Kanada zu jeder Jahreszeit: Was man als Reisender oder Langzeitaufenthalter über die Jahreszeiten wissen sollt

Von den Pazifikküstenbritisch Kolumbiens bis zu den Fischerdörfern Neufundlands zieht sich Kanada über sechs Zeitzonen und rund 9,98 Millionen Quadratkilometer. Wer nur einige Ferienwochen im Lande verbringt, wird von Kanada oft nur einen dunstigen Ausschnitt zu sehen bekommen, erst über längere Zeiträume wird deutlich, wie sehr sich hier Alltag und Landschaft, aber auch Freizeitvergnügen und Beschäftigungen gemäß den Jahreszeiten wandeln.

Frühling: große regionale Unterschiede

Wann in Kanada der Frühling anbricht, ist von Region zu Region sehr verschieden. Wenn in Victoria auf Vancouver Island im März die Kirschblüte auftritt, liegt in Winnipeg oder Québec City noch im April der Schnee. In den Prärieprovinzen dagegen kann das Thermometer im Mai tagsüber schon über 20°C klettern, nachts aber sehr schnell wieder unter den Gefrierpunkt fallen.

Für ein Auslandsjahr in Kanada ist der Frühling eine günstige Ankunftszeit. Die Sommerjobs der Tourismuszentren wie Banff, Jasper oder Whistler beginnen mit ihrer Werbung in der Regel im März und April. Auch die Sprachschulen beginnen in dieser Zeit ihre neuen Kurszyklen. Daher ist es vorteilhaft für junge Leute die Einreise im Frühjahr zu planen, um vor direktem Reisestrom für sich eine Unterkunft zu suchen und erforderliche Behördengänge (z. B. Sozialversicherungsnummer) zu erledigen.

Auch unabhängig von einem längeren Aufenthalt lohnt es sich, eine Reise nach Kanada sorgfältig vorzubereiten. In meinem Beitrag über die Vorbereitung einer Fernreise habe ich meine wichtigsten organisatorischen Schritte zusammengefasst.

Blick auf die Canadian Rockies – Fotocredit: Shutterstock/Nalidsa

Sommer: kurze, heiße Hochsaison

Obwohl der kanadische Sommer kurz ist, geht es dort heiß her. In Toronto und Montréal steigen die Temperaturen regelmäßig auf über 30 Grad Celsius, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit. In den Rocky Mountains ist es tagsüber um die 20 Grad angenehm, die Nächte sind kühl. Im Norden, z. B. in Yellowknife oder Whitehorse, kann der Gast zur Sommersonnenwende bis zu 20 Stunden Tageslicht erleben.

Juli und August sind Hauptreisezeiten der Nationalparks. Die Plätze auf Campinggebieten im Banff und Jasper Nationalpark sind über das Reservierungssystem von Parks Canada bereits im Januar ausgebucht. Wer bei der Planung flexibel ist, findet in den weniger bekannten Parks Waterton Lakes oder Kootenay Nationalpark sicher noch Platz.

Kleidung für unterschiedliche Temperaturen gehört deshalb unbedingt ins Gepäck. Welche Dinge mich auf fast jeder Reise begleiten, zeige ich in meiner persönlichen Packliste für Reisen.

Kanada im Sommer – Fotocredit: Shutterstock/Unai Huizi Photography

Herbst: Indian Summer und Pragmatismus

Die schönste Jahreszeit Kanadas ist für viele der Herbst. Zwischen Ende September und Mitte Oktober sorgt der Indian Summer für eine hervorragende Laubfärbung, besonders in Ontario, Québec und den Maritimes. Zu den bekanntesten Zielen für Herbst-Roadtrips gehören der Algonquin Provincial Park und die Cabot Trail auf Cape Breton Island.

Klimatisch ist der Herbst eine Übergangszeit mit stark wechselnden Bedingungen. In den Prärien kann bereits im Oktober der erste Schnee fallen, während in Vancouver die Regenzeit beginnt. An den meisten Universitäten beginnt im September das Studienjahr.

Gerade bei längeren Strecken und wechselhaftem Wetter zahlt sich eine gute Vorbereitung aus. Meine allgemeinen Tipps für Roadtrips und die passende Wanderausrüstung helfen bei der Planung.

Kanada im Herbst – Fotocredit: Shutterstock/Thomas Roell

Winter: Anstrengung und Erlebnis

In den meisten Landesteilen dauert der Winter fünf bis sechs Monate. Die Mitteltemperaturen im Januar liegen in Ottawa bei etwa minus zehn, in Winnipeg bei minus achtzehn Grad. Vancouver hat mit seinen milden, aber regnerischen Wintern eine Ausnahme.

Wintersport ist in vielen Landesteilen sehr verbreitet, Whistler Blackcomb in British Columbia gehört zu den größten Skigebieten Nordamerikas, Mont Tremblant in Québec zu den bekanntesten im Osten. Im Januar und Februar verwandelt sich der Rideau Canal in Ottawa in die längste Natureisbahn der Welt, täglich von Pendlern benutzt.

Kanada im Winter, eingefügt in den Artikel Kanada zu jeder Jahreszeit
Kanada zu jeder Jahreszeit: Auch der Winter hat Vorteile – Fotocredit: Shutterstock/Viola Dolas

Die beste Reisezeit für Kanada hängt von deinen Plänen ab

Kanada lässt sich nicht auf die eine beste Reisezeit festlegen – entscheidend ist, welche Region man besuchen und wie man das Land erleben möchte.

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Miriam blitzt - Miriam Mehlman Fotografie

GUDRUN KRINZINGER

Ich tue. Ich reise. Ich bin.

Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.

Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.

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