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Der Rest der Welt

Die Franzensburg im Schlosspark Laxenburg

Ein Besuch im Schlosspark Laxenburg ist gar nicht so einfach. Ständig muss ich Entscheidungen treffen. So zum Beispiel: Soll ich mit der netten, kleinen Bummelbahn fahren oder zu Fuß durch den Park flanieren?

Mit dem Bummelzug durch den Schlosspark Laxenburg

Mein Spaziergang durch den Schlosspark Laxenburg

Ein schneller Blick auf den Plan, ein kurzer Blick auf die Uhr, ich habe mehr als eine Stunde Zeit bis die Führung um 11 Uhr auf der Franzensburg im Schlosspark Laxenburg beginnt. Also verzichte ich auf das Bummelbahnvergnügen und marschiere drauflos. Links oder rechts? Ich vertraue den Wegweisern, die mich auf die vielen Attraktionen des Schlossparks hinweisen: Grünes Lusthaus, Turnierplatz oder Wasserfall? Von einem früheren Besuch weiß ich, dass die Distanzen nicht zu unterschätzen sind, der Park ist immerhin 280 Hektar groß.

Wegweiser im Schlosspark Laxenburg

Büste Kaiser Franz

Zuerst schreite ich an Kaiser Franz vorbei und kehre dann doch um, um ein Foto von der Marmorbüste zu machen. Kaiser Franz I ließ im Schlosspark den Schlossteich anlegen und auf einer der sieben Inseln die nach ihm benannte Franzensburg errichten. Die Büste stellte man jedoch erst nach seinem Tod im Park auf. Es schaut ein bisschen so aus, als würde sie jeden Besucher des Parks prüfend anblicken. Sind wir wirklich würdig seinen Park zu durchschreiten?

Schneller als gedacht bin ich beim Schlossteich angelangt. Die Bootsverleiher sind ebenfalls gerade eingetroffen und bereiten die Ruder-, Elektro- und Tretboote vor. Heute ist ein sonniger Tag, der Andrang an ruderwilligen Sonnenanbetern wird groß eingeschätzt. Noch tummeln sich nur die Fische im Wasser und damit dass so bleibt, sind Baden und Angeln im Schlossteich verboten.

Bootsverleih in Laxenburg

Statt direkt zur Fähre zu gehen, spaziere ich entgegen dem Uhrzeigersinn den Teich entlang. Ständig laden mich weiß gestrichene Holzbänke zum Innehalten ein, die Vögel zwitschern, was für ein herrlicher Frühlingstag! Drei Brücken muss ich überqueren, um an der Franzensburg anzukommen. Zuerst schreite ich über die gotische Brücke, die mit dem Turnierplatz, der Rittersäule und der Rittergruft zum sogenannten Rittergau gehört. Würde mir ein echter Richter in einer silber glänzenden Rüstung auf seinem Pferd galoppierend entgegen kommen, würde mich das hier im Park gar nicht überraschen. Stattdessen beschränkt sich der Besucherstrom an diesem Vormittag hauptsächlich auf Mütter mit Kinderwägen.

Gotische Brücke Laxenburg

Gotische Brücke in Laxenburg

Ein Wegweiser führt mich zur Kaskade. Hier stürzt das Wasser des 2 km langen Forstmeisterkanals auf das Niveau des Schlossteichs hinab. Mein Spaziergang führt mich am Turnierplatz vorbei und nach Überquerung der eisernen und steinernen Brücke stehe ich vor der Franzensburg. Nach intensiver Betrachtung bin ich mir aber gar nicht so sicher: Ist es wirklich eine Burg? Oder doch eher ein Schloss? Ich entdecke Türmchen und Türme, Erker und Mauerzinnen, Tore und Türen. Die Führung, die pünktlich um 11 Uhr beginnt, verschafft mir hoffentlich Aufklärung.

Kaskade im Schlosspark Laxenburg

Franzensburg Laxenburg

Eine Führung in der Franzensburg

Insgesamt sind wir 15 Personen, die durch Waffensaal, Habsburgersaal, Schatzkammer, Burgfrauenzimmer, Thronsaal und Lothringersaal geleitet werden. Die schönsten, größten und wertvollsten Dinge aus ganz Österreich trug man zusammen, um die Räume der Franzensburg zu füllen. Es gibt Holzdecken aus Rapottenstein und der Rosenburg, Glasfenster aus der Kartause Gaming und ein Chorgestühl aus Klosterneuburg. Wir schreiten über Marmorböden und bewundern Schweinsledertapeten. Die führenden Wiener Porträtmaler erschufen eine Ahnengalerie, die aus 20 Leinwänden besteht. Überlebensgroß sind die Habsburger abgebildet. Ebenfalls eindrucksvoll sind die im Biedermeier erschaffenen Fenster des Glaskünstlers Gottlob Manuel Mohn, die in verschiedenen Räumen der Burg zu finden sind.

Waffensaal in der Franzensburg

Lothringersaal Franzensburg

Habsburgersaal Franzensburg

Und obwohl sich in zwei Zimmern der Burg überdimensionale Himmelbetten befinden, hat hier nie jemand übernachtet. Das Gebäude wurde ausschließlich zu Repräsentationszwecken errichtet, es war eine Art Museum gefüllt mit den kostbarsten Ausstellungsstücken.

Über den Dächern der Franzensburg

Damit mein Gesamteindruck von Burg und Park komplett ist, schließe ich mich nach einer einstündigen Mittagspause im Restaurant Café – Meierei einer weiteren Führung an. Diesmal heißt es: Rundgang über die Dächer. Wir sind nur fünf Besucher, die die vielen, vielen Treppen im Hohen Turm emporsteigen. Doch der Ausblick zahlt sich aus. Zwar sehe ich nicht ins Zentrum von Wien, wie ein Besucher aus dem Jahre 1801, der bei einem Besuch die „Spitze des St. Stephansthurmes“ ausnahm. Mir genügt der Blick auf Schneeberg und Wienerwald. Ich bewundere die Wetterfahnen und bin den Türmchen und Türmen ganz nah. Zusätzlich werden wir mit interessanten Geschichten versorgt und schon ist die einstündige Führung wieder vorbei.

Blick auf den Schlosspark von Laxenburg

Dachführung Laxenburg

Über den Dächern der Franzensburg

Mit der nächsten Attraktion des Laxenburger Schlossparks gelange ich ans andere Ufer: Die Rede ist von der Fähre, die die Besucher über den Wassergraben bringt. Im Jahre 1811 wurde die erste Fähre in Betrieb genommen und im Jahre 2017 funktioniert das Prinzip mit Zugseil und Fahrseilen immer noch. Natürlich wird die Fähre jetzt elektronisch gesteuert.

Fähre im Schlosspark von Laxenburg

Insgesamt war ich über fünf Stunden im Park und habe noch lange nicht alles gesehen. Ich werde also wiederkommen müssen und freue mich schon jetzt darauf.

Alle Informationen über Öffnungszeiten und Führungen: Schloss Laxenburg


Dieser Beitrag wurde von den TOP Ausflugszielen Niederösterreichs in Auftrag gegeben und gesponsert.