Die schönsten Reiseziele 2026: Meine Wunschziele
Jahr für Jahr zieht es mich im Jänner zur Ferienmesse ins Wiener Messegelände. Wo sonst kann man in wenigen Minuten von Uganda ins Burgenland reisen – und gleich danach von Slowenien nach Tunesien?
Genauso fix wie mein Besuch auf der Ferienmesse ist der Ruefa Reisekompass, der pünktlich dazu erscheint und die großen Reisetrends Österreichs zusammenfasst. Für 2026 zeigt sich dabei ein spannendes Bild: Die Reiselust bleibt hoch, aber sie ist bodenständiger geworden. 80 % zieht es ins europäische Ausland, 66 % verreisen innerhalb Österreichs, und nur 23 % planen Fernreisen.
In Europa bleibt Italien mit 32 % unangefochtene Nummer eins, gefolgt von Kroatien, Deutschland und Griechenland. Bei den Fernreisen führen Thailand, die USA, Japan und die Malediven – Destinationen, die für viele nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste stehen.
Ein anderer Punkt im Reisekompass lässt mich hoffen. Geht es um die Vertrauenswürdigkeit von Urlaubsempfehlungen, vertrauen 78 % der Befragten auf Familie und Freundeskreis, 59 % auf Reiseberater:innen. Nur 12 % schenken künstlicher Intelligenz wie Chatbots oder ChatGPT ihr Vertrauen.
Vielleicht steht da ja irgendwann auch einmal Reisebloggerin in dieser Liste – irgendwo zwischen persönlicher Empfehlung und professioneller Erfahrung.

Reisetrends 2026 – und meine ganz persönliche Antwort darauf
Und genau zwischen diesen Zahlen, Trends und Rankings entsteht meine ganz persönliche Reiseliste für 2026. Sie folgt keiner Statistik, sondern dem, was mich im kommenden Jahr wirklich reizt. Einige dieser Ziele kenne ich bereits – und empfehle sie deshalb ganz bewusst weiter. Andere stehen noch auf meiner Wunschliste und sind pure Vorfreude. Es sind Orte mit hoher Aufenthaltsqualität, Reisen, bei denen ich bleiben möchte statt weiterzuziehen, und Ziele, die sich einfach gut anfühlen. Manche liegen ganz nah, andere weiter entfernt, eines ist bereits fix geplant, vieles andere noch Sehnsucht. Hier kommen sie: meine schönsten Reiseziele für 2026.

Jänner – leise starten, langsam werden
Oulu (Finnland)
Oulu klingt für mich nach Winterruhe. Gerade im Jänner mag ich Orte, an denen man nicht das Gefühl hat, ständig etwas erleben oder abhaken zu müssen – und Oulu erfüllt genau das. Viel Natur, noch mehr Weite und dieses nordische Durchatmen prägen die Stadt besonders in der kalten Jahreszeit.
Dass Oulu 2026 Kulturhauptstadt Europas ist, macht den Ort für mich umso reizvoller. Ich möchte die Stadt bewusst noch vor dem großen Kulturhauptstadt-Trubel erleben. Diese Zeit „davor“ interessiert mich fast mehr als das offizielle Programm, weil sie Raum lässt für Atmosphäre und Alltag.
Bern (Schweiz)
Bern hat die seltene Fähigkeit, historisch und entspannt zu wirken. Ich liebe Städte, in denen Wasser und Grün präsent sind, und Bern hat davon mehr als genug. Selbst im Winter fühlt sich die Stadt nicht grau an, sondern ruhig und klar. Ich würde mir unbedingt noch einmal das Zentrum Paul Klee ansehen, weil ich das Gebäude bei meinem ersten Besuch schon so wunderbar elegant fand.
Mühlviertel (Oberösterreich)
Das Mühlviertel ist für mich die Erinnerung daran, dass man nicht immer weit weg muss, um woanders zu sein. Die Granitlandschaften, die sanften Hügel und die kleinen Orte wirken wie ein Gegenmittel zum schnellen Alltag. Als konkretes Ziel zieht es mich in den Böhmerwald, wo Langlaufen und Winterwandern fast meditativ wirken. Dort draußen, zwischen verschneiten Wäldern und offenen Hochflächen, findet das Mühlviertel für mich genau seine Stärke.

Februar – Stadtleben und ein bisschen Wärme
Cádiz (Spanien)
Cádiz im Februar ist ein Stimmungswechsel mit Ansage. Diese Stadt kann Karneval – und zwar nicht nur als Show, sondern als gelebte Kultur auf der Straße. Ich mag das, wenn eine Stadt sich selbst feiert. Dazu kommt Atlantikluft, Tapas und dieses südliche Licht, das sofort alles freundlicher macht, auch das Leben. Cádiz ist gleichzeitig alt, sehr lebendig und angenehm kompakt für einen Wochenendtrip. Auf meinem Besichtigungsplan stehen natürlich die Kathedrale von Cádiz und der Ausblick vom Torre Tavira.
Bilbao (Spanien)
Bilbao reizt mich, weil es Kunst und Alltag so selbstverständlich verbindet. Die Stadt ist modern, ohne steril zu wirken, und kulinarisch sowieso ein Traum. Bilbao ist außerdem ideal, wenn man eine Stadt möchte, die inspiriert, aber nicht überfordert. Man kann sich treiben lassen und trotzdem jeden Tag etwas Besonderes entdecken. Fix auf meiner Liste: das Guggenheim Museum Bilbao. Das würde ich wirklich sehr gerne besichtigen.
Palermo (Sizilien)
Palermo ist einer dieser Orte, die einen völlig unerwartet erwischen. Ich war letztes Jahr dort – und die Stadt hat sich innerhalb kürzester Zeit direkt in mein Herz katapultiert. Palermo ist intensiv, widersprüchlich und voller Geschichte, aber gleichzeitig unglaublich lebendig und menschlich. Gerade außerhalb der Hochsaison zeigt sich die Stadt von ihrer besten Seite: noch nicht überlaufen, entspannter Rhythmus, keine Kreuzfahrttourist:innen, die durch die Straßen geschoben werden.
Wenn ich einen ganz konkreten Tipp geben darf, dann ist es der Normannenpalast mit der Cappella Palatina. Diese Mischung aus normannischer Architektur, byzantinischen Mosaiken und arabischen Einflüssen ist überwältigend – und erklärt Palermo besser als jeder Reiseführer.

März – Kunstmonat, aber bitte mit Atmosphäre
Antwerpen (Flandern)
Mode, Design, alte Meister und moderne Ideen liegen in Antwerpen nah beieinander. Man kann einen ganzen Tag im Museum verbringen und hat trotzdem das Gefühl, noch nicht fertig zu sein. Antwerpen ist außerdem perfekt zum Flanieren. Unbedingt anschauen: das KMSKA (Königliches Museum der Schönen Künste) – ein echtes Highlight für Kunstreisen.
Mechelen (Flandern)
Statt nach Brügge zieht es mich 2026 nach Mechelen – eine Stadt, die oft übersehen wird und genau deshalb spannend wirkt. Mechelen liegt zwischen Antwerpen und Brüssel, fühlt sich aber deutlich ruhiger und konzentrierter an. Mich reizt diese Mischung aus historischer Tiefe und Alltagsleben, ohne große touristische Inszenierung. Es ist eine Stadt, die man nicht „abarbeitet“, sondern langsam entdeckt – perfekt für einen entschleunigten Städtetrip.
Ein Ort, den ich mir dort unbedingt ansehen möchte, ist die St.-Rombouts-Kathedrale. Allein der Turm prägt das Stadtbild, und der Blick von oben soll großartig sein.
Gent (Flandern)
Gent ist eine Stadt, die ich schon einmal besucht habe – allerdings ist das viele, viele Jahre her. Gerade deshalb reizt mich eine Rückkehr besonders: Mich interessiert, wie sehr sich die Stadt verändert hat und was ich heute vielleicht ganz anders wahrnehmen würde. Gent gilt als jung, kreativ und sehr lebenswert, und ich bin neugierig, ob sich dieses Bild mit meinen Erinnerungen deckt.
Eines weiß ich allerdings ganz sicher: Beim letzten Besuch habe ich den Genter Altar nicht gesehen. Warum, weiß ich selbst nicht mehr – umso größer ist jetzt der Wunsch, dieses Meisterwerk endlich in Ruhe zu betrachten, ohne Eile und ohne Ablenkung.

April – Frühling in Europa
Riga (Lettland)
Riga ist eine dieser Städte, bei denen ich das Gefühl habe, noch nicht fertig zu sein. Ich war schon einmal dort, anlässlich meiner Baltikum Rundreise, aber irgendwie bleibt der Eindruck, dass da noch mehr auf mich wartet.
Ich liebe Jugendstil, und Riga ist dafür ein Traum – Fassaden, Ornamente und ganze Straßenzüge laden zum Staunen ein. Im Mai wirkt die Stadt besonders freundlich, wenn die Parks wieder lebendig werden und man alles gut zu Fuß erkunden kann.
Trenčín (Slowakei)
Trenčín steht 2026 im Rampenlicht – die Stadt ist Kulturhauptstadt Europas, und genau das ist der Grund, warum ich unbedingt hinmöchte. Am liebsten würde ich zur Eröffnung reisen, wenn sich alles noch neu anfühlt und die Aufmerksamkeit auf dem Anfang liegt.
Brünn (Tschechien)
In Brünn war ich schon mehrmals – und trotzdem zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Zuletzt habe ich die Villa Tugendhat besucht. Brünn ist für mich außerdem die ideale Stadt für eine kurze Auszeit: von Wien aus hervorragend mit dem Zug erreichbar, sogar als Tagestrip machbar, wenn man Lust auf etwas Neues hat, aber keinen Großstadtstress möchte.

Mai – Frühlingsenergie, aber ohne Hektik
Sarajevo (Bosnien & Herzegowina)
Sarajevo habe ich gemeinsam mit meinen Freundinnen gebucht – die Entscheidung dafür ist eigentlich schon vor Jahren gefallen. Wir haben immer wieder über diese Stadt gesprochen, über ihre Geschichte und die besondere Atmosphäre. Und heuer ist es endlich so weit. Meine Vorfreude wächst mit jedem Gedanken daran.
Ein Muss ist für mich die Baščaršija, der historische Bazar und das kulturelle Zentrum. Was ich mir jetzt noch besorgen muss, ist ein guter Reiseführer
Kotor (Montenegro)
Kotor ist dramatisch schön – Berge, Meer, Altstadt, alles auf einmal. Ich mag Orte, die sofort Atmosphäre haben, und Kotor hat davon mehr als genug. Im Frühling ist es dort um einiges angenehmer als im Hochsommer. Kotor ist außerdem perfekt, wenn man Geschichte und Landschaft gleichzeitig haben möchte. Man kann morgens durch die Altstadt bummeln und nachmittags schon wieder am Wasser sitzen. Ein Muss ist der Aufstieg zur Festung San Giovanni, der Blick über die Bucht ist wirklich unvergesslich.
Madeira (Portugal)
Ich war schon zweimal auf Madeira – und diese Insel geht für mich wirklich immer wieder. Genau das macht sie so besonders: Man kann genauso gut ein paar Tage in Funchal verbringen, oder an geführten Wanderungen teilnehmen oder eine Bootstour machen, bei der man mit etwas Glück Delfine sieht. Alles liegt nah beieinander, nichts fühlt sich kompliziert an.

Juni – Natur, Meer, ein bisschen „Roadtrip-Gefühl“
Snæfellsnes (Island)
Island steht schon ewig auf meiner Wunschliste – und Snæfellsnes wäre für mich der perfekte Einstieg, um die Insel endlich einmal kennenzulernen. Mich reizt, dass hier auf engem Raum so vieles zusammenkommt: Vulkane, schwarze Strände, raue Küsten, und dazwischen immer wieder diese große Ruhe.
Ein Ort, den ich mir dort ganz bewusst ansehen möchte, ist der Kirkjufell mit dem Wasserfall davor – nicht wegen der Bekanntheit, sondern weil er die Kraft der Natur ausstrahlt, die ich mit Island verbinde.
Izola (Slowenien)
Auf Izola bin ich durch eine Freundin gekommen – sie hat mich regelrecht angefixt. Angeblich soll es eines der besten Segelreviere Europas sein, und ich gebe zu: Der Gedanke, vielleicht einfach irgendwo mitgenommen zu werden, hat sofort etwas in mir ausgelöst. Ich habe ja selbst einen Segelschein, aber leider nicht fürs Meer.
Gerade im Juni stelle ich mir Izola sehr angenehm vor: schon warm, aber noch nicht überlaufen. Es klingt wie der ideale Ort, wenn man Meer möchte, ohne in einem klassischen Badeort-Programm zu landen.
Plowdiw (Bulgarien)
Auch in Plowdiw war ich schon einmal – aber das ist viele, viele Jahre her. Gerade deshalb reizt mich eine Rückkehr, denn inzwischen war die Stadt Kulturhauptstadt Europas und hat sich mit Sicherheit verändert. Plowdiw ist eine Stadt mit unglaublich vielen Zeitschichten, und genau das liebe ich: Antike, osmanische Spuren und bulgarische Moderne. Unbedingt ansehen: das römische Amphitheater, weil es mitten in der Stadt liegt.

Juli – große Natur, große Träume
Kirgistan
Von Kirgistan habe ich mir sogar schon vor einiger Zeit einen Reiseführer besorgt – fragt mich bitte nicht, warum ich dann trotzdem nie hingefahren bin. In meiner Vorstellung ist Kirgistan eine Mischung aus Mongolei und Usbekistan: weit, ursprünglich, mit Bergen statt Städten – ob das stimmt, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht.
Was mich an Kirgistan so anzieht, ist dieses Bild von Weite und Stille. Ich träume von Landschaften, in denen man nicht abgelenkt ist, sondern einfach draußen ist. Das Land wirkt auf mich wie ein Gegenentwurf zum schnellen Reisen, ein Ort, an dem Slow Travel ganz von selbst passiert.
Botswana
2024 sind wir eigentlich nur durch Botswana gefahren, weil unser großes Ziel Sambia war. Unterwegs haben wir einen einzigen Nationalpark mitgenommen – mehr war zeitlich nicht drin. Die berühmten Parks (Chobe, Moremi, Central Kalahari) habe ich davor schon vor über zehn Jahren besucht, und wenn ich ehrlich bin: Kein Wunder, dass ich wieder hin will. Manche Orte lassen einen einfach nicht los, auch wenn man glaubt, sie schon zu kennen.
Südafrika
Wir besitzen ein Auto in Südafrika – logisch also, dass das Land Jahr für Jahr ganz selbstverständlich auf unserer Reiseliste steht. Einmal im Jahr zieht es uns für rund zwei Monate ins südliche Afrika, fast schon wie ein fixer Rhythmus. Von den großen Sehenswürdigkeiten fehlen mir inzwischen tatsächlich nur noch zwei Dinge: die Drakensberge und die Garden Route bei Schönwetter.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir der Kgalagadi Transfrontier Park – mein absoluter Lieblingspark. Die konzentrierten Tierbeobachtungen sind für mich Safari in ihrer pursten Form.

August – Weite statt Hochsommer
Jeju-do (Südkorea)
Jeju-do reizt mich, weil es Natur und moderne Kultur so ungewöhnlich kombiniert. Vulkanlandschaften, Küstenwege, Wasser – und dazwischen Museen und Design. Ein Reiseziel, das Raum lässt für Aktivität – und genauso für Pausen. Jeju wirkt wie ein Ort, der einem verschiedene Versionen von Urlaub anbietet – ohne Stress. Und ich finde die Idee schön, eine Insel nicht „abzufahren“, sondern wirklich zu erleben. Unbedingt ansehen: den Hallasan, den höchsten Berg Südkoreas, weil er als Vulkan zeigt, wie prägend Landschaft sein kann.
Färöer-Inseln
Die Färöer-Inseln sind für mich im August ein Traumziel, gerade weil sie nichts mit Sommerhitze oder klassischem Urlaubsgefühl zu tun haben. Stattdessen stelle ich mir Wind vor, wechselndes Licht, grüne Hänge und dieses Meer, das nie dieselbe Farbe hat. Ich stelle mir Landschaften vor, bei deren Betrachtung ich automatisch langsamer werde, ohne mir das vornehmen zu müssen.
Salzburger Land (Österreich)
Für den August kann ich mir das Salzburger Land sehr gut vorstellen – vor allem für eine Wanderung von Hütte zu Hütte. Berge haben im Hochsommer etwas Beruhigendes: oben ist es kühler und die Tage sind länger. Gehen, ankommen, essen, schlafen – und am nächsten Tag weiter, das klingt nach einem Plan.
Ich stelle mir keine extremen Etappen vor, sondern Wege, bei denen Zeit bleibt zum Schauen und Durchatmen. Eine Gegend, die dafür besonders gut passt, ist das Gasteiner Tal – weit, landschaftlich groß und trotzdem gut erschlossen.

September – Klassiker, aber in meiner Version
Interrail (Zugreise durch Europa)
2026 will ich unbedingt eine Reise machen, bei der der Weg wieder Teil des Erlebnisses ist – und dafür ist Interrail perfekt. Zugreisen entschleunigen automatisch. Ich stelle mir eine Route mit wenigen Stopps vor, dafür längeren Aufenthalten – nicht jeden Tag eine neue Stadt. Interrail bedeutet für mich Freiheit ohne Hektik: spontan bleiben, zugleich nicht planlos sein.
Italien oder Frankreich als Ganzes würden mich dafür sehr reizen – nicht wegen der großen Namen, sondern wegen der kleinen Städte und Dörfer dazwischen. Keine Top-10-Sehenswürdigkeiten, keine Must-Sees, sondern Orte, die man vielleicht nur auswählt, weil der Zug dort hält.
London (Großbritannien)
London ist riesig, aber genau deshalb mag ich es, wenn man dort nicht versucht, alles zu schaffen. Die Stadt funktioniert am besten in Vierteln: ein Tag Notting Hill, ein Tag Shoreditch, ein Tag South Bank – und dazwischen Bummeln in den Parks. London ist für mich auch immer ein Kulturziel: Museen, Theater, Buchhandlungen, alles in einer Dichte, die beeindruckt. Gleichzeitig ist London wunderbar für Slow Travel, wenn man es sich erlaubt. Und ja: London ist teuer, aber auch sehr reich an kostenlosen Erlebnissen. Unbedingt ansehen: das British Museum, weil man dort in wenigen Stunden durch Weltgeschichte spaziert.
Paris (Frankreich)
Ich war schon sehr oft in Paris – und trotzdem habe ich nie das Gefühl, die Stadt zu kennen. Es gibt immer etwas Neues, manchmal im Stadtbild, manchmal ganz konkret hinter Museumstüren. Ein Grund für Paris 2026 ist auch ein sehr persönlicher: Ich möchte eine Freundin besuchen, die schon lange dort lebt.
Was mich diesmal besonders reizt, sind die neuen und neu positionierten Museen, die Paris gerade hervorbringt. Das Musée Notre-Dame im Hôtel-Dieu interessiert mich, weil es die Geschichte der Kathedrale neu erzählt. Auch das Palais de la Découverte, das nach umfassender Erneuerung wieder öffnet, steht auf meiner Liste. Besonders gespannt bin ich auf die Fondation Cartier, die ihren neuen Standort beim Palais-Royal bezieht.

Oktober – Herbststädte mit Geschichte und Wärme
Madagaskar
Was mich an Madagaskar besonders fasziniert, ist die Tierwelt. Lemuren, Chamäleons, Vögel – vieles davon existiert nur hier, und allein dieser Gedanke macht das Land einzigartig. Nationalparks sind kein Beiwerk, sondern das Herz der Insel. Ich denke dabei an Orte wie den Andasibe-Mantadia-Nationalpark, wo Regenwald, Geräusche und Begegnungen langsam wirken dürfen, oder an die Weite des Isalo-Nationalpark, wo Landschaft fast meditativ wird.
Kolumbien
Kolumbien im Oktober ist für mich weniger eine Entscheidung als ein Bauchgefühl. Ich stelle mir vor, wie alles grün ist, wie der Tag nicht durchgetaktet wird und man nicht ständig weiter muss, nur weil man könnte. Mich reizt vor allem die Vorstellung, irgendwo anzukommen und einfach zu bleiben – in der Kaffeezone zum Beispiel. Spazierengehen, Kaffee trinken, Gespräche führen, zuschauen, wie der Alltag funktioniert. Kein großes Programm, kein „Das muss man gesehen haben“.
Marrakesch (Marokko)
Marrakesch ist ein Reiseziel für alle Sinne: Gerüche, Farben, Geräusche, Licht. Ich finde, gerade im Herbst ist ein Aufenthalt in der Stadt sehr angenehm, vor allem weil die Temperaturen so viel freundlicher sind als bei uns in Wien. Marrakesch hat diese besondere Mischung aus Chaos und Schönheit, die man nicht „kontrollieren“ kann – man lässt sich darauf ein.

November – große Bilder, große Geschichten
Rom (Italien)
Ich war noch nie in Rom – und das ist eigentlich erstaunlich, wenn ich darüber nachdenke. Geplant war die Stadt schon einmal, sogar ganz bewusst im Heiligen Römischen Jahr. Und dann sind, wie so oft, andere Reisen dazwischengekommen. Umso mehr fühlt sich Rom inzwischen wie ein offenes Kapitel an, das endlich gelesen werden will.
Meine Co-Autorin Sonja Warter hat übrigens nicht nur ein Buch über Rom, sondern auch eines über den Vatikan geschrieben – was meine Neugier natürlich noch verstärkt. Der Vatikan steht für mich fix auf der Liste.
Sharjah
Wenn ich an die Emirate denke, spricht mich Sharjah deutlich mehr an als Dubai. Während Dubai auf Tempo, Größe und Inszenierung setzt, ist Sharjah zurückhaltender, kultureller und näher am Alltag. Man geht durch ältere Viertel, sitzt in Innenhöfen, besucht Souks, in denen tatsächlich eingekauft wird.
In Sharjah besucht man zum Beispiel das Sharjah Museum of Islamic Civilization, das Geschichte, Wissenschaft und Alltag sehr verständlich vermittelt, oder das Sharjah Art Museum mit zeitgenössischer Kunst aus der Region. Zeit verbringt man auch im House of Wisdom, einer Mischung aus Bibliothek, Kulturzentrum und Treffpunkt. Durch die Altstadt geht man rund um den Souk Al Arsah, einen der ältesten Souks der Emirate
Tunesien
Tunesien ist ein Land, das man total unterschätzt. Nicht dieses „Ich muss jetzt ganz viel sehen“, sondern eher: Ich komme an und plötzlich ist alles langsamer. Schon alleine die Hauptstadt Tunis – morgens durch die Stadt gehen, Kaffee trinken, Stimmen hören, zuschauen, wie der Tag anfängt. Die Medina ist kein Museum, da passiert einfach das Leben. Genau das mag ich.
Und dann der Süden. Sobald man Richtung Wüste fährt, wird alles weiter im Kopf. Ich stelle mir vor, ein paar Tage rauszufahren, irgendwo zu übernachten, wo es nachts wirklich still ist. Keine Animation, kein Programm – nur Sterne und dieses Gefühl, dass man gerade ganz woanders ist.

Dezember – Jahresausklang mit Weite und Perspektive
Neuseeland
Neuseeland ist ein Reiseziel, von dem mir im Lauf der Jahre unglaublich viele Menschen vorgeschwärmt haben – so viele, dass es inzwischen fast unmöglich ist, nicht neugierig zu werden. Landschaften, Weite, Natur, eine Mischung aus dramatisch und gleichzeitig entspannt: Alles, was ich höre, klingt nach einem Land, das lange nachhallt.
Was mich bisher ehrlich gesagt bremst, ist der lange Flug. So weit zu reisen will gut überlegt sein.
Neuseeland beeindruckt durch seine Landschaften: im Fiordland-Nationalpark mit dem Milford Sound spürt man diese große, ruhige Weite vom Wasser aus besonders stark. Rund um Aoraki / Mount Cook und den Lake Tekapo reicht oft schon ein kurzer Spaziergang, um sich mitten in einer fast unwirklichen Landschaft wiederzufinden. Auf der Nordinsel zeigen der Tongariro-Nationalpark und Rotorua, wie präsent Vulkane, Erde und Maori-Kultur hier sind.
Ikara–Flinders Ranges (Australien)
Wenn ich ohnehin schon so weit reise, fühlt sich ein Abstecher nach Australien fast logisch an. Mich zieht es dort weniger in die bekannten Städte, sondern in Landschaften, die Raum lassen. Die Flinders Ranges stehen für mich genau dafür: rote Felsen, Weite, uralte Formen, eine Landschaft, die nichts von einem fordert.
Dazu kommt die starke Verbindung zur indigenen Geschichte, die der Region eine zusätzliche Tiefe gibt. Ein Platz, den ich mir dort unbedingt ansehen möchte, ist Wilpena Pound.
Thessaloniki (Griechenland)
In Thessaloniki liegt Geschichte nicht isoliert, sondern mitten im Alltag. Römische Ruinen wie die Rotunde oder der Galeriusbogen stehen einfach da, zwischen Cafés und Straßenverkehr. Byzantinische Kirchen wie die Hagia Sophia oder Agios Dimitrios erzählen von der Zeit, in der die Stadt eines der wichtigsten Zentren des Oströmischen Reiches war.
Warum gerade Thessaloniki? Weil sie lebendig ist, ohne zu überfordern. Die Uferpromenade, die Märkte, die vielen kleinen Lokale – alles wirkt genutzt, nicht inszeniert. Dazu kommt die starke jüdische Geschichte der Stadt, die man etwa im Jüdischen Museum Thessaloniki besser versteht als durch jede Stadtführung.

Reisen 2026: Mehr Ideen als Termine
Wie du siehst, ist meine Reiseliste für 2026 lang geworden – nicht, weil ich alles sehen will, sondern weil es so viele Orte gibt, die mich gerade auf unterschiedliche Weise anziehen. Ein einziger davon ist konkret geplant, alle anderen noch reine Sehnsucht. Vielleicht ist ja auch für dich ein Ziel dabei, das hängen bleibt.
2 Kommentare
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GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.
Liebe Gudrun,
liebend gern würde ich in die Wüste von Marokko reisen.
Die Vorstellung von Dünen, Oasen und Nomadenabenteuern klingt traumhaft und steht auch hoch auf meiner Liste für 2026.
Danke auch für die anderen tollen Ideen, da läuft einem direkt das Reisefieber hoch.
Alles Gute für deine nächsten Trips.
Ildiko
Danke!