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Der Rest der Welt

Orbetello in der Maremma

Wir befinden uns Ende Oktober im Jahre 2015 nach Christus. Die ganze Toskana bereitet sich auf den Winterschlaf vor, viele Hotels und Restaurants haben geschlossen. Die ganze Toskana? Nein! Eine kleine Stadt in der südlichsten Toskana baut Zelte und Sitzbänke auf, holt den besten Wein aus den Kellern und kocht auf. Es wird getanzt, gesungen und gelacht. Gustatus heißt dieses gastronomische Fest in Orbetello und als Teilnehmer hat man es nicht leicht, den kulinarischen Verlockungen zu widerstehen.

Fischerboote

Im Hafen von Talamone

Das Städtchen Orbetello befindet sich am südlichsten Zipfel der Toskana, in der sogenannten Maremma. Es liegt auf einer Halbinsel und ist durch einen künstlichen Damm mit dem Vorgebirge Monte Argentario verbunden. Die Stadt ist zusätzlich von zwei Landzungen geschützt, und wer das jetzt alles nicht versteht, zieht bitte einen Atlas zu Rate (oder Google Maps, schließlich sind wir schon im 21.Jhdt. angekommen).

Cosa Ansedonia

Cosa

Angekommen sind hier auch die Römer, die Etrusker, die Franzosen, die Spanier, die Österreicher, die Herren und Damen der Borboni aus Neapel, die Herren und Damen der Orsini, bis das Städtchen mit der Großherrschaft Toskana vereinigt wurde. Wer sich für Geschichte interessiert, ist auf jeden Fall an der richtigen Stelle und wird nicht umhin kommen, Ansedonia mit den archäologischen Ausgrabungen zu besuchen.

Cosa heißt die Stadt, deren Überreste aus dem 3.Jhdt. vor Christus stammen. Ein kleines Museum inmitten der archäologischen Ausgrabungen zeigt Fundstücke aus einer längst vergangenen Epoche. Bewacht wird das Museumsareal von einer Museumskatze.

Die Museumskatze in Cosa

Was mich an Cosa besonders fasziniert, sind die alten Olivenbäume. Die Blätter schimmern silbern in der Sonne, die Stämme bilden einzigartige Gebilde und es hängen sogar noch Oliven an den Zweigen.

Olivenbaum

Olivenbaum in der Maremma

Oliven

Oliven Gustatus

Olivenöl Gustatus

Zur Olivenölverkostung laden dann die Produzenten beim Gustatus Festival in Orbetello. Neben dem hochwertigen Olivenöl verkoste ich Erdbeermarmelade, Goji-Beeren, Käse und Wein. Zusätzlich erfahre ich wie man Ricotta herstellt. Ehrlicherweise erfahre ich gar nichts, denn ich schaue nur zu und es erscheint mir wie Zauberei, dass aus diesem Kessel, der vorher noch mit warmer Milch gefüllt war, plötzlich Frischkäse geschöpft wird.

Riccota

Riccota Gustatus

Dass eine Stadt am Meer, besser gesagt, an einer Lagune mit frischem Fisch gesegnet ist, versteht sich von selbst. Wer Fisch ebenso liebt wie ich, besucht das Restaurant I Pescatori. Frischer Fisch (Seebarsch, Goldbrasse, Thunfisch) kommen hier ebenso auf den Tisch wie getrocknete und geräucherte Fischspezialitäten. Eine Besonderheit ist Bottarga, gesalzener und getrockneter Rogen der Meeräsche, der gerne über Pasta gerieben wird. Aal gibt es in geräucherter und in Salz eingelegter Form.

Kichererbsen

Spaghetti mit Seebarsch-Sauce

Restaurant I Pescatori

Nach dem Essen sollst Du ruh’n, oder tausend Schritte tun! Dieser schlaue Spruch entstammt sicher aus toskanischem Munde und so laufe ich kreuz und quer durch die schmalen Gassen der Altstadt um die soeben zu mir genommenen Kalorien zu verdauen.

Die letzte von neun Wassermühlen steht einsam und verlassen in der Lagune, ein prächtiges Fotomotiv. Und auch sonst hält dieses Städtchen alles, was man sich unter Italien, Toskana und Maremma vorstellt. Verträumte kleine Plätze, Wäsche auf der Wäscheleine, Katzen, die durch die Gegend streifen.

Wäscheleine in Orbetello

Orbetello

Orbetello in der Maremma

Unweit von Orbetello, in Porto Ercole, werfen sich die Katzen sogar in Pose. Eine schwarze begleitet mich durch die Gassen und führt mich zu ihrer Kollegin, die eine Vespa in Beschlag genommen hat. Einen schönen Blick auf den Hafen hat man von La Rocca aus, eine von vier Festungsanlagen, die im 16.Jhdt. entstanden sind.

Eine Gasse in Porto Ercole

Katze in Porto Ercole

Vespa in Porto Ercole

Porto Ercole

Nur einen Katzensprung entfernt liegt Talamone. Rocca Aldobrandesca heißt hier das Fort, ich steige die vielen Stufen empor und habe einen fantastischen Blick auf die Küste, auf das Meer und ganz hinten kann ich die Insel Giglio entdecken. Nur noch wenige Stunden bleiben mir in dieser Region. Ich schließe die Augen und spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Von mir aus kann der November kommen, ich nehme die Maremma mit ins regengraue Wien.

Festung von Talamone

Die Küste bei Talamone

Restaurant I Pescatori
Via Leopardi, 9
85015 Orbetello

Wann findet das nächste Gustatus statt?
Auf der Homepage habe ich leider noch keine Daten gefunden.
http://www.gustatus.eu/

Die italienische Zentrale für Tourismus ENIT  hat mich für die Reise nach Orbetello eingeladen und mich mit dem italienischen Herbst bekannt gemacht. Vielen Dank!