Koman Stausee – Mit dem Wohnmobil ins Fjord

Der Koman Stausee war auf unserer Tour durch Albanien gar nicht eingeplant. Doch als ich in Skhodra durch die diversen Reiseführer blätterte und ein Bild vom albanischen Fjord erblickte, war es um mich geschehen. Und da es mittlerweile drei Fährbetriebe gibt, die es ermöglichen, mit dem Wohnmobil über den Koman Stausee zu schippern, änderten wir spontan unsere Reiseroute. Denn auf einer der drei Fähren würde es doch sicher einen Platz für uns und unser Wohnmobil geben, rechneten wir uns aus.

Eine Mail und zwei WhatsApp-Nachrichten waren nötig, um uns einen Platz auf der Fähre Rozafa zu sichern. Damit unsere Reise nicht allzu hektisch wurde, planten wir außerdem eine Nacht direkt in dem kleinen Dorf Koman ein.

Der Koman See in Albanien
Der Koman See

Die Fahrt von Shkodra nach Koman

Schlechte Pistenverhältnisse, unbefestigte Straßen, riesige Schlaglöcher, vor den Straßenverhältnissen in Albanien wird oftmals gewarnt. Jetzt ist es allerdings so, dass wir schon in vielen Ländern dieser Erde unterwegs waren, meist mit einem Mietauto und seit neuestem auch mit unserem Wohnmobil.

Ich kann mehrere Länder aufzählen, wo die Straßen um einiges schlechter gewartet werden als in Albanien. Natürlich darf man sich auf die Zeitangaben des Navis nicht verlassen, aber ansonsten war die Straße von Shkodra bis nach Koman in einem guten und durchaus befahrbaren Gesamtzustand.

Bei Ledi’s Place (Campingplatz und Restaurant) legen wir eine Kaffeepause ein und blicken auf den Vau-Deja-Stausee.

Straße in Albanien
Es geht von Shkodra nach Koman zur Fähre
Wohnmobil auf einer Straße in Albanien
Wir fahren entlang des Vau-Deja Stausees in Albanien Richtung Koman
Wasserflasche auf einem Tisch
Kaffeepause in Ledi’s Place am Vau-Deja Stausee in Albanien

Camping am Koman Staussee

Wir trudeln am späten Nachmittag am Campingplatz Natyra ein, der sich ebenfalls direkt am Ufer des Vau-Deja Stausees befindet. Vom Koman Stausee trennen uns nur wenige Kilometer und eine meterhohe Staumauer. Albanien verfügt über mehrere Wasserkraftwerke, die drei größten (Koman Stausee, Vau-Deja-Stausee, Fierza-Stausee) befinden sich alle im Norden des Landes. Aufgestaut wurde für diese Kraftwerke der Fluss Drin, ebendort wo wir uns gerade aufhalten und ins Wasser starren.

Doch halt! Was befindet sich da in diesem Fischerboot am Anlegesteg? Ein Eisvogel hat sich im Fischernetz verheddert und nur mit viel Müh und Not gelingt es uns das wunderschöne Tier aus seiner Gefangenschaft zu befreien.

Camping Natyra in Albanien
Camping Natyra
Campingplatz am Stausee
Campingplatz in der Nähe vom Koman Stausee
Eisvogel in Albanien
Eisvogel Rettung in Albanien

Unterwegs zum Koman Stausee

Planmäßige Abfahrt unserer Fähre ist um 9 Uhr morgens. Doch bereits um 8 Uhr sitzen wir im Wohnmobil und machen uns Richtung Fähranleger auf. Zwei Kilometer geht es auf der Straße entlang Richtung Berg, bis wir in einem kleinen dunklen Tunnel landen, wo am anderen Ende das blanke Chaos auf uns wartet.

Der Fahranleger ist winzig klein und die Autos und Wohnmobile, die auf die Fähren wollen, sind zahlreich. Aus einem Autobus quellen 20 Nonnen, die einen kleinen behauenen Weg entlang des Berges spazieren um in einer Grotte mit Marienstatue zu beten und zu singen. Anschließend unternimmt die christliche Gruppe einen Bootsausflug.

Zusätzlich zu den drei Fähren frequentieren auch viele Tagesausflügler den Bootsanleger. Ob Fahrräder, ob Motorräder, alle Passagiere suchen „ihr“ gebuchtes Boot oder sind noch auf der Suche nach einem Ticket. Fahrzeuge werden mal nach links, mal nach rechts gescheucht, dass das ohne Karambolagen gelingt ist ein Wunder. Wahrscheinlich hat die Marienfigur einen guten Draht zum Heiligen Christoph, dem Schutzheiligen der Autofahrer und Reisenden.

Nicht ganz zwei Stunden dauert es, bis alle Fahrgäste auf unserer Fähre verstaut sind.

Tunnel Koman
Tunnel zur Komanfähre
Boot an der Anlegestelle Koman
Personenfähre Dragobia am Koman Stausee
Wohnmobile an der Anlegestelle Komanfähre - Koman Stausee
Gewusel an der Anlegestelle
Zwei Wohnmobile stehen eng beieinander auf der Fähre am Koman Stausee
Die Wohnmobile stehen dicht an dicht auf der Fähre

Von Koman bis Fierza auf der Fähre

Der Stausee, auf dem wir uns nun befinden, reicht von Koman bis Fierza und ist je nach Wasserstand um die 35 Kilometer lang. Bei unserer Fahrt im September war so wenig Wasser aufgestaut, dass die größte Fähre Alpin nicht betriebsfähig war. Sie konnte nämlich beim Fähranleger in Fierza nicht anlegen.

Vor uns legt die Fähre Barisha ab und verschwindet zwischen den grünen Berghängen. Schließlich nimmt auch die Rozafa an Fahrt auf. Mal schimmert das Wasser dunkelgrün, mal smaragdgrün, die Berge rücken näher zusammen, unser Fährboot schlängelt sich zwischen den felsigen Abhängen durch.

Nur wenige Passagiere unterhalten sich, die meisten bestaunen die grandiose Landschaft, die an uns vorbeizieht. Insgesamt dauert unsere Fahrt drei Stunden und sie gehören zu den schönsten Momenten dieser Albanienreise.

Koman Stausee in Albanien
Mal hügelig, mal gebirgig, mal breiter, mal schmäler
Berge und Wasser
Das Wasser des Stausees schimmert grün
Koman See
Wenige Minuten später sieht die Landschaft wieder ganz anders aus
Gebirge am Komanstausee
Die albanischen Alpen
Chipspackungen
Der Proviant auf der Fähre
Die Wohnmobile auf der Fähre am Koman Stausee
Fähre am Koman Stausee
Wir sind fast am Ziel!

In Fierza verlassen wir die Fähre und visieren unser nächstes Ziel an: das Valbonatal.

Anlegestelle in Fierza
Die Anlegestellt in Fierza
Wohnmobil auf einer Straße
Es geht ins Valbonatal

Zusätzliche Infos zu den Koman Stausee Fähren

  • Zur Zeit verkehren drei Fähren am Koman Stausee.
  • Der Fahrplan der Koman Fähre ist auf der jeweiligen Homepage ersichtlich.
  • Die Größe des Wohnmobils hat Auswirkungen auf den Preis.
  • Meistens verlangen die Fährbetreiber ein Foto vom Wohnmobil, das bequem über WhatsApp geschickt werden kann.

Die Webseiten der Koman Fähren:

Berisha: https://komanilakeferry.com/en/
Rozafa: https://komaniferry.al/
Alpin: https://www.alpin.al/

Die Campingplätze in Shkodra bieten auch Tagesausflüge an den Koman Stausee (Diga e Komanit) an. Das ist dann eine gute Möglichkeit, wenn das eigene Wohnmobil für die Fähre oder den Tunnel zur Fähre zu groß oder zu schwer ist, oder man vielleicht gar nicht bis ins Valbonatal weiterfahren möchte.

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Ina - sport-tours-travels.de am 24/10/2022 um 14:54

    Hallo Gudrun,
    ein inspirierender Beitrag mit wunderschönen Bildern! Ich bin schon auf Instagram auf Albanien aufmerksam geworden und würde das Land gerne besuchen. Auch das Nachbarland Montenegro spricht mich sehr an.
    Liebe Grüße
    Ina

  2. Veröffentlicht von angelika mandler-saul am 24/10/2022 um 17:23

    Der Tunnel schaut ja besonders niedrig aus. Geniale Fotos, danke für die Einblicke. Auch auf die riesigen Gefährte auf der Fähre.

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GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.


Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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