Mietwagen & Autofahren in Japan: Führerschein, Linksverkehr, Maut und wichtige Tipps

Japan mit dem Mietwagen zu erkunden, eröffnet Möglichkeiten, die Reisenden mit Zug und Bus oft verborgen bleiben. Zwar bringt einen der berühmte Shinkansen schnell und komfortabel von einer Großstadt zur nächsten, doch in ländlichen Regionen sind viele Sehenswürdigkeiten nur umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Das gilt besonders für Hokkaido, die japanischen Alpen, Shikoku und Kyushu. Dort liegen Nationalparks, Aussichtspunkte, kleine Dörfer und reizvolle Küstenabschnitte oft weit auseinander. Ein Mietwagen schenkt dir die Freiheit, dein eigenes Tempo zu bestimmen und auch Orte zu besuchen, die abseits der klassischen Reiserouten liegen.

Wir haben das Ganze sogar noch auf die Spitze getrieben und uns in Japan ein Wohnmobil gemietet. Sobald wir unterwegs einen Tempel entdeckten oder auf eine interessante Sehenswürdigkeit aufmerksam wurden, hielten wir einfach an. Genau diese ungeplanten Erlebnisse machten den Roadtrip durch Japan besonders abwechslungsreich.

Ganz unvorbereitet sollte man sich in Japan allerdings nicht ans Steuer setzen. In Japan herrscht Linksverkehr, viele Autobahnen sind mautpflichtig und für Reisende aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gelten unterschiedliche Führerscheinbestimmungen.

In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, welche Dokumente man zum Autofahren in Japan benötigst, worauf man bei der Buchung eines Mietwagens achten solltest, wie das japanische Mautsystem funktioniert und was beim Tanken, Parken und Fahren im Linksverkehr wichtig ist.

Feuerritual beim Daisho-in Tempel in Japan
Japan ist ein faszinierendes Land, das man auch gut mit einen Mietauto bereisen kann

Lohnt sich ein Mietwagen in Japan?

Ob du in Japan überhaupt ein Auto benötigst, hängt natürlich von deiner Reiseroute ab.

Für eine klassische Städtereise zwischen Tokio, Kyoto, Osaka und Hiroshima würde ich keinen Mietwagen empfehlen. Die Bahnverbindungen sind sehr gut, die Bahnhöfe liegen meist zentral und Parkplätze sind in den Großstädten teuer. Dazu kommen dichter Verkehr, unübersichtliche Kreuzungen und die oft mühsame Suche nach einem geeigneten Parkplatz.

Anders sieht es außerhalb der großen Städte aus. In ländlichen Regionen verkehren Busse und Züge manchmal nur wenige Male am Tag. Sehenswürdigkeiten liegen oft mehrere Kilometer vom nächsten Bahnhof entfernt. Wer mehrere abgelegene Orte miteinander verbinden möchte, verliert mit öffentlichen Verkehrsmitteln daher schnell viel Zeit.

Genau das war übrigens auch der Grund, warum wir uns für eine Reise mit dem Wohnmobil entschieden haben.

Besonders sinnvoll kann ein Mietwagen in diesen Regionen sein:

  • auf Hokkaido,
  • in den japanischen Alpen,
  • auf der Noto-Halbinsel,
  • auf Shikoku,
  • in ländlichen Teilen von Kyushu,
  • in den Nationalparks,
  • rund um den Fuji,
  • auf Okinawa und den größeren Inseln.

Auch für Familien, kleine Reisegruppen oder Reisende mit viel Gepäck kann ein Mietwagen praktisch sein. Ob er tatsächlich günstiger als Bahn und Bus ist, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen. Zum Mietpreis kommen noch die Kosten für Versicherung, Benzin, Parkgebühren und möglicherweise eine Einweggebühr hinzu. Vor allem die Mautgebühren empfand ich im Vergleich zu Österreich als überraschend hoch.

kamikochi in Japan - Die japanischen Alpen im Herbst
Die Japanischen Alpen haben wir bequem mit einem Wohnmobil besucht

Autofahren in Japan: Österreich, Deutschland und die Schweiz

Bei der Vorbereitung eines Roadtrips solltest du dich um die notwendigen Führerscheindokumente kümmern. Die Bestimmungen unterscheiden sich nämlich je nachdem, ob dein Führerschein in Österreich, Deutschland oder der Schweiz ausgestellt wurde.

Führerschein für Reisende aus Österreich

Österreich stellt internationale Führerscheine nach dem Genfer Abkommen über den Straßenverkehr von 1949 aus. Dieses Abkommen wird von Japan anerkannt.

Österreicherinnen und Österreicher benötigen daher:

  • den gültigen österreichischen Originalführerschein,
  • einen internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949,
  • den Reisepass.

Der internationale Führerschein ist nur gemeinsam mit dem österreichischen Originalführerschein gültig. Er ersetzt den nationalen Führerschein nicht. Die japanische Botschaft in Österreich bestätigt, dass österreichische Staatsangehörige zum Autofahren in Japan einen internationalen Führerschein nach dem Abkommen von 1949 benötigen.

In Österreich kann der internationale Führerschein beim ÖAMTC beantragt werden. Für die Ausstellung werden der gültige EU- beziehungsweise EWR-Führerschein und ein Passfoto benötigt. Laut ÖAMTC ist die Ausstellung sofort möglich.

Achte bei der Beantragung ausdrücklich darauf, dass es sich um einen internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949 handelt.

Führerschein für Reisende aus Deutschland

Der in Deutschland ausgestellte internationale Führerschein wird in Japan nicht anerkannt. Reisende aus Deutschland benötigen stattdessen:

  • den deutschen Originalführerschein,
  • eine offiziell anerkannte japanische Übersetzung,
  • den Reisepass.

Mit einem deutschen Führerschein und der dazugehörigen offiziellen Übersetzung darfst du in Japan ein Fahrzeug lenken. Die japanische Botschaft in Deutschland nennt die Japan Automobile Federation, kurz JAF, und den ADAC Südbayern als anerkannte Stellen für diese Übersetzung. Die Botschaft selbst stellt keine Führerscheinübersetzungen aus.

Eine gewöhnliche Übersetzung durch ein Übersetzungsbüro reicht nicht aus.

Führerschein für Reisende aus der Schweiz

Auch ein in der Schweiz ausgestellter internationaler Führerschein ist in Japan nicht die richtige Fahrberechtigung. Schweizer Reisende benötigen ebenfalls:

  • den Schweizer Originalführerschein,
  • eine offizielle japanische Übersetzung,
  • den Reisepass.

Die japanische Botschaft in der Schweiz nennt die JAF als zuständige Stelle. Das Onlineportal für die Beantragung ist nach Angaben der Botschaft nur innerhalb Japans zugänglich. Die Botschaft selbst fertigt keine Übersetzungen Schweizer Führerscheine an.

Otaru auf Hokkaido in Japan
Besonders wenn man in abgelegene Gegenden fahren möchte, lohnt sich es, ein Auto zu mieten. Im Bild ist der Ort Otaru auf Hokkaido zu sehen.

Warum die Führerscheinübersetzung kompliziert sein kann

Theoretisch klingt der Ablauf einfach: Führerschein fotografieren, online bei der JAF einreichen, Gebühr bezahlen und die fertige Übersetzung ausdrucken.

In der Praxis kann die Beantragung für Reisende aus Deutschland und der Schweiz jedoch einige Hürden mit sich bringen.

Der Antrag wird online gestellt

Anträge auf Führerscheinübersetzungen werden bei der JAF grundsätzlich online eingereicht. Die offiziellen JAF-Informationen verweisen für die Beantragung auf das Onlineverfahren.

Für Schweizer Reisende weist auch die japanische Botschaft ausdrücklich darauf hin, dass die Antragsseite nur innerhalb Japans erreichbar ist. Du kannst den regulären Antrag daher nicht einfach von zu Hause aus vorbereiten und abschließen.

Vorsicht bei Reise-E-SIMs

Nach Erfahrungen von One Click Japan kann der Zugriff selbst nach der Landung in Japan scheitern. Das betrifft vor allem Reisende, die eine internationale Reise-E-SIM verwenden.

Bei manchen E-SIM-Anbietern wird der Datenverkehr über Server in einem anderen Land geleitet. Das JAF-System kann die Verbindung dann als ausländischen Zugriff einstufen, obwohl du dich bereits in Japan befindest.

Solltest du den Antrag selbst stellen und keinen Zugriff erhalten, kannst du es über das WLAN deines Hotels oder eine andere japanische Internetverbindung versuchen.

Die Alternative über den ADAC Südbayern

Deutsche Reisende können die Übersetzung auch über den ADAC Südbayern beantragen. Das ist besonders praktisch, wenn du das Dokument bereits vor deiner Abreise erhalten möchtest.

Allerdings muss für die Bearbeitung der Originalführerschein eingereicht werden. Außerdem solltest du ausreichend Zeit für die Übersetzung und den Postweg einplanen. Für Kurzentschlossene oder Personen, die ihren Führerschein täglich benötigen, kann dieser Weg unpraktisch sein.

In der Schweiz gibt es keine entsprechende Anlaufstelle wie den ADAC Südbayern.

See in Japan, auf dem Bild sind ein Baum und eine Bank und der See zu sehen
Unterwegs auf Hokkaido waren wir froh am Kussharo See

Führerscheinübersetzung vor der Japan-Reise organisieren

Wer die Übersetzung nicht selbst über das japanische JAF-Portal beantragen möchte, kann einen Dienstleister mit der Abwicklung beauftragen. Eine Führerscheinübersetzung für Japan bei One Click Japan lässt sich bereits vor der Reise online bestellen.

One Click Japan ist ein lokales Unternehmen in Japan und unterstützt Reisende aus Deutschland und der Schweiz bei der Beantragung. Dafür werden persönliche Angaben sowie gut lesbare Bilder der Vorder- und Rückseite des Führerscheins benötigt.

Das Team reicht den Antrag über das japanische System ein und übernimmt die weitere Abwicklung. Die offizielle Übersetzung wird jedoch weiterhin von der zuständigen japanischen Stelle ausgestellt.

Nach Angaben des Unternehmens stehen folgende Varianten zur Auswahl:

Selbstausdruck im Konbini: 59 Euro

Nach der Ausstellung erhältst du per E-Mail einen Druckcode. Damit kannst du die Übersetzung nach deiner Ankunft in Japan an einem Multifunktionsdrucker in einem Konbini ausdrucken.

Der Ausdruck ist beispielsweise bei folgenden Ketten möglich:

  • 7-Eleven,
  • Lawson,
  • FamilyMart,
  • MiniStop.

Diese Variante eignet sich besonders für Kurzentschlossene. Wichtig ist allerdings, dass du den Ausdruck erledigst, bevor du deinen Mietwagen abholst.

Lieferung ins Hotel: 75 Euro

Die fertige Übersetzung wird an dein erstes Hotel in Japan geschickt. Dort sollte sie beim Check-in für dich bereitliegen.

Sprich die Lieferung vorab mit dem Hotel ab und gib den Namen bei der Bestellung genauso an, wie er in deiner Hotelreservierung steht.

Versand nach Hause: 79 Euro

Die fertige Übersetzung wird vor der Reise an deine Adresse in Deutschland oder der Schweiz geschickt.

Damit hast du das Dokument bereits vor dem Abflug in der Hand und musst dich nach deiner Ankunft um nichts mehr kümmern.

Expressversand nach Hause: 97 Euro

Für kurzfristigere Reisen wird außerdem ein Expressversand angeboten.

Die reguläre Bearbeitung dauert laut One Click Japan meist 24 bis 48 Stunden an Werktagen. In besonders gefragten Reisezeiten, etwa während der Kirschblüte oder nach der Golden Week, kann die Ausstellung länger dauern.

Da die tatsächliche Bearbeitung von der Auslastung der zuständigen Stelle abhängt, würde ich die Übersetzung trotzdem nicht erst unmittelbar vor der Mietwagenübernahme beantragen.

Preise und Angaben: Stand Juli 2026. Da sich Gebühren und Abläufe ändern können, solltest du die aktuellen Bedingungen vor der Bestellung noch einmal kontrollieren.

Schrein in Hakodate
Die Tempelanlagen in Japan sind faszinierend

Wie viel kostet die offizielle JAF-Übersetzung?

Die reine Gebühr der JAF beträgt derzeit 6.000 Yen.

Bei der Buchung über einen Dienstleister zahlst du für die Abwicklung, Kommunikation und den gewählten Versand beziehungsweise die Bereitstellung des Druckcodes.

Die direkte Beantragung bei der JAF ist daher günstiger. Ein Vermittlungsservice kann dafür sinnvoll sein, wenn du das Dokument bereits vor der Reise organisieren möchtest oder Schwierigkeiten mit dem japanischen Onlineportal vermeiden willst.

Wie lange ist die Führerscheinübersetzung gültig?

Die Übersetzung ist an den Führerschein gebunden, für den sie ausgestellt wurde. Solange dieser Führerschein gültig ist und die darauf angeführten Daten unverändert bleiben, kann die Übersetzung grundsätzlich auch für spätere Japan-Reisen verwendet werden.

Du musst also nicht automatisch für jede Reise eine neue Übersetzung beantragen.

Wird dein Führerschein allerdings wegen Ablaufs, Verlusts oder Diebstahls ersetzt, erhältst du möglicherweise eine neue Führerscheinnummer. Die bisherige Übersetzung passt dann nicht mehr zum vorgelegten Dokument.

Auch bei wesentlichen Änderungen der Führerscheindaten solltest du eine neue Übersetzung beantragen.

Unabhängig davon gelten gesetzliche zeitliche Grenzen für das Fahren mit einem ausländischen Führerschein. Für gewöhnliche Urlaubsreisen ist vor allem wichtig, dass du anhand deines Reisepasses das Einreisedatum nachweisen kannst.

Wer sich länger in Japan aufhält, wiederholt nur kurz ausreist oder in Japan einen Wohnsitz begründet, sollte sich gesondert über die geltenden Bestimmungen informieren. Eine kurze Ausreise setzt die zulässige Nutzungsdauer nicht in jedem Fall automatisch zurück.

Cape Kamui
Ich habe nicht gewusst, dass man in Japan so toll wandern kann. Mit einem eigenen Auto ist man da viel flexibler.

Muss ich das Original der Übersetzung mitführen?

Beim Autofahren solltest du immer alle erforderlichen Originaldokumente dabeihaben:

  • den nationalen Originalführerschein,
  • die offizielle japanische Übersetzung,
  • den Reisepass.

Ein Foto auf dem Smartphone oder eine gewöhnliche Kopie der Übersetzung reicht nicht aus. Für die Fahrzeugübernahme und für mögliche Verkehrskontrollen benötigst du das offiziell ausgegebene Dokument in Papierform.

Bewahre die Übersetzung deshalb genauso sorgfältig auf wie deinen Reisepass. Geht sie verloren, kann eine erneute Beantragung notwendig sein.

Was gilt bei unterschiedlichen Namen?

Manchmal steht auf dem Führerschein noch der Geburtsname, während im Reisepass bereits der Name nach einer Heirat eingetragen ist.

Nach Angaben von One Click Japan wird die Übersetzung entsprechend dem Namen auf dem Führerschein ausgestellt. Stimmen Geburtsdatum, Foto und die übrigen persönlichen Angaben überein, führt eine solche Abweichung bei der Mietwagenübernahme in der Regel nicht automatisch zu Schwierigkeiten.

Ich würde in diesem Fall trotzdem eine Kopie der Heiratsurkunde oder einen anderen Nachweis über die Namensänderung mitnehmen. Frage außerdem vorab bei der gewählten Mietwagenfirma nach, ob sie zusätzliche Unterlagen sehen möchte.

im Kushiro Nationalpark
Im Kushiro Nationalpark

Mietwagen in Japan buchen

Japan verfügt über mehrere große Mietwagenanbieter. Dazu gehören unter anderem Toyota Rent a Car, Nippon Rent-A-Car, Nissan Rent a Car, Orix Rent a Car, Times Car Rental und JR Eki Rent-a-Car. Auch die japanische Nationalparkverwaltung nennt diese Anbieter als landesweit vertretene Unternehmen.

Viele Mietstationen befinden sich:

  • an Flughäfen,
  • in der Nähe größerer Bahnhöfe,
  • in Stadtzentren,
  • bei Fährhäfen,
  • in touristischen Regionen.

Ich würde den Mietwagen möglichst vor der Reise reservieren. Das gilt besonders während der Kirschblüte.

Auf Hokkaido sind Mietwagen in der Hauptsaison ebenfalls stark gefragt.

Wo sollte ich den Mietwagen übernehmen?

In Großstädten ist es oft sinnvoll, den Mietwagen außerhalb des Zentrums abzuholen.

Möchtest du beispielsweise zuerst einige Tage in Tokio verbringen und danach in die Natur fahren, brauchst du das Auto nicht bereits am Flughafen zu übernehmen. Nutze zunächst die öffentlichen Verkehrsmittel und hole den Mietwagen erst am Tag deiner Weiterreise ab.

Damit sparst du:

  • Miettage,
  • Parkgebühren,
  • Stadtverkehr,
  • unter Umständen zusätzliche Maut.

Auch in Kyoto oder Osaka würde ich einen Mietwagen nur dann übernehmen, wenn du die Stadt tatsächlich verlässt.

Einwegmiete in Japan

Viele Vermieter erlauben es, das Auto an einer anderen Station zurückzugeben. Diese Einwegmiete wird häufig als „One Way“ oder „Drop-off“ bezeichnet.

Innerhalb derselben Region kann die Gebühr gering sein oder ganz entfallen. Bei längeren Strecken wird sie mitunter teuer.

Prüfe vor der Buchung daher zwei Varianten:

  1. Rückgabe am Ausgangsort,
  2. Rückgabe am Zielort inklusive Einweggebühr.

Manchmal ist eine Rundreise deutlich günstiger. In anderen Fällen lohnt sich die Einwegmiete trotzdem, weil du dir viele Kilometer und einen zusätzlichen Reisetag ersparst.

Zwischen weit entfernten Inseln oder Regionen ist eine Einwegmiete möglicherweise gar nicht möglich.

Wanderung am Mount Usu
Wanderung am Mount Usu

Welches Auto eignet sich für Japan?

Japanische Mietwagen sind oft kleiner als vergleichbare europäische Modelle. Das ist auf engen Straßen und Parkplätzen angenehm, beim Gepäck kann es jedoch knapp werden.

Achte bei der Reservierung nicht nur auf die Anzahl der Sitzplätze, sondern auch auf den verfügbaren Kofferraum.

Kei-Car

Kei-Cars sind besonders kleine japanische Fahrzeuge. Du erkennst sie meist an den gelben Kennzeichen.

Ihre Vorteile:

  • niedriger Mietpreis,
  • geringer Verbrauch,
  • wendig auf engen Straßen,
  • leichter zu parken.

Für zwei Personen mit wenig Gepäck kann ein Kei-Car ausreichend sein. Für lange Autobahnfahrten, mehrere große Koffer oder Reisen mit vier Erwachsenen würde ich auf jeden Fall eine größere Fahrzeugklasse wählen.

Kompaktwagen

Ein Kompaktwagen ist für viele Japan-Rundreisen ein guter Kompromiss. Er bietet mehr Platz und Fahrkomfort, bleibt aber klein genug für enge Straßen und Parkplätze.

Hybridfahrzeug

Ein Hybrid kann sich bei längeren Strecken durch den geringeren Kraftstoffverbrauch lohnen. Ob der Aufpreis wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Mietpreis und von deiner geplanten Fahrleistung ab.

Größere Fahrzeuge und Vans

Reist du mit Familie, mehreren Personen oder viel Gepäck, solltest du einen Van oder ein größeres Modell reservieren.

Prüfe genau, wie viele große Koffer tatsächlich in das Fahrzeug passen. Die Angabe „für sieben Personen“ bedeutet nicht automatisch, dass auch das Gepäck von sieben Personen Platz findet.

Mein Tipp: Nutze die zahlreichen Waschmöglichkeiten in Japan. Wir selbst waren neun Wochen lang nur mit Handgepäck unterwegs. Das funktioniert erstaunlich gut, denn in vielen Hotels stehen Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Zusätzlich findest du sowohl in den Städten als auch in kleineren Orten zahlreiche öffentliche Waschsalons. So kannst du mit deutlich weniger Gepäck reisen – gerade bei einer Rundreise mit dem Mietwagen oder Wohnmobil ist das ein großer Vorteil.

Automatik oder Schaltung?

Die meisten japanischen Mietwagen besitzen ein Automatikgetriebe. Das ist im Linksverkehr ein großer Vorteil, weil du dich nicht zusätzlich auf das Schalten konzentrieren musst.

Bei der Übernahme solltest du dir trotzdem kurz erklären lassen:

  • wie der Motor gestartet wird,
  • wie die Feststellbremse funktioniert,
  • wo Licht und Warnblinkanlage zu finden sind,
  • wie du die Klimaanlage bedienst,
  • wie das Navigationsgerät eingestellt wird,
  • welchen Kraftstoff das Auto benötigt.

Versicherung, Selbstbehalt und NOC

Bei Mietwagenangeboten in Japan solltest du genau prüfen, welche Versicherungsleistungen im Preis enthalten sind.

Häufig ist eine Grundversicherung enthalten, bei der im Schadensfall trotzdem ein Selbstbehalt zu bezahlen ist.

Zusätzlich gibt es in Japan die sogenannte Non-Operation Charge, kurz NOC. Dabei handelt es sich um eine pauschale Entschädigung für den Zeitraum, in dem der Vermieter das beschädigte Fahrzeug nicht vermieten kann.

Je nach Vermieter kann die NOC beispielsweise höher ausfallen, wenn das Fahrzeug abgeschleppt werden muss oder nicht mehr zur ursprünglichen Mietstation zurückgebracht werden kann.

Viele Anbieter verkaufen Zusatzpakete, die:

  • den Selbstbehalt reduzieren oder ausschließen,
  • die NOC abdecken,
  • Pannenhilfe erweitern,
  • bestimmte Schäden an Reifen, Felgen oder Unterboden einschließen.

Lies die Bedingungen genau. Auch ein umfassendes Paket deckt nicht automatisch jeden Schaden ab. Falsches Tanken, verlorene Schlüssel, Schäden durch grobe Fahrlässigkeit oder Fahrten auf gesperrten Straßen können ausgeschlossen sein.

Der Leuchtturm auf der Shakotan Halbinsel
Ich liebe Leuchttürme und wurde auch in Japan fündig.

Das Auto vor der Abfahrt kontrollieren

Die folgenden Tipps gelten natürlich nicht nur für Japan, sondern grundsätzlich bei jeder Mietwagenübernahme.

Nimm dir bei der Übernahme genügend Zeit und kontrolliere das Fahrzeug. Fotografiere oder filme:

  • alle vier Fahrzeugseiten,
  • vorhandene Kratzer und Dellen,
  • Felgen und Reifen,
  • Front- und Heckscheibe,
  • Dach und Stoßstangen
  • Tankanzeige,
  • Kilometerstand.

Lass dir bestätigen, dass bereits vorhandene Schäden im Übergabeprotokoll eingetragen sind.

Prüfe außerdem, ob Warnweste, Warndreieck oder andere vorgeschriebene Ausrüstungsgegenstände im Fahrzeug vorhanden sind.

Linksverkehr in Japan

In Japan wird auf der linken Straßenseite gefahren. Das Lenkrad befindet sich in japanischen Mietwagen auf der rechten Seite.

Grundsätzlich fährt bei uns nur mein Partner. Da wir auch viel im südlichen Afrika unterwegs sind, ist er mit dem Linksverkehr bereits vertraut. Für geübte Autofahrerinnen und Autofahrer ist das Fahren in Japan daher normalerweise kein großes Problem. Wer zum ersten Mal im Linksverkehr unterwegs ist, sollte sich für die ersten Kilometer trotzdem etwas Zeit geben.

Besonders beim Abbiegen und nach kurzen Stopps kann es passieren, dass man gedanklich auf die falsche Straßenseite möchte. Meine wichtigsten Tipps für die ersten Kilometer:

  • Übernimm das Auto möglichst bei Tageslicht.
  • Vermeide unmittelbar nach einem Langstreckenflug eine lange Fahrt.
  • Beginne auf einer ruhigen Strecke.
  • Orientiere dich am vorausfahrenden Verkehr.
  • Denke beim Abbiegen bewusst daran, in welcher Spur du landen musst.
  • Lass dich nicht von anderen Verkehrsteilnehmern unter Druck setzen.
Zwei Mönche des Shintoismus in Japan
Manches wirkt für uns in Japan fremd, zum Beispiel die Religion, oder auch das Autofahren.

Blinker oder Scheibenwischer?

In vielen japanischen Fahrzeugen befindet sich der Blinkerhebel rechts und der Scheibenwischer links vom Lenkrad. Das ist gegenüber vielen europäischen Autos vertauscht.

Es wäre also nicht ungewöhnlich, bei den ersten Abbiegemanövern versehentlich den Scheibenwischer einzuschalten. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich meistens daran.

Die wichtigsten Verkehrsregeln in Japan

Die Verkehrsregeln unterscheiden sich nicht grundlegend von jenen in Europa. Einige Vorschriften solltest du trotzdem besonders beachten.

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Halte dich an die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit. Die zulässige Geschwindigkeit wird durch Verkehrszeichen und Straßenmarkierungen angezeigt. JAF weist darauf hin, dass die geltenden Höchstgeschwindigkeiten den jeweiligen Schildern und Markierungen zu

Stoppschilder

Das japanische Stoppschild ist ein rotes, nach unten zeigendes Dreieck. Darauf steht häufig:

止まれ – Tomare

Du musst an der Haltelinie vollständig stehen bleiben. Langsames Rollen reicht nicht aus.

Bahnübergänge

Vor Bahnübergängen musst du anhalten und dich vergewissern, dass sich kein Zug nähert. Das gilt auch dann, wenn die Schranke geöffnet ist.

Ampeln

Ampeln hängen in Japan häufig auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung. Fahre deshalb nicht bis unmittelbar unter die Ampel, sondern halte an der Haltelinie.

Sicherheitsgurte

Sicherheitsgurte sind auf allen Sitzplätzen vorgeschrieben. Die japanische Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass die Gurtpflicht auch für die Rücksitze und auf allen Straßen gilt.

Kindersitze

Kinder unter sechs Jahren müssen in einem geeigneten Kindersitz gesichert werden. Die japanische Polizei führt diese Pflicht ausdrücklich im Straßenverkehrsgesetz an.

Reserviere den Kindersitz bereits gemeinsam mit dem Mietwagen. Prüfe bei der Übernahme, ob er zur Größe und zum Gewicht des Kindes passt.

Alkohol am Steuer

Japan geht streng gegen Alkohol am Steuer vor. Am sichersten ist daher eine klare Regel: Wer fährt, trinkt keinen Alkohol.

Nicht nur die fahrende Person kann bestraft werden. Auch Personen, die einem erkennbar alkoholisierten Fahrer ein Fahrzeug oder Alkohol zur Verfügung stellen, sowie Mitfahrende können unter bestimmten Voraussetzungen belangt werden. Die japanische Polizei führt dafür empfindliche Strafen an.

Ein Glas Sake zum Abendessen und anschließend weiterfahren ist daher keine gute Idee.

Mobiltelefon

Benutze dein Mobiltelefon während der Fahrt nicht in der Hand. Stelle die Navigation vor der Abfahrt ein oder überlasse die Bedienung einer mitreisenden Person.

Musst du eine neue Route suchen, halte an einem sicheren Ort an.

Sumo Ringer stehen im Ring bei einem Turnier in Japan
Ich bin mir nicht sicher ob die Sumo-Ringer alle in einen Mietwagen in Japan passen

Navigation in Japan

Viele Mietwagen verfügen über ein eingebautes Navigationsgerät. Bei neueren Modellen lässt sich Englisch als Sprache auswählen.

Japanische Adressen funktionieren allerdings anders als europäische. Selbst Einheimische orientieren sich deshalb nicht immer ausschließlich an der Straßenadresse.

Je nach Navigationssystem kannst du dein Ziel eingeben über:

  • den Namen des Ortes,
  • die Telefonnummer,
  • die Postleitzahl,
  • eine Adresse,
  • GPS-Koordinaten,
  • einen Map Code.

Die Telefonnummer eines Hotels, Museums oder Restaurants ist oft besonders praktisch. Speichere wichtige Ziele vor der Abfahrt ab.

Zusätzlich haben wir eine Navigations-App auf dem Smartphone verwendet.

Straßenschilder und englische Beschriftungen

Viele wichtige Wegweiser sind sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch beschriftet. Japan hat außerdem ein Nummerierungssystem für Autobahnen.

Trotzdem solltest du dich nicht ausschließlich auf Straßenschilder verlassen. Gerade auf kleinen Landstraßen oder in abgelegenen Dörfern kann die englische Beschriftung fehlen.

Autobahnen und Maut in Japan

Ein großer Teil des japanischen Autobahnnetzes ist mautpflichtig. Bei längeren Strecken können die Gebühren einen beträchtlichen Teil des Reisebudgets ausmachen.

Du kannst die Maut je nach Spur und Strecke:

  • bar,
  • mit einer akzeptierten Kreditkarte,
  • über das elektronische ETC-System bezahlen.

Welche Zahlungsmöglichkeiten tatsächlich verfügbar sind, solltest du bei deinem Mietwagenanbieter erfragen.

Zwei Schalen mit grünem Matcha-Tee und japanischem Wagashi auf einem schwarzen Tablett.
Eine Pause mit Matcha und Wagashi gehört für mich zu einer Reise durch Japan unbedingt dazu.

Was ist eine ETC-Karte?

ETC steht für Electronic Toll Collection. Die Karte wird in ein Lesegerät im Fahrzeug eingesetzt. An der Mautstation werden die Gebühren automatisch erfasst, sodass du nicht an einem Schalter anhalten und bezahlen musst.

Unser Wohnmobil war bereits mit einer ETC-Karte ausgestattet. Das war ausgesprochen praktisch, denn wir konnten einfach die gekennzeichneten ETC-Spuren benutzen und mussten uns unterwegs um nichts weiter kümmern.

Viele Vermieter stellen ETC-Karten gegen eine geringe Leihgebühr zur Verfügung. Die angefallenen Mautkosten werden gesammelt und bei der Rückgabe des Mietwagens oder Wohnmobils abgerechnet.

Eine ETC-Karte lohnt sich besonders, wenn du während deiner Reise häufiger auf mautpflichtigen Autobahnen unterwegs bist. Achte an den Mautstellen unbedingt auf die richtige Spur: Reine ETC-Spuren dürfen nur mit einem funktionierenden Lesegerät und einer eingesetzten Karte benutzt werden.

Halte dich außerdem an das ausgeschilderte Tempolimit. Die Schranke öffnet sich automatisch, sobald das System die Karte erkannt hat.

Expressway-Pässe

Für ausländische Reisende werden in verschiedenen Regionen Mautpässe angeboten. Damit können bestimmte Autobahnen innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu einem Pauschalpreis benutzt werden.

Ob ein solcher Pass verfügbar ist und welche Strecken er umfasst, kann sich ändern. Frage deshalb direkt bei deinem Mietwagenanbieter nach einem aktuellen Regionalpass.

Ein Pass lohnt sich nur, wenn deine geplanten Strecken tatsächlich im eingeschlossenen Gebiet liegen. Berechne die voraussichtlichen Einzelmautgebühren und vergleiche sie mit dem Passpreis.

Der Kegon-Wasserfall bei Nikko stürzt zwischen bewaldeten Felsen in die Tiefe.
Mit dem Mietwagen lassen sich auch Naturschauplätze wie der Kegon-Wasserfall bei Nikko gut in eine Japan-Rundreise einbauen.

Raststätten und Michi-no-Eki

Japanische Raststätten sind viel mehr als ein Ort für eine kurze Toilettenpause.

An den Autobahnen findest du sogenannte Service Areas und Parking Areas. Dort gibt es häufig Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Cafés, regionale Spezialitäten, Souvenirs, Tankstellen und sehr saubere Toiletten.

Auf Landstraßen begegnen dir außerdem die Michi-no-Eki, wörtlich übersetzt „Straßenstationen“. Diese Einrichtungen verbinden Rastplatz, regionalen Markt und Touristinformation miteinander.

Viele Michi-no-Eki verkaufen:

  • Obst und Gemüse aus der Region,
  • lokale Süßigkeiten,
  • Bento-Boxen,
  • Kunsthandwerk,
  • regionale Getränke,
  • kleine warme Gerichte.

Wir nutzten während unserer Wohnmobilreise eine App, in der die Michi-no-Eki eingetragen waren. Das war für uns besonders praktisch, weil wir sehr oft auf diesen Rastplätzen übernachteten. So konnten wir unterwegs leicht sehen, welche Stationen in der Nähe lagen und welche Einrichtungen dort vorhanden waren.

Die Michi-no-Eki waren für uns aber nicht nur praktische Übernachtungsplätze. Wir entdeckten dort immer wieder regionale Produkte und Spezialitäten, die wir in den großen Städten vermutlich nie kennengelernt hätten. Gerade diese spontanen Stopps machten unsere Reise mit dem Wohnmobil durch Japan so besonders.

Tanken in Japan

Tankstellen sind in Städten und entlang größerer Straßen leicht zu finden. In abgelegenen Nationalparks und ländlichen Regionen können die Abstände allerdings größer sein. Japan Tourism empfiehlt daher, in entlegenen Gebieten nicht bis zum letzten Moment mit dem Tanken zu warten.

Es gibt zwei Arten von Tankstellen:

  • bediente Tankstellen,
  • Selbstbedienungstankstellen mit der Bezeichnung „Self“.

Bediente Tankstellen

An einer bedienten Tankstelle bleibt die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter beim Fahrzeug und übernimmt das Tanken.

Du solltest sagen können:

  • welchen Kraftstoff du benötigst,
  • ob du volltanken möchtest,
  • ob du bar oder mit Karte bezahlst.

„Man-tan“ bedeutet volltanken.

Trinkgeld ist in Japan nicht üblich.

Selbstbedienung

An Selbstbedienungstankstellen kannst du bei vielen Automaten Englisch als Sprache auswählen.

Die üblichen Kraftstoffarten sind:

  • Regular beziehungsweise Normalbenzin,
  • High Octane beziehungsweise Super,
  • Diesel.

Verlasse dich nicht nur auf die Farbe der Zapfpistole. Prüfe den Aufkleber am Tankdeckel und die Angaben des Vermieters. Die Farbcodierung kann sich von jener unterscheiden, die du aus Europa kennst.

Wenn du unsicher bist, frage das Personal, bevor du tankst. Falsches Tanken kann teuer werden und ist möglicherweise nicht durch die Versicherung abgedeckt.

Ein Paar in traditionellen Kimonos spaziert durch eine von Holzhäusern und Bäumen gesäumte Straße in Japan.
Mit dem Wohnmobil erreichten wir auch kleinere Orte und historische Viertel abseits der klassischen Reiserouten.

Rückgabe mit vollem Tank

Die meisten Mietwagen müssen vollgetankt zurückgegeben werden.

Hebe den letzten Tankbeleg auf. Einige Vermieter verlangen einen Nachweis, dass du in der Nähe der Rückgabestation getankt hast.

Manche Anbieter nennen dir bei der Übernahme geeignete Tankstellen in der Umgebung. Speichere diese am besten gleich in der Navigation.

Parken in Japan

In japanischen Städten solltest du nur auf ausdrücklich ausgewiesenen Parkflächen parken. Einfach am Straßenrand stehen zu bleiben, ist in vielen Bereichen verboten oder stark eingeschränkt.

Hotels verfügen nicht automatisch über einen kostenlosen Parkplatz. Frage bereits bei der Reservierung:

  • ob ein Parkplatz vorhanden ist,
  • ob er reserviert werden muss,
  • welche Fahrzeughöhe erlaubt ist,
  • wie viel er kostet,
  • ob du während des Aufenthalts beliebig ein- und ausfahren darfst.

Coin Parking

In Städten findest du zahlreiche gebührenpflichtige Parkplätze, die als „Coin Parking“ bezeichnet werden.

Bei manchen Anlagen fährt nach dem Einparken eine Metallplatte unter dem Auto hoch. Vor dem Ausfahren gibst du die Nummer deines Stellplatzes am Automaten ein und bezahlst. Danach senkt sich die Platte.

Neuere Parkplätze funktionieren häufig ohne diese Sperre und erfassen das Kennzeichen oder den Stellplatz elektronisch.

Autofahren im Winter

Ein Roadtrip im japanischen Winter benötigt zusätzliche Vorbereitung. Das gilt besonders für Hokkaido, Tohoku, die japanischen Alpen und die schneereichen Regionen an der Küste des Japanischen Meeres.

Erkundige dich bei der Vermietung nach:

  • Winterreifen,
  • Schneeketten,
  • Allradantrieb,
  • gesperrten Bergstraßen,
  • winterlichen Rückgabebedingungen.

Winterreifen können je nach Region und Anbieter im Preis enthalten sein oder extra kosten.

Unterschätze die Bedingungen nicht. Starker Schneefall, Eis und schlechte Sicht können selbst kurze Strecken erheblich verlängern. Plane Reservetage ein und kontrolliere täglich Wetter- und Straßeninformationen.

Manche Bergstraßen und Pässe sind im Winter vollständig gesperrt.

Leuchtende Papierlaternen steigen nachts vor einer beleuchteten japanischen Pagode in den Himmel.
Durch die flexible Reise mit dem Wohnmobil konnten wir auch besondere Veranstaltungen und Feste spontan besuchen.

Fahren während Taifunen und Starkregen

Zwischen Sommer und Herbst können Taifune und starke Regenfälle den Straßenverkehr in Japan erheblich beeinträchtigen.

Mögliche Folgen sind:

  • Straßensperren,
  • Überflutungen,
  • Erdrutsche,
  • eingestellte Fährverbindungen,
  • gesperrte Brücken,
  • starke Seitenwinde.

Da wir auf Reisen ohnehin regelmäßig den Wetterbericht kontrollieren, hatten wir auch in Japan die aktuellen Warnungen immer im Blick. Einmal kündigte unsere Wetter-App so starken Regen an, dass wir uns gegen eine Übernachtung im Campingbus entschieden und stattdessen kurzfristig ein Hotelzimmer genommen haben. Im Nachhinein war das eindeutig die richtige Entscheidung.

Gerade bei einer Reise mit Wohnmobil oder Campingbus solltest du Wetterwarnungen daher ernst nehmen und deine Route notfalls ändern. Fahre niemals in überflutete Straßenabschnitte, ignoriere keine Absperrungen und verschiebe eine Fahrt, wenn die Bedingungen unsicher werden.

Wildtiere auf der Straße

In ländlichen Regionen können Tiere plötzlich die Straße überqueren. Besonders auf Hokkaido solltest du mit Hirschen und Füchsen rechnen – ich habe auf keiner anderen Reise so viele Füchse gesehen wie in Japan.

Fahre daher vor allem nachts und in der Dämmerung besonders vorsichtig.

Fuchs auf Hokkaido
Auf Hokkaido sind wir diesem Fuchs begegnet.

Was tun bei einem Unfall?

Auch einen kleinen Parkschaden solltest du nicht einfach ignorieren.

Informiere bei einem Unfall:

  1. die Polizei,
  2. den Mietwagenanbieter,
  3. gegebenenfalls die Versicherung beziehungsweise den Assistance-Dienst.

Befolge die Anweisungen des Vermieters. Ohne polizeiliche Aufnahme kann die Versicherung die Regulierung verweigern.

Verlasse den Unfallort nicht, bevor alle notwendigen Schritte geklärt sind.

Die allgemeine Notrufnummer der Polizei in Japan lautet 110, jene für Rettung und Feuerwehr 119.

Bei einem Mietwagen solltest du zusätzlich die Notfallnummer des Vermieters griffbereit haben. Speichere sie im Smartphone und fotografiere die Notfallinformationen aus dem Mietvertrag.

Was tun bei einer Panne?

Stelle das Fahrzeug möglichst an einem sicheren Ort ab, schalte die Warnblinkanlage ein und kontaktiere den Vermieter oder den vereinbarten Pannendienst.

Wir hatten einmal das Problem, dass sich unser Wohnmobil am Morgen nicht mehr starten ließ. Über einen Notdienst, vergleichbar mit ARBÖ oder ÖAMTC in Österreich, kam rasch ein Helfer zu uns. Er staunte zwar nicht schlecht, dass er plötzlich zwei Europäern helfen sollte, aber mit Händen und Füßen konnten wir das Problem erklären. Wenig später war unser Wohnmobil wieder fahrbereit.

Prüfe daher schon bei der Buchung, ob eine Pannenhilfe im Mietpreis enthalten ist und welche Leistungen abgedeckt sind. Größere Reparaturen solltest du außerdem nicht ohne Zustimmung des Vermieters durchführen lassen.

Blick vom Ausflugsboot auf die verlassene Insel Gunkanjima mit ihren ehemaligen Industrie- und Wohngebäuden.
Von Nagasaki aus unternahmen wir einen Bootsausflug zur verlassenen Insel Gunkanjima.

Rückgabe des Mietwagens

Plane für die Rückgabe ausreichend Zeit ein, besonders an einem Flughafen.

Vor der Rückgabe solltest du:

  • das Auto volltanken,
  • den Tankbeleg aufheben,
  • persönlichen Besitz entfernen,
  • groben Müll entsorgen,
  • den Kilometerstand fotografieren,
  • den Zustand des Fahrzeugs dokumentieren,
  • die ETC-Karte nicht im Auto vergessen, sofern sie separat zurückgegeben wird.

Bei Verspätung können zusätzliche Gebühren entstehen. Berücksichtige Staus, Tankstellenstopps und die Zeit für die Fahrzeugkontrolle.

Was kostet ein Mietwagen-Roadtrip durch Japan?

Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen:

  • Mietpreis,
  • Zusatzversicherung,
  • NOC-Schutz,
  • Kindersitz oder weitere Extras,
  • ETC-Karte,
  • Maut,
  • Benzin,
  • Parkgebühren,
  • Einweggebühr,
  • Winterausrüstung.

Ein pauschaler Vergleich mit dem Japan Rail Pass ist kaum möglich. Ein Kleinwagen für zwei Personen in der Nebensaison ist etwas anderes als ein Van für eine Familie während der Kirschblüte.

Erstelle vor der Buchung eine grobe Rechnung für deine konkrete Route. Vergleiche dabei nicht nur die Kosten, sondern auch Reisezeit, Flexibilität und die Erreichbarkeit der geplanten Orte.

Dicht aneinandergereihte orange Torii-Tore bilden einen Weg am Fushimi-Inari-Schrein in Kyoto.
Die berühmten Torii-Tore des Fushimi-Inari-Schreins gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kyotos.

Meine Tipps für den ersten Roadtrip durch Japan

Für die erste Fahrt würde ich auf keinen Fall im Zentrum von Tokio oder Osaka starten. Übernimm das Auto lieber an einem kleineren Bahnhof, am Flughafen oder am Stadtrand.

Außerdem empfehle ich:

  • die Führerscheindokumente frühzeitig zu organisieren,
  • einen Mietwagen mit Automatik zu buchen,
  • die erste Fahrt bei Tageslicht zu beginnen,
  • eine ETC-Karte zu reservieren,
  • einen umfassenden Versicherungsschutz zu prüfen,
  • große Städte möglichst ohne Auto zu besuchen,
  • nicht zu viele Kilometer pro Tag einzuplanen,
  • wichtige Ziele vorab im Navigationsgerät zu speichern,
  • in ländlichen Regionen rechtzeitig zu tanken,
  • Zeit für spontane Stopps einzuplanen.

Gerade der letzte Punkt ist für mich einer der schönsten Gründe, Japan mit dem Auto zu erkunden. Ein Roadtrip sollte nicht nur daraus bestehen, möglichst schnell von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu fahren.

Ist Autofahren in Japan schwierig?

Autofahren in Japan ist nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Straßen sind gut ausgebaut, viele wichtige Wegweiser tragen englische Beschriftungen und Mietwagen sind gewöhnlich modern und einfach zu bedienen. Die größte Umstellung ist vermutlich der Linksverkehr. Dazu kommen die mautpflichtigen Autobahnen und einige Verkehrsregeln, die man aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz nicht gewohnt ist – allen voran der verpflichtende Stopp vor Bahnübergängen.

Besonders wichtig ist die Vorbereitung der richtigen Führerscheindokumente. Österreichische Reisende benötigen einen internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949. Deutsche und Schweizer Reisende brauchen dagegen ihren Originalführerschein und eine offiziell anerkannte japanische Übersetzung.

Sind diese Formalitäten erledigt, eröffnet ein Mietwagen oder Wohnmobil ganz neue Möglichkeiten. Unsere Reise mit dem Wohnmobil durch Japan war eine der schönsten Reisen meines Lebens. Gerade weil wir oft nicht wussten, wo wir am nächsten Morgen aufwachen würden, fühlte sich jeder Tag wie ein kleines Abenteuer an.

Wir kamen in Dörfer, die wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln vermutlich nie besucht hätten, und versuchten immer wieder, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen – manchmal mit wenigen Worten, manchmal mit Händen und Füßen. Genau diese Begegnungen und die Freiheit, unterwegs spontan entscheiden zu können, machten die Reise für uns so besonders. Ich denke bis heute sehr gerne daran zurück.

Gelbe Kürbisskulptur mit schwarzen Punkten von Yayoi Kusama auf einem Steg am Meer auf Naoshima.
Die Kunstinsel Naoshima war einer der vielen besonderen Orte, die wir während unserer Japan-Reise besuchten.

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Miriam blitzt - Miriam Mehlman Fotografie

GUDRUN KRINZINGER

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Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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