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Der Rest der Welt

Tipps für Brünn

Schon als Kind wusste ich, aus mir wird nie eine Balletttänzerin. Mein Berufswunsch „Pippi Langstrumpf“ vertrug sich weder mit eleganten weißen Ballettschuhen noch mit Lagen von Tüll, die den Bauch umspannen. Aber zuzusehen, wie die Tänzerinnen und Tänzer im Janáček Theater in Brünn zu Tschaikowskys Ballett Nussknacker gekonnt über die Bühne wirbeln, ist ein Vergnügen. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich zu Gast bei einer klassischen Ballettaufführung. Wie ein Kind tauche ich ein in die Geschichte des Mädchens Clara, die zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt bekommt, der in ihren Träumen lebendig wird.

Mit mir sitzt vor allem junges Publikum im Zuschauerraum. Klassischer Tanz ist in Brünn sehr populär und der künstlerische Leiter des Balletts, Mário Radačovský, spornt seine Tänzer zu Höchstleistungen an. „When the dancer dances, they have to give everything“, erzählt er in der Pressekonferenz, die der heutigen Vorstellung vom Nussknacker voranging.

Janacek Theater in Brünn

Leoš Janáček

Nussknacker

Tschechisches Nationaltheater Brünn

Karten für den Nussknacker gibt’s hier: Kartenverkauf

Ebenfalls ganz klassisch geht es in der Dampfbrauerei Hauskrecht zu. Seit einem Jahr wird auf dem Areal des ehemaligen Schlachthofs Bier gebraut und zwar so gut, dass es mittlerweile in 40 Restaurants in Brünn angeboten wird. Verkauft wird es flaschenweise nur direkt in der Brauerei. Jeden Monat werden Spezialbiere gebraut, zum Beispiel gab es zur Eröffnung der Eishockeysaison blaues Bier. Das Bier, das mir angeboten wurde, war allerdings ganz normal und schmeckte mir ausgezeichnet.

Petar Hauskrecht führt uns durch seinen Betrieb, den er mit zwei Freunden gründete. Zehn Jahre lang arbeitete man gemeinsam bei Starobrno, um sich nach dem Verkauf an Heineken selbständig zu machen. Stolz präsentiert uns der Hausherr sein Reich. Zuerst bekommen wir eine Einführung zum Thema Bierbrauen. Soviel hat sich im Laufe der Jahrhunderte gar nicht geändert, meint Petar Hauskrecht, nur geht eben alles dank moderner Geräte und Strom viel schneller vonstatten.

Bei einem Besuch in Brünn sollte man also unbedingt Bier der Marke Hauskrecht verkosten oder sich gemeinsam mit Freunden zu einer Führung in der Brauerei anmelden, es zahlt sich wirklich aus.

Bierbrauerei Hauskrecht

Bier

Bierbrauerei

Homepage der Hauskrecht Brauerei

Ebenfalls einen Besuch wert ist das neueste Museum der Stadt Brünn, die Villa Löw-Beer. Dieses Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Erbaut wurde die Villa im Jugendstil, Auftraggeber war der Textilindustrielle Moritz Fuhrmann. Nach dessen Tod erwarb Alfred Löw-Beer das Anwesen samt Villa und riesigem Park. Als seine Tochter Grete heiratete, bekam sie als Mitgift einen Teil des Parks geschenkt. Nach den Plänen Ludwig Mies van der Rohe wurde ein Wohnhaus auf dem Grundstück errichtet, die heute berühmte Villa Tugendhat. Im Jahr 2001 wurde die Villa Tugendhat in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen und steht seit 2012 für Besucher offen.

Leider sind beide Villen durch einen Zaun getrennt. Um also die Villa Tugendhat besuchen zu können, muss man ein ganzes Stück um den Block gehen. Wer sich für die Architektur Brünns interessiert, dem lege ich die Internetseite Brünner Architekten Manual, kurz BAM , ans Herz. Ganz bequem von zu Hause aus entdeckt man die schönsten Villen und Gebäude, die zwischen den Jahren 1918 und 1945 entstanden sind.

Villa Löw-Beer

Jugendstilvilla Löw-Beer

Villa Löw-Beer in Brünn

Villa Tugendhat

Villa Löw-Beer
Villa Tugendhat

Ich selbst wurde mit dem Bus nach und durch Brünn chauffiert, doch erreicht man die wunderschöne Stadt auch ganz bequem von Wien weg mit der ÖBB. Meinem nächsten Besuch steht somit nichts im Wege.

Vielen Dank an die Tschechische Zentrale für Tourismus, die mir an einem Tag klassisches Ballett, klassische Braukunst und die Baukunst des Jugendstil näher gebracht hat.