Drei Tage in Liechtenstein: Sehenswürdigkeiten, Vaduz und meine Tipps für ein Wochenende
Liechtenstein und ich hatten schon einmal kurz das Vergnügen. Während meiner Tour am Rheinradweg bin ich über die Alte Rheinbrücke von der Schweiz nach Liechtenstein gefahren. Weniger als eine Stunde war ich damals im Land – also streng genommen: ja, ich war schon einmal dort, aber eigentlich auch nicht so wirklich.
Ansonsten kennt man Liechtenstein natürlich dem Namen nach: klein, wohlhabend, Fürstentum, irgendwo eingequetscht zwischen Österreich und der Schweiz. Aber was macht man dort eigentlich? Reicht Vaduz für einen Tagesausflug? Oder lohnt sich ein ganzes Wochenende?
Ich habe in zweieinhalb Tagen erstaunlich viel gesehen: Vaduz, Schloss Vaduz (natürlich nur von außen), moderne Architektur, Kunst im öffentlichen Raum, die Alte Rheinbrücke, Museen, Käseknöpfle, eine Wanderung in der Bergwelt, eine Weinverkostung in der Hofkellerei und das Kunstmuseum Liechtenstein mit der Hilti Art Foundation.
Und mein Fazit gleich vorweg: Liechtenstein ist klein, aber keineswegs langweilig. Gerade weil die Wege kurz sind, lässt sich in wenigen Tagen sehr viel erleben.

Ankommen in Vaduz
Meine Reise führte mich mit der ÖBB nach Feldkirch und von dort weiter mit dem Bus nach Liechtenstein. Ich war pünktlich unterwegs, und dadurch funktionierte die Weiterreise völlig unkompliziert. In Vaduz angekommen, konnte ich zuerst mein Gepäck im Hotel Residence abstellen. Das Hotel liegt mitten im Zentrum von Vaduz, und war für mein Programm ein idealer Ausgangspunkt.

Vaduz ist wahrlich kein Ort, der einen mit Größe erschlägt. Im Gegenteil. Die Hauptstadt Liechtensteins wirkt überschaubar und sehr entspannt. Genau das fand ich angenehm. Man kommt an, steht mitten im Zentrum und hat sofort das Gefühl: Hier kann ich alles zu Fuß erkunden.
Was mir gleich aufgefallen ist: In Vaduz schaut man immer wieder nach oben. Denn über der Stadt liegt Schloss Vaduz. Es ist fast überall präsent. Beim Spaziergang durch das Zentrum, zwischen den modernen Gebäuden, beim Blick über die Dächer – irgendwo taucht es immer wieder auf.

Das Schloss ist allerdings kein Museum, sondern Privatbesitz und Wohnsitz der Fürstenfamilie. Hineingehen kann man also nicht.
Stadtführung durch Vaduz: Moderne Architektur und Politik
Meine erste Programmetappe war eine Stadtführung durch Vaduz. Besonders spannend fand ich dabei den Einblick in das politische Liechtenstein. Ich durfte sogar ins Parlamentsgebäude. Normalerweise ist das nicht immer so einfach möglich, bei uns war es durch die Führung möglich.

Das Parlamentsgebäude hat mich überrascht. Es ist modern, klar und architektonisch wirklich außergewöhnlich.
Bei der Führung ging es auch um Monarchie und Demokratie. Liechtenstein ist ein Fürstentum, aber eben auch ein moderner Staat mit Parlament, Regierung und einer eigenen politischen Geschichte.
Ein weiterer Programmpunkt war das Schlosskino. Dort wird die Geschichte Liechtensteins erzählt. Für einen ersten Überblick ist das durchaus hilfreich, vor allem wenn man vorher wenig über das Land wusste.

Kunst im öffentlichen Raum
Was ich in Vaduz besonders spannend fand: Kunst ist hier nicht nur im Museum zu sehen. Im Zentrum begegnet man immer wieder Skulpturen und Kunstwerken im öffentlichen Raum.
Das macht einen Spaziergang durch Vaduz abwechslungsreich. Man geht nicht einfach nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sondern entdeckt zwischendurch immer wieder Kunstwerke.


Hinauf zum Schloss Vaduz
Am Nachmittag hatte ich genügend freie Zeit. Für mich war sofort klar: Ich gehe zum Schloss hinauf.

Der Weg startet praktisch direkt im Zentrum. Schon nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass Vaduz nicht nur Hauptstadt, sondern auch Ausgangspunkt für Wanderwege, unter anderem dem Liechtenstein-Weg, ist. Der Blick auf Vaduz, das Rheintal und die umliegende Landschaft ist wirklich wunderschön.

Schloss Vaduz ist bis heute Wohnsitz der Fürstenfamilie und kann daher nicht besichtigt werden. Wer sich für die Geschichte des Hauses Liechtenstein interessiert, findet übrigens auch in Niederösterreich Spuren der Familie: Schloss Wilfersdorf gilt als Stammschloss der Liechtensteiner.

Für mich war dieser Spaziergang ein schöner Moment in Vaduz. Er ist nicht lang, aber er verändert die Perspektive auf die Stadt.
Kathedrale St. Florin und fürstliche Gruft
Nach dem Schlossweg spazierte ich wieder hinunter ins Zentrum und weiter zur Kathedrale St. Florin.
Als ich dort ankam, fand gerade eine Hochzeit statt. Deshalb bin ich zuerst nicht hineingegangen, sondern habe mir den Friedhof angesehen. Der ist sehr schön angelegt, mit besonderen Grabsteinen und einer ruhigen Atmosphäre.
Später konnte ich auch in die Kirche hinein. Die Kathedrale ist nicht überladen, sondern wirkt elegant und hell. Besonders interessant ist dort auch die Verbindung zum Fürstenhaus. In der Nähe befindet sich die fürstliche Gruft, also die Grablege der Familie von Liechtenstein.




Alte Rheinbrücke: Zu Fuß in die Schweiz
Ein weiteres Highlight war für mich die Alte Rheinbrücke. Sie verbindet Vaduz mit Sevelen in der Schweiz und ist eine gedeckte Holzbrücke. Schon optisch ist sie wunderschön, aber auch der Gedanke ist charmant: Man geht einfach zu Fuß über den Rhein und steht plötzlich in der Schweiz.
Der Spaziergang zur Brücke lohnt sich. Ich verlasse das Zentrum, komme zum Rhein und bekomme noch einmal einen anderen Blick auf Liechtenstein. Die Brücke selbst ist ein tolles Fotomotiv.

Drei Museen in Vaduz: LandesMuseum, SchatzKammer und PostMuseum
Vaduz hat mehrere Museen, die man sehr gut miteinander verbinden kann. Besonders praktisch: Sie liegen zentral und sind nur wenige Schritte voneinander entfernt.
Ich war zuerst im Liechtensteinischen LandesMuseum. Dort bekommt man einen guten Überblick über Geschichte, Natur und Kultur des Landes. Gerade für den Einstieg fand ich das spannend, weil Liechtenstein zwar klein ist, aber eine erstaunlich vielfältige Geschichte hat.
Gleich daneben befindet sich die Liechtensteinische SchatzKammer. Und dort wartet eine echte Überraschung: Mondgestein. Gezeigt werden Stücke der Apollo-Missionen und Liechtensteiner Flaggen, die mit zum Mond gereist sind.
Was ich vorher ebenfalls nicht wusste: Liechtenstein ist bekannt für seine Briefmarken. Deshalb lohnt sich auch ein Besuch im PostMuseum beziehungsweise Briefmarkenmuseum. Ich habe es mir am zweiten Tag angesehen, als nach der Wanderung noch etwas Zeit war. Es ist kein riesiges Museum, aber gerade wegen der Spezialisierung interessant.


Mit der Bummelbahn durch Vaduz
Am späten Nachmittag fuhr ich mit dem Citytrain durch Vaduz. Ich gebe zu: Bei Bummelbahnen bin ich oft ein bisschen skeptisch. Aber in Vaduz war die Fahrt ganz nett, weil man in kurzer Zeit noch einmal andere Ecken sieht und unterwegs Erklärungen bekommt.
Die Runde führt durch Vaduz, vorbei an Weinbergen und schönen Blickpunkten. Für den ersten Überblick ist das praktisch. Es ist natürlich touristisch, aber gerade wenn man nur wenig Zeit hat oder nicht alles zu Fuß machen möchte, ist der Citytrain eine gemütliche Ergänzung.

Käseknöpfle: Liechtenstein kulinarisch
Am ersten Abend gab es Käseknöpfle. Das ist wohl die bekannteste Spezialität Liechtensteins. Wer aus Österreich kommt, denkt dabei sofort an Käsespätzle – und ja, die Richtung stimmt.
Regionale Küche gehört unbedingt zu einer Reise. Man versteht ein Land nicht nur über seine Museen, seine Landschaften oder seine Geschichte, sondern auch über das, was auf den Tisch kommt. In Liechtenstein sind Käseknöpfle dafür ein perfekter Einstieg.

Wandern in Liechtenstein
Am zweiten Tag ging es für mich hinaus in die Bergwelt. Besonders angenehm fand ich, dass ich dafür kein Auto brauchte. Von Vaduz fuhr ich ganz unkompliziert mit dem öffentlichen Bus in die Berge.
Dort machte ich eine geführte Wanderung mit Wander-Kathi. Die Tour war gut machbar, führte durch schöne Landschaften und bot immer wieder tolle Ausblicke. Unterwegs kehrten wir auch auf einer Hütte ein.
Mir hat besonders gefallen, wie schnell man in Liechtenstein von der Hauptstadt in der Natur ist. Eben noch Vaduz, kurze Zeit später Bergwege, Wiesen und Ruhe. Wer gerne wandert, sollte für Liechtenstein unbedingt etwas Zeit einplanen.

Weinverkostung in der Hofkellerei
Nach der Wanderung ging es zurück nach Vaduz. Die freie Zeit nutzte ich noch für das Briefmarkenmuseum, danach stand die Hofkellerei auf dem Programm.
Dass es in Liechtenstein Wein gibt, hat mich nicht völlig überrascht. Schließlich habe ich auch in der Schweiz ausgezeichneten Wein verkostet. Trotzdem ist es spannend zu sehen, wie nah die Weinberge direkt bei Vaduz liegen. Ein bisschen erinnerte mich das an Wien: Auch dort gehören Weinberge ganz selbstverständlich zur Stadt.
Bei der Verkostung erfuhr ich mehr über den Weinbau im Fürstentum und probierte verschiedene Weine, darunter auch Sekt. Nach einem Tag in den Bergen schmeckt ein Glas Wein natürlich besonders gut.
Am Abend aß ich im Restaurant Torkel. Das war kulinarisch noch einmal ein ganz anderer Rahmen als die Käseknöpfle am ersten Abend: feiner, gehobener und absolut empfehlenswert.




Kunstmuseum Liechtenstein und Hilti Art Foundation
Den letzten Tag begann ich mit Kunst. Das Kunstmuseum Liechtenstein war für mich eines der Highlights der Reise.
Schon das Gebäude fällt auf: modern, klar und sehr präsent mitten in Vaduz. Innen setzt sich dieser Eindruck fort. Das Museum wirkt durchdacht, angenehm offen und macht Lust, sich auf die Kunst einzulassen.
Besonders interessant fand ich, wie gut sich das Kunstmuseum Liechtenstein und die Hilti Art Foundation ergänzen. Das Kunstmuseum zeigt moderne und zeitgenössische Kunst in wechselnden Ausstellungen, während die Hilti Art Foundation mit ihrer Sammlung einen zusätzlichen Blick auf die Kunst des 20. Jahrhunderts eröffnet.
Ich fand den Besuch sehr gelungen und würde das Kunstmuseum jedem empfehlen, der nach Liechtenstein reist – auch dann, wenn nur ein Wochenende Zeit bleibt.
Nach der Führung aß ich noch im Café des Kunstmuseums zu Mittag. Danach ging es für mich wieder Richtung Heimat.



Übernachten in Vaduz
Ich übernachtete im Hotel Residence in Vaduz. Die Lage war für diese Reise perfekt, weil das Hotel direkt im Zentrum liegt. Von dort konnte ich vieles zu Fuß erreichen: das Städtle, die Museen, die Touristinformation, den Weg hinauf zum Schloss und auch die Kathedrale.
Für einen kurzen Aufenthalt in Vaduz würde ich wieder möglichst zentral wohnen. So kann man die Stadt auch in freien Momenten gut auf eigene Faust erkunden.
Wer allerdings hauptsächlich zum Wandern nach Liechtenstein kommt, ist vielleicht in einer anderen Unterkunft besser aufgehoben – zum Beispiel näher an den Bergen oder direkt in einem Wandergebiet. Für meine Kombination aus Vaduz, Museen, Wein und einem Wandertag war die zentrale Lage aber ideal.

Anreise mit dem ÖBB Nightjet: Mini Cabin im Cocoon-Prinzip
Jetzt noch zur Anreise, denn die war ein eigenes kleines Erlebnis. Ich fuhr mit dem ÖBB Nightjet und reiste in einer der neuen Mini Cabins. Diese funktionieren nach einem Cocoon-Prinzip: Man hat einen sehr kompakten, privaten Schlafplatz, den man schließen kann.
Ich fand das eigentlich ganz witzig. Für mich als Camperin war der kleine Raum überhaupt kein Problem. Wer schon einmal im Campingbus, Zelt oder in einer kleinen Koje geschlafen hat, wird sich vermutlich schnell damit anfreunden.
Aber: Man muss kleine Räume mögen. Oder zumindest bereit sein, sich darauf einzulassen.
Bei manchen Mitreisenden war genau das schwieriger. Dieses Gefühl, die Mini Cabin zu schließen und dann wirklich in einem kleinen Cocoon zu liegen, ist nicht für alle gleich angenehm.
Für Alleinreisende ist die Mini Cabin eine spannende Option. Ich würde sie wieder ausprobieren – aber mit dem klaren Hinweis: Es ist kein Hotelzimmer auf Schienen, es ist eher eine kleine Schlafkapsel.

Lohnt sich Liechtenstein für drei Tage?
Ja, Liechtenstein lohnt sich für drei Tage. Wenn man Kultur, Natur und gutes Essen verbinden möchte, ist das Fürstentum ideal für ein verlängertes Wochenende.
Vaduz ist klein, aber interessanter, als ich erwartet hatte. Das Schloss über der Stadt, die Kunst im öffentlichen Raum, die Museen, die Kathedrale und die Alte Rheinbrücke ergeben zusammen ein abwechslungsreiches Programm.
Dazu kommt die Bergwelt. Man ist schnell draußen in der Natur und kann wandern. Und mit Weinverkostung und gutem Essen bekommt die Reise auch kulinarisch eine schöne Abrundung.

Meine Tipps für Liechtenstein
- Vaduz zu Fuß erkunden: Das Zentrum ist klein und ideal für einen Spaziergang.
- Zum Schloss Vaduz hinaufgehen: Auch wenn man nicht hineindarf, lohnt sich der Weg wegen der Aussicht.
- Kunst im öffentlichen Raum: In Vaduz stehen viele Skulpturen und Kunstwerke direkt im Stadtraum.
- Alte Rheinbrücke: Die gedeckte Holzbrücke nach Sevelen ist ein wunderschöner Ort für Fotos und einen Spaziergang.
- LandesMuseum, SchatzKammer und Postmuseum einplanen: Besonders bei wechselhaftem Wetter sind die Museen eine gute Ergänzung.
- Käseknöpfle probieren: Deftig, regional und genau richtig nach einem Stadt- oder Wandertag.
- Wandern gehen: Die Bergwelt sollte man unbedingt erleben.
- Hofkellerei besuchen: Wein aus Liechtenstein war für mich eine schöne Überraschung.
- Mit dem Zug anreisen: Die Kombination aus Nightjet, Bus und Railjet funktioniert gut, wenn die Anschlüsse passen.

Reisebloggerin Gudrun Krinzinger in Liechtenstein

📍 Persönlich besucht
Ich habe Liechtenstein im Mai 2026 persönlich besucht und war zweieinhalb Tage in Vaduz und der Bergwelt unterwegs. Meine Eindrücke, Tipps und Empfehlungen in diesem Artikel beruhen auf dieser Reise.
Offenlegung: Ich wurde im Rahmen einer Pressereise nach Liechtenstein eingeladen. Meine Eindrücke und Empfehlungen bleiben davon unabhängig.
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GUDRUN KRINZINGER
Reiseblog von einer reiselustigen, strickbegeisterten, lesesüchtigen und fotografiewütigen Oberösterreicherin mit Hauptsitz Wien und Alte Donau.
Seit 2010 schreibe ich über meine Reisen auf dem Blog Reisebloggerin.at.
Hallo liebe Gudrun,
Liechtenstein kenne ich bisher auch „nur“ vom durchfahren. Aber nachdem ich Deinen Bericht gelesen habe, habe ich richtig Lust auf eine Reise dort hin.
Liebe Grüße
Kathleen