Skifahren, meine Leidenschaft?

Am Freitog auf’d Nocht, montier i de Schi, auf mei Auto und daun begib i mi…

Ich schwöre es euch, jeder, wirklich jeder Österreicher kennt dieses Lied von Wolfgang Ambros. Von manchen wird es sogar als zweite Bundeshymne bezeichnet, wobei es in starker Konkurrenz mit Rainhard Fendrichs „I am from Austria“ steht. Aber auch in diesem Lied kommen sie vor, die im April schmelzenden Gletscher.

Berge, Gletscher, Eis und Schnee, als nicht-skifahrende Österreicherin tut man sich da manchmal ganz schön schwer.

Schneeschuhwandern Meran2000

Aber natürlich bin ich als Kind auf Ski gestanden.

Ich habe sogar ein Beweisfoto.

Dieses Bild entstand direkt neben meinem Elternhaus in Oberösterreich, und nur einige Kilometer davon entfernt gab es sogar einen Skilift. Mittlerweile ist der Lift verschwunden, genauso wie der Schnee, der uns Kindern regelmäßig die Weihnachts- und Semesterferien versüßte. Es musste nicht unbedingt Skifahren sein. Schneeiglu-Bauen, Sackerl-Rutschen und Schlittenfahren stand genauso hoch im Kurs, wenn nicht sogar höher.

So gar nicht leiden konnte ich die Schulskikurse.

Das begann schon im Sportunterricht bei der Skigymnastik. Welch ein Getue um die Abfahrtshocke! Ich wusste doch dass ich nie im Leben eine Abfahrt bestreiten würde. Wie erwartet landete ich bei jedem Skikurs zu Beginn in der letzten Gruppe und durfte meist nach einem halben Tag „aufsteigen“, in die Gruppe 4. Dort gefiel es mir ganz gut. Von uns wurde nicht viel verlangt. Die einzige Aufgabe bestand mehr oder weniger darin, mit dem Schlepplift heil oben anzukommen und irgendwie die Skipiste runterzurutschen. Abfahrtshocke? Fehlanzeige!

Diese Skikurse habe ich so erfolgreich verdrängt, dass ich nicht einmal mehr weiß, wie viele es waren. Das Thema Skifahren war für mich abgehakt. So traf mich vor einigen Jahren fast der Schlag, als ich eine Einladung von Kärnten Tourismus erhielt. Ich solle mich doch einer Pressereise zum Thema Skifahren anschließen. Ein Programmpunkt: Ski vor 9 mit Franz Klammer. Ja, richtig gelesen, DER Franz Klammer!

Skifahren mit Franz Klammer

Der Olympiasieger von Innsbruck, Abfahrtsweltmeister, Weltcupsieger, Sportler des Jahres und Träger unzähliger Ehrenzeichen in Gold und in Silber sollte MIR Skifahren beibringen? Ich tat ihm und mir einen Gefallen und sagte die Reise ab. Übrigens war der Programmpunkt kein spezieller Event für Journalisten und Blogger, Skifahren mit Franz Klammer kann jeder in Bad Kleinkirchheim.

Kärnten-Tourismus hat mich netterweise nicht aufgegeben. Als Ersatz für die Ski-Reise schickten sie mich im Sommer an den Millstätter See. Die See- und Bergberührungen waren ganz nach meinem Geschmack. Sehr gerne denke ich auch die Wanderung am Weg der Liebe zurück, der mich auf die Idee brachte, irgendwann in meinem Leben den Alpe Adria Trail zu gehen.

Ab und an denke ich trotzdem noch an meine Skifahrverweigerung zurück. Nicht dass ich die Absage bereue, das ist es nicht. Aber ist es nicht oft so, dass man Dinge tun und lernen muss, doch der Zeitpunkt passt gerade nicht? Oder die Lehrer brachten nicht die nötige Geduld auf?

Stricken habe ich als Kind gehasst, jetzt freue ich mich über jede freie Minute, die ich an Schals und Hauben werkle. Englisch war mein schwächstes Fach in der Schule, den Unterricht habe ich als Erwachsene nachgeholt und jetzt bin ich froh darüber. Richtig Schwimmen erlernte ich ebenfalls erst vor einigen Jahren.

Also soll ich dem Skifahren noch einmal eine Chance geben?

Mich um die richtige Ausrüstung inklusive Damen Ski kümmern und mit einem Skilehrer – er muss ja nicht Franz heißen – die Pisten hinunter wedeln?

Vielleicht komme ich auf den Geschmack und jodle dann mit vielen Skifans mehrstimmig den Refrain der zweitliebsten Bundeshymne: Wei schifoan is des leiwaundste, wos ma sie nur voistön kau…

Zum Skiparadies Kärnten geht es hier: Skifahren in Kärnten

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.


Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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