das Servicepersonal ist aufmerksam und bemüht, auf spezielle Ernährungswünsche einzugehen.

Der Abend beginnt mit einem Gruß aus der Küche, danach folgen mehrere Gänge, die angenehm abwechslungsreich sind. Regionale Zutaten spielen eine wichtige Rolle, ohne dass das Essen dabei zu schwer wirkt.

Mein persönliches Highlight: die Fischgerichte. Und natürlich das Dessert. Ein Pfirsich-Topfenstrudel mit Eis ist im Winter vielleicht nicht unbedingt naheliegend, aber sehr willkommen.

Gruß aus der Küche mit Brot, Aufstrichen und Tomate im Narzissenrestaurant
Der Abend im Narzissenrestaurant startet mit einem kleinen Gruß aus der Küche.
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Fischgericht mit Gemüse und Salat im Narzissenrestaurant in Bad Aussee
Besonders gut geschmeckt haben mir im Narzissenrestaurant die Fischgerichte.
Pfirsich-Topfenstrudel mit Eis und Beeren im Narzissenrestaurant
Zum Abschluss darf es süß werden: Pfirsich-Topfenstrudel mit Eis und Beeren.

Warum ich noch einmal ins Narzissen Bad Aussee möchte

Trotz meines ausgedehnten Aufenthalts im Narzissen Vital Resort habe ich einiges verabsäumt.

Ich war zu bequem, um am Aktivprogramm teilzunehmen. Das Medical Fitness habe ich kein einziges Mal betreten. Eine Wellnessbehandlung habe ich ebenfalls nicht gebucht. Und auch die Schneeschuhwanderung, auf die ich mich vorab so gefreut hatte, ließ ich ausfallen.

Als Entschuldigung möchte ich anführen: Ich war sehr beschäftigt. Mit Lesen, Schwimmen und Saunieren. Und mit In-den-Schnee-Starren.

Für aktivere Gäste ist das Narzissen Vital Resort natürlich ein idealer Ausgangspunkt für viele Unternehmungen. Im Winter locken Skitouren, Skifahren, Langlaufen oder Schneeschuhwandern. Im Sommer bieten sich Wandern, Radfahren, Klettern und Ausflüge zu den Seen des Ausseerlandes an.

Und nach einem aktiven Tag wartet das Solebad. Oder die Sauna, ein gutes Abendessen oder einfach ein Buch im Zimmer.

Mein Fazit zum Narzissen Vital Resort Bad Aussee

Das Narzissen Vital Resort Bad Aussee ist für mich ein wunderbarer Ort, wenn man ein paar Tage abschalten möchte. Besonders schön finde ich die Kombination aus großzügigen Zimmern, direktem Zugang zum Narzissenbad, Sole, Sauna, gutem Essen und der Lage mitten im Ausseerland.

Mein Aufenthalt war winterlicher als geplant, aber genau dadurch auch besonders gemütlich. Ich kam wegen Bad Aussee, der Berge und einer Schneeschuhwanderung. Ich blieb wegen der Sole, der Sauna, des Schnees und der Ruhe. Und ja: Ich würde wiederkommen. Dann vielleicht sogar mit Schneeschuhen.

Fragen vor der Buchung? Das solltest du wissen:

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Wolfgang Jagsch am 01/05/2022 um 12:50

    Bin deiner Empfehlung gefolgt. Sehr gutes Hotel. Kann man nur empfehlen. Bad Aussee ist wirklich wunderschön.

  2. Veröffentlicht von Krapf Wolfgang am 28/02/2023 um 19:26

    wir waren schon 8 mal in der Therme und Hotel in Bad Aussee , wir kommen immer wieder gerne! heuer haben wir schon für Ostern gebucht, und es sicher für heuer nicht das letzte mal.

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GUDRUN KRINZINGER

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Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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