Meine schönsten Fotos und Bilder aus dem Reisejahr 2019

Meine schönsten Fotos aus dem Jahr 2019 heißt das Motto der alljährlichen Fotoparade vom Reiseblog Erkunde die Welt. Schwierig für mich, denn noch befinde ich mich in Japan und es könnte doch sein, dass ich morgen oder übermorgen oder über-über-morgen DAS ultimative Foto mache. Und wie immer stehe ich bei Michaels Fotoparade, an der ich schon mehrmals teilgenommen habe, vor der Entscheidung: Wähle ich meine schönsten Fotos aus einem einzigen besuchten Reiseziel des Jahres aus oder kommen mehrere Länderfotos vor den Vorhang?

Für diese Fotoparade habe ich dann doch Fotos aus mehreren Ländern gewählt. 2019 war für mich ein reise-intensives Jahr mit mehreren Premieren: Gleich drei neue Länder durfte ich kennen lernen, und zwar Tunesien, Südafrika und Japan. In Südafrika habe ich ganze drei Monate verbracht, auch das war eine Premiere, denn solange war ich noch in keinem anderen Land unterwegs.

Eine Premiere war es jedoch auch für Michael, der für die Fotoparade 2019 eine neue Idee hatte. Statt einzelner Begriffe gibt es dieses Jahr gegensätzliche Pärchen. Manche Themen waren für mich eindeutig und ich hatte ein einziges Bild vor Augen, dass ich euch zeigen will. Andere Pärchen waren wiederum knifflig. Auf los geht’s los!

Stadtbild oder Landschaft?

Diese Frage ist leicht beantwortet und lautet Landschaft. Obwohl ich seit vielen Jahren in der Großstadt Wien lebe (die übrigens regelmäßig zu der lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wird), kann ich bei längeren Reisen mit Städten oft nicht viel anfangen. Außer ich entscheide mich gezielt für einen Städtetrip wie heuer im Frühjahr für Neapel. Damit mir eine Stadt wirklich gefällt, braucht sie schon einige Kriterien, wie zB. eine richtige Altstadt mit coolen Kaffeehäusern zum Rumhängen und anständige Museen. Johannesburg fiel somit aus dem Rennen, und für Tokio konnte mich aus mehreren Gründen ebenfalls nicht begeistern.

Mein Landschaftsfoto 2019 ist in den Japanischen Alpen entstanden. Den Begriff „Japanische Alpen“ prägte der Engländer Walter Weston. Er erforschte 1890 diese japanische Bergregion.

Ich selbst war nur einen einzigen Tag in Kamakochi, dem Ort wo die meisten Wanderungen starten, unterwegs und freute mich, als nach endlosen Regentagen die Sonne durchbrach.

kamikochi in Japan

Kamikochi in den Japanischen Alpen

Tier oder Pflanze?

Bei meiner Ausbildung zum Safariguide in Südafrika lernte ich jeden Tag etwas Neues über Tiere und Pflanzen. Und logischerweise war ich stolz, nach einigen Tagen die ersten Gräser und Bäume bestimmen zu können. Schließlich tragen auch Pflanzen zu einem funktionierendem Ökosystem bei.

Doch nichts ist schöner, als einen scheuen Leopard vor die Linse zu bekommen. Der auf dem Foto machte es uns besonders schwer, denn sein Revier war in unmittelbarer Nähe unseres Camps. Jeden Tag entdeckten wir seine Spuren im Sand, jeden Morgen hörten wir seine Rufe. „Did you hear the lepard this night?“, wurde zu unserem Standardsatz beim Frühstück.

Eines Tages hörten wir allerdings zur Mittagsstunde den Warnschrei einer Gruppe Impalas und entdeckten später bei unserem Bushwalk Blut- und Schleifspuren in einem getrockneten Flussbett. Lasst es euch gesagt sein: So einen Warnschrei vergisst man sein ganzes Leben nicht!

Doch erst am allerletzten Nachmittag meiner Ausbildung zeigte sich das scheue Tier.

Leopard

Leopard in Südafrika

Berge oder Meer?

In dieser Kategorie bin ich zwiegespalten, daher bekommt ihr zwei Bilder von mir zu sehen.

Die Schweiz durfte ich im Rahmen von Pressereisen schon mehrmals bereisen. Im September folgte ich einer Einladung ins Berner Oberland, eine Region, die ich jedem Bergliebhaber ans Herz legen möchte.

Die schönste Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau hat man vom Schilthorn aus. Das Schilthorn ist unter anderem bekannt für die James-Bond-Verfilmung „Im Dienste ihrer Majestät“. Das Drehrestaurant wäre ohne die finanzielle Unterstützung des Filmteams wahrscheinlich nie fertig gestellt worden. Neben der BondWorld, einer Erlebniswelt zur Geschichte des Films, fand ich es spannend den Paraglidern zuzusehen. Ein kurzer Ruck und schon schwebten sie dem Abgrund entgegen.

Eiger Mönch Jungfrau

Die Eiger Nordwand mit Eiger Mönch und Jungfrau – mein schönstes Foto zum Thema Berge

Das Meerfoto stammt aus Japan. Es zeigt die verheirateten Felsen im Pazifik. Bei Flut sind die beiden Felsen, die auch Ehemann-Ehefrau-Felsen genannt werden, vom Meer getrennt. Einzig und allein ein Seil verbindet sie. Dieses Seil wird jährlich bei einer Zeremonie erneuert.

Meoto Iwa - die verheirateten Felsen

Meoto Iwa – die verheirateten Felsen

Fremdländisch oder einheimisch?

Da ich noch die kommenden Wochen in Japan unterwegs bin, fällt meine Wahl eindeutig auf fremdländisch.

In Japan fühle ich mich jeden Tag fremd. Das hängt mit vielen Faktoren zusammen, unter anderem fehlen mir die Kommunikationsmöglichkeiten. Die Japaner sprechen ungern Englisch und jede Übersetzungs-App versagte bisher kläglich. Dann gibt es eine ganze Reihe von japanischen Bräuchen und Traditionen, die ich nicht verstehe. Und trotzdem liebe ich es bei Festen und in Tempeln zuzusehen!

Mein Bild zu dieser Kategorie entstand in Ise, einem heiligen Ort auf der Halbinsel Shima. Heilig ist der Ort deshalb, weil hier die Sonnengöttin Amaterasu lebte. Amaterasu gilt als Begründerin des japanischen Kaiserhauses. Im Hauptschrein von Ise, verborgen von der Öffentlichkeit, befindet sich ein Spiegel der Göttin. Dieser Spiegel ist einer von drei Throninsignien. Zugang zum Ise-Schrein haben nur einige wenige Besucher, unter anderem die Mitglieder des Kaiserhauses.

Wir Normalsterblichen dürfen nur über eine hölzerne Mauer zum Allerheiligsten linsen. Die Schreine der Anlage werden übrigens alle 20 Jahre neu aufgebaut und in einer Nacht-und-Nebelaktion wandert der heilige Spiegel von einem Schrein in den anderen.

Während meines Aufenthaltes beim Schrein kamen plötzlich Wachmänner, die den Weg absperrten. Sie machten den Platz frei für Shinto-Priester, die sich einer einstündigen Zeremonie widmeten. Was dabei genau passierte, kann ich euch leider nicht sagen. Ich fühlte mich wieder einmal ziemlich fremd.

Shintoismus im Ise Schrein in Japan

Ein Ritual beim Ise Schrein in Japan

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?

Ich mag beides, doch meinen schönsten Sonnenaufgang habe ich im heurigen Jahr auf dem Niesen in der Schweiz erlebt. Es war anlässlich der bereits erwähnten Pressereise, wo ich eine Nacht im Berghaus Niesen verbringen durfte. Zum Sonnenaufgang schlich mich aus meinem Zimmer und sah zu, wie die Sonne den Brienzer See und Thunersee beleuchtete.

Sonnenaufgang Niesen

Sonnenaufgang am Niesen mit Blick auf den Thunersee und den Brienzer See

Schwarz-weiß oder bunt?

Auf jeden Fall bunt! Das passende Foto habe ich in Japan bei einem Sumo-Turnier geknipst.

Sumo stand zwar auf meinem Besichtigungsplan für Japan, doch wirklich um Karten kümmerte ich mich nicht. Ich wollte meine Reiseplanung auch nicht von einem sportlichen Event abhängig machen lassen. Als ich allerdings in Fukuoka in einer touristischen Zeitschrift von „japanese wrestling“ las, wurde ich hellhörig. Die meinen doch sicher Sumo?

Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, hatte aber keine Eintrittskarte. Nach einiger Recherche im Internet fand ich heraus, dass während des 15-tägigen Turniers jeden Tag 200 Tagestickets verkauft werden. Die Plätze sind zwar ganz oben in der Halle, weit weg vom Ring, doch das war mir egal und ich versuchte mein Glück.

Um 6:45 stand ich vor dem Kartenschalter und war Nummer zwei in der Warteschlange. Pünktlich um 7:45 begann der Kartenverkauf. Juhu, ich hatte mein Ticket! Und das beste an der Geschichte ist, dass man mit dem Ticket den ganzen Tag in der Halle verbringen darf und sich auch auf die vordersten Plätze setzen darf, solange sie unbesetzt sind. Das Hauptturnier beginnt um 14:15, erst dann muss man seinen Sitzplatz einnehmen bzw. erst um diese Uhrzeit strömen die Japaner in die Halle.

Und dann werden die jeweiligen Lieblinge ordentlich angefeuert und es wird für japanische Verhältnisse auch richtig laut und ausgelassen.

Sumo Turnier in Japan

Sumo Turnier in Japan

Mein schönstes Foto 2019

Mein schönstes Foto zeigt einen Moment beim Feuerritual im Tempel Daisho-in auf der Insel Miyajima. Miyajima ist bekannt für seinen riesigen roten Torii, der bei Flut von Meerwasser umgeben ist. Momentan wird der Torii renoviert und ist hinter einem Gerüst versteckt.

Ich wusste von der Renovierung und bin trotzdem zur Insel gefahren. Ursprünglich wollte ich mit der Seilbahn auf den Berg der Insel und zum Mount Misen wandern. Auf der Insel studierte ich die Wegweiser, die in alle Richtungen führte, einer zeigte in die Richtung Daisho-in.

Und somit landete ich zufällig bei einem Feuerritual, wo Mönche in Muschelhörner blasen, Scheinkämpfe veranstalten, ein Riesenfeuer entfachten und der Abt des Klosters über glühende Kohlen schreitet. Dieses eine Foto ist für mich die schönste Erinnerung an meine 11-wöchige Reise in Japan, ganz egal was die kommenden Wochen noch bringen mag.

Feuerritual beim Daisho-in Tempel in Japan

Feuerritual beim Daisho-in Tempel in Japan

Vielen lieben Dank an Michael, der sich mit der Fotoparade viel Arbeit aufbürdet.

Hinterlasse einen Kommentar