Prager Burg: Sehenswürdigkeiten, Tickets & Tipps für deinen Besuch

Die Prager Burg gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die bei einer Reise nach Prag kaum zu übersehen sind – und trotzdem lässt sich ihre tatsächliche Größe von unten nur schwer erahnen. Vom Altstädter Brückenturm sehe ich vor allem die markanten Türme des Veitsdoms, selbst vom Prager Eiffelturm am Petřín verschwimmen die einzelnen Gebäude zu einem riesigen Ensemble.

Denn die Prager Burg ist nicht einfach eine Burg. Sie ist ein weitläufiger Komplex aus Kirchen, Palästen, Höfen, Gärten und kleinen Gassen. Fast 70.000 Quadratmeter umfasst das Areal auf dem Hradschin und gilt damit als größter zusammenhängender Burgkomplex der Welt.

Für meinen Besuch nehme ich mir mehrere Stunden Zeit – und stelle am Ende fest, dass selbst das längst nicht reicht.

Karlsbrücke über die Moldau mit Blick auf die Prager Burg
Karlsbrücke über die Moldau mit Blick auf die Prager Burg

Prager Burg besichtigen: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Anreise: am einfachsten mit der Straßenbahn 22 bis Pražský hrad
  • Zeit einplanen: mindestens 3 bis 4 Stunden, besser einen halben Tag
  • Nicht verpassen: Veitsdom, Südturm, Alter Königspalast, St.-Georgs-Basilika und Goldenes Gässchen
  • Besonders schöne Aussicht: vom Großen Südturm des Veitsdoms
  • Wachablöse: täglich um 12 Uhr findet die feierliche Wachablöse im ersten Burghof statt
  • Mein Tipp: mit der Straßenbahn hinauffahren und nach der Besichtigung über die Alte Schlossstiege hinunter zur Kleinseite gehen
Aussicht auf die Prager Burg
Aussicht auf den Veitsdom

Geschichtliches über die Prager Burg

Der Name Burg ist in Zusammenhang mit der Prager Burg – zumindest so wie sie sich heute präsentiert – ein widersprüchlicher Begriff. Ich erkenne weder mittelalterliche Ringmauern noch Burgzinnen und auch eine Zugbrücke suche ich vergebens. Doch viel wahrscheinlicher ist es, dass diese Gebäudeteile im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte verschwunden sind.

Zahlreiche Kaiser und Könige, deren Namen sich heute in den Geschichtsbüchern finden, veränderten das Aussehen der Prager Burg. Unter Přemysl Ottokar II. wurde es eine uneinnehmbare Festung, Karl IV. gab den Bau des Veitsdoms in Auftrag und Rudolf II. benötigte Räume für seine wissenschaftlichen Sammlungen. Das heutige barocke Aussehen verdankt die Burg der Habsburgerin Maria Theresia. 

Der zweite Burghof mit Zisterne
Der zweite Burghof

Meine Tour durch die Prager Burg

Für die Anreise zur Prager Burg wähle ich die Straßenbahn Nr. 22. Sie bringt mich bis zur Haltestelle Pražský hrad. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Burgareal.

Ich finde diese Variante besonders angenehm: hinauf mit der Straßenbahn, durch die Burg spazieren und anschließend über die Alte Schlossstiege wieder hinunter Richtung Kleinseite.

Bevor ich allerdings richtig mit meiner Besichtigung beginnen kann, werde ich von der Wachablöse aufgehalten.

Verzierte historische Türklinke aus Metall und Holz in der Prager Burg
Wer genau hinschaut, entdeckt viele kleine Details, wie diesen Türgriff

Wachablöse auf der Prager Burg

Die feierliche Wachablöse findet täglich um 12 Uhr im ersten Burghof statt.

Ich beobachte das Spektakel eine Weile. Ein bisschen Pomp und Trara gehört schließlich zu einer Burg, in der heute noch der Staatspräsident seinen Amtssitz hat.

Übrigens sind auch die Uniformen der Burgwache einen genaueren Blick wert. Entworfen wurden sie vom tschechischen Kostümbildner Theodor Pištěk. Er gewann 1985 einen Oscar für das Kostümdesign des Films „Amadeus“.

Dann aber wird es Zeit für meine eigentliche Besichtigung.

Wachablöse der Burgwache auf der Prager Burg
Die Burgwache bei der Wachablöse

Der Veitsdom – Die größte Kirche in Tschechien

Die Eckdaten der größten Kirche in Tschechien lauten wie folgt: Das Hauptschiff ist 125 Meter lang, das Querschiff 60 Meter breit. Der Südturm ist 99 Meter hoch und die Sigismundglocke wiegt 13,5 Tonnen. Baubeginn war im Jahre 1344, fertiggestellt wurde die Kathedrale im Jahr 1929.

Die Kathedrale ist im Inneren reich geschmückt. Die schönste Chorkapelle ist sicherlich die Wenzelskapelle. Doch ich bewundere auch den Reliquienaltar des Heiligen Nepomuk, die Orgeln und ein besonderes Glasfenster, entworfen von Alfons Mucha.

Gotische Westfassade des Veitsdoms mit großer Rosette
Die monumentale Fassade des Veitsdoms
Gotisches Kirchenschiff des Veitsdoms mit Grabdenkmal
Der Blick durch das beeindruckende Kirchenschiff des Veitsdoms
Silbernes Grabmal des Heiligen Johannes Nepomuk im Veitsdom
Es ist alles Silber, was da glänzt – Der Reliquienaltar Hl.Nepomuk
Buntes Glasfenster von Alfons Mucha im Veitsdom in Prag
Das von Alfons Mucha gestaltete Glasfenster gehört für mich zu den schönsten Details im Veitsdom

Aufstieg auf den Südturm – Prag von oben

Auf keinen Fall entgehen lassen darf man sich den Aufstieg auf den Südturm. Für die Bezwingung der 287 Stufen braucht man ein eigenes Ticket, das direkt im Erdgeschoss des Turmes zu erwerben ist. Ich habe in Prag einige Türme bezwungen (siehe Artikel Prag von oben), aber der Südturm verlangte mir alles ab.

Doch die Aussicht auf Prag und die Prager Burg ist einzigartig.

Blick vom Südturm des Veitsdoms auf die Prager Burg und Prag
Der Aufstieg auf den Südturm wird mit dieser Aussicht belohnt
Aussicht vom Veitsdom über die Dächer von Prag und die Moldau
Prag von oben – der Blick reicht weit über die roten Dächer der Stadt

Alter Königspalast – Starý královský palác

Der Alte Königspalast gehört zum ältesten Teil der Prager Burg. Die schönste Sehenswürdigkeit ist ohne Zweifel der Wladislaw-Saal (Vladislav-Saal). Aber es gibt auch noch einen weiteren beeindruckenden Saal mit den Landeswappen und die Zimmer der Böhmischen Kanzlei, wo der geschichtsträchtige zweite Prager Fenstersturz stattfand.

Vladislav-Saal im Alten Königspalast der Prager Burg
Der riesige Vladislav-Saal gehört zu den Höhepunkten im Alten Königspalast
Historischer Tisch und Stühle im Alten Königspalast der Prager Burg
Ein Blick in die historischen Räume des Alten Königspalasts
Historischer Bücherschrank in der Landrechtsstube der Prager Burg
Alte Bücher in der Landrechtsstube des Königspalasts

Der Prager Fenstersturz

Dunkel erinnere ich mich an eine Geschichtsstunde, in der der Prager Fenstersturz erwähnt wurde. Dieses geschichtliche Ereignis fand in den Räumlichkeiten der Burg statt, beziehungsweise auch außerhalb. Zwei habsburgtreue Statthalter wurden samt ihrem Sekretär aus dem Fenster geworfen und landeten leichtverletzt auf einem Misthaufen im Burggraben. In den heutigen Geschichtsbüchern ist mittlerweile zu lesen, dass die schweren Mäntel der Männer den Aufprall abdämpften.

Dieser Fenstersturz – im Fachjargon nennt man diese Vorgehensweise auch Defenestration – löste den 30-Jährigen Krieg aus. Das Fenster, aus dem die Männer geworfen bzw. geschoben wurden, kann man im Alten Königspalast besichtigen.

geoeffnetes-fenster
Ist das das Fenster vom Prager Fenstersturz?

St.-Georgs-Basilika – Bazilika sv. Jiří

Die St.-Georgs-Basilika steht als nächstes auf meinem Besichtigungsplan. Lasst euch nicht von der ziegelroten, im Frühbarock gestalteten Fassade täuschen. Die Basilika ist eine der ältesten Kirchen in Prag, angeblich die zweitälteste. Ihr Ursprung geht auf das Jahr 921 zurück. Nach einem Brand wurde die Kirche im 12.Jahrhundert aufgebaut, natürlich in dem für die damalige Zeit üblichen romanischen Baustil.

Das Innere der St.Georgs-Basilika bildet somit einen starken Kontrast zum gotisch gestalteten Veitsdom.

Romanischer Innenraum der St.-Georgs-Basilika auf der Prager Burg
Die St.-Georgs-Basilika wirkt nach dem prachtvollen Veitsdom angenehm schlicht
Fensterbögen der romanischen Kirche in der Prager Burg
Das romanische Kirchenschiff

Goldenes Gässchen – Zlatá ulička

Das Goldene Gässchen steht am Abschluss meiner Tour. Berühmt geworden sind die bunten, schmalen Häuser, die sich aneinanderschmiegen, durch ein Gerücht. Angeblich soll Herrscher Rudolf II. in dieser Gasse Alchimisten gefangen gehalten haben. Sie sollten für ihn Gold herstellen.

Glaubhafter finde ich die Geschichte, dass im Goldenen Gässchen hauptsächlich Goldschmiede gelebt haben sollen und die Gasse so zu ihrem Namen kam.

Im Haus mit der Nummer 22 schrieb Franz Kafka an seiner Erzählung „Der Landarzt“. Heute ist in dem Häuschen eine Buchhandlung untergebracht. Leider hat sie schon geschlossen, so wie die meisten Häuser in der Gasse. In einem Souvenirgeschäft werde ich fündig und kaufe originelle Lesezeichen für die Daheimgebliebenen.

Bunte kleine Häuser im Goldenen Gässchen der Prager Burg
Die kleinen Häuser machen das Goldene Gässchen zu einem der bekanntesten Orte der Prager Burg
Das Haus im goldenen Gässchen in Prag, wo Franz Kafka an seinen Werken geschrieben hat
Hier hat Franz Kafka seine Erzählung „Der Landarzt“ geschrieben

Wie viel Zeit braucht man für die Prager Burg?

Für die Prager Burg würde ich mindestens drei bis vier Stunden einplanen.

Wer nur durch das Areal spazieren und den Veitsdom von außen ansehen möchte, kommt natürlich schneller durch. Wer aber Veitsdom, Alten Königspalast, St.-Georgs-Basilika und Goldenes Gässchen tatsächlich besichtigen möchte, sollte sich einen halben Tag Zeit nehmen.

Und selbst dann bleibt noch einiges übrig.

Mir fehlt bei meinem Besuch beispielsweise die Zeit für die Königlichen Gärten, das Belvedere und weitere Ausstellungen.

Verzierte historische Türklopfer aus Metall auf einer Holztür
Auch bei den Türklopfern lohnt es sich, genauer hinzusehen

Tickets für die Prager Burg

Das Burgareal selbst kann kostenlos betreten werden. Eintritt benötigt man für die historischen Gebäude.

Der Hauptrundgang umfasst:

  • Veitsdom
  • Alter Königspalast
  • St.-Georgs-Basilika
  • Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm

Der reguläre Eintritt für diesen Rundgang kostet derzeit 450 CZK, ermäßigt 300 CZK. Eine Familienkarte kostet 950 CZK.

Die Eintrittskarte ist zwei Tage gültig. Jedes der inkludierten Besucherobjekte kann damit allerdings nur einmal betreten werden.

Für den Großen Südturm des Veitsdoms benötigt man ein eigenes Ticket.

Stand: August 2026. Da sich Eintrittspreise ändern können, empfehle ich, vor dem Besuch die aktuellen Angaben auf der offiziellen Webseite der Prager Burg zu überprüfen.

Reich verziertes gotisches Portal des Veitsdoms in Prag
Schon das Portal des Veitsdoms lohnt einen genaueren Blick

Öffnungszeiten der Prager Burg

Das Areal der Prager Burg ist täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet.

Für die historischen Gebäude gelten kürzere Öffnungszeiten:

Sommersaison von 1. April bis 31. Oktober:
9 bis 17 Uhr

Wintersaison von 1. November bis 31. März:
9 bis 16 Uhr

Beim Veitsdom gelten sonntags andere Öffnungszeiten. Auch Gottesdienste, staatliche Termine und Veranstaltungen können kurzfristig zu Änderungen führen.

Wer einen bestimmten Bereich unbedingt sehen möchte, sollte deshalb kurz vor dem Besuch noch einmal die aktuellen Öffnungszeiten überprüfen.

Innenraum der reich geschmückten Wenzelskapelle im Veitsdom
Die prachtvoll ausgestattete Wenzelskapelle im Veitsdom

Anreise zur Prager Burg

Am bequemsten finde ich die Anreise mit der Straßenbahn.

Die Linie 22 fährt bis zur Haltestelle Pražský hrad. Von dort erreicht man den zweiten Burghof in ungefähr fünf Minuten.

Eine schöne Alternative ist die umgekehrte Richtung zu Fuß: Von der Kleinseite geht es über die Schlossstiegen hinauf zur Burg. Das bedeutet allerdings ordentlich Höhenmeter.

Meine Variante gefällt mir besser: mit der Straßenbahn hinauf und nach der Besichtigung gemütlich hinunter.

Übernachten in der Nähe der Prager Burg

Wer morgens möglichst früh bei der Prager Burg sein möchte, kann sich eine Unterkunft auf dem Hradschin oder auf der Kleinseite suchen.

Gerade am frühen Morgen und am Abend zeigt sich diese Gegend von einer ganz anderen Seite. Sobald viele Tagesbesucher verschwunden sind, werden die Gassen rund um die Burg wesentlich ruhiger.

Auch die Kleinseite ist für einen Prag-Aufenthalt eine schöne Basis. Karlsbrücke, Prager Burg und Altstadt sind von hier gut zu Fuß erreichbar.

Detail eines Bronzereliefs am Veitsdom in Prag
Auch an den Türen des Veitsdoms gibt es viel zu entdecken

Mein Tipp für die Prager Burg

Mein persönliches Highlight ist der Aufstieg auf den Südturm des Veitsdoms.

Ja, 287 Stufen sind anstrengend. Doch die Aussicht gehört für mich zu den schönsten in Prag.

Wer wenig Zeit hat, würde ich mich auf Veitsdom, Südturm, Alten Königspalast und Goldenes Gässchen konzentrieren.

Und ich würde nicht versuchen, möglichst schnell von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu laufen. Gerade auf der Prager Burg lohnt es sich, auch zwischendurch auf Türen, Fassaden, Wappen und kleine Details zu achten.

Lohnt sich die Prager Burg?

Für mich ganz eindeutig: ja.

Die Prager Burg ist weit mehr als Veitsdom und Goldenes Gässchen. Innerhalb weniger Stunden spaziert man durch mehr als tausend Jahre Geschichte und begegnet Romanik, Gotik, Barock, Kaisern, Königen, Heiligen, Schriftstellern und einem ziemlich berühmten Fenster.

Ich verlasse die Burg schließlich über die Alte Schlossstiege und gönne mir unten eine Pause in einem kleinen Kaffeehaus.

Alles gesehen habe ich nicht. Aber das macht nichts. Nach Prag komme ich bestimmt wieder.

Reisebloggerin Gudrun Krinzinger in Prag

📍 Persönlich besucht

Ich habe Prag 2021 persönlich besucht und war eine Woche in der Stadt unterwegs. Meine Eindrücke, Tipps und Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf dieser Reise.

Meine Prag-Tipps zum Weiterlesen

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2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Lena am 31/01/2022 um 15:04

    Da werden Erinnerungen wach… Ich war schon so lange nicht mehr dort! Und die letzte ordentliche Führung habe ich 2001 mitgemacht. 2016 sind wir nur kurz über den Burgberg gelaufen, soweit wir ohne Ticket kamen. Prag hat halt auch noch so viele andere Attraktionen. Wird echt mal wieder Zeit…

  2. Veröffentlicht von Netreisetagebuch am 01/02/2022 um 17:57

    Ich erinnere mich an die Prager Burg, die war echt beeindruckend. Überhaupt ist Prag eine unglaublich schöne Stadt. Kann ich nur empfehlen.
    Liebe Grüße
    Annette

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.

Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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