Monatsrückblick November 2025

Und husch, schon ist er wieder vorbei, der November. Kurz wie ein Wimpernschlag hat er sich angefühlt und war bis an den Rand mit Reisen gefüllt. Mit der Reise nach Bhutan hat mir mein Partner einen Traum erfüllt und momentan sitze ich in Venedig im Hotelzimmer am Laptop und soll diesen Text in die Tasten hauen. Draußen läuten Kirchenglocken, vor dem Fenster spazieren gut gelaunte Venezianer durch die Gassen, die Luft riecht allerdings nach Regen.

Boot mit einem Ruderer in Venedig
Ich kann stundenlang an den Kanälen sitzen und dem Treiben zusehen

Keine Lust zum Schreiben

Ehrlicherweise habe ich zum ersten Mal, seit ich Monatsrückblicke schreibe, keine Lust dazu einen zu schreiben. Wahrscheinlich weil sich noch zu viele Eindrücke aus Bhutan in meinem Kopf stauen und unverarbeitet in meinen Gehirnwindungen herumschwirren. Und statt diese zu verarbeiten, habe ich kurz nach meiner Ankunft in Wien meine Tasche gepackt und bin nach Venedig geflüchtet. In der Hoffnung abschalten zu können. Spoiler: Funktioniert natürlich nicht! Noch immer fasziniert mich diese Stadt aufs Neue und obwohl ich schon wirklich viele Artikel über diese Stadt geschrieben habe, finde auf jeder Reise neue Sehenswürdigkeiten.

Hier findest Du eine Auswahl meiner Artikel über Venedig:

Die bunten Häuser von Burano
Die bunten Häuser von Burano

Venedig für Fortgeschrittene

Heute hat es mich zum Beispiel in die Bibliothek der Pinacoteca Manfrediniana verschlagen. Diese liegt gut versteckt im Stadtviertel Dorsoduro zwischen der berühmten Kirche Santa Maria della Salute und der Punta della Dogana. Eigentlich ist die Bibliothek nicht öffentlich zugänglich. Ich habe mir gedacht, ich schreibe einfach ein freundliches Mail und voila: mir wurde Einlass gewährt.

Anschließend war ich zum dritten Mal im Dogenpalast, diesmal habe ich die Führung „Die geheimen Schätze des Dogen“ gebucht. Bei dieser Führung bekommen Besucher Einblicke in besondere Räumlichkeiten des Dogenpalastes, die bei dem normalen Rundgang nicht angeboten werden. Die gezeigten Räume sind sehr klein und so marschierten wir nur zu zehnt durch den geheimen Garten des Dogen und auch durch die wunderschön gestaltete Privatkapelle.

Dann habe ich noch eine kleine, feine Bar mit wunderbaren Cicchetti entdeckt! Du weißt nicht, was Cicchetti sind? Lies mal hier nach, auf meinen letzten Venedigreisen habe ich mich durchgefuttert.

Der Campanile am Markusplatz in Venedig im November
Der berühmte campanile in Venedig, fotografiert aus dem Dogenpalast

Rundreise durch Bhutan

So, und jetzt komme ich auf meine Bhutanreise zu sprechen. Wie schon in der Einleitung erwähnt, wollte ich immer schon in dieses für mich geheimnisvolle Land. Im Film „Agent of Happiness“, den ich heuer gesehen habe, werden allerdings auch die feinen Risse sichtbar, die sich hinter dem Begriff Bruttonationalglück verbergen.

Kurz erklärt: Das Bruttonationalglück ist ein Entwicklungs­konzept, das den Wohlstand eines Landes nicht am wirtschaftlichen Wachstum misst, sondern am Glück und Wohlbefinden seiner Bevölkerung. Es basiert auf vier Säulen: nachhaltige Entwicklung, Bewahrung von Kultur und Tradition, Schutz der Umwelt und gute Regierungsführung.

Auf dem Papier liest sich das alles perfekt. Meiner Meinung wird das Bruttonationalglück von uns im Westen allerdings falsch interpretiert. Es wird so getan, als wären die Menschen in Bhutan die glücklichsten weltweit. Dabei ist man in Bhutan auch nicht glücklicher oder unglücklicher als anderswo – wie auch? Für unser Glück sind wir schließlich selbst verantwortlich.

Drachennest - der berühmte Tempel in den Bergen in Bhutan
Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Bhutan ist das Drachennest

Die Reise durch Bhutan

Begonnen hat die Rundreise gleich mit einem kleinen Haken: Der Flug von Delhi nach Paro wurde wegen eines Zyklons über Indien gecancelt. Mit unglaublicher Gelassenheit seitens des Personals wurden wir aus dem Gebäude geführt, in einen Bus gesetzt und schließlich in ein Flughafenhotel verfrachtet. Am nächsten Morgen landeten wir bei strömendem Regen in Paro und wurden von unserem Guide Tashi und dem Fahrer Kenshue abgeholt. Ein weißer Schal wurde uns als Willkommensgruß über den Kopf gelegt, und wir fuhren an ausgewaschenen Straßen und Erdrutschen vorbei in die Hauptstadt Thimphu.

Natürlich hatte ich kaum geschlafen. Natürlich stolperte ich völlig übermüdet in ein Land, das so anders ist als alles, was ich bisher gesehen habe. Das liegt zum einen an der Religion – sie verehren nicht Buddha, sondern die Wiedergeburt Guru Rinpoche. Zum anderen lag es auch an ein paar Missverständnissen auf meiner Seite. Als jemand, der mit westlicher Kultur aufgewachsen ist, konnte ich manches anfangs einfach nicht einordnen.

yak
Yakmilch habe ich nicht getrunken, aber Yakwolle habe ich natürlich gekauft

Das Essen war sehr gut, aber ehrlich gesagt nicht besonders abwechslungsreich. Die Feste hingegen fand ich großartig! Berührend war die Neugier auf uns Touristen, diese freundliche Offenheit, die uns überall begegnete. Weniger schön war ein Insektenstich links hinter meinem Ohr, der ziemlich schmerzhaft war. Aber auch in diesem Moment wurde mir sofort geholfen in Form eines amerikanischen Ärztepaars, das mich mit Histaminsalbe und Tabletten versorgte.

Wir fuhren insgesamt 16 Tage vom Westen bis in den Osten des Landes. Im Nachhinein erfuhren wir, dass das nur die wenigsten machen, weil die meisten Touristen lediglich sechs Tage bleiben. Nur sechs Tage! Das ist viel zu kurz! Also wer eine Reise nach Bhutan plant: Bitte bleibt mindestens 10 Tage.

Tänzer in Bhutan
Die Tänzer waren wirklich beeindruckend!

Kurze Pause in Wien

Wie immer lautete das Motto in Wien dann: Wäsche waschen! Und weil ich nur kurz in meiner Heimatstadt verweilte, war mein Terminkalender schon gut gefüllt mit Friseur-, Kino-, Freunde- und Arztbesuchen. Ein Treffen mit ehemaligen Arbeitskollegen war auch dabei, und das war sehr, sehr nett.

Dann hat mich noch der Kaufrausch gepackt und ich habe in einem Geschäft einen wirklich hohen dreistelligen Betrag ausgegeben und bin mit 2 Pullovern und 4 T-Shirts nach Hause gekommen. Ich schreibe das deswegen so detailliert auf, weil ich eigentlich kein großer Freund vom Shopping bin, Bücher und Wolle mal ausgenommen.

Immerhin habe ich im November begonnen, zwei große Schachteln auszuräumen, die seit März im Schlafzimmer standen und mit Erinnerungsstücken aus meinem Elternhaus in Oberösterreich gefüllt waren. Für das eine oder andere werde ich mir einen Platz in der Wohnung suchen und es aufbewahren, andere Dinge habe ich bereits verschenkt.

Ein Highlight im November war der Besuch im Weltmuseum, wo ich an einem Webworkshop teilgenommen habe. Geleitet wurde der Webshop von einer Webkünstlerin und hier geht es zu ihrer Webseite: Gundula Hickisch

Webkamm namens JOhann
Gewebt haben wir mit einem Webkamm namens Johann

Zwei neue Lokale habe ich im November in Wien entdeckt, okay, also eigentlich drei, wenn ich die Konditorei Heiner im 17.Bezirk dazurechne. Schließlich kenne ich die Filiale in der Kärntnerstraße, aber die Atmosphäre im 17. war sehr speziell, vor allem weil sich die Verkäuferinnen so liebevoll um ihre doch oft schon ältere Kundschaft bemühten.

Kaffee und Kuchen auf einem Teller in einer Konditorei
Ganz klassisch: Kaffee und Kuchen im Kaffeehaus

Schließlich habe ich in der Hofburg das Green Door Bistro entdeckt, eine Art Kantine mit sehr günstigen Mittagsmenüs. Ein weiterer kulinarischer Tipp ist das Lokal im Hof, das ich euch ebenfalls empfehlen kann. Feine Küche und super nettes Personal!

Für die Statistik:

Gelesene Bücher im November

Martin Uitz: Lesereise Bhutan
Louise Erdrich: Jahr der Wunder
Leaming Linda: Lachen im Land des Donnerdrachen
Franziska Gänsler: Wie Inseln im Licht
Nava Ebrahimi: Und Federn überall

Am besten gefallen hat mir das Buch von Louise Erdrich. Von ihr möchte ich auch jeden Fall noch mehr lesen.

Kinobesuche im November:

Ein einziges Mal hat es mich im November ins Kino verschlagen. Gesehen habe ich den Film: In die Sonne schauen. Das war ein Film, der mich noch Tage später beschäftigte, im positiven wie auch im negativen Sinn.

Und sonst so:

Gelaufene Schritte: 298.387

Flöte: null (ich hoffe, mein Flötenlehrer liest diesen Beitrag nicht)

Shiatsu: 1x

Skulptur
Wunderschöne Skulptur in Venedig

Worüber habe ich mich im November gefreut?

Als ich zurück in Wien war, lag ein Packerl von meiner Freundin Katharina im Postkasten. Danke, du Liebe!

Das Werkeln mit Wolle beim Webworkshop war ebenfalls sehr inspirierend.

Worauf freue ich mich im Dezember?

Ich freue mich auf jeden Fall auf ganz viele Anmeldungen für meinen Newsletter.

Bild mit einem Foto der Reisebloggerin und dem Aufruf den Newsletter zu abonnieren

Dann freue ich mich aufs Punschtrinken mit Dagmar und meiner Gastautorin Sonja, auf die Weihnachtsfeier mit meinen Freundinnen und auf den Kaffeehausbesuch mit Angelika. Und natürlich auf die neuen Lokale, die ich mit meinem Partner besuchen werde.

Beruflich wird es spannend, denn ich nehme 4 Podcastfolgen auf. Möge mir die Übung gelingen! Außerdem steht eine winterliche Reise ins nördliche Nachbarland an: Es geht ins weihnachtliche Tschechien.

Danke an alle, die meinen November besonders gemacht haben! Besonders an meinen Lieblingsmenschen.

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Miriam blitzt - Miriam Mehlman Fotografie

GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.

Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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