Monatsrückblick Juni 2026
Wenn ich auf den Juni zurückblicke, frage ich mich wieder einmal, wie all das eigentlich in einen einzigen Monat gepasst hat. Drei Reisen, neue Blogartikel, zwei Podcastfolgen, berufliche Termine, Treffen mit Freunden – und dazwischen eine Hitzewelle, die Wien zeitweise fast lahmgelegt hat.

Drei Tage Graz – und ganz neue Seiten entdeckt
Den Anfang machte Graz. Eigentlich kenne ich die Stadt inzwischen schon ziemlich gut. Umso spannender war es, diesmal bewusst nach Orten zu suchen, die ich bisher noch nie am Schirm hatte.
Ich war im Lendhotel untergebracht, habe auf der Dachterrasse gefrühstückt und mich mit einer Freundin getroffen. Vor allem aber habe ich Graz noch einmal mit ganz neuen Augen erlebt: den Botanischen Garten, die beeindruckende Universitätsbibliothek mit ihrer Aula und das Joanneumsviertel, das ich zwar schon oft gesehen, aber noch nie wirklich besucht hatte. Im Rahmen der BLOOM habe ich außerdem mehrere Museen besucht und viele neue Eindrücke gesammelt.
Verarbeitet habe ich meine Eindrücke im Blogartikel „Graz auf den zweiten Blick“, ganz in Anlehnung an meinen Podcast „Wien auf den zweiten Blick“. Darüber hinaus habe ich den Artikel über das geniale Lendviertel überarbeitet.

Noch einmal nach Antwerpen
Eigentlich war Antwerpen schon erledigt. Eigentlich.
Bei meinem ersten Besuch im Mai war allerdings die Kulturerbe-Bibliothek Hendrik Conscience samt Nottebohm-Saal für Besucher geschlossen. Also habe ich kurzerhand beschlossen, noch einmal hinzufliegen. Nur für zwei Tage – und genau für diesen einen Ort.
Natürlich blieb es nicht bei der Bibliothek. Ich bin wieder durch die Stadt spaziert und habe neue Entdeckungen gemacht. Freut euch über neue Blogartikel im Juli.

Noch einmal Brünn
Einen Tag verbrachte ich außerdem mit meiner Schwester in Brünn. Gemeinsam besuchten wir die Villa Tugendhat. Außerdem waren wir in der Villa Löw-Beer, über die ich vielleicht sogar noch einen eigenen Blogartikel schreiben werde.

Ein Monat im Zeichen der Hitze
Das große Thema des Monats Juni war aber ganz eindeutig die Hitzewelle.
Schon in Graz und Antwerpen war es außergewöhnlich heiß. Zurück in Wien wurde es dann zeitweise unerträglich. An einem Sonntag wurden sogar über 40 Grad gemessen. Meine Wohnung heizte sich so stark auf, dass an konzentriertes Arbeiten kaum mehr zu denken war.
Also habe ich mein Büro kurzerhand ins Kaffeehaus verlegt. Auch sonst wurden kühle Orte plötzlich zu Zufluchtsorten. Mein Lieblingsmensch kam nach mehr als zwei Monaten aus dem südafrikanischen Winter zurück – der Temperaturunterschied hätte größer kaum sein können. Gemeinsam flüchteten wir ins Wien Museum und in ein schwedisches Möbelhaus (hurra, es gibt eine neue Vorzimmerlampe!). Auf der Dachterrasse des Wienmuseum entstand dann dieses Foto mit dem beeindruckenden Mural des Wiener Künstlers RUIN.

Dass mittlerweile sogar über eine Rationierung des Wassers in Wien nachgedacht wird, zeigt, wie extrem diese Hitzewelle war.
Zwei neue Podcastfolgen
Auch beim Podcast hat sich einiges getan.
Im Juni sind gleich zwei neue Folgen von Wien auf den zweiten Blick erschienen: eine über das Clown- und Circusmuseum und eine über ein traditionsreiches Bonbongeschäft in der Neubaugasse.
Besonders gefreut hat mich, wie gut die Folge über das Bonbongeschäft angekommen ist. Das dazugehörige Reel wurde inzwischen mehr als 50.000-mal angesehen – damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.
Natürlich kommen mit solchen Erfolgen auch neue Fragen. Der Podcast macht mir unglaublich viel Freude, gleichzeitig überlege ich immer öfter, wie ich das Projekt langfristig finanzieren kann. Diese Gedanken werden mich in den nächsten Monaten sicher noch begleiten. Hat wer eine Idee? Nur her damit…

Im Zuge der Aufnahmen für die neuen Podcastfolgen war ich im Juni noch im Bezirksmuseum Leopoldstadt und im Flaktum.
Berufliche Termine und jede Menge Inspiration
Auch beruflich war einiges los.
Flandern Tourismus lud anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft ins Strandbad Herrmann ein, um gemeinsam ein Belgien-Spiel anzuschauen. Tschechien Tourismus veranstaltete einen Abend in der Botschaft. Dort ging es unter anderem um Karlsbad und Franzensbad, dazu gab es eine Modenschau mit historischen Kostümen.
Mit Angelika war ich beim Tourismustag der Österreich Werbung und habe der spannenden Keynote des Neurobiologen Bernd Hufnagl gelauscht. In Erinnerung geblieben ist mir seine Aufforderung, mehr ins Narrnkastl zu schauen als ins Handy.
Ein weiterer Termin führte mich zum Gleis 19. Anlässlich des StreetArt-Festivals Calle Libre entstand ein riesiges Street-Art-Mural, außerdem durfte ich bei einem Workshop selbst ein wenig mitmachen. Da ich schon seit Jahren einen Beitrag über Street Art in Wien auf meinem Blog habe, war das genau mein Thema.

Auf dem Blog
Auch auf dem Blog hat sich im Juni einiges getan. Besonders viel Zeit ist in den bereits erwähnten Artikel „Graz auf den zweiten Blick“ geflossen.
Außerdem habe ich meinen älteren Beitrag über das Lendviertel komplett überarbeitet und aktualisiert. Schließlich verändert sich ein Stadtviertel ständig – und gute Artikel dürfen das auch.
Mit den Blumengärten in Kroměříž ist ein weiterer Tschechien-Artikel online gegangen. Die kunstvoll angelegten Gärten gehören für mich zu den schönsten, die ich in den letzten Jahren besucht habe.
Ein ganz anderes Thema behandelt mein Beitrag über Gehörschutz auf Reisen. Lange hätte ich selbst nicht gedacht, dass Ohrstöpsel einmal zu meinen wichtigsten Reiseaccessoires gehören würden. Inzwischen reisen sie allerdings bei jeder Tour mit.
Außerdem ist gemeinsam mit anderen Reisebloggerinnen und Reisebloggern ein neuer Round-up-Artikel entstanden. Darin stellen wir die schönsten Villen Europas vor. Ich habe natürlich die Villa Primavesi in Olmütz beigesteuert – eines meiner persönlichen Highlights der Tschechien-Reise.
Während ich diese Zeilen schreibe, wächst die Liste mit neuen Ideen schon wieder weiter. Das Clown- und Circusmuseum, die Villa Löw-Beer oder ein Artikel über kostenlose Unternehmungen in Wien warten bereits darauf, geschrieben zu werden. Stoff für die nächsten Wochen gibt es also mehr als genug.

Im Kino
Durch die Hitze war das Kino im Juni für mich nicht nur ein Ort mit angenehmen Temperaturen, sondern auch eine willkommene Auszeit. Insgesamt habe ich fünf Filme gesehen – und einer davon hat mich besonders beeindruckt.
Ich verstehe ihren Unmut
Ein Sozialdrama über die Putzbranche und den Druck, unter dem Reinigungskräfte und Objektleiterinnen stehen.
Man of the House (Albanien)
Ein ruhiger, fein erzählter Film über Familie, Rollenbilder und das Erwachsenwerden in Albanien.
Mr. Nobody Against Putin
Mein persönliches Highlight des Monats. Die Dokumentation begleitet einen russischen Lehrer, der das Schulsystem und die staatliche Propaganda von innen erlebt. Beeindruckend ist der Mut der Beteiligten und der sehr persönliche Blick darauf, wie der Krieg und das Regime bis in den Alltag und die Klassenzimmer hineinwirken.
Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit
Ein Porträt der Schweizer Architektin Barbara Buser, die seit Jahrzehnten zeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur möglich, sondern oft auch kreativer und ressourcenschonender ist.
Ingeborg Bachmann – Jemand, der ich einmal war
Ein dokumentarischer Film über Ingeborg Bachmann, der sich der Schriftstellerin nicht klassisch-biografisch nähert, sondern über Texte, Gedanken, Archivmaterial und inszenierte Szenen.

Kultur gegen die Hitze
Ein besonderer Kulturabend führte mich in die Volksoper. Dort habe ich Die Fledermaus – Pride Edition gesehen, die im Juni im Rahmen des Pride Month gespielt wurde. Die Volksoper hat damit einen queeren Blick auf die wohl bekannteste Operette der Welt geworfen, mit Tom Neuwirth in der Rolle des Frosch. Das war ein sehr lustiger Abend!

Kleine Erlebnisse, die den Monat besonders machen
Zwischen den Reisen blieb auch Zeit für viele schöne Begegnungen.
Mit meiner Co-Autorin Sonja habe ich ein neues Lokal ausprobiert. Sie war im Juni für die Reisebloggerin in Kärnten und ich bin schon sehr auf ihren Beitrag gespannt. Gemeinsam speisten wir im Arici. Mit Sabrina wollte ich eigentlich ebenfalls essen gehen – unser erstes Ziel hatte allerdings geschlossen. Also landeten wir spontan in einem nepalesischen Restaurant und aßen Momos.
Mit meinen Freundinnen wollte ich den neuen Pop-up-Garten im Palais Auersperg besuchen. Ausgerechnet an diesem Tag war es allerdings so kühl, dass wir stattdessen im Cafe Eiles gelandet sind. Kaum zu glauben, wenn man an die Temperaturen denkt, die nur wenige Wochen später folgten.
Auch Wien hielt noch eine Überraschung bereit. Im Bildarchiv der Nationalbibliothek durfte ich einen wunderschönen Lesesaal besuchen, den ich noch nie zu Gesicht bekommen habe. Vielleicht ergibt sich daraus irgendwann sogar eine Podcastfolge – die Idee lässt mich jedenfalls nicht mehr los.

Geschafft: ein Implantat
Ein Zahnarzttermin hat mich im Vorfeld deutlich mehr beschäftigt als alle Reisen zusammen.
Ich habe ein Implantat bekommen. Davor hatte ich wirklich Angst. Der Zahn war schon länger problematisch und der Eingriff einfach notwendig. Entsprechend viele schlaflose Nächte und Bauchschmerzen hat mir dieser Termin bereitet.
Im Nachhinein bin ich einfach nur froh, dass ich ihn hinter mir habe. Meine Wange ist zwar noch leicht geschwollen, aber eigentlich geht es mir gut. Ideal war die Kombination aus Operation und Hitzewelle natürlich trotzdem nicht.
Gelesene Bücher
Auch gelesen habe ich wieder einiges. Welche Bücher mich durch den Monat begleitet haben, zeige ich in meiner Leseliste.
Herkunft – Saša Stanišić
Endstation Sarajevo – Frank Gebert
Offene See – Benjamyn Myers
Vatertage – Anne Berest
Yesteryear – Caro Claire Burke
The Midnight Library – Matt Haig
Am besten gefallen haben mir Herkunft und Vatertage.
Ein Blick auf die Statistik
Flötenstunden: 6-mal geübt, 1 Flötenstunde
Gelaufene Schritte: 270.199
Gegessene Melonen: 3
Rückblick und Ausblick
Der Juni war intensiv, heiß und voller neuer Eindrücke. Ich habe neue Orte entdeckt, alte Lieblingsstädte wieder besucht, spannende Menschen getroffen und viele Ideen gesammelt, aus denen in den nächsten Wochen noch Blogartikel und Podcastfolgen entstehen werden.
Und genau deshalb liebe ich diese Monatsrückblicke: Erst beim Schreiben merke ich, wie viel in nur vier Wochen eigentlich passiert ist.
Mal schauen, ob es im Juli ruhiger wird und ob auch in diesem Monat so schöne Bibliotheken auf mich warten wie in Graz und Antwerpen.

4 Kommentare
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GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.
Wow, in der Tat ganz schön viel für einen Monat, liebe Gudrun!
Gerade habe ich bei einem anderen Rückblick genau das geschrieben: „Kaum zu glauben, dass das alles in einen Monat gepasst hat.“ 😉
Oh ja, die Hitzewelle, sie hatte ja fast ganz Europa im Griff. Es war zum Verrücktwerden. 38 Grad in der Spitze und Nachts kaum Abkühlung. Puh … Bin froh, dass wir jetzt wieder normale Sommertemperaturen haben.
Wünsche dir einen wundervollen Juli und
liebe Grüße aus Germany
Heidrun
Liebe Heidrun, ich bin froh, dass es nicht nur mir so geht mit den vollen Terminkalendern. Ich wünsche Dir ebenfalls einen super Juli!
da denk ich mir immer, ich mach viel und mehr geht nimma, dabei geht immer no mehr (als frau halt). danke, dass du mich am laufenden hältst in meiner selbstgewählten, kulturlosen weinviertler einsamkeit. ins kino schaff ichs nur einmal im jahr, aber die hüller – spätestens als erika mann werde ich sie sehen.
allerspätestens.
Liebe Gudrun, es ist wieder verrückt zu lesen, wie viel du in deinen letzten Monat gepackt hast. Aber ich freue mich immer auf deine Monatsrückblicke. Besonders die kleine Statistik lässt mich immer schmunzeln. Auf sowas bin ich noch nicht gekommen, meinen Musikunterricht mit den tatsächlich geübten Stunden ins Verhältnis zu setzen. Aber die Bilanz wäre wohl ähnlich. 😉 Auch in der Liebe zu Bibliotheken haben wir eine Schnittmenge.
Viele Grüße und einen schönen, aber hoffentlich weniger heißen Juli.
Esther