Venedig – Ich komme wieder

Italien liegt praktisch vor der Haustüre. Genau 7 Stunden und 49 Minuten trennen mich zum Beispiel von Venedig. Ticket kaufen, rauf zum Hauptbahnhof Wien, rein in den ÖBB-Zug, das Rumpeln des Waggons spüren und sich freuen auf den besten Espresso der Welt.

Doch momentan habe ich das Gefühl, Italien liegt auf einem anderen Stern, wenn nicht gar in einem anderen Sonnensystem. Weit, weit weg, unerreichbar für mich, unerreichbar für uns, unerreichbar für die ganze Welt. Italien ist in Zeiten von Corona abgeriegelt, so wie viele andere Städte und Staaten auch.

Venedig Markuslöwe
Den Markuslöwen findet man in Venedig überall
La Fenice
La Fenice – Das Opernhaus in Venedig
San Giorgio
San Giorgio Maggiore

Ich träume mich nach Italien…

Ich klicke mich durch meine virtuellen Fotoalben der letzten Jahren. Insgesamt bin ich viel gereist, ab und an nach Italien. Meine allererste Reise ins österreichische Nachbarland führte mich anlässlich der Maturareise auf die Insel Elba. In Venedig war ich insgesamt dreimal, in Florenz ebenfalls dreimal und 2019 war ich mit Freundinnen in Neapel und Umgebung unterwegs. Weiters besuchte ich im Zuge von Bloggerreisen die Destination Maremma und das Städtchen Cesenatico. Ich schneeschuhwanderte in Livigno und unternahm einen Segeltörn vor Sardinien.

In Rom war ich allerdings noch nie. Die Amalfiküste kenne ich nur von Bildern. Piemont, Sizilien, Abruzzen, Apulien, Gardarsee, Mailand, Siena, lauter weiße Flecken auf meiner Italienlandkarte.

Und trotz dieser weißen Flecken habe ich mich bei Giorgio gemeldet. Giorgio lebt in Venedig und hat ein kleines Appartement, das er an Touristen vermietet. Es gehe ihm und seiner Familie gut, teilte er mir via WhatsApp mit,  er freue sich auf meinen Besuch im August oder September oder Oktober. Und ich freue mich ebenfalls auf „la Serenissima“, die Durchlauchteste!

Bovolo Venedig
Blick vom Bovolo auf den Campanile
Die schönsten Bilder von Venedig
Ich bin noch nie mit einer Gondel durch die Kanäle geschippert
Jüdisches Viertel in Venedig
Jüdisches Viertel in Venedig

Venedig – Meine Lieblingsstadt in Italien

Venedig und ich, das war keine Liebe auf den ersten Blick. Eher das Gegenteil. Zu heiß, zu teuer, zu viele Touristen. Das Venedig, das ich suchte, das ich mir immer als geheimnisvolle und romantische Stadt vorgestellt hatte, fand ich nicht.

Glücklicherweise gab ich der Stadt eine zweite Chance. Ich spazierte durch menschenleere Gassen, fuhr stundenlang mit dem Vaporetto von Insel zu Insel und probierte mich durch das Angebot der besten Cichetti-Bars.

Beim dritten Anlauf katapultierte sich Venedig endgültig an die Spitze meiner Lieblingsstädte. Die Reisezeit, Anfang Dezember, hat dabei sicherlich eine große Rolle gespielt. Keine Kreuzfahrtschifftouristen, die die schmalen Gassen blockierten, kein Gedränge in den Museen, und zusätzlich noch herrliches Herbstwetter.

Ich fand noch mehr Cichetti-Bars, reiste mit dem Vaporetto zu noch mehr Inseln, bestieg Kirchtürme, eroberte Aussichtspunkte, fand mich im Opernhaus wieder, ließ mich durch das jüdische Viertel führen, machte mich auf die Spuren von Giacomo Casanova und genoss jeden einzelnen Schluck des teuersten Kaffees, den ich jemals getrunken habe.

Venedig, ich komme wieder!

Aperitif mit Cicchetti
Aperitif mit den berühmten venezianischen Cicchetti
Venedig
Canal Grande in Venedig
Das Cafe Florian in Venedig
Teuer, aber gut! Das Cafe Florian in Venedig

Mit diesem Beitrag folge ich Barbara’s und Ilona’s Aufruf zu Blogparade „Italien – Ich komme wieder“. Diese zwei Reisebloggerinnen haben sich nicht nur in eine einzige Stadt verliebt, sondern gleich ins ganze Land.
Barbara’s Beitrag: Italien – Ich komme wieder
Ilona’s Beitrag: Italien – Ich komme wieder

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Andreas Moser am 04/04/2020 um 17:06

    Ich war nur einmal in Venedig, aber das zum Glück im Februar, als es null Grad hatte. Kaum Touristen, aber schaurig schöner Nebel.
    Und mein zweites Glück war, dass ich über Cuchsurfing bei einem Architekten landete, der bei der Biennale arbeitete. Er konnte mir nicht nur alles zeigen und erklären, sondern nahm mich mit aufs Dach des Biennale-Gebäudes, gleich neben der Einfahrt zum Canale Grande. Fantastische Ausblicke!

    Ich habe mal einen Winter in Sizilien und einen Sommer in Apulien gewohnt. Beides sehr schön, wobei ich Sizilien interessanter, schöner und auch freundlicher empfand.

    Über beide Regionen habe ich ein bisschen gebloggt, du kannst dir ja vielleicht ein bisschen Vorfreude holen:
    https://andreas-moser.blog/category/italien/sizilien/
    https://andreas-moser.blog/category/italien/apulien/

    Und die Coronazeit ist doch gar nicht so schlecht, wenn man sowieso weiter Italienisch lernen wollte. 🙂

  2. Veröffentlich von Ilona von wandernd.de am 05/04/2020 um 18:33

    ach ja, mir gings ähnlich mit Venedig. Mein erster Anlauf war während der Abifahrt. damals waren wir in der Toskana, mein erster richtiger Besuch in Italien – und ich hab mein Herz schlagartig an Italien verloren. Auf dem Rückweg machten wir in Venedig Stopp für ein paar Stunden. Das gefiel mir gar nicht. Es war voll und wir wurden den ganzen heißen Nachmittag von unserer Lehrerin durch die überfüllten Gassen geschleift. Es war heiß und die Kanäle stanken erbärmlich.
    Ein paar Jahre später war ich für den Karneval dort, auch wieder nur einen Tag. Es war kühl und sonnig – und stank gar nicht.
    Mein dritter Venedigbesuch dauerte dann ein gutes Jahrzehnt – wieder zum Karneval – und der vierte fand im Jahr darauf statt.

    Ich kanns nicht erwarten, wieder einen Zug zu besteigen und nach Italien zu fahren. Im Frühsommer habe ich Venetien gebucht… und eigentlich habe ich nicht vor, das abzublasen!

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.


Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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