Meine Lieblingsplätze in Wien
Wie ich auf die Idee gekommen bin, einen Beitrag über meine Lieblingsplätze in Wien zu schreiben? Im Blogartikel „Fremdenführer in Wien“ befragte ich meine Interviewpartnerinnen und Interviewpartner nach ihren liebsten Plätzen in Wien. Die Antworten sind zum Teil sehr originell.
Etwa zur gleichen Zeit wurde mir auf Facebook ein Bild von Reisebloggerin Barbara aka Reisepsycho in die Timeline gespült. Sie lebt in Graz und präsentierte ihren Followern einen ihrer liebsten Plätze. Ich vernetzte mich mit Barbara und wir machten einen Deal. Während sie einen Artikel über ihre Grazer Lieblingsplätze schreibt, präsentiere ich euch meine liebsten Plätze in Wien.

Meine Lieblingsplätze in Wien
Schönbrunn
Schönbrunn ist die meist besuchte Sehenswürdigkeit in Wien. Da viele Touristen einzig und allein das Schloss stürmen und kaum Besichtigungszeit für den Schlosspark einplanen – die Gloriette mal ausgenommen – , gibt es viele einsame Pfade in dem riesigen Park.
Mein schönstes Erlebnis in Schönbrunn hatte ich vor vielen Jahren bei einem Abendlauf. Ein Fuchs spazierte gemütlich über die Lindenallee und verschwand Richtung Römischer Ruine.
Und Schönbrunn hat noch viel mehr zu bieten. Mein botanisches Wissen versuche ich regelmäßig im Botanischen Garten zu vertiefen. Der Eiskaffee in der Jausenstation ist prämierungswürdig und die Rosen im Rosarium duften besonders intensiv. Der Blick von der Gloriette hinüber zum Limoniberg, wo die goldene Kuppel der Steinhofkirche in der Sonne leuchtet, ist ebenfalls einzigartig. Außerdem gibt ein Freibad auf dem Parkgelände. Nicht zu vergessen der Schönbrunner Adventmarkt, der meiner Meinung nach zu den schönsten in Wien zählt.
Mein Artikel über Schönbrunn im Herbst



Wiener Kaffeehaus
Ich war schon immer eine begeisterte Kaffeehausgeherin. Angefangen hat meine Kaffeehausliebe im Cafe Tirolerhof während meiner Studienzeit. Abgelöst wurde es durch das Hawelka in der Dorotheergasse und dem Café Bräunerhof in der Stallburggasse. Jahre später zog es mich ins Café Goldegg, ins Café Sperl und ins Café Schwarzenberg. Mittlerweile zähle ich mich zu den Stammgästen vom Café Jelinek und dem Café Rüdigerhof.
Übrigens gehe ich nicht wegen des Kaffees ins Kaffeehaus.
Ich halte es da mit Alfred Polgar:
“Ins Wiener Kaffeehaus geht man, wenn man allein sein will, dazu aber Gesellschaft braucht.”



Mein Beitrag zum Thema Kaffee: Sprüche und Zitate
Darling, ich bin im Kino
Die Zahl der Kinos hat in Wien rapide abgenommen. Verschwunden sind das Auge Gottes – ja, das hieß wirklich so – , das Wiener Kolosseum, das Metro vis-a-vis, das Tuchlauben-Kino, das Kino am Graben und das Kino im Künstlerhaus. In das Kino im Künstlerhaus zog das Stadtkino ein, das bis 2013 am Schwarzenbergplatz untergebracht war.
In allen diesen Kinos war ich regelmäßig zu Gast, meist am Kinomontag, wo ein Ticket 35 Schilling kostete und damit um 10 Schilling billiger war als der Normalpreis.
Heute darf ich zwei Kinos in Wien zu meinen Lieblingen küren. Es sind dies das Filmcasino in der Margaretenstraße und das Votivkino in der Währingerstraße.
Beide Kinos gehören zu den sogenannten Programmkinos. Sie zeigen ausgewählte Filme in Originalsprache – dankenswerterweise mit Untertiteln-, organisieren spannende Filmfestivals und bieten ein gemütliches Kinobuffet an.
Man könnte den Kaffeehausspruch von Alfred Polgar also durchaus umdichten: „Ins Wiener Kino geht man, wenn man alleine sein will, dazu aber Gesellschaft braucht“.


Die Alte Donau
Am liebsten besuche ich die Alte Donau an einem sonnigen Vormittag. Die Bootsverleiher haben gerade geöffnet. Je nach Gemütslage wähle ich ein Ruder-, Tret- oder Elektroboot und drehe einmal eine Runde um das Gänsehäufel, eine Insel in der Alten Donau und das älteste Strandbad der Stadt. Schon bei der Eröffnung wurde das Gändehäufel „Lido von Wien“ genannt.
Meistens werfe ich im Abschnitt Kaiserwasser den Anker raus und lasse beim Anblick auf die „Wolkenkratzer“ (DC Tower, UNO City) sprichwörtlich die Seele baumeln. Ob ich die Schwäne füttere, die Futter suchend das Boot umzingeln, bleibt ganz mir überlassen. Hungrig sehen sie nicht aus.
Inzwischen füllen sich die Badestege der umliegenden Ufer und Strandbäder.
Am Abend wird es am meinem Lieblingsplatz mitten auf dem Wasser deutlich ruhiger. Das Kinderlachen verstummt, die Fische schnappen hungrig nach den Mücken, die Sonne geht unter. Ist heute wirklich Vollmond? Da habe ich Glück gehabt, die Bootsverleiher verlängern an diesem Tag die Öffnungszeiten bis 23 Uhr.



Das Kunsthistorische Museum Wien
Für mich ist es jeder Besuch im Kunsthistorischen Museum etwas Besonderes und Einzigartiges. Kaum bin ich die Stufen zum Eingang emporgelaufen und zeige meine Jahreskarte vor, stehe ich im prächtigsten Museumsfoyer der Welt. Da können weder Louvre noch Metropolitan Museum of Art punkten, sorry!
Alleine der Blick vom Foyer in die darüber liegende Kuppelhalle oder ins pompöse Stiegenhaus, Gänsehaut pur. Und da habe ich noch keines der grandiosen Werke bewundert, die die Wände des Museums zieren oder die Kunstkammer schmücken.
Natürlich habe ich ein Lieblingsbild im Museum. Es ist derzeit im Kabinett 19 ausgestellt und trägt den Titel „Die Malkunst“. Doch jedes Bild, jeder Gegenstand im Museum ist für mich eine Zeitreise und ein Ansporn, vielleicht doch noch einmal Kunstgeschichte zu studieren.



Und jetzt bin ich schon auf Barbaras Beitrag gespannt: Schöne Plätze in Graz
Habt ihr auch Lieblingsplätze in Wien?
5 Kommentare
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GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.
Liebe Gudrun! Danke für deine tolle Idee mit den Lieblingsplätzen – ich hab es sehr genossen, über Graz zu schreiben und über Wien zu lesen! Die Kaffeehäuser in Wien liebe ich auch, genauso wie die Alte Donau. Zu meiner Schande muss ich aber gestehen: ich war noch nie im Kunsthistorischen Museum, weil ich immer in das Museum vis-a-vis abbiege 😉 . Naturwissenschaftlerin halt. LG aus Graz, Barbara
Von mir aus können wir gerne ins Naturwissenschaftliche Museum gehen, da war ich schon ewig nicht mehr. Die Dachführungen sind sensationell!
Liebe Gudrun,
da bekomme ich doch tatsächlich großes Wien-Weh. Ich war mal eine Weile lang wöchentlich in Wien – leider immer nur ganz kurz: Von Budapest aus mit dem Auto, um Zeitungen von einem Verlag in den anderen zu transportieren ;). Da hat’s nur für nen schnellen Tourisnack aufm Naschmarkt gereicht, sorry haha. Aber als Jugendliche war ich mit meinen Eltern mal dort im Urlaub und später war ich Riesenfan von „Before sunrise“. . spätestens seitdem will ich unbedingt mal wieder für länger hin und die Stadt richtig entdecken. Ins Filmcasino will ich dann auf alle Fälle!
Liebe Grüße aus Berlin (…da könnte ich eigentlich auch mal meine Lieblingsplätze aufschreiben!)
Sandra
Ich bin schon gespannt!
Hallo Gudrun,
In zwei Wochen bin ich in Wien. Danke für deine ausführlichen, und interessanten Tipps.
Schade, dass du keine Führungen anbietest.
LG Michael