Wandern in Falkenstein

Dass der Wein im Weinviertel zu den besten Tropfen Österreichs gehört, wusste ich. Dass die Region in Niederösterreich zusätzlich wunderschöne Wanderwege aufweist, war mir allerdings neu. Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass mich die Wanderlust erst in meinen späten Lebensjahren gepackt hat. Mit Wandern verband ich Touren im hochalpinen Gelände, wo sich schwindelfreie Bergfexe um Gipfelkreuze scharen und ihre Sportlichkeit unter Beweis stellen.

Da meine Sportlichkeit nicht für weiter-höher-schneller reicht, fühle ich mich im Weinviertel gut aufgehoben. Als Ausgangspunkt meiner Wanderung wähle ich die Ortschaft Falkenstein.

Die Burgruine in Falkenstein
Beim Wandern in Falkenstein immer im Blick: Die Burgruine

Falkenstein im Weinviertel

Falkenstein ist eine typische Weinbaugemeinde. Was die Gemeinde allerdings besonders macht, ist zum einen die Burgruine, die malerisch über der Ortschaft prangt, und zum anderen die wunderschöne Kellergasse, die mit ihren 65 Presshäusern zu den schönsten Kellergassen Niederösterreichs gehört.

Traktor und Presshäuser
Ist es die schönste Kellergasse im Weinviertel?

Wandern in Falkenstein

Wandern wird in Falkenstein großgeschrieben. Es gibt folgende gut beschilderte Rundwanderwege:

  • Kleiner Falkenflug – 7 km
  • Großer Falkenflug – bis 16 km
  • Kellergassenflug zum Wein – 2 km
  • Große Weinrieden – 9 km
  • An den Klippen des Urmeeres – tut-gut-Wanderweg 1 – 4 km
  • Auf den Spuren der Venus – tut-gut-Wanderweg 2 – 5 km
  • Zu himmlischen Aussichten – tut-gut-Wanderweg 3 – 4 km
  • Der Feldweg – 7 km
  • Panorama Nordic Walking – 6,5 km

Zusätzlich gibt es noch den 3-Schwestern-Wanderweg, der Falkenstein mit den Nachbargemeinden Poysbrunn und Herrnbaumgarten verbindet. Nicht vergessen darf man auf den Jakobsweg Weinviertel, der in Falkenstein Station macht und den Weitwanderweg 632, der in Langenzersdorf beginnt und in Drasenhofen endet.

Wegweiser zu den Wanderwegen in Falkenstein
In Falkenstein gibt es viele Wanderwege

Nach ausführlicher Beratung entscheide ich mich für den Wanderweg Kleiner Falkenflug.

Die Wanderung Kleiner Falkenflug

Offiziell starten alle Wanderungen in Falkenstein beim Rathaus. Da Falkenstein allerdings ein Herz für Camping-Gäste hat und einen Stellplatz knapp unterhalb der Burgruine anbietet, parken wir dort unser Fahrzeug und starten die Wanderung bei der Burgruine.

Von meiner Seite aus gerne mit einer Besichtigung der Burganlage, doch noch ist März und Führungen sind erst ab April vorgesehen. Macht nichts, ich komme gerne wieder!

Wir marschieren burgabwärts und landen beim Landeplatz des Falken. Die Figur des Falken – beziehungsweise seine Flügeln aus Metall – begleiten uns die gesamte Wanderung. Diese Metallflügeln sind auf Kalksteinen angebracht. Auf den Schwingen sind allerhand Informationen über Geschichte, Land und Leute zu lesen. Das Thema Wein spielt natürlich ebenfalls eine große Rolle.

Burgruine Falkenstein
Burgruine Falkenstein
Schwingen aus Metall mit Informationen zu Falkenstein
Der Landeplatz des Falken

Frühling in Falkenstein

Die ersten Frühlingsboten haben sich entlang des Wanderweges eingefunden. Ich entdecke Kuhschellen und freue mich über die Bienen, die gierig am Nektar naschen. Die ersten Leberblümchen strecken ihre Blütenblätter Richtung Sonne. Die Kirche von Falkenstein kommt in Sicht.  Wenn man wollte, könnte man sich zum Picknickplatz mitten in den Weinbergen aufmachen, eine Option, die ich mir für meinen nächsten Besuch vornehme.

Kuhschelle
Die Bienen freuen sich über Kuhschellen – Die Blume wird auch Küchenschelle genannt
Leberblümchen
Juhu! Der Frühling ist da! Die Leberblümchen blühen schon

Doch jetzt muss ich die Pfarrkirche besichtigen und dann die zahlreichen Schneeglöckchen fotografieren, die das Areal um die Gruftkapelle am Friedhof schmücken.

Die Kirche von Falkenstein kommt in Sicht
Die Kirche von Falkenstein kommt in Sicht
Kirche in Falkenstein
Die Pfarrkirche in Falkenstein ist Jakobus dem Älteren geweiht
Innenraum Pfarrkirche Falkenstein
Blick in den Innenraum der Pfarrkirche Falkenstein
Schneeglöckchen
Schneeglöckchen zieren die Umgebung der Gruft am Friedhof

Wir wandern in Falkenstein vorbei am Rathaus , der Privatlade (ältestes Geldinstitut im deutschsprachigen Raum!) und dem Marktplatz zur Kellergasse mit dem seltsamen Namen Oagossn.

Oagossn – Die vielleicht schönste Kellergasse im Weinviertel

Oagossn, welch seltsamer Name für eine Kellergasse! Dabei handelt es sich einfach um das Dialektwort für Eiergasse. In früheren Jahren war die Kellergasse ein Handelsweg und so zählten auch Hühnereier zu einer begehrten Ware.

Die begehrteste Ware heute ist natürlich der Wein. Zwar wird er nicht mehr in den schmalen Presshäusern gekeltert, doch kann er bei zahlreichen Weinfestivitäten verkostet werden.

Mein Tipp: Wein-Kunst-Kultur Kellergassenfest

Presshäuser in der Oagossn in Falkenstein
Die Presshäuser in der Oagossn in Falkenstein
Bild, daneben ein Fenster mit verzierten Flaschen
Wein Kunst Kultur in der Kellergasse in Falkenstein
Weinrebe aus Holz an einer Tür
wunderschön verzierte Tür

Der Riedenblick

Weiter wandern wir zum Riedenblick und ich nehme jede Knospe bei diesem Frühlingsspaziergang ins Visier. Den Blick auf Kellergasse, Rieden, Burgruine und ganz Falkenstein gerichtet, hören wir ein lautes Zwitschern. Ein Stiglitz singt uns ein Lobeslied. Ob auf unsere Wanderung, auf Falkenstein oder den Frühling, wir werden es nie erfahren.

Kreuz aus Metall
Beim Wandern in Falkenstein wandert man an Kreuzen und Marterln vorbei.
Palmkätzchen
Die Palmkätzchen werfen sich in Schale für den Osterstrauch…
Blühender Haselnusszweig
blühende Hasel
Ein künstlicher Rahmen aus Holz umrahmt die Ortschaft Falkenstein im Hintergrund
Angelangt beim Riedenblick

Zum Weingartenlabyrinth

Zurück bei der Kellergasse nehmen wir eine Abzweigung und wandern zum Weingartenlabyrinth. Noch ist kein Weinlaub zu sehen, auch hier heißt es zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen. Am Picknicktisch Platz nehmen können wir trotzdem.

rote Picknickbänke mit Aussicht auf die Burg
Einer der schönsten Aussichtblicke auf Falkenstein

Unterwegs zum Falkensteiner Weinlehrpfad

Quer durchs Dorf führt die Wanderung zum Weinlehrpfad. Dieser Lehrpfad sei all jenen empfohlen, die sich über die Geschichte des Weinbaus informieren möchten und schon immer eine Reblaus aus Metall sehen wollen. Im Sortenweingarten hängen noch immer Reben an den Weinstöcken.

Warum wir den Weg zum Höllenstein und Stoamandl nicht geschafft haben, ist schnell erklärt. Wir waren zu weindurstig…

Weinlehrpfad Falkenstein
Weinlehrpfad Falkenstein
Reblausskulptur aus Metall
Die böse, böse Reblaus
Weinrebe im Falkensteiner Weinlehrpfad
Weinrebe im Falkensteiner Weinlehrpfad

Und so heißt es wiederkommen nach Falkenstein um die noch unbesehenen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Kurze Wanderinfo:

Start und Ziel: Rathaus Falkenstein
Länge: etwa 7 Kilometer
Gehzeit: wird mit 2 Stunden angegeben – mit Fotostopps wurden es drei Stunden
Wegbeschaffenheit: hauptsächlich Feldwege, im Ort Asphalt

Besonders schön stelle ich mir den Spaziergang zu Ostern vor, wenn alles blüht. Noch mehr Osterspaziergänge gibt es bei Janett von Teilzeitwandern zu entdecken: >>Zum Blog<<

Was gibt es im Weinviertel noch zu sehen?

Zum Beispiel das Liechstenstein Schloss Wilfersdorf. Um zum Artikel zu gelangen, klicke einfach auf das Bild.

Liechtenstein Schloss Wilfersdorf
Liechtenstein Schloss Wilfersdorf

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Silke & Thomas am 23/03/2021 um 19:32

    Hallo Gudrun,

    Wandern, Wein und Campen, das ist eine gute Mischung. Das Weinviertel ist uns schon so oft in irgendwelchen Berichten begegnet, aber bisher haben wir es nicht persönlich geschafft.
    Bin gespannt, ob wir es zeitnah mal hinkriegen, deine Erlebnisse klingen jedenfalls inspirierend.

    Viele Grüße aus Stuttgart, Silke & Thomas

    • Veröffentlich von Reisebloggerin am 24/03/2021 um 12:35

      Das Weinviertel ist auf jeden Fall eine Reise wert…

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.


Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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