Japan - Mein Lieblingsland

Die vielen positiven Reaktionen auf meiner Japanreise haben mich überrascht. Während meines Besuches in Japan postete ich regelmäßig Fotos auf Facebook und Twitter, mit wesentlich mehr Resonanz seitens meiner Follower als bei vielen meiner sonstigen Reisen. Mein Instagramkanal explodierte geradezu, viele persönliche Nachrichten landeten in meinem Postfach.

Japan – Mein Lieblingsland

Japan stellte sich als Lieblingsland vieler Leser heraus. Von manchen war mir die Leidenschaft bekannt, manch andere lernte ich während meiner Reise als sorgfältige Beobachter und treue Kommentatoren kennen.

Auf der anderen Seite stolperte auch ich selbst mehr oder weniger zufällig über Instagram- und Twitteraccounts, die sich ausschließlich mit Japan beschäftigen. Einige Autoren, deren Japanbücher ich nach Hause schleppte, leben und arbeiten in diesem Land. Und wer immer sich online auf eine Reise nach Japan vorbereitet, wird auf der Webseite von Tessa landen. Ihre detaillierten Infos über die Bedienung von japanischen Waschmaschinen, Tankautomaten und „Wie komme ich zu Tickets beim Sumoturnier?“ retteten mir zwar nicht das Leben, machten mir die Reise aber wesentlich einfacher und angenehmer. Danke, Tessa!

Sumo Turnier in Japan

Spannend, so ein Sumo Turnier in Japan!

Wer sind also diese Leute, die sich Jahr für Jahr auf eine Reise nach Japan begeben? Die japanische Vokabeln pauken, in Japan auf Jobsuche gehen und Bücher oder Blogartikel schreiben?

Für diesen Artikel habe ich einige von ihnen befragt.

Judith Brandner – Journalistin und Autorin

Bei Judith habe ich vor vielen, vielen Jahren sowohl einen Reportagen- als auch einen Radioworkshop belegt. Sie hat Japanologie studiert. Einige ihrer Bücher über Japan stehen bei mir im Bücherregal. Das allerneueste, Japan – Inselreich in Bewegung,  lieferte das Christkind pünktlich am 24. Dezember. 
Sie ist eine kritische Beobachterin des Landes und spricht Themen an, die man in keinem anderen Buch über Japan findet. Trotzdem spürt man in ihren Texten die Liebe zu diesem außergewöhnlichen Land.

Warum hast Du Japanologie studiert? 
Erst mal aus vagem, exotischem Interesse und weil ich weg aus Salzburg wollte.

Wann bist Du zum ersten Mal nach Japan gereist?
Das war 1987, nach Beendigung des Übersetzerstudiums Englisch/Japanisch. Damals hatte ich einen Job an der Österreichischen Außenhandelsdelegation in Tokyo.

Findest Du Japan teuer?
Manches (Fahrten mit dem Shinkansen, Wohnungsmieten, zum Teil Hotels, Studieren an einer Uni) ist sehr teuer. Prinzipiell hat sich Österreich aber in den letzten Jahren preislich stark an das japanische Preisniveau angenähert. Japan hat seit Jahrzehnten Deflation, die Preise steigen kaum. Wenn man sich ein wenig im Land auskennt, kann man durchaus günstig reisen.

Du bist für einen Tag uneingeschränkte Herrscherin in Japan. Was würdest Du ändern?
Ich würde den sofortigen Atomausstieg beschließen, und dafür sorgen, dass kleinere Parteien, die soziale, emanzipatorische und Umweltanliegen vertreten, mehr Chancen haben, ins Parlament einzuziehen.

Angenommen Du ziehst nach Japan um dort Deinen Lebensabend zu verbringen. Welche Stadt/Region würdest Du wählen und warum?
Vor kurzem hätte ich noch gesagt: Kyoto. Seit ein paar Jahren ist die Stadt jedoch dem Massentourismus anheimgefallen. Vielleicht würde ich Shikoku wählen, weil es noch sehr naturbelassen ist, oder Okinawa, wegen der Wärme und der aufmüpfigen Menschen.

Hast Du eine japanische Lieblingsspeise? Wenn ja, welche?
Hausmannskost, wie früher bei Frau Ogino (ihrer japanischen Oma) oder zuletzt in der Familie meiner Studentin Yoshie. Immer wieder Sashimi, Seeigelsushi, oder Ebi, also japanische Langusten, in allen Varianten. Seegurke und Asahi Super Dry. Und natürlich Soba oder Udon.

Ist Japan Dein Lieblingsland?
Ich habe noch nicht über meine Lieblingsländer nachgedacht, aber ja, im Grunde ist es doch immer wieder Japan, wo es mich hinzieht. Österreich mag ich auch gern.

Judith Brandner

Judith Brandner – Copyright Rita Newman

Tessa vom Blog Wanderweib.de

Tessa lebt seit 2013 in Tokio. Auf ihrem Blog Wanderweib.de gibt es zu allen möglichen und unmöglichen japanischen Themen Blogbeiträge. Wie schon in der Einleitung erwähnt, waren mir diese Blogbeiträge eine große Hilfe während meiner Japantour. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, Tessa weiß alles über Japan! Zusätzlich ist sie eine Bloggerin, die ihre Beiträge akribisch überarbeitet, und auf den neuesten Stand bringt.

Wann bist zu zum ersten Mal nach Japan gereist und warum?
Das erste Mal bin ich 2008 für ein Praktikum in einer japanischen Firma nach Japan gereist. Insgesamt blieb ich fünf Monate in Nara und verbrachte meine Wochenenden damit, Japan zu erkunden.

Angenommen ich habe nur einen einzigen Tag Zeit für Japan, was soll ich mir ansehen?
Uff, das ist eine schwierige Frage, aber ich würde mir Tokio ansehen. Zuerst auf den Skytree (Aussichtsplattform) und dann nach Asakusa zum Sensoji Tempel. Dort etwas leckeres Essen und Souvenirs einkaufen. 

Möchtest Du in Japan alt werden?
Ja, weil ich jetzt hier meinen Lebensmittelpunkt habe. 

Ist die japanische Sprache wirklich so schwer zu erlernen?
Nein, man muss nur dran bleiben. Pro Woche lernte ich ca. 20 Stunden Japanisch und übte das Sprechen mit Tandem-Partnern. Insgesamt brauchte ich aber 10 Jahre, da ich Japanisch nur nebenbei neben meinem Informatik-Studium betrieb.  

So viel Japanisch braucht man als Tourist aber Dank Internet nicht mehr, das zeigt auch dieser WanderWeib-Artikel: Japanisch für die Japan Reise

Gibt es etwas, was Dich an Japan stört?
Manchmal nervt, dass die meisten Japaner nie sagen, was sie denken. Außerdem gehen mir die vielen Geräusche  auf die Nerven (Rolltreppen, sprechende Toiletten(!) oder Automaten).   

Kochst Du gerne japanisch?
Ja, sehr gerne. Am liebsten koche ich Curryrice oder Tacorice. 

Du lebst in Tokio. Wenn Du umziehen müsstest, welche japanische Stadt würdest Du wählen und warum?
Ehrlich gesagt, würde ich nicht aus Tokio umziehen wollen, da die Stadt viel zu bieten hat. Sollte ich doch müssen, dann vielleicht nach Osaka, da es dort ähnlich viele gute Restaurants gibt.

Tessa vom Japanblog Wanderweib

Tessa vom Japanblog Wanderweib

Evamaria – Vielreisende  

Evamaria kenne ich aus der virtuellen Welt. Sie hat jede einzelne Instagram-Story von mir kommentiert. Wir waren sogar zeitgleich in Japan und haben uns in Fukuoka knapp verpasst. Evamaria wohnt und arbeitet in Wien. Sie ist im Eventmanagement tätig und organisiert nationale und internationale Fortbildungen im medizinischen Bereich. Sie reist häufig beruflich und privat. Privat reist Evamaria gerne an Orte mit moderner Kunst oder zu Festivals mit Schwerpunkt moderner Kunst.

Wie oft warst Du schon in Japan?
Ich war bis dato insgesamt drei Mal in Japan. Erstmals war ich im April 2015 in Japan, als ich Tokyo, Arashiyama/Kyoto, Naoshima, Takamatsu besichtigte. Dann war ich im Februar 2018 das zweite Mal in Japan. Damals war die Route Okinawa, Sapporo (Snow- & Ice Festival, Lake Shikotsu Ice Festival und Otaro Snow light festival) sowie Tokio und Nara. Meine dritte Reise war im November 2019. Da besichtigte ich Fukuoka, Kagoshima, Ibusuki, Okayama, Adachi sowie Tokyo und Osaka.

Wann bist Du zum ersten Mal nach Japan gereist?
Das war im April 2015. April ist übrigens eine gute Reisezeit: es regnet wenig, die Temperaturen sind angenehm und man kann theoretisch noch die Kirschblüte (zumindest auf Hokkaido) sehen, wenn man mag. Es gibt ja in Japan – so wie bei uns die Wettervorhersage – auch eine Kirschblütenvorhersage (im TV aber auch virtuell und als App)…

Was fasziniert Dich an Japan?
Für mich ist es ein Land, das eine permanente Wundertüte ist. Man entdeckt täglich wunderschöne Landschaften, Kunst, Kultur und die vielen Eigenheiten, die sich von unserer Art zu leben und unserer Sicht der Dinge erheblich unterscheiden und das finde ich nicht nur hochinteressant, sondern auch sehr inspirierend. Ich schätze die Pünktlich- und Sauber- und Freundlichkeit.

Wenn man will,  kann man seine Reise schon ein halbes Jahr exakt im Voraus planen und wenn man selbst nichts daran ändert, wird sich daran nichts mehr ändern. Jeder Zug, jeder Bus etc. wird genau so fahren, wie vor einem halben Jahr geplant. Ich bereise Japan stets mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen und öffentlichen Verkehr, weil das japanische Verkehrskonzept meiner Erfahrung nach, das Weltbeste ist. Mit einer aufladbaren Suica-Card kann man zB in ganz Japan den öffentliche Nahverkehr nutzen und es gibt eine kostengünstige Netzkarte für den Shinkansen, mit dem man mit 300 km/h und mehr durch Japan brausen kann.

Welche Stadt/Region findest Du besonders interessant und warum?
Abgesehen von Tokyo, wofür wohl keine drei Menschenleben ausreichen um diese Stadt vollständig zu erkunden, finde ich Sapporo bzw. Hokkaido hochinteressant. Es bietet zu jeder Jahreszeit landschaftlich wie auch in puncto Feste/Feiern enorm viel. Aber auch die tropischen Paradiese wie Ishigaki, Okinawa sind wunderschön, nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch wie kulturell. 

Hast Du eine japanische Lieblingsspeise?
Eine schwierige Frage, weil ich erstens so gerne esse und zweitens Japan für mich der lukullische Gipfel schlechthin ist. Entgegen allgemeiner Annahme vieler, die noch nie in Japan waren, muss Essen gar nicht tragisch teuer sein.  Ich glaube, meine Lieblingsspeise, deren Rezept ich auch als Souvenir meiner ersten Reise mitbrachte ist, Gyu-Don (牛丼), ein einfaches Rindfleisch-Reisgericht. Ganz besonders gerne esse ich Sake-Don (Reis mit fettigem Lachs) in einem speziellen Lokal am Tsukiji-Fischmarkt. Auch ein sehr sehr einfaches Gericht, bei dem es – was in Japan enorm wichtig ist – erheblich auf die Qualität des Fischs und natürlich auch die des Reis ankommt.

Reis ist ein großes Thema in Japan und man unterscheidet – wie bei bei uns beim Wein – sehr die Anbaugebiete, Lage etc. Bei meiner letzten Reise habe ich enorm viel Dashi gekostet und auch von Edelvarianten bis einfache aufbrühbare Sorten mitgebracht. Dashi (eine Brühe aus Miso, Bonitoflocken und Gemüse), wie auch Gyu-Don ist Umami (Schmackhaftigkeit/Herzhaftigkeit) in perfekter Umsetzung. Meiner bescheidenen Meinung nach, kann man Umami nicht besser umsetzen. Aber auch einfache Onigiri (gefüllte Reisdreiecke umhüllt mit einer Alge für den Crunch) kosten kaum einen Euro, sind zu jeder Tages- und Nachtzeit erhältlich und äußerst schmackhaft.

Was muss ein Tourist Deiner Meinung nach in Japan gesehen haben?
Ich würde hier nichts hervorheben, weil für mich alles relevant ist. Es kommt eher darauf an, ob jemand mehr auf Landschaften fixiert ist, lieber Urbanes erkundet, Gärten, Tempel, Schreine oder gerne japanische oder moderne Kunst sehen mag. Wer das typische Japan sehen möchte, sollte vielleicht eher ländliche Gebiete oder kleinere Städte besichtigen, vielleicht mal nicht in einem Hotel, sondern in einer typischen japanischen Unterkunft mit einem landestypischen Frühstück nächtigen. Das kann man recht teuer (EUR 300+/Nacht) in einem Ryokan haben, aber auch in privaten Unterkünften, oft unter EUR 50,- pro Zimmer. Ich nächtigte einmal in Arashiyama sehr günstig in einer privaten Unterkunft und bekam so viele wertvolle Tipps über die Umgebung, dass ich es gleich bereute nur eine Nacht gebucht zu haben.

Takamatsu hat mir hier ganz besonders gut gefallen. Da gibt es kaum Touristen, den wunderbar idyllischen Ritsurin-Garten, eine der längsten Shopping Malls mit vielen regionalen Produkten und eine traumhaft schöne vorgelagerte Inselwelt (inklusive der Kunstinsel Naoshima). Eigentlich kam ich nach Takamatsu durch puren Zufall: weil es auf Naoshima nirgends ordentlichen Kaffee gab und ich leider ein Coffeeholic bin, war ich einen Tag früher von Naoshima abgereist, weil ich am Naoshima-Strand Wolkenkratzer in der Ferne sah, ein wenig recherchierte und dann bald Richtung Takamatsu aufbrach … Es gab nicht nur zwei Coffeshops, die Stadt war einfach insgesamt eine wunderbare Erfahrung!

Evamaria

Evamaria während ihrer Reise durch Japan

Andreas Neuenkirchen – schreibt über Japan

Auf der Suche nach passender Japanlektüre landeten unweigerlich folgende Bücher auf meiner Leseliste: Gebrauchsanweisung für Japan (Piper Verlag) und Happy Tokio (Dumont Verlag). Erst zu Hause bemerkte ich, dass beide Titel aus der Feder desselben Autors stammen. Andreas Neuenkirchen hat noch weitere Bücher über Japan geschrieben, die im CON Book Verlag erschienen sind. 

Ist Japan Ihr Lieblingsland?
Aus der Ferne betrachtet würde ich unterschreiben, dass Japan mein Lieblingsreiseland ist. Aber ganzheitlich betrachtet wäre mir der Lieblingsbegriff zu pauschal. Ich möchte nirgendwo anders leben, gleichwohl ist das Land nicht frei von Missständen, die allzu blauäugiges Fähnchenschwenken verbieten.

Welche japanische Band muss man als Ausländer kennen?
Einen eigenen Musikgeschmack zu kultivieren ist mir inzwischen zu anstrengend. Mein Tochter hört am liebsten Little Glee Monster, und ich beuge mich dem gerne.

Können Sie japanisch kochen?
Ich finde ja. Solange man von mir nicht mehr erwartet als Ingwerschwein, Curry Udon, Yakisoba oder Spaghetti Napoli.

Sie sind für einen Tag uneingeschränkter Herrscher in Japan. Was würden Sie ändern?
Japan braucht mehr Gleichberechtigung und weniger Plastik. Das mit der Gleichberechtigung wird nicht an einem Tag zu schaffen sein, denn die Frauenrechte sind ja auf dem Papier schon allesamt da, sie wollen nur nicht recht in die Köpfe rein. Da scheint mir ein schnelles Erlassen von umfassenden Verboten von Kunststoffverpackungen und ähnlichem innerhalb meiner kurzen Amtszeit erfolgsversprechender.

Was fasziniert Sie an Japan? Oder, anders gefragt: Fasziniert Sie Japan immer noch?
Mich fasziniert nach wie vor immer mal wieder was. Neulich habe ich zum ersten Mal Soba-Nudeln gemacht (gemacht, nicht nur gekocht), das Grab meiner Schwiegergroßmutter repariert und gereinigt, und versucht, bei der Gedenkfeier gesanglich hinterherzukommen, was selbst den Muttersprachlern schwergefallen ist. Aber vielleicht ist Begeisterung der bessere Ausdruck als Faszination. Japan begeistert mich. Und es begeistert mich, die Begeisterung als Autor zu teilen. Inzwischen ist mir dabei mehr an der hoffentlich ansprechenden Beschreibung von Normalität gelegen, als von einem Faszinosum ins nächste zu taumeln.

Was möchten Sie unbedingt in Japan sehen/erleben, was Sie bisher noch nicht gesehen/erlebt haben?
Ich habe tatsächlich noch nicht den Berg Fuji bestiegen. Laut meiner Frau soll man das einmal im Leben machen, aber öfter auch nicht, und sie war halt schon. Unsere Tochter hat sich bereiterklärt, mich zu begleiten, aber sie ist erst fünf. Ich werde mich noch ein wenig gedulden.

Ist die japanische Sprache wirklich so schwer zu erlernen?
Ich fand es leicht, mir Grundkenntnisse anzueignen, scheitere aber seit Jahren daran, diese entschieden auszubauen. Kürzlich gab es einen dieser öden Stürme im Twitter-Wasserglas, als ein recht angesehener Autor und Japan-Kenner zugab, Japanisch lediglich auf dem Niveau eines zweijährigen Kindes zu sprechen. Dazu möchte ich stolz festhalten, dass meine Tochter erst mit vier angefangen hat, unaufgefordert für mich in der Öffentlichkeit zu dolmetschen. Ich kann also davon ausgehen, dass ich es mindestens mit dreijährigen Kindern aufnehmen kann. Nimm das, Pico  Iyer!

Andreas Neuenkirchen

Andreas Neuenkirchen

Sarka – Japanliebhaberin 

Sarka lernte ich bei einer Pressekonferenz in Wien kennen. Sie ist Markt Managerin der Pilatus Bahnen in der Schweiz. Von ihrer Leidenschaft zu Japan wusste ich nichts. Erst auf meiner Reise erreichten mich übersprudelnde Nachrichten via Facebook.

Warum ist Japan Dein Lieblingsland? Ich liebe die Kultur, die Mentalität, die Sauberkeit, das perfekt funktionierte System und das qualitative Essen.
Wie oft bist Du bisher nach Japan gereist? Drei Mal
Hast Du eine japanische Lieblingsstadt, und wenn ja, welche und warum? Osaka – ich liebe das Flair dort, die Lage am Meer und die verschiedenen Essensspezialitäten.
Was ist Deine Lieblingsspeise? Mir schmeckt alles: Am liebsten Fisch und Rindfleisch mit Gemüse.
Gibt es etwas, was Dich an Japan stört? Nein
Was möchtest Du unbedingt in Japan sehen/erleben, was Du bisher noch nicht gesehen/erlebt hast? Die Kirschblüte.

Sarka

Sarka liebt Japan

Claudia – Lost in Japan

Mit Claudia bin ich virtuell verbunden. Zuerst ist mir ihr Twitterkanal aufgefallen, dann landete ich auf ihrem Instagram-Account. Ich habe sie gebeten, sich selbst kurz vorzustellen:

Meine Name ist Claudia, ich bin in der Onlinewelt mehr unter dem Namen Yoko unterwegs.
Wie bei vielen ist mein Interesse an Japan durch Anime und Manga begonnen, wurde aber durch meine Liebe zur japanischen Rock- und Pop-Musik erst richtig geprägt. Nach einigen Reisen nach Japan und einem Working Holiday Jahr 2013/14 habe ich 2016 meinen japanischen Mann geheiratet und bin nach Japan ausgewandert. Wir leben derzeit im äußersten Westen von Tokyo und unternehmen daher viel in der Großstadtregion. Ich arbeite als Englischlehrerin für Kinder, habe aber auch einen Japan Shopping Service (Mikeneko-Box.de) und bin als Blogger/Youtuber/Social Media rund um das Thema Japan aktiv.

Wann bist Du zum ersten Mal nach Japan gereist?
Meine erste Japan-Reise war im Dezember 2010 über Neujahr. In den 10 Tagen habe ich Tokyo, Yokohama und Kamakura besucht und bin mit dem Shinkansen für einen Tagesausflug nach Kyoto gefahren.
Rückblickend war es ein recht einfacher Trip, wenn man bedenkt, wie ich diese 10 Tage heute gestalten würde. Aber man muss bedenken, dass die Informationsquellen damals noch nicht so groß waren und ich noch nicht mal ein Smartphone besaß. Heute ist das Reisen ohne mobiles Internet für mich fast undenkbar. Aber es ging damals auch ohne – ohne Internet und mit minimalen Sprachkenntnissen.

Was fasziniert Dich an Japan? Oder anders gefragt: Fasziniert Dich Japan immer noch?
Japan ist ein einzigartiges Land und obwohl ich schon so viel gereist bin und hier schon einige Jahre lebe, gibt es immer wieder Neues zu entdecken.
Die Japaner haben einen ganz eigenen Charakter und oft eine andere Sicht auf Dinge. Die Kultur und Religion ist so anders von dem, was ich aus Deutschland kenne, und das ist für mich bis heute faszinierend.

Welche Stadt/Region findest Du besonders interessant und warum?
Das ist so schwer zu sagen, denn für mich hat jede Stadt und Region, die ich bereist habe, etwas besonderes oder eigenes zu bieten.
Am meisten mag ich aber wahrscheinlich immer noch den Großraum Tokyo – inklusiver den Ausläufern nach Kanagawa. Hier ist immer etwas los. Es gibt immer etwas neues zu entdecken und es finden regelmäßig tolle Veranstaltungen statt. Zudem wohnen wir außerhalb (in Tokyos Innenstadt würde ich nie leben wollen). Wir haben eine recht ruhige Lage, sind aber trotzdem nur eine Stunde vom ganzen Trubel entfernt. 

Was möchtest Du unbedingt in Japan sehen/erleben, was Du bisher noch nicht gesehen/erlebt hast?
Meine Bucketlist hat noch einiges offen. Eines meiner Ziele ist es alle 47 Präfekturen Japans zu bereisen und es fehlen davon nicht mehr viel. Ich möchte mehr von der Kultur kennen und verstehen lernen. Irgendwann möchte ich mich mehr mit den Themen Kimono ankleiden beschäftigen, Shamisen & Koto spielen ausprobieren, mehr über Teezeremonien lernen und selbst Wagashi herstellen. Ich möchte gern einmal eine Veranstaltung mit einer Geisha verbringen und ein Oiran-Fotoshooting machen. Und viel viel mehr.

Was muss ein Tourist Deiner Meinung nach in Japan gesehen haben?
Das ist sehr davon abhängig, wofür sich die Person selbst interessiert. Anime- und Manga-Fans rennen meist sofort nach Akihabara. Ein Stadtteil, wo ich meist nur einmal im Jahr bin, weil ich mich selbst nicht mehr wirklich dafür interessiere. Um Japan etwas kennen zu lernen, sollte man zumindest einmal einen Schrein und einen Tempel besuchen, durch einen japanischen Garten wandern und einmal den Fuji sehen (auch wenn das nicht immer so einfach ist). Ein paar meiner Highlights von Tokyo: Tokyo Tower, Shibuya Crossing, Harajuku, Asakusa und Shinjuku (und ganz viel mehr). Vor allem sollte man aber auch mal aus den Großstädten rauskommen und Japan nicht nur als Tokyo-Kyoto-Osaka sehen. Zudem sollte man sich durch die Japanische Küche probieren – hier gibt es so viel tolles Essen.

Gibt es etwas, was Dich an Japan stört?
Jedes Land hat seine guten und schlechten Seiten und auch Japan sollte man nicht nur die rosarote Brille betrachten. Die japanische Arbeitsmoral ist ziemlich hart – ich arbeite Teilzeit und möchte hier, ehrlich gesagt, keine Vollzeitstelle haben. Die Stellung der Frau ist in der Gesellschaft nicht gleichberechtigt. Die Plastikproblematik ist in Japan noch nicht weiter angekommen und es ist teils echt verrückt, was alles in Plastik verpackt ist. Und man könnte sicher noch viel mehr aufzählen, aber ich belasse es mal dabei.

Möchtest Du in Japan alt werden?
Ganz ehrlich, habe ich noch keine Ahnung, wie meine Zukunft aussehen wird. Mein Mann und ich sind sehr offen und können uns sowohl eine Zukunft in Japan vorstellen als auch in Deutschland oder in irgendeinem anderen Teil der Welt. Vorerst planen wir aber in Japan zu bleiben – sollten nicht irgendwelche Naturkatastrophen uns davon abhalten.

yoko lost in japan

Yoko – Lost in Japan

Ist Japan mein Lieblingsland?

Meine Antwortet lautet nein. Auf der einen Seite fand ich Japan faszinierend, auf der anderen Seite nervten mich so manche Dinge. 

Außerdem habe ich bisher noch kein Reiseland gefunden, dass ich als mein Lieblingsland bezeichnen würde.

Meine Frage gebe ich an Dich, den Leser weiter: Hast Du ein Lieblingsland?

3 comments to Japan – Mein Lieblingsland

  • Das ist eine tolle Zusammenstellung von Japan-Kennern. Ich würde hier noch Tabibito und Dani von Nippon Insider empfehlen, letztere hat das wunderbare „111 Gründe, Japan zu lieben“ geschrieben.
    Mein Lieblingsland war immer unangefochten Neuseeland – bis ich in Japan war. Nach zweimal drei Wochen, die wir das Land „off the beaten track“ im Campervan erkundet haben, ist Japan neben Neuseeland aufs Treppchen gerückt 😉

    Liebe Grüße
    Jenny

  • Tessler

    Hi,
    Nette Zusammenstellung – zumindest einen der erwähnten kenne ich. Und derjenige macht eine Menge möglich, wenn man einen Wunsch (z. B. einen Friseur-Besuch) äußert und um Hilfe dafür bittet. Für mich ein spannendes Erlebnis in Bezug auf „wie definieren Japaner Service“. Dem Konsens der Interviews japanisch sei nicht schwer, möchte ich jedoch entschieden widersprechen. Gut 1 1/2 Jahre hatte ich versucht es zu lernen und das Niveau eines Dreijährigen habe ich nicht mal ansatzweise erreicht. Wer also das vor hat sollte mehr als 5 Stunden pro Woche investieren können.

    Mein Lieblingsland für Reisen sind neben HK und Vietnam durchaus Japan. Leben auf Dauer könnte ich jedoch nie dort.

    VG
    Tessler

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