Hokkaido – Meine Reisetipps für die japanische Insel

Ich stehe auf der Fähre, lasse mir die Sonne auf die Nase scheinen und blicke Richtung Hokkaido. Endlich kommt die Insel in Sicht und mit ihr die Gewissheit, dass die 11-wöchige Reise durch Japan jetzt so richtig losgeht. Die letzten beiden Tage waren wir mit unserem Campingbus von Tokio aus gen Norden losgebraust, quer durch Japan, immer auf der Autobahn.

Was mir von der langen Autofahrt in Erinnerung bleibt, sind die endlosen Wälder und die Schilder mit den aktuellen Strahlenwerten in der Region Fukushima links und rechts des Expressways. Aufgrund der Tsunamis im Jahr 2011 und der katastrophalen Aufarbeitung des Desasters ist Fukushima immer wieder in den Medien. Die Insel Hokkaido ist hingegen kaum bekannt. Sie wird nur von wenigen ausländischen Touristen besucht.

Hokkaido

Hokkaido kommt in Sicht

 

Hokkaido – Unsere Reiseroute

Unsere Reiseroute in Hokkaido ist nicht in Stein gemeißelt. Es gibt nur wenige Fixpunkte wie Hakodate und Sapporo, die übrigen Reiseziele werden sich schon irgendwie ergeben. Die Flexibilität des Reisens mit dem Campingbus erlaubt es uns, Stopps und Zwischenstopps einzulegen, wann und wo wir wollen. Oder auch nicht, wie ich im Nachhinein berichten kann, denn aufgrund des schlechten Wetters änderten wir die Route kurzfristig ab.

Diese Ziele auf Hokkaido haben wir schließlich besucht:

Hakodate – Die drittgrößte Stadt auf Hokkaido

Der Himmel über Hakodate ist wolkenverhangen, als wir von Bord gehen beziehungsweise mit dem Campingbus von der Fähre fahren. Geplant haben wir einen Stadtrundgang durch das Stadtviertel Motomachi und eine Fahrt auf den Hausberg Hakodate-yama. Ausführlich testen wir uns durch das kulinarische Angebot des Fischmarktes. Die Fischhändler freuen sich über unser Interesse an ihren Produkten. Aber ob ich jemals schaffe, einen Seeigel zu verkosten?

Hakodate

Hakodate bei Nacht

Über Hakodate veröffentliche ich bald ein ausführlicher Reisebericht: Sehenswürdigkeiten in Hakodate

Nationalparks auf Hokkaido

Hokkaido gilt als Naturparadies und wird oft als „wildeste“ der vier Hauptinseln Japans bezeichnet. Ich kann das natürlich nicht beurteilen, doch schon an den ersten Tagen läuft mir ein Fuchs vor die Kamera.

Insgesamt befinden sich auf Hokkaido sechs Nationalparks (vier davon habe ich besucht). Die Landschaft Hokkaidos ist geprägt von aktiven und inaktiven Vulkanen.

Fuchs auf Hokkaido

Fuchs auf Hokkaido

Shikotsu-Toya-Nationalpark

So entstanden auch die Seen des Shikotsu-Toya-Nationalparks  durch vulkanische Eruptionen.

Bei herrlichem Wetter kommen wir in Toya-ko an. Die Ortschaft liegt am Toya-See, wo wie gerufen ein Disneyschiff auf uns wartet, dass uns zur Insel Nakajima bringt. Dieses Inselchen liegt mitten im Toya-See, der von oben betrachtet wie ein Doughnut aussieht.

Mount Usu liegt in unmittelbarer Umgebung des Lake Toya. Sechs Minuten dauert die Fahrt mit der Seilbahn auf diesen aktiven Vulkan, von wo aus eine Wanderung Richtung Krater führt. Von der Bergstation aus haben wir einen schönen Blick auf den See und den durch ein Erdbeben entstandenen Berg Showa Shinzan. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Shikotsu See im Nationalpark. Der Herbst hält Einzug in Hokkaido und viele Besucher sind nur aus diesem Grund angereist.

Lake Toya Hokkaido

Lake Toya im Nationalpark

Wanderung am Mount Usu

Wanderung am Mount Usu – Im Hintergrund der Vulkankrater

Kushiro Shitsugen Nationalpark

Im Kushiro Shitsugen Nationalpark habe ich Glück und kann die Mandschurenkraniche beobachten. Diese besonderen Vögel galten bereits als ausgestorben. Mittlerweile hat sich der Bestand erholt. Die Tiere genießen den Schutzraum des 1987 gegründeten Nationalparks, aber auch die Mücken, die uns den Ruderausflug auf den Lake Toro verleiden.

Mandschurenkraniche Hokkaido

Die Mandschurenkraniche

im Kushiro Nationalpark

Kanufahren im Kushiro Nationalpark

Shiretoko Nationalpark

Unsere Reise führt uns weiter in den Shiretoko Nationalpark. Namensgeber waren die Ureinwohner Japans, das Volk der Ainu. Sie waren Namensgeber der Halbinsel, denn in ihrer Sprache bedeutet „sir etok“ das „Ende der Welt“. Geformt wurde die Halbinsel aus Lava. Aufgrund des einzigartigen Ökosystems wurde dieser Teil Hokkaidos zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Auf der Insel lebt die größte Braunbär-Population Japans. Mit etwas Glück kann man die Bären bei einem Bootsausflug beobachten. Uns machte der Regen einen Strich durch die Rechnung.

Shiretoko Pass

Die Shiretoko Pass Straße führt uns von Rausu nach Utoro

Akan Nationalpark

Wir besuchen den Kussharo See und Akan See, die beide im Akan Nationalpark liegen. Bei unserem Besuch regnet es leider ununterbrochen. 

Das Volk der Ainu

Während meiner Japanreise beschäftigte ich mich mit japanischer Geschichte und Kultur und las zum ersten Mal von den Ainu, dem sogenannten Urvolk der Japaner. Diese Volksgruppe lebte seit Generationen auf Hokkaido. Doch ursprünglich hieß die Insel Ezo. 1869 kam die Insel zu Japan und wurde in Hokkaido umbenannt.

Die Besiedlung Hokkaidos ging auf Kosten der Ainu, die ihre ursprüngliche Lebensweise (Jagen, Fischen) aufgeben mussten. Sie wurden ihrer Kultur und Religion beraubt, vergleichbar mit den Aborigines in Australien. Ihre Bräuche und die Sprache gingen verloren.

Erst 2008 beschloss das japanische Parlament, die Ainu als Minderheit anzuerkennen. Auf Hokkaido gibt es einige Museen, wo der Besucher in die Kultur der Ainu eintauchen kann. Doch ein bisschen habe ich das Gefühl, dass die Ainu als Touristenattraktion benützt werden.

Kleidung der Ainu

Kleidung der Ainu

Ainu Folklore Museum
Kussharo – direkt am Ufer des Sees
Tel: +81 15-484-2128
keine Webseite

Am spannendsten fand ich den Film, der in einem eigenen Raum im Museum gezeigt.

Ainu Kotan Village
Lake Akan
Tel: +81 154-67-2727
keine Webseite

Das Dorf besteht aus zwei Häuserzeilen mit Souvenir-Shops im Untergeschoss. Ob die Souvenirs wirklich von den Ainu hergestellt werden, mag ich nicht beurteilen, das meiste sah nach Handelsware (Made in China) aus.

Ainu Kotan Village am Akan See

Das Ainu Kotan Village am Akan See

Akanko Ainu Kotan
https://www.akanainu.jp/en/

Unweit der Dorfzeile steht das Ainu-Theater. Hier gibt es täglich musikalische Aufführungen.

Sapporo Pirka Kotan
Koganeyu 27, Minami-ku
Schön gestaltetes Museum mit Außenbereich.

Sapporo Pirka Kotan

Boot der Ainu – Ausstellungsstück im Sapporo Pirka Kotan Museum

National Ainu Museum und Park
Im April 2020 eröffnet eine neues Ainu-Museum am Porotosee.
https://ainu-upopoy.jp/en/

Sapporo – Die Hauptstadt Hokkaidos

Meine erste Tat in Sapporo: Einen Espresso trinken. Und erst dann bin ich auf den Fernsehturm gefahren und habe mir die Stadt von oben angesehen. Wer genau hinschaut, kann die Skisprungschanze entdecken. Im Winter gibt es in Sapporo ein Schneefestival, Inka von Blickgewinkelt war schon da: Sapporo Snow Festival

Sapporo Hauptstadt Hokkaido

Sapporo von oben

Otaru – Eine Hafenstadt mit Charme

Die berühmteste Sehenswürdigkeit in Otaru ist ein Kanal mit historischen Warenhäusern am Ufer. Vor mehr als 150 Jahren war Otaru ein wichtiger Handelshafen auf Hokkaido. Die Häuser am Kanal und in der Stadt wurden von Händlern im europäischen Stil erbaut. Diese Architektur gilt bei den Japanern besonders exotisch und so pilgern sie in Scharen in das Städtchen und fotografieren und fotografieren…

Otaru auf Hokkaido in Japan

Der Kanal in der Hafenstadt Otaru

Die Shakotan Halbinsel – Cape Kamui

Das sonnige Wetter nutzen wir für einen Ausflug auf die Shakotan Halbinsel. Japan besitzt sicherlich hunderte Leuchttürme, ein wunderschöner steht an diesem Küstenabschnitt. Ebenfalls wunderschön entpuppt sich die Wanderung zum Cape Kamui, von wo aus man nach Russland winken kann. Ob jemand zurück winkt?

Der Leuchtturm auf der Shakotan Halbinsel

Der Leuchtturm auf der Shakotan Halbinsel

Cape Kamui

Wanderung zum Cape Kamui

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