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Der Rest der Welt

Meine 10 Gebote für den Wolfgangseer Advent

1) Du sollst beim Felix eine Schaumrolle essen
„Schneeflöckchen.. frisch gebackene Schaumrolle aus Meisterhand“ steht in weißer Farbe und in schön geschwungener Schrift auf dem ovalen Schild. Schon wenige Meter vor dem Adventmarktstand rieche ich das süße Blätterteiggebäck und ich erinnere mich an meine Kindheit, als ich meinen Vater in der Backstube besucht habe. Mein Vater war vor seiner Pensionierung Konditor und genau hier, in St.Wolfgang, riecht es genauso gut nach dieser speziellen und unvergleichlich guten Mischung aus Zucker und Butter.
Vor unseren Augen füllt Felix die frisch gebackenen Blätterteigrollen mit Eischnee. Fast ehrfürchtig nehme ich das noch warme Gebäck in die Hand und beiße hinein. Mhmmm, ist das gut! Jetzt verstehe ich auch die Personen, die mehr oder weniger den Stand belagern und mit den Worten „Gib ma vier, oda na, gib ma glei ocht“ das süße Gebäck in einem Karton und mit einem glückseligen Grinsen nach Hause tragen.
Heißt Felix nicht der Glückliche? Der Mann hat seinen Beruf gut gewählt, er macht die Leute mit seinen Schaumrollen überglücklich. An guten Tagen produziert er zwischen 700 und 800 Stück und wie jemand, der direkt an der Quelle sitzt, so schlank bleiben kann, ist mir ein Rätsel.

Schaumrollenbäcker Felix

Die besten Schaumrollen weltweit

2) Du sollst die lebende Krippe in St.Wolfgang besichtigen
So mancher ist schon dem Irrtum aufgesessen, die lebende Krippe in St.Wolfgang bestehe aus lebendigen Personen. Das stimmt natürlich nicht. Die Krippe besteht aus lebensgroßen Figuren, die der Holzbildhauermeister Matthäus Mayrhauser aus massiven Fichtenstämmen schnitzt. Zwei bis vier Wochen brauche er für eine Figur, erklärt mir der Künstler, der am Weihnachtsmarkt einen Stand betreibt und dort neben Krippenfiguren allerlei Schmückendes aus Holz für den Christbaum verkauft. Bei meinem Rundgang durch den Pfarrgarten, wo die Figuren aufgestellt sind, erfahre ich dann von Einheimischen, dass jede der Figuren einen Namen hat. Da drüben stehen die „Trüfiweiba“ (Tratschweiber), die die Hirten beobachten. Neben dem „Hirtenschlaf“ ist auch der „Wiegentroga“ (Wiegenträger) und da „Urbal mit da Leinwaund“ (Urbal mit der Leinwand) zu sehen. Ich hoffe, ich habe alle Namen richtig verstanden und wiedergegeben. Ich finde es schön, dass die Tradition des Krippenbaus nicht verloren geht und die Kinder im Pfarrgarten die neuen Figuren bewundern, die jedes Jahr die Krippe vergrößern.

Lebende Krippe Sankt Wolfgang

Krippenfiguren Matthäus Mayrhauser

Matthäus Mayrhauser

3) Du sollst Dir beim Matthias Reschreiter Initialen in ein Hufeisen prägen (lassen)
Ich hab’s probiert und mit einer gehörigen Portion Respekt und einem schweren Hammer versucht, meine Initialen in ein Hufeisen zu prägen. Mehr als ein Kratzer ist es nicht geworden. So übernimmt Matthias wieder seinen Hammer und bessert mit einem kräftigen Schlag meinen Pfusch aus. Lasst es euch gesagt sein: Mit so einem Glückshufeisen geht 2015 nichts mehr schief!

Matthias Reschreiter

4) Du sollst mit dem Schiff nach Strobl und St.Gilgen fahren
Die Wolfgangseeschifffahrt macht’s möglich um in der punschseeligen Zeit auf das Auto verzichten zu können: In nur 15 Minuten bin ich in Strobl und nur 30 Minuten braucht das Schiff bis nach St.Gilgen. Das ist eine besondere Attraktion des Wolfgangseer Advent!

Schiffstation St.Wolfgang

Wolfgangsee Schifffahrt

Wolfgangsee

5) Du sollst in Strobl die Krippenausstellung besuchen
Tonkrippen, Glaskrippen, Diorama Krippen, Guckkastenkrippen, Baumkrippen, Kastenkrippen, Wurzelkrippen: Frau Brigitta Zopf macht sich jedes Jahr auf die Suche nach den schönsten Krippen im Salzburger Land und stellt diese im Lesesaal der Bibliothek aus. Jede Krippe hat eine eigene Geschichte und diese sollte man sich erklären und erzählen lassen. Also plant mindestens eine Stunde Besichtigungszeit ein. Meine Lieblingskrippe ist übrigens die mit den Pinguinen!

Krippenausstellung Strobl

Krippenausstellung Strobl

Pinguinkrippe

6) Du sollst in Strobl den Hirsch bewundern (die Ziegen und Schafe natürlich auch)
Majestätisch liegt er da und bewundert, ja was eigentlich? Seine Hirschkühe? Der Adventmarkt in Strobl ist der tierischste unter den dreien. Die Schafe und Ziegen betteln um Futter, das streng reglementiert an die Besucher verkauft wird, die damit die Tiere füttern. Schließlich will man nicht, dass die nach Weihnachten platzen. Jetzt schon schauen sie wohlgenährt, besser gesagt kugelrund aus und raufen sich um die paar Körner, die ich ihnen hinhalte. Schön, dass der Adventmarkt in Strobl so lebendig ist!

Hirsch in Strobl

Eine Ziege bei der lebenden Krippe in Strobl

7) Du sollst in Strobl den Schnaps von der Brennerei Primushäusl kosten
Fast alles was Johanna Rieger ins Glas leert und zur Verkostung reicht, ist preisgekrönt. 40 Sorten Edelbrände gibt es zu verkosten, außerdem wird in dem Familienbetrieb Whisky und Gin produziert. Um hochprozentige Weihnachtsgeschenke einzukaufen, ist dieser Adventstand in Strobl also ideal. Und wer in Strobl kosten und in St.Gilgen einkaufen möchte, für den ist das auch kein Problem. Denn in St.Gilgen hat die Familie, die ihr Hauptquartier – das Primushäusl – in dem kleinen Ort Abersee am Wolfgangsee hat, auch noch einen Adventstand aufgebaut.

Johanna Rieger vom Primushäusl

Wüdara Whisky vom Primushäusl

8) Du sollst in St.Gilgen die Barockengerl fotografieren
Beim Anblick der rundlichen Barockengeln, die von der Künstlerin Raja Schwahn-Reichmann geschaffen und in St.Gilgen die Adventstände schmücken, muss ich an mein Lieblingsweihnachtslied denken: „Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor, die Engelein die kugalen ganz haufenweis hervor“. Genauso müssen Engeln eben aussehen: rosig, rund und lebensfreudig, sonst kugelt es sich nicht gut. Das Konzept der barocken Weihnacht geht voll auf. Auch schön: die gemalte barocke Krippe. Die ist einzigartig.

Barockengel gestaltet von der Künstlerin Raja Schwahn-Reichmann

Krippe in St.Gilgen

9) Du sollst beim Bergerhof in St.Gilgen Alpaka Wolle kaufen
Die Standnummer habe ich natürlich vergessen, aber die beiden süßen Alpakas kann man nicht übersehen. Am Stand vom Bergerhof werden Produkte aus Wolle verkauft: Handschuhe, Pulswärmer, Socken und Hauben. Zu meiner Freude gibt es auch eine große Auswahl an Wolle in verschiedenen Farben und zwei Garnstärken. Ich mache mir selbst eine Freude und kaufe zwei Knäuel. Die Wolle ist unglaublich warm und kuschelig. Da macht das Stricken sicher Spaß!

Alpakas

Alpaka Wolle

10) Du sollst der Kirche in St.Wolfgang einen Besuch abstatten
Oft verbergen sich in einer Kirche Schätze die ich nie vermutet hätte. In St.Wolfgang ist das der gotische Doppelflügelaltar von Michael Pacher, einem Südtiroler Schnitzer. Heute bekomme ich die Feiertagsseite zu sehen, das heißt alle Flügel des Altares sind geöffnet. Sie geben die Marienkrönung im Hauptschrein preis. St.Wolfgang hat sich im 15.Jhdt. deshalb einen so besonderen Altar geleistet, da es neben Rom zu den meist besuchten Wallfahrtsorten gehörte.

Die Kirche in St.Wolfgang

In der Kirche von St.Wolfgang

Das waren meine 10 Gebote für den Wolfgangseer Advent. Zu sehen gibt es natürlich noch viel, viel mehr. In St.Gilgen habe ich einer Frau beim Nadelfilzen zugeschaut. In Strobl bauen schon die Volksschulkinder Krippen und zeigen sie in einer eigenen Kinderkrippenausstellung. Und ein Besuch in St.Wolfgang lohnt sich schon alleine wegen der 19 Meter hohen schwimmenden Laterne im Wolfgangsee.

Übernachtet habe ich in St.Wolfgang im empfehlenswerten Familienbetrieb Hotel Zimmerbräu.

Alle Informationen zum Wolfgangseer Advent findet ihr auf folgender Webseite: Wolfgangseer Advent

Das Salzburger Land hat mich eingeladen den Wolfgangseer Advent kennen zu lernen. Vielen Dank dafür!