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Der Rest der Welt

Tipps für Gent

Hach, Gent! Du warst eines der Highlights in diesem Reisejahr. Und jetzt, beim Durchklicken der Fotos, die dieses Jahr im April entstanden sind, kriege ich einfach nur Sehnsucht. Sofort möchte ich ins Flugzeug steigen und in der Brooderie ein Erdbeertorte essen. Ist der Ausblick vom Belfried auch im Dezember so schön? Vielleicht sind die Cuberdons beim Temmerman mit roten Weihnachtsnasen verziert? Gibt’s im Café ’t Galgenhuis spezielles Weihnachtsbier, unserem Bockbier ähnlich? Auf, auf nach Gent!

Ich mag Städte die man zu Fuß erkunden kann. Gent gehört dazu. Ständig muss ich stehen bleiben und die Fassaden der alten Patrizierhäuser betrachten. So viele Details! So viele Schiffe, die die Häuser zieren. So viele Köpfe, die sich einem entgegenstrecken. Gestatten, mein Name ist Gudrun, und wer sind Sie? So viel Geschichte in einer einzigen Stadt. Und dabei dieser Kontrast zwischen dem Gewusel an schönen Tagen am Graslei und der Stille im Prinsenhof. Im Viertel Patershol fühle ich mich ins Mittelalter zurückversetzt, am Kouter gibt’s die schönsten Blumen, während mir im Schatten der St.Jakobskirche eine Ballerina ihre Füße entgegenstreckt. Sie möchte gekauft werden und teilt sich den Platz mit einem alten Grammophon und mehreren Lampen. Heute ist Flohmarkt und ich bin mittendrin in den Aufbauarbeiten. Ob ich was gekauft habe? Nein, nicht hier, aber besonders nette und originelle Mitbringsel fand ich bei Temmerman, Louise & Madeleine und Tierenteyn Verlent.

Goldenes Schiff in Gent

Frauenkopf am ehemaligen Postgebäude

Patershol

Blumenmarkt am Kouter

Flohmarkt St.Jakob

Temmerman ist in Gent eine süße Institution. Ich kann mir vorstellen dass sich Mädchen und Buben gleichermaßen die Nasen am Schaufenster des Süßigkeitenladens plattdrücken. Nase an Nase sozusagen, denn im Schaufenster liegen Cuberdons. Diese belgische Spezialität sieht kegelförmig aus, ist außen hart und innen mit Himbeergelee gefüllt. Wegen ihrer Form werden sie auch „Neuzen“ (Nasen) oder „Neuzeken“ (Näschen) genannt. Die Cuberdons von Temmerman sind jedoch kleine Gesichter und werden nur für diesen Laden in dieser Form hergestellt. Auch viele der anderen Süßigkeiten werden selbst produziert.

Cuberdons bei Temmerman

Ein Sackerl mit Cuberdons wandert in meine Tasche. 9 Stück kosten 5 Euro, das ist ein angemessener Preis für eine Spezialität aus Flandern. Noch weiß ich noch nicht, dass es mich Überwindung kosten wird, in ein Gesicht zu beißen!

Gleich daneben, am Kraanlei 61, finde ich das Geschäft von Louise & Madeleine. Hier gibt es so einiges was man nicht brauchen kann, aber unbedingt haben möchte. Es ist einfach sehr gemütlich in diesem kleinen Geschäft mit einem Angebot aus Keramik, Genähtem, Gedrucktem, Gestricktem und Schmuck. Herrlich, ich liebe solche Läden!

Louise und Madeleine

Und wieder ein paar Schritte weiter finde ich mein absolutes Lieblings-Museum, das „Huis von Alijn“. Vielleicht liegt es daran weil ich die einzige Besucherin bin, vielleicht weil der Innenhof eine Oase ist oder weil der Photoautomat um 2 Euro die witzigsten Porträts von mir ausdruckt: Dieses Museum gehört auf jede Was-ich-in-Gent-unbedingt- ansehen-muss-Liste! Hier wird Geschichte lebendig. Genter Geschäfte und Handwerke aus dem 19. und beginnenden 20.Jhdt. sind hier ausgestellt. Ich finde eine Apotheke, einen Bäcker, einen Friseur, ein Süßwarengeschäft und einen Lebensmittelhändler vor. Außerdem wird das Alltagsleben der Genter Bürger gezeigt und mit vielen Ausstellungsstücken zum Leben erweckt.

Huis van Alijn

Huis van Alijn in Gent

Haus von Alijn - der Süßigkeitenladen

Photoautomat

Ein Stück Geschichte finde ich ebenfalls am Groentenmarkt 3 vor. Hier wird Senf nach Originalrezept verkauft. Senf gibt es in Österreich in Tuben. Im Tierenteyn Verlent wird der Senf aus einem Fass in Steingut-Töpfe geschöpft. Die Größe der Töpfe kann man sich aussuchen. Es gibt ganz kleine mit Namensaufdruck und ziemlich große, die garantiert nicht mehr in mein Gepäck passen. Na gut, klein aber fein muss genügen.

Senf aus Gent

Tierenteyn Verlent

Noch viel ältere Geschichte als das Senf-Geschäft (gegründet 1790) finde ich am Belfried vor. Belfried wird in Flandern der Glockenturm genannt, und in Gent ist dieser das Wahrzeichen der Stadt. Mit dem Bau des 95 m hohen Belfrieds wurde im 14.Jhdt. begonnen. Statt einer Wetterfahne bildet ein Drache den krönenden Abschluss und bewacht die Stadt. Zwei Drachen wurden bereits in Pension geschickt und sind im Inneren des Turms zu bewundern. Von oben hat man einen super Blick auf die Stadt.

Belfried

Blick vom Belfried

Drache von Gent

Von hier aus sehe ich Gravensteen, die Burg, die Philipp von Elsass 1180 auf den Mauern einer alten Burg entstehen ließ. Von hier aus wirkt sie klein, aber kaum betritt man das Innere der Burg und steht auf dem Donjon, wendet sich das Blatt. Die Burg ist imposant und mächtig. Das verstärkt sich noch durch die Betrachtung der Ausstellungsgegenstände. Ein Folterinstrumente- und ein Waffenmuseum sind hier beherbergt, beides Dinge, die ich ziemlich furchtbar finde und die ich mir nicht anschaue. Mich beeindruckt der Blick auf Gent und die wechselhafte Geschichte der Burg.

Grafensteen

Blick von Grafensteen

Beeindruckt bin ich natürlich auch von den vielen Biersorten, die es in Gent zu verkosten gibt. Aber was heißt eigentlich verkosten? Getrunken habe ich es und zwar fast jedes Mal im Café  ’t Galgenhuis, einem sehr gemütlichen Lokal, angeblich dem kleinsten in Gent. Wobei Galgenhaus, klingt jetzt auch nicht sehr beruhigend. Wurden genau an dieser Stelle die Verurteilten gehängt? Auf diesen Schock hinauf bestelle ich mir gleich noch ein Bier.

Café 't Galgenhuis

Café 't Galgenhuis

Bier gibt es auch im Brooderie. Aber wer würde in Gents Kuchenparadies Bier bestellen? Hier gibt es die köstlichsten Torten, den besten Kaffee und eine unglaublich angenehme und nette Atmosphäre. Das ist so ein Augenblick, wo ich am liebsten meine Sachen packen und umziehen möchte: In dieses herrlich mittelalterliche, verträumte und jugendliche Gent!

Erdbeertorte Gent

Eingeladen zu dieser Reise nach Gent hat mich das Tourismusbüro Flandern. Vielen Dank!

Märkte:
Blumenmarkt am Kouter: Öffnungszeiten jeden Tag von 7 -13 Uhr
Flohmarkt St.Jakob: Freitag, Samstag, Sonntag von 8 – 13 Uhr
Informationen zu allen Märkten gibt es hier: Visit Gent Märkte

Einkaufen:
Süßwarengeschäft Temmerman, Kraanlei 79
Louise & Madeleine, Kraanlei 61, hier geht’s zur Webseite
Tierenteyn-Verlent: Groentenmarkt 3, hier geht’s zur Webseite

Sehenswert:
Huis van Alijn, Kraanlei 65, hier geht’s zur Webseite
Belfried: Sint-Baafsplein, hier geht’s zur Webseite
Gravensteen: Sint-Veerleplein, hier geht’s zur Webseite

Essen und Trinken:
Café ‚t Galgenhuis, Groentenmarkt 5
Brooderie, Jan Breydelstraat 8, hier geht’s zur Webseite