Ruhe bitte! Warum mein Gehörschutz inzwischen immer mitreist
Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass einmal ein Gehörschutz zu meiner Standardausrüstung auf Reisen gehören würde. Reisepass, Ladekabel, Powerbank – klar. Aber Ohrstöpsel?
Heute möchte ich sie nicht mehr missen.
Dabei geht es mir gar nicht darum, absolute Stille zu haben. Im Gegenteil. Ich liebe das Stimmengewirr auf einem Markt, das Rattern eines Zuges oder die Vogelstimmen in einem Nationalpark irgendwo im südlichen Afrika. Das gehört für mich zum Reisen einfach dazu.
Was mich allerdings zunehmend stört, ist Lärm, den ich nicht beeinflussen kann.
Vielleicht liegt es am Alter, vielleicht auch daran, dass ich heute bewusster reise und oft unterwegs arbeite. Jedenfalls merke ich, dass mich dauerhafte Hintergrundgeräusche schneller ermüden als früher. Nach einer schlechten Nacht fehlt die Energie und wenn ich im Zug oder im Café einen Artikel schreiben möchte, fällt mir die Konzentration deutlich schwerer.
Deshalb habe ich mich nach einer Lösung umgesehen und mich schließlich für einen individuell angepassten Gehörschutz von Earwear by Neuroth entschieden.

Wie laut ist eigentlich zu laut?
Lärm gehört zum Alltag. Oft merken wir gar nicht, wie laut unsere Umgebung tatsächlich ist.
Bereits eine dauerhafte Belastung ab etwa 80 bis 85 Dezibel kann das Risiko für Hörschäden erhöhen.
Zum Vergleich:
- Normales Gespräch: etwa 60 dB
- Dichter Straßenverkehr: rund 80 dB
- Zug oder U-Bahn: häufig zwischen 80 und 90 dB
- Konzert: oft mehr als 100 dB
Entscheidend ist dabei nicht nur die Lautstärke, sondern auch, wie lange wir diesen Geräuschen ausgesetzt sind.
Lärm begleitet uns häufiger, als man denkt
Erst seit ich darauf achte, ist mir bewusst geworden, wie oft wir eigentlich von Lärm umgeben sind.
Am Flughafen laufen ständig Durchsagen, Rollkoffer rattern über den Boden und hunderte Menschen unterhalten sich gleichzeitig. Im Flugzeug begleitet einen das gleichmäßige Hintergrundrauschen während des gesamten Flugs. Im Zug ist das Ruheabteil leider nicht immer so ruhig, wie der Name vermuten lässt.
Selbst im Hotel findet man nicht automatisch Ruhe. Straßenverkehr, Klimaanlagen, feiernde Gäste oder frühmorgendliche Lieferungen können den Schlaf empfindlich stören.
Und auch zu Hause ist es im Sommer nicht immer leise. Ich schlafe gerne bei offenem Fenster. Dann höre ich Menschen auf der Straße, die Klimaanlage des Nachbarn oder jemanden, der spät nachts noch lachend nach Hause kommt. Nichts davon ist extrem laut – aber die vielen kleinen Geräusche summieren sich.

Warum ich mich für einen maßgefertigten Gehörschutz entschieden habe
Früher habe ich ganz normale Schaumstoff-Ohrstöpsel ausprobiert.
Sie funktionieren grundsätzlich, allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass sie drücken oder nach einiger Zeit verrutschen. Außerdem klang plötzlich alles sehr dumpf. Gerade wenn man damit schlafen möchte, fand ich sie auf Dauer eher unangenehm.
Ein individuell angepasster Gehörschutz sitzt dagegen exakt im Ohr. Er wird anhand eines Abdrucks gefertigt und passt deshalb perfekt. Gerade wenn man ihn mehrere Stunden trägt oder sogar damit schläft, macht das einen großen Unterschied.
Je nach Einsatzgebiet gibt es außerdem unterschiedliche Filter. Ob Schlafen, Konzerte, Motorsport oder Arbeiten – der Gehörschutz wird an den jeweiligen Einsatzzweck angepasst. Ich habe mich für die Variante entschieden, die am besten zu meinem Alltag mit Reisen, Hotels und konzentriertem Arbeiten passt.

So läuft die Anpassung ab
Einen Termin habe ich ganz unkompliziert online vereinbart.
Vor Ort haben wir zuerst darüber gesprochen, wofür ich den Gehörschutz hauptsächlich verwenden möchte. Das fand ich besonders gut, denn genau davon hängt ab, welcher Filter verwendet wird.
Danach wurde ein Abdruck meiner Ohren genommen. Zuerst kommt ein kleiner Wattebausch ins Ohr, anschließend wird eine Silikonmasse eingebracht. Nach wenigen Minuten ist alles ausgehärtet und der Abdruck fertig.
Etwa eine Woche später konnte ich meine maßgefertigten Ohrstöpsel bereits abholen.
Mir wurde genau erklärt, wie ich sie richtig einsetze und reinige. Außerdem wurde kontrolliert, ob alles perfekt sitzt. Ich fand es gut, dass ich den Gehörschutz persönlich abgeholt habe. So konnte ich gleich ausprobieren, ob wirklich alles passt.
Grün statt hautfarben
Man kann den Gehörschutz übrigens in vielen verschiedenen Farben bestellen.
Ich habe mich bewusst für ein kräftiges Grün entschieden.
Viele würden wahrscheinlich eine möglichst unauffällige Variante wählen. Ich sehe das anders. Wir tragen ganz selbstverständlich eine Sonnenbrille oder einen Fahrradhelm, um uns zu schützen. Warum sollte ein Gehörschutz etwas sein, das man versteckt?

Wann mir mein Gehörschutz besonders hilft
Im Ruheabteil der Bahn
Ich buche fast immer das Ruheabteil, wenn ich mit der Bahn fahre. Trotzdem wird telefoniert, laut diskutiert oder es werden Videos angeschaut. Natürlich könnte ich jedes Mal jemanden darauf aufmerksam machen, aber ehrlich gesagt möchte ich mich nicht ständig ärgern oder Diskussionen führen.
Wenn ich lesen, arbeiten oder einfach nur entspannen möchte, setze ich meine Ohrstöpsel ein. Die störenden Geräusche treten in den Hintergrund – und die Zugfahrt fühlt sich wieder mehr nach Ruheabteil an.
Am Flughafen und im Flugzeug
Auch am Flughafen begleitet uns ständig eine Geräuschkulisse. Durchsagen, Rollkoffer, Warteschlangen, Gespräche, aufgeregte Kinder oder Musik anderer Reisender – vieles nimmt man erst bewusst wahr, wenn man eigentlich zur Ruhe kommen möchte.
Gerade dann hilft mir mein Gehörschutz. Die Umgebung verschwindet nicht komplett, aber sie wird deutlich angenehmer.
Im Flugzeug nutze ich ihn besonders gerne, wenn ich schlafen möchte. Zusammen mit einer Schlafmaske kann ich wesentlich besser abschalten.
Eine Party auf dem Hoteldach
Eine Situation ist mir besonders in Erinnerung geblieben.
Ich kam abends in mein Hotelzimmer und wunderte mich zuerst, warum es plötzlich so laut war. Kurz darauf wurde mir klar: Auf der Dachterrasse fand eine Veranstaltung statt.
Natürlich war das nichts Unerlaubtes. Die Party war angekündigt und gehörte ganz normal zum Hotelbetrieb.
Mein erster Gedanke war trotzdem: Oh nein – hoffentlich geht das jetzt nicht die halbe Nacht so weiter.
Dann fiel mir ein, dass ich meinen Gehörschutz eingepackt hatte.
Ich setzte ihn ein, machte es mir mit meinem Buch gemütlich und konnte den Abend trotzdem genießen. Die Musik war noch leicht wahrnehmbar, störte mich aber überhaupt nicht mehr.
Arbeiten im Kaffeehaus
Im Moment haben wir Temperaturen weit über 30 Grad und meine Wohnung verwandelt sich tagsüber in einen Backofen. Deshalb arbeite ich gerade häufig im Kaffeehaus.
Eigentlich liebe ich diese Atmosphäre: das Klappern der Tassen, das Zischen der Espressomaschine und die Gespräche an den Nebentischen.
Wenn ich allerdings einen Blogartikel schreibe oder Fotos bearbeite, werden genau diese Geräusche zur Ablenkung.
Auch hier bewährt sich mein Gehörschutz. Er nimmt den Geräuschen die Schärfe, ohne dass ich völlig von meiner Umgebung abgeschottet bin. Ich bekomme weiterhin mit, wenn mein Kaffee serviert wird oder mich jemand anspricht, kann mich aber deutlich besser konzentrieren.
Kleiner Spoiler: Auch dieser Artikel ist im Kaffeehaus entstanden. Mit Kaffee. Und Gehörschutz.
Zu Hause bei offenem Fenster
Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich den Gehörschutz auch zu Hause so oft verwenden würde.
Aber gerade im Sommer schlafe ich gerne bei offenem Fenster. Dann hört man die Menschen auf der Straße, die Klimaanlage des Nachbarn oder jemanden, der spät nachts nach Hause kommt.
Nichts davon ist außergewöhnlich laut. Aber manchmal reichen genau diese Geräusche, damit ich nicht einschlafen kann oder immer wieder aufwache.
Auch hier helfen mir meine maßgefertigten Ohrstöpsel.

Meine Vorteile im Alltag
Nach einigen Wochen Nutzung sind mir vor allem diese Punkte positiv aufgefallen:
- sitzt deutlich angenehmer als Schaumstoff-Ohrstöpsel
- verrutschen auch nachts nicht
- angenehmes Tragegefühl, auch über viele Stunden
- störende Geräusche werden reduziert, ohne dass alles dumpf klingt
- klein und leicht – passt in jede Tasche
- auf Reisen und im Alltag fast täglich im Einsatz
Gibt es auch Nachteile?
Natürlich gibt es auch ein paar Punkte, die man bedenken sollte.
Ein maßgefertigter Gehörschutz kostet mehr als einfache Ohrstöpsel aus der Drogerie oder Apotheke. Außerdem dauert die Herstellung einige Tage, weil jedes Paar individuell gefertigt wird.
Für mich relativiert sich das allerdings schnell. Ich nutze ihn inzwischen so häufig – auf Reisen genauso wie zu Hause –, dass sich die Anschaffung eindeutig gelohnt hat.

Nicht nur fürs Reisegepäck
Vor ein paar Monaten hätte ich nie gedacht, dass ich einmal einen Artikel über maßgeschneiderten Gehörschutz schreiben würde.
Inzwischen ist er aber nicht nur im Reisegepäck dabei, sondern fast täglich im Einsatz.
Seit ich meinen individuell angepassten Gehörschutz habe, reise ich in vielen Situationen entspannter – und auch zu Hause merke ich, wie oft er mir hilft. Im Hotel, im Zug, im Kaffeehaus oder abends bei offenem Fenster: Manchmal macht es schon einen großen Unterschied, wenn nicht jedes Geräusch mit voller Lautstärke ankommt.
Genau deshalb gehört er inzwischen zu den Dingen, die ich vor jeder Reise automatisch einpacke – und im Alltag griffbereit habe.
Offenlegung: Der Gehörschutz wurde mir von Neuroth im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Artikel spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und meine ehrliche Meinung wider.
GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.