Monatsrückblick April: It’s too much

Der April war einer dieser Monate, bei denen ich im Nachhinein gar nicht so genau weiß, wo ich anfangen soll.

Vielleicht damit: Ich habe viel erlebt. Wahrscheinlich zu viel.

Gefühlt war ich ständig unterwegs, habe neue und alte Orte entdeckt beziehungsweise wiederentdeckt, Blogartikel geschrieben, Podcastfolgen veröffentlicht, trainiert, gelesen, geflötet, gestrickt und zwischendurch versucht, mein Leben irgendwie unter einen Hut zu bringen.

Spoiler: Das hat nicht immer geklappt.

Orange gefärbtes Osterei mit leicht beschädigter Schale in der Hand
Kleine April-Momente: Sogar das Osterei hat schon ein bisschen gelitten.

Ljubljana, Bled und ein Kopf voller Eindrücke

Angefangen hat der April mit Slowenien. Zum ersten Mal überhaupt bin ich nach Ljubljana gereist – und zwar mit dem Flixbus. Das klingt jetzt vielleicht nicht wahnsinnig glamourös, hat aber sehr gut geklappt. In Ljubljana habe ich an einer Stadtführung teilgenommen, bin durch die Stadt spaziert und habe versucht, möglichst viel von Jože Plečnik und seiner Architektur aufzusaugen.

Danach ging es weiter nach Bled und ins Bohinjtal. Dort habe ich eine wunderschöne Wanderung mit einem großartigen Wanderführer gemacht.

Blick auf die Ljubljanica in Ljubljana mit Ausflugsboot, Häusern und Burg im Hintergrund
Ljubljana zeigte sich im April von seiner sonnigsten Seite.
Nahaufnahme eines grünen Drachen auf der Drachenbrücke in Ljubljana vor blauem Himmel
Einer der berühmtesten Bewohner Ljubljanas: der Drache auf der Drachenbrücke.

Ausseerweh im Ausseerland

Kaum war ich wieder daheim, ging es weiter ins Ausseerland. Dort durfte ich mich näher mit dem Österreichischen Umweltzeichen beschäftigen. Ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen sperrig klingt, aber vor Ort plötzlich sehr greifbar wird. Daraus sind dann gleich zwei Blogartikel entstanden.

Das Ausseerland mit Umweltzeichen
33 Dinge, die man im Ausseerland machen kann

Bootshaus am Ödensee
Ich bin ja der Meinung: das Ausseerland geht immer!

Olmütz oder Olomouc? Hauptsache spannend

Dann kam Tschechien. Genauer gesagt: Olmütz. Oder Olomouc.

Auch dorthin bin ich mit dem Flixbus gefahren. Das Programm war dicht, aber interessant. Ich bin anhand einer Broschüre die Villen abgegangen und war besonders von der Villa Primavesi begeistert. So oft reicht ein Haus, und ich bin gedanklich schon mitten in einer Geschichte, die ich unbedingt aufschreiben muss.

Überrascht hat mich auch die Street Art in Olmütz. Ich mag es, wenn eine Stadt nicht nur ihre bekannten Sehenswürdigkeiten zeigt, sondern auch kleine, bunte, manchmal schräge Details.

Von Olmütz aus bin ich außerdem noch nach Kroměříž gefahren. Dort war ich zwar schon im Winter letzten Jahres, aber diesmal habe ich es endlich in die wunderschöne Bibliothek im Schloss geschafft und auch den Blumengarten besichtigt. Und ganz ehrlich: ein absolutes Must-see!

Blick nach oben in eine reich verzierte barocke Kirchenkuppel mit Deckenmalereien
Ein Blick nach oben lohnt sich immer – besonders bei solchen Kuppeln in der Kirche St.Michael
Innenhof eines historischen Kreuzgangs mit Brunnen und gotischen Fenstern
Stille Ecke im Kreuzgang des Erzdiözanmuseum Olomouc
Historische Bibliothek mit Holzregalen, Deckenfresko und mehreren alten Globen
Bücher, Globen und Barockpracht – genau meine Art von Raum.
Blick durch eine Maueröffnung auf die Rotunde und den symmetrischen Blumengarten von Kroměříž
Durchblick im Blumengarten von Kroměříž: Symmetrie, Rotunde und ganz viel Barock.

Wenn aus Reisen Arbeit wird

Parallel dazu warteten zu Hause die Blogartikel. Denn Reisen ist das eine. Alles danach in Texte, Reels, Beiträge und Ideen zu verwandeln, ist das andere. Im April sind außerdem zwei Folgen meines Podcasts „Wien auf den zweiten Blick“ online gegangen. Das freut mich sehr, aber es ist auch Arbeit. Eigentlich zu viel Arbeit.

Frau mit Kopfhörern und Mikrofon bei einer Podcastaufnahme
Podcastmodus an: Im April wurde natürlich auch wieder aufgenommen.

Von Büchern, Kino und Lauftraining

Denn neben all dem gibt es ja noch ein Leben. Bücher, die ich lesen möchte. Kino. Freundinnen und Freunde. Stricken. Spazierengehen. Und dann auch noch Laufen. Am 31. Mai steht der Frauenlauf an, deshalb trainiere ich einmal pro Woche mit einer Laufgruppe in Schönbrunn. Das Ziel: ein bisschen schneller werden.

Im April hatte ich oft das Gefühl, dass ich mich ständig entscheiden muss. Lese ich jetzt ein Buch fertig? Schreibe ich den Blogartikel? Gehe ich ins Kino? Treffe ich jemanden? Arbeite ich am Podcast weiter? Laufe ich eine Runde?

Und egal, was ich gemacht habe, irgendwo im Hinterkopf war der Gedanke: Ich verpasse gerade etwas anderes.

Dazu kommt, dass mich gerade eine Zahn-OP beschäftigt. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wahrscheinlich wird es Juni oder Juli. Aber diese OP läuft bei mir trotzdem schon im Kopf mit.

Alleinsein muss man erst lernen

Und dann ist mein Lieblingsmensch für zwei Monate nach Südafrika aufgebrochen.

Natürlich freue ich mich für ihn. Aber ich muss mich erst daran gewöhnen, dass er jetzt nicht da ist. Neulich habe ich sogar Kaffee für ihn gemacht und erst danach gemerkt: Moment, er ist ja gar nicht da!

Was vom April bleibt

Wenn ich auf den April zurückschaue, dann sehe ich Ljubljana, Bled, das Ausseerland und Olmütz. Ich sehe Stadtführungen, viele Notizen auf meinem Handy und als Wien-Highlight den Besuch der barocken Apotheke im Elisabeth-Spital. Leider waren dort keine Fotos erlaubt. Außerdem war ich auch noch in der Heidi Horten Collection und kann damit einen Punkt von meinem Jahresrückblick bzw. Jahresvorschau abhaken.

Moderne freischwebende Treppe in einem Museum mit zwei Besucherinnen
Museumsmoment im April: Heidi Horten Collection

Ich sehe aber auch Müdigkeit. Und dieses Gefühl, dass mein Kopf manchmal schneller war als ich.

Vielleicht ist genau das mein Fazit für diesen Monat:

Ich darf viel wollen. Aber ich muss nicht alles gleichzeitig schaffen.

Und ich darf auch einmal Nein sagen, wenn es mir zu viel wird. Trotzdem geht ein dickes Sorry raus an Sonja, die ich versetzt habe, als mir einfach alles zu viel wurde.

Kino, Bücher und kleine Entdeckungen

Meine Kinobesuche im April

Father Mother Sister Brother von Jim Jarmusch – Empfehlung!

Rose von Markus Schleinzer

Beide Filme kann ich bedingungslos empfehlen. Vielleicht „Rose“ sogar noch ein bisschen mehr, aber Sandra Hüller übertrifft sich in diesem Film wieder einmal selbst. „Rose“ ist übrigens kein Wohlfühlfilm. Und das Ende ist schon ziemlich arg.

Kinoticket für den Film Father Mother Sister Brother im Votiv Kino de France in Wien
Kinoabend im Votiv Kino de France: Father Mother Sister Brother stand im April auf dem Programm.

Meine Bücherliste im April

Coco Mellors: Cleopatra und Frankenstein

Roisin Maguire: Mitternachtsschwimmer

Birgit Birnbacher: Sie wollen uns erzählen

Hach, Österreich hat so tolle Autorinnen. Und Birgit Birnbacher gehört auf jeden Fall dazu. Leseempfehlung!

Neue Blogbeiträge der Reisebloggerin

Im April habe ich zuerst alle Blogbeiträge zum Ausseerland überarbeitet und dann auch noch zwei neue Artikel geschrieben.

Kulinarische Entdeckungen

In Wien habe ich im April kein neues Lokal aufgesucht. Da ich aber viel unterwegs war, habe ich natürlich trotzdem das eine oder andere Restaurant kennengelernt.

Besonders begeistert war ich vom Stefan Haas Fine Dine in Altaussee.

Blumen am Tisch, der Tisch ist gedeckt
Ein genussvoller Abend in Altaussee bei Stefan Haas Fine Dining

Ein paar Zahlen zum Schluss

Flötenstunden: 7-mal geübt, 4 Flötenstunden
Zahnarztbesuche: 3
Gelaufene Schritte: 377.336

Mai, ich sehe dich kommen

Hui, der Mai wird genauso crazy wie der April. Ich packe nämlich schon wieder meinen Koffer und entschwinde in ein Land, in dem ich noch nie war.

Vielleicht errätst du es?

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2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Esther Niederhammer am 11/05/2026 um 16:40

    Liebe Gudrun,
    oh, ich kann die Staubwolke hinter dir sehen! Ein wahrlich voller April… Schöne Impulse und Bilder hast du wieder mitgebracht. Und von einigen Orten habe ich bisher noch nie gehört. Danke für die Horizonterweiterung!
    Ich habe mich auf zwei Länder beschränkt im April und ich habe – anders als du – keine Blogartikel geschrieben. Auch das Sein muss mal sein. Jetzt aber geht’s wieder ans Aufarbeiten. Und das Schreiben natürlich.
    Alles Gute für deinen Mai. Mögen auch mehrere Slow-Zeiten dabei sein und damit auch Zeit für Sonja.
    Liebe Grüße, Esther

    • Veröffentlicht von Reisebloggerin am 12/05/2026 um 08:08

      Liebe Esther, ich danke Dir! 2 Länder sind auch ganz sportlich…

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Miriam blitzt - Miriam Mehlman Fotografie

GUDRUN KRINZINGER

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Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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